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  • 28.04.2015           20      Teilen:   |

47 zu 49 Stimmen

Nordirland: Parlament stimmt erneut gegen Ehe-Öffnung

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In der Northern Ireland Assembly streiten sich seit 1998 meist konfessionell orientierte Parteien um die Zukunft der leidgeprüften Provinz (Bild: flickr / Robert Young / cc by 2.0)

Auch beim vierten Versuch haben die Abgeordneten in Belfast die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben abgelehnt – dieses Mal war es aber knapp wie nie.

Das nordirische Parlament hat am Montag mit 49 zu 47 Stimmen gegen einen Antrag der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin gestimmt, der die Gleichstellung von Homo-Paaren im Ehe-Recht fordert. Bei der letzten Abstimmung vor einem Jahr hatten die Ehe-Befürworter noch mit 50 zu 43 Stimmen verloren (queer.de berichtete).

Neben Sinn Féin, das auf europäischer Ebene der Linksfraktion angehört, unterstützten auch Sozialdemokraten, Liberale und Grüne den Antrag, der die Ehe-Öffnung in anderen Ländern begrüßt und die eigene Regierung zum Handeln auffordert. Größte Gegner war die radikalprotestantische Democratic Unionist Party (DUP), die größte Partei in Nordirland.

Die DUP bekämpft seit Jahren LGBT-Rechte, teilweise auch mit derber Rhetorik: So hatte letzte Woche der nordirische Gesundheitsminister Jim Wells mit dem Vorwurf für Aufregung gesorgt, dass Homosexuelle eher Kinder missbrauchten als Heterosexuelle. Er trat kurz vor der Debatte am Montag von seinem Ministerposten zurück (queer.de berichtete).

Bei der Abstimmung zeigten sich auch große Unterschiede zwischen den konfessionell geprägten Parteien: Bei den protestantischen Unionisten gab es bei 53 Abgeordneten nur vier Anhänger der Ehe-Öffnung. Dagegen sprachen sich alle 37 Abgeordneten von katholisch-republikanischen Parteien für die Gleichstellung aus – obwohl die katholische Kirche in den letzten Jahren viel Lobbyarbeit betrieben hat, um die Gleichbehandlung von Homosexuellen zu verhindern.

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DUP verlangt Supermehrheit bei Ehe-Öffnung

Trotz des knappen Ergebnisses war im Vorfeld der Abstimmung klar gewesen, dass der Antrag zur Ehe-Öffnung scheitern würde: Grund war der Wunsch der DUP, die Abstimmung zur "Petition of Concern" zu erklären. Damit war eine Supermehrheit von 60 Prozent und Stimmen aus allen Parteien für eine Verabschiedung notwendig. Diese Regelung war eingeführt worden, damit die Minderheit bei kontroversen Auseinandersetzungen zwischen protestantischen Unionisten und katholischen Republikanern nicht andauernd überstimmt wird. Befürworter der Ehe-Öffnung kritisierten, dass die DUP diese Regelung missbrauche, da die Frage der Gleichbehandlung von Homosexuellen nichts mit dem irisch-britischen Konflikt zu tun habe.

Der DUP-Abgeordnete Peter Weir glaubt, dass Homo-Paare "die Essenz der Ehe" zerstören wollen
Der DUP-Abgeordnete Peter Weir glaubt, dass Homo-Paare "die Essenz der Ehe" zerstören wollen

In der Debatte kritisierte die DUP, dass die Abstimmung überhaupt stattfindet: "Dieser Antrag ist ein Anschlag auf die Ehe als Symbol und Institution. Er ist auch ein Versuch, die Ehe neu zu definieren", erklärte der Parlamentarier Peter Weir. Würden Homosexuelle im Partnerschaftsrecht gleichgestellt werden, würde "die Essenz der Ehe" verloren gehen.

Colm Eastwood von der sozialdemokratisch-katholischen SDLP erklärte in der Debatte: "Es gibt keinen Grund, warum der Norden Irlands der einzige Ort auf diesen Inseln ist, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe verbietet."

Tatsächlich haben bereits jetzt die drei anderen britischen Landesteile – England, Wales und Schottland – die Ehe geöffnet. In der Republik Irland wird am 22. Mai in einem Volksentscheid über die Gleichstellung abgestimmt (queer.de berichtete). Umfragen sagen eine deutliche Mehrheit für die Ehe-Öffnung voraus. (dk)

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Tags: nordirland, großbritannien, irland, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Nordirland: Parlament stimmt erneut gegen Ehe-Öffnung"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
28.04.2015
11:04:24


(+10, 10 Votes)

Von Finn


"Der DUP-Abgeordnete Peter Weir glaubt, dass Homo-Paare "die Essenz der Ehe" zerstören wollen"

Solche Fanatiker stellen einfach immer Behauptungen auf, ohne die auch nur ansatzweise begründen zu können. Bzw. wenn die mal irgendwelche Scheinbegründungen auskramen, kann man die in kürzester Zeit als Lüge oder logisch nicht haltbar widerlegen.


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#2
28.04.2015
11:09:48


(+9, 9 Votes)

Von Julian S


Es ist nicht nur menschenverachtend, Schwule und Lesben zu diskriminieren, sondern es verstößt auch gegen demokratische Grundprinzipien wie den Gleichheitsgrundsatz!


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#3
28.04.2015
11:13:56


(+9, 9 Votes)

Von userer
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Und einmal mehr sind es Christen, diesmal Protestanten, die dreist und offen die Menschenrechte verletzen, um ihre privilegierten Pfründe zu wahren.


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#4
28.04.2015
11:40:48


(+9, 9 Votes)

Von Nico


"Befürworter der Ehe-Öffnung kritisierten, dass die DUP diese Regelung missbrauche, da die Frage der Gleichbehandlung von Homosexuellen nichts mit dem irisch-britischen Konflikt zu tun habe."

Das zeigt wieder mal, dass die Homohasser mit allen schmutzigen Mitteln kämpfen und vor keiner Manipulation zurückschrecken.


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#5
28.04.2015
12:42:56


(+8, 10 Votes)

Von Felix


"So hatte letzte Woche der nordirische Gesundheitsminister Jim Wells mit dem Vorwurf für Aufregung gesorgt, dass Homosexuelle eher Kinder missbrauchten als Heterosexuelle."

Die altbekannte Taktik aller Fanatiker, die ihr Weltbild durchdrücken wollen:

FUD - Fear, Uncertainty, Doubt

Man schürt Ängste, Unsicherheiten und Zweifel und wiederholt das oft genug, damit irgendwas davon hängen bleibt...


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#6
28.04.2015
14:17:05


(-17, 17 Votes)

Von bloody party


Sinn Fein ist partei TERRORistischen Ursprungs und trägt eine menge BLUT auf ihren Händen.

ich würde mich zugrunde schämen, nach dem von so einer partei initiierten gesetz heiraten können.


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#7
28.04.2015
14:24:09


(+11, 13 Votes)

Von timing
Antwort zu Kommentar #6 von bloody party


Nelson Mandela gab Adams den guten Rat:

Die Waffen nicht zu früh aus der Hand geben.

Link zu www.belfasttelegraph.co.uk


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#8
28.04.2015
14:33:05


(+8, 8 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von bloody party


ach überlass das mal den nach freiheit strebenden iren überdenken..
bei allen grausamkeit mit der dieser freiheitskrieg gegenseitig geführt wurde, es neben der tatsache das die kirchen die aufhetztende waren, der nordirlandkonflikt t immer noch ein freiheitskrieg war/ist!

Vieleicht wäre eher ein nachdenken darüber angebracht, wie religion immer noch das verhältnis untereinander vergiftet!
Mittlerweile die okupierenden engländer -protestantisch, ja auch in der zweiten bis vierten generation dort leben.
Einem geeinten irland also nichts im wege läge, ausser dem hass der religioten auseinander.

Da würd ich dem heiratswilligen die rosa brille von der nase ziehen und ihn in den von religionen verursachten dreck drücken..
vieleicht will er ja dann auf kirchliche trauung und absegnungen verzichten..
bei all dem blut, dass die kirchen dort an ihren händen haben.


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#9
28.04.2015
14:46:07


(+6, 8 Votes)

Von doris day
Antwort zu Kommentar #7 von timing


"Young and old side by side fighting day by day."


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#10
28.04.2015
14:55:54


(+7, 9 Votes)

Von stimmt
Antwort zu Kommentar #7 von timing


Ja, Mandela war ein guter und lebenskluger Mensch.

Bild-Link:
RTRNKTO.jpg


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