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Die Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln bietet 1.500 Gläubigen Platz (Bild: 30845644@N04 / flickr / by-sa 2.0)

In der Şehitlik-Moschee hat ein bereits zwei Mal abgesagtes Treffen zwischen LGBT-Vertretern und Muslimen stattgefunden. Im Vorfeld war die Veranstaltung geheim gehalten worden.

Am Dienstagabend hat eine Gruppe von 13 Vertretern von LGBT-Organisationen die Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln besucht, um mit den Gläubigen in einen Dialog zum Thema Homo- und Transsexualität zu treten. Das Treffen wurde von Daniel Worat organisiert, Vorstand beim Bundesverband schwuler Führungskräfte (Völklinger Kreis) sowie im Verein Leadership Berlin.

Der Besuch der Moschee war im Vorfeld nicht öffentlich angekündigt worden. Grund sind Auseinandersetzungen aus dem Vorjahr: Damals war zwei Mal in Folge eine Veranstaltung mit LGBT-Aktivisten im muslimischen Gotteshaus von der Moscheeleitung abgesagt worden. Das führte auch zu erheblichen Verstimmungen, Moscheechef Ender Çetin und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg bezichtigten sich gegenseitig der Lüge (queer.de berichtete).

Organisator Worat erklärte am Donnerstag gegenüber queer.de, dass der LSVD über das aktuelle Treffen nicht informiert worden sei. Grund: Der Verband habe keinen Alleinvertretungsanspruch für die Community und sei ohnehin eher für "laute Töne" gut, hier gehe es aber eher um einen leisen Dialog.

Homosexualität als "große Sünde" angesehen

Worat lobte die freundliche Atmosphäre und die offenen Gespräche in dem dreistündigen Treffen. Allerdings seien manche Aussagen über Homo- und Transsexuelle schwer zu ertragen gewesen. So sei auch betont worden, dass laut der konservativen Auslegung des Korans in dieser Moschee Homosexualität als "große Sünde" angesehen werde.

Nun soll im Rahmen von Leadership Berlin eine Dialogreihe mit mehreren Moscheen in und um Berlin durchgeführt werden. "Wir hoffen, dass Moscheen jetzt auch auf uns zukommen", so Worat.

Kritik am Dialog insbesondere aus der Türkei

Im Vorfeld der letzten beiden Absagen hatte es vor allem Kritik aus der Türkei an dem geplanten Dialog gegeben. In Zeitungen wurde etwa kritisiert, dass "anormale Homosexuelle" in ein Gotteshaus eingeladen werden würden. Da die Şehitlik-Moschee Teil der DITIB ist – einem de facto staatlichen türkischen Moscheeverein in Deutschland – ist die Stimmung in der Türkei ein wichtiger Faktor. Die DITIB, der mehr als ein Drittel aller deutschen Moscheen unterstehen, lehnt bislang einen Dialog mit Homosexuellen ab. (dk)



#1 PelayoProfil
  • 29.04.2015, 16:50hBerlin
  • "- ist die Stimmung in der Türkei ein wichtiger Faktor. "

    Interessant, dass in der Türkei über die Haltung zur Homosexualität in Deutschland entschieden wird.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 29.04.2015, 17:02h
  • "Der Verband habe keinen Alleinvertretungsanspruch für die Community und sei ohnehin eher für "laute Tönen" gut, hier gehe es aber eher um einen leisen Dialog."

    Wie bitte?

    Was ist denn an der Betonung von bürger- und menschenrechtlichen Selbstverständlichkeiten LAUT?

    Im übrigen ist die Migrantenarbeit des LSVD sehr professionell.

    Es gehört aber 2015 nicht mehr zur Migrantenarbeit, sich von ewiggestrigen Religionsführern beleidigen zu lassen.

    Der Orient fängt übrigens schon in Bayern an. Sogar in der bayerischen SPD.

    www.kathnews.de/spd-politiker-dr-albert-schmid-befuerwortet-
    kardinal-muellers-klare-position-zur-ehelehre
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#3 DefragmentierungEhemaliges Profil
  • 29.04.2015, 17:05h
  • Religion, DER Krebs der Zivilisation muss bekämpft werden, nicht gesellschaftlich aufgewertet.

    Dass sich allerdings diese steinzeitkapitalistische und neoliberale Gruppe "Völklinger Kreis" aufmacht, um das Unterdrückungsinstrument Verdummung, hier in Gestalt von magischen Firlefanz und Hass, vor dem nötigen und glücklicherweise fortschreitenden Verdrängen in das gesellschaftliche Aus zu bewahren, passt zu diesem suspekten rechten Verband.

    Niemanden mit Verstand interessiert es, was die Theo-Faschisten in ihren Tempeln aus dem Kaffeesatz lesen. Am allerwenigsten ihre Opfer in den Strassen.
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#4 AllahsDienerAnonym
  • 29.04.2015, 17:31h
  • Homosexualität ist nun mal laut Islam eine Sünde. Das bedeutet aber nicht, dass ein Homosexueller kein Muslim sein kann oder dass jeder Homo direkt ins Dschahannam geht. Allah ist sehr barmherzig und vergebend.
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#5 Nein DankeAnonym
  • 29.04.2015, 17:46h
  • Sorry, aber wenn das schon zwei mal abgesagt wurde und jetzt nur heimlich stattfinden kann, hätte ich das gar nicht gemacht.

    Wir müssen nicht jedem hinterherlaufen.

    Und wir haben es ganz sicher nicht nötig, uns irgendwo heimlich zu treffen und uns zu verstecken, als wären wir Aussätzige...
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#6 allah hoppAnonym
#7 DefragmentierungEhemaliges Profil
  • 29.04.2015, 17:59h
  • Antwort auf #4 von AllahsDiener
  • "Allah ist sehr barmherzig und vergebend."

    Wieso? Weil Dir eingeredet wurde, dass Du nach Deinem Tode 72 Mädchen vergewaltigen darfst? Ich kotze gleich!

    Erzähl das denen, die an Euren Baukränen hängen. Du kannst Deinem Hass so viele Phantasienamen geben wie Du magst: Allah, Mohammed, Jesus, Maria, Bibi Blocksberg: Es ist und bleibt Deine menschenverachtende Horror-Phantasie. Ekelhaft, Dein Zynismus, einfach nur ekelhaft.
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#9 goddamn liberalAnonym
#10 GeorgGAnonym
  • 29.04.2015, 18:20h
  • Nach jahrzehntelanger Erfahrung mit kirchlichen Emanzipationsgruppen kann ich folgendes sagen: Man wird von den einzelnen Kirchen bzw Religionsgemeinschaften nur gehört, wenn man von innen(!) heraus argumentiert. So können z.B. baptistische Schwule nicht in eine katholische Kirchengemeinde gehen und den Leuten dort etwas über Homosexualität erzählen wollen.
    Umgekehrt ist es genau so: Katholische Schwule würden in einer Baptistengemeinde nicht ernst genommen. Diesen Grundsatz kann man auch auf Christen und Moslems übertragen. Wenn also eine Gruppe von Nicht-Moslems unter Leitung von Daniel Worat in die Sehitlik-Moschee kommt und den Moslems etwas über Homosexualität erzählen will, so werden diese bestenfalls höflich zuhören, innerlich werden aber die Klappen herunter gelassen. Es ist also oberste Regel, dass es schwule Moslems sind (in diesem Fall sogar nur sunnitische Moslems), die den Moscheebesuchern etwas über Homosexualität erzählen. Wenn man nicht genügend offen schwule Moslems hat, kann man das Projekt vergessen und muss auf bessere Zeiten hoffen.
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