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  • 27.04.2015           87      Teilen:   |

USA

Homophobe Bäcker müssen hohe Geldstrafe zahlen

Artikelbild
Aaron und Melissa Klein beklagten sich 2014 bei einer Veranstaltung des Family Research Center über ihre "Verfolgung"

135.000 Dollar muss eine US-Bäckerei zahlen, weil sie ein lesbisches Paar nicht bedienen wollte. Die christlichen Besitzer sehen Satan am Werk.

Eine Antidiskriminierungsbehörde im Westküstenstaat Oregon hat am Freitag angeordnet, dass die Besitzer einer Bäckerei und Konditorei in der Großstadt Gresham bei Portland 135.000 Dollar (125.000 Euro) Schmerzensgeld an ein lesbisches Paar zahlen müssen. Grund: Das Ehepaar Aaron und Melissa Klein hatten sich 2013 geweigert, eine Hochzeitstorte für ein lesbisches Paar zu backen, weil sie als Christen Homosexualität ablehnten.

Bereits im Februar hatte die Antidiskriminierungsbehörde entschieden, dass die beiden Laden-Besitzer damit gegen die Gleichbehandlungsrichtlinien des Staates Oregon verstoßen hätten, die Diskriminierung aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Rasse oder sexuelle Orientierung verbietet und für Verstöße Geldstrafen vorsieht (queer.de berichtete). Die Höchststrafe für ihr Vergehen hätte 150.000 Dollar betragen.

Die Kleins waren für christlich-konservative Politaktivisten zum Symbol einer vermeintlichen Unterdrückung von religiösen Menschen durch die "homosexuelle Lobby" geworden. Der Fall wurde in mehreren Bundesstaaten zum Anlass genommen, Gesetze für die Religionsfreiheit auf den Weg zu bringen, die es Christen erlauben sollen, Homosexuelle in vielen Lebensbereichen diskriminieren zu dürfen. Wegen scharfer Proteste mussten aber zuletzt Indiana und Arkansas ihre Gesetzesvorhaben wieder entschärfen (queer.de berichtete).

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Tony Perkins: Homos sind intolerant wie nie ein Mensch zuvor

FRC-Chef Tony Perkins beklagt in immer schrilleren Worten die angebliche Unterdrückung von Christen durch Homosexuelle
FRC-Chef Tony Perkins beklagt in immer schrilleren Worten die angebliche Unterdrückung von Christen durch Homosexuelle

Am Wochenende haben mehrere konservative Aktivisten die Geldstrafe gegen die Kleins scharf verurteilt. Die einflussreiche Lobbygruppe Family Research Council erklärte auf ihrer Website, dass Christen in den Vereinigten Staaten nun nicht mehr ihre Religion frei ausüben dürften. Schuld seinen LGBT-Aktivisten: "Die Intoleranz derer, die die Ehe neu definieren wollen, ist historisch einmalig", so FRC-Chef Tony Perkins.

Auch die Besitzer selbst machten für ihre Verurteilung dunkle Mächte verantwortlich: "Satan ist hier am Werk, aber ich weiß, dass Gott einen Plan hat und am Ende gewinnt", erklärte das Paar auf seiner Facebook-Seite. Melissa Klein beschuldigte in einem Interview die Verwaltung des Bundesstaates, Christen ruinieren zu wollen: "Die versuchen uns zu sagen: Schaut her, so etwas passiert, wenn ihr euer Leben nach Gott ausrichtet. Die werden nicht aufhören, bis wir alles verloren haben."

Ein Sprecher der Antidiskriminierungsbehörde erklärte hingegen, dass Bäckereien und andere Geschäfte immer der gesamten Bevölkerung offen stehen müssten. Das schließe auch Minderheiten wie Schwarze oder Homosexuelle ein. Für die Beklagten würde auch die Ausnahmegenehmigung für Religionsgemeinschaften nicht gelten. Grund: Eine auf Gewinn ausgerichtete Bäckerei sei keine religiöse Einrichtung.

Die Kleins werden allerdings nicht Privatinsolvenz anmelden müssen: Anhänger der Eheleute haben bereits über 100.000 Dollar gespendet. Derzeit sammelt eine christliche Crowdfunding-Website Geld für das Paar. (dk)

Mehr zum Thema:
» USA: Strafe für homophobe Bäcker (04.02.15)
» Christliche Bäcker "von Homosexuellen diskriminiert" (05.09.13)
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Tags: homo-ehe, antidiskriminierung, usa, hochzeitstorte, oregon, aaron klein, melissa klein
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Reaktionen zu "Homophobe Bäcker müssen hohe Geldstrafe zahlen"


 87 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
27.04.2015
13:12:27


(+11, 15 Votes)

Von ehemaligem User Xenomorpha


Jaja, und dann rumheulen.
Diese Kaputten Individuen mit ihrem völlig gestörtem Sozialverhalten müssten obendrein noch ein Berufsverbot bekommen.
Diese Leute vergessen, dass Jesus damals mit Verrätern, Nutten und div. unterpriveligierten Menschen zu Tisch saß.
Der Lange hat sich mit "in der sauberen Gesellschaft" gescheiterten Menschen abgegeben um denen zu helfen.
Aber so ist das, so wird Heute gedacht wenn man als streng gläubiger Christ von Grund auf eine asoziale Einstellung zu anderen Menschen hat.
Kein Erbarmen mit diesem Gesindel in der Bäckerei.


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#2
27.04.2015
13:18:09
Via Handy


(-20, 24 Votes)

Von Olivier


Ich bin selber gay und finde es grotesk, dass man die Bäckersleut zwingt diesen Auftrag anzunehmen. Wie wäre es wenn man schwule Bäcker zwingen würde Afd jubiläumstörtchen zu backen?


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#3
27.04.2015
13:34:19


(+15, 15 Votes)

Von Blondblue


es geht nicht um das Angebot, sondern die Diskriminierung. Im Übrigen würde Dich niemand zwingen AfD Törtchen zu kreieren und der Vergleich hinkt auch verdächtig.


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#4
27.04.2015
13:39:46


(+15, 15 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Soso, der liebe Satan mal wieder.

Ich finde, das ist ein hervorragendes Urteil. Man kann es auch so sehen: Homosexualität ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine angeborene sexuelle Orientierung, die man quasi in die Wiege gelegt bekommt. Auch wenn die Religiösen das anders sehen.
Der Glaube an irgendein höheres Wesen, in dessen Auftrag und zu dessen Verherrlichung man Brot bäckt, ist eine freiwillig angenommene Haltung (bzw. geistige Störung).

Was also sollte den Vorrang haben? Eben.

Und was den Boykott von politischen Parteien betrifft, so sehe ich das gänzlich anders. Ich habe mich seinerzeit als Imker auch geweigert, einen entsprechenden Auftrag eines FDP-Mitgliedes anzunehmen, der Honig bei uns kaufen wollte. Damals trat die FDP massiv für Grüne Gentechnik und bestimmte, mittlerweile verbotene Pestizide ein, was uns Imkern sehr sauer aufstieß. Wir hatten sogar Etiketten mit dem Aufdruck "Frei von Gentechnik- und FDP-Rückständen". Damals grassierten bei uns Aussagen wie "Wer als Imker FDP wählt, kann als Türke auch NPD wählen."

Das eine (US-Bäcker) ist Diskriminierung, und das andere (AfD bzw. FDP-Boykott) ist politische Auseinandersetzung.


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#5
27.04.2015
13:43:43
Via Handy


(-10, 14 Votes)

Von goatee42muc
Antwort zu Kommentar #1 von Xenomorpha


in deutschland ist es legal schwulen und lesben dienstleistungen zu verweigern


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#6
27.04.2015
14:01:27


(+14, 14 Votes)

Von Nico


Richtig so!

Das ist die einzige Sprache, die solche religiösen Fanatiker verstehen...

Es kann nicht sein, dass die andere diskriminieren und das mit ihrer persönlichen Freiheit begründen! Freiheitsrechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.


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#7
27.04.2015
14:02:52


(+12, 14 Votes)

Von Heiner


In den USA müssen Leute, die diskriminieren hohe Strafen bezahlen.

Hier in Deutschland werden solche Leute noch von der Regierung hofiert und in Schutz genommen.


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#8
27.04.2015
12:13:33


(-17, 21 Votes)

Von splattergay


USA-das Land der Extremen.

Die Besitzer haben schon ihren Laden schließen müssen und jetzt sollen sie noch 135.000 Dollar bezahlen.

Genau so wie die homophoben Gesetze in einigen US-Statten nur Kopfschütteln hervorrufen können, finde ich auch diese "Bestrafung" übertrieben.

Es nutzt auch keiner der betroffenen Bevölkerungsgruppen etwas, wenn ein solcher Spaltpilz in die Gesellschaft getragen wird.

Immerhin müssen die Menschen in diesen Regionen auch weiterhin miteinander leben. Als Außenstehender ist es immer leicht, Kritik zu üben.

Das heißt nicht, das ich die Weigerung dieses Paares, die Hochzeitstorte nicht zu verkaufen, akzeptieren würde. Aber übertriebene Reaktionen, die die Existenz von Personen vernichten, lehne ich in dieser Form (und aus diesem Grund) ab.

Vielleicht sollte man sich ein kleines Beispiel an der Auschwitz-Überlebenden nehmen, die sogar dem KZ-Schergen vergeben hat. Das ist zwar schwer verständlich und der Vergleich hinkt, aber man soll nicht gleich jede Fehltat von Menschen mit dem (sozialen) Tod ahnden.


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#9
27.04.2015
14:14:05


(-5, 9 Votes)

Von wirkungslos


"Anhänger der Eheleute haben bereits über 100.000 Dollar gespendet. Derzeit sammelt eine christliche Crowdfunding-Website Geld für das Paar."


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#10
27.04.2015
14:15:10


(+10, 12 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #1 von Xenomorpha


>"Diese Leute vergessen, dass Jesus damals mit Verrätern, Nutten und div. unterpriveligierten Menschen zu Tisch saß"

der legendäre wanderprediger (seien wir doch bitte realistisch genug, zu sehen, dass wir hier nicht über den historischen o-ton einer konkreten figur reden) hat zu den sünder_innen aber nicht gesagt: "alles dufte, sollen doch alle machen was sie wollen", sondern "sündige hinfort nicht mehr."

erkennst du den unterschied?

natürlich ist es lieb gemeint, wenn man das alte märchenbuch in richtung eines liberalen weltbildes filtert, es bleibt aber eine verzerrung, derer man sich bewusst sein sollte, wenn man die eigene glaubwürdigkeit nicht sogar innerhalb des eigenen religiösen weltbildes (das ich nicht teile) verlieren möchte.

ich habe, das dürfte hier ja bekannt sein, wenig respekt vor menschen, die uralte texte zur rechtfertigung ihrer menschenfeindlichkeit heranziehen. ich habe aber auch nicht so besonders viel respekt dafür, wenn leute das gegenteil versuchen, aber diese texte dabei nicht mal kennen und sich ihre eigene version zusammenfabulieren, wie es ihnen gerade passt.

ethik sollte weder aus der buchstäblichen auslegung bronzezeitlicher hasspredigten abgeleitet werden, noch aus der rein fiktiven und gedanklich zusammenzensierten bibel der menschenfreund_innen.


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