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Einzelkommentar zu:
"Der Bürger im Staat" gegen Homophobie und Sexismus


#6 VeganBearEhemaliges Profil
  • 27.04.2015, 22:44h
  • Antwort auf #5 von Linguist
  • Sprache ist KEIN in sich geschlossenes System, das ausschließlich irgendwelchen logischen oder praktischen Regeln zu folgen hat.

    Sprache ist vor allem Ausdruck dessen, wie eine Gesellschaft denkt und handelt. UND in einem dauernd stattfindenden Kreislauf beeinflußt sie wiederum genauso, wie die Gesellschaft denkt und handelt (bzw. denken und handeln soll).

    Eine verkürzte, rein linguistische Sichtweise wird dem Phänomen Sprache nicht gerecht, da Sprache ein Transportmittel für Kultur, Philosophie, Ethik, Politik etc. darstellt und somit eine äußerst wichtige und ernstzunehmende soziologische Seite hat.

    Wenn jemand (aus Deiner Sicht) Sprache "aufbläht", dann, um Dinge sicht- und erkennbar zu machen, die ansonsten innerhalb dieser rein logischen, regelhaften* Ausdrucksweise versteckt sind (im besten Falle) oder unterdrückt werden.

    *wer hat eigentlich diese Regeln geschaffen?

    Abgesehen davon, daß Binnen-Majuskeln eine relativ veraltete Form darstellen (was Du als Linguist, der in einem queeren Forum schreibt, wissen könntest), ist es eine m.E. haltlose Unterstellung, daß ausgerechnet Menschen, die gendergerechtere Formen der Sprache nutzen (ich wiederhole: um Dinge sichtbar zu machen), dadurch "kaschieren" wollen, "dass der Sprachgebrauch noch lange keine Gleichstellung bringt".

    Da helfen auch keine Gegenbeispiele - es gibt in allen Sprachen Beispiele für Regeln und Beispiele, die genau diese Regeln durchbrechen.

    Ich bitte also doch um eine etwas differenziertere Sichtweise, bevor hier Leute, die auf Offensichtliches hinweisen, als "überkorrekte" Personen dargestellt werden, die den Kern der Sache nicht verstanden haben könnten.

    Nochmal: Kern der Sache ist: Sprache bildet Wirklichkeit ab, und Sprache formt die Wirklichkeit. Insofern ist für MICH ein Kleingeist, wer sich lediglich auf äußere, althergebrachte Formen zurückzieht, ohne zu reflektieren, was da alles drinsteckt - und was alles eben nicht.
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