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Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Wien: Temporäres Homo-Mahnmal eröffnet


Das Mahnmal wird rund ein Jahr am Naschmarkt stehen (Bild: Iris Ranzinger / KÖR GmbH)

Bereits zum vierten Mal eröffnet in Wien ein zeitlich begrenzten Mahnmal, das an die LGBT-Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert.

Am Dienstagnachmittag wurde am Naschmarkt in Wien ein temporäres Mahnmal für homo- und transsexuelle NS-Opfer eingeweiht. Es war von der Schweizer Künstlerin Simone Zaugg entworfen worden.

Das begehbare Mahnmal besteht aus Metall und ist ein labyrinthisches Geländersystem, das stetig höher wird. Wahrgenommen werden kann es "sowohl als metaphorische Zwangsjacke als auch als spielerischer Parcours", erklärte die Wiener Initiative Kunst im öffentlichen Raum (KÖR), die mit Projekten wie dem Homo-Mahnmal öffentliche Flächen beleben will. Die Struktur des Labyrinths erinnere an den "Zwangsapparat der 'Heteronormativität'", die unsere Gesellschaft bis heute präge.

Das Mahnmal trägt den Titel "Raising the bar", was übersetzt das Höherlegen einer Messlatte bedeutet.

Naschmarkt als symbolischer Ort

Der Naschmarkt als größter innerstädtischer Markt sei bewusst für das Projekt ausgewählt worden, erklärte der sozialdemokratische Bezirksvorsteher (Bezirksbürgermeister) Markus Rumelhart: "Anders als bei den jüdischen Opfern, die aus ihren Wohnungen gezogen wurden, gab es bei der Verfolgung von Homosexuellen eine andere Art des Zugriffs", so Rumelhart gegenüber dem ORF. "Hier war es vor allem der Verrat von Bekannten an Orten, die als Treffpunkt galten, und in der umliegenden Lokalszene, wie der Naschmarkt."

Das Mahnmal wird noch bis zum Frühjahr 2016 auf dem Platz stehen. Danach muss es im Zuge der Sanierung des Platzes wieder abgebaut werden.

Seit mehreren Jahren fordern LGBT-Aktivisten ein permanentes Mahnmal für die homosexuellen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bereits im vergangenen Jahr hatte es eine Fachkonferenz zum Thema gegeben, erste Ergebnisse sollen im Juni präsentiert werden.

Bereits zuvor hatte es an verschiedenen Orten in Wien temporäre Mahnmale für homosexuelle NS-Opfer gegeben. Sie trugen die Titel "Mahnwache", "Zu spät" und "Schwule Sau". In alle vier Mahnmale investierte die Stadt bislang 140.000 Euro. (dk)



#1 Thomas BrunnerAnonym
#2 AlexAnonym
  • 29.04.2015, 07:50h

  • Wieso nur temporär?

    Wenn das jetzt das vierte temporäre Mahnmal ist, sollte man vielleicht mal nachdenken, wo ein dauerhaftes hinkommen sollte...
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#3 Homonklin44Profil
  • 29.04.2015, 20:48hTauroa Point
  • Wenn so oder so von einer Sanierung des Platzes die Rede ist,welche Gelegenheit wäre einfacher,als die Errichtung eines dauerhaften Mahnmals hier mit einzubinden?
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