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  • 01.05.2015           13      Teilen:   |

Neue Tech-Community

Bunte Techiewelt statt "Männlich, weiß, hetero"

Artikelbild
Alle zwei Monate treffen sich die "Unicorns in Tech" in wechselnden Tech-Unternehmen - Einhörner sind immer dabei

Das neue Netzwerk "Unicorns in Tech" bringt Lesben und Schwule mit Start-ups, etablierten Unternehmen und Investoren aus der Tech-Branche zusammen.

Von Elke Koepping

Um die Vielfalt in der Tech-Branche ist es nach wie vor schlecht bestellt: Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2014 sind dort in Deutschland ganze 14 Prozent Frauen beschäftigt, in US-Firmen sieht es nicht anders aus.

Berichte über Sexismen in Silicon-Valley-Unternehmen, über Hasskampagnen im Internet gegen Frauen in Techberufen sind zur Zeit viele zu finden, #Gamergate ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Hashtag steht mittlerweile, so weiß Wikipedia zu berichten, für einen regelrechten Kulturkampf in Sachen Diversität und soziale Identität in der Gamerkultur. Gezielt werden feministische, sozialkritische und progressive Stimmen der Szene in einer dicken Brühe aus Beschimpfungen und Vorurteilen ertränkt.

Was eine solche Hasskultur mit Menschen aus der LGBTIQ-Szene macht, die in Techberufen arbeiten, liegt auf der Hand.

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Stuart Cameron: "Proud Companies Hire Unicorns"

Stuart Cameron, der sich mit der Karrieremesse "Sticks & Stones" einen Namen gemacht hat, hofft auf 1.000 registrierte Mitglieder - Quelle: privat
Stuart Cameron, der sich mit der Karrieremesse "Sticks & Stones" einen Namen gemacht hat, hofft auf 1.000 registrierte Mitglieder (Bild: privat)

"Männlich, weiß, hetero", so beschreibt Stuart Cameron die Tech- und Start-up-Branche. Er arbeitet mit seinem Team aktiv daran, das zu ändern. Stuart gründete im Jahr 2011 die schwul-lesbische Karrieremesse "Milk", die seit zwei Jahren unter dem Label "Sticks & Stones" läuft (queer.de berichtete).

"Ich hab während meiner Ausbildungszeit gemerkt, dass ich sehr gerne für ein Unternehmen arbeite, in dem ich mich nicht verstecken muss. Das kotzt mich richtig an, wenn ich in einem Unternehmen nicht privat sein kann. Das funktioniert nur, wenn man ein Roboter ist." Daraus entstand für ihn die Idee einer Jobmesse, in der sich offene Unternehmen präsentieren. "Es geht um die Situation bei der Arbeitsplatzsuche, in der ich mich nicht ständig outen muss, sondern in der die Unternehmen das tun, indem sie bewusst zeigen, dass sie auf alle ihre Mitarbeiter stolz sind, ausnahmslos. Was mehr bedeutet als nur Akzeptanz zu zeigen."

Heute gehört die "Sticks & Stones" zu den größeren und bekannten Karrieremessen mit rund 2.500 Besucherinnen und Besuchern. "Worauf ich besonders stolz bin, ist, dass sich Unternehmen bei uns bewerben müssen. Wir sind die einzige Messe, bei der das der Fall ist."

Bei PR-Aktionen für die Messe auf einem Start-up-Event merkte Cameron, dass Besucherinnen und Besucher an ihrem Stand, der mit einem Einhorn-Plakat und dem Slogan "Proud Companies Hire Unicorns" warb, sehr schnell vorbeigingen, wenn sie beim Lesen von der Überschrift zur Unterzeile gelangt waren: "Für Schwule, Lesben, Heteros". Das gab ihm zu denken. "Wir dachten eben, in der Start-up-Szene sind alle ganz tolerant und progressiv."

So entstand die Idee, Start-ups aus der Tech-Branche mit "Unicorns", also mit Queers, Heteros und allen, die in keine Schublade passen, aus dem Techbereich zusammen zu bringen – die Idee zum Netzwerk "Unicorns in Tech" war geboren.

Durch die Vorarbeit mit der "Sticks & Stones" hatte Stuart Cameron schon jede Menge Kontakte in die Techszene, Netzwerke, auf die er aufbauen konnte. Gerade Berlin gilt als Mekka der Gründerszene – wer hier durchstartet, hat es nicht mehr weit ins Silicon Valley.

Softwareentwicklerinnen treffen Leute aus der Gamer-Branche

Logo der "Unicorns in Tech"
Logo der "Unicorns in Tech"

2014 starteten die ersten "Unicorns in Tech"-Events, Treffen auf zweimonatlicher Basis, die jedes Mal von einer anderen Techfirma ausgerichtet werden. Diese sorgt für Verköstigung und lädt jeweils zwei Vortragende aus anderen interessanten Techfirmen dazu, die von ihrer Arbeit berichten.

Englisch ist ebenso selbstverständlich Vortragssprache wie sie unter den meisten Teilnehmenden dominiert – die Szene ist international. Bei den Treffen kommen um die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, die Mischung der vertretenen Berufe bunt: von Leuten aus der Games-Branche, die in Berlin boomt, über Beschäftigte in der Marketingabteilung eines größeren Internetanbieters bis hin zu Leuten aus der Kreativszene und Softwareentwicklerinnen und -entwicklern.

Neben der Möglichkeit, zwanglos mit queeren Menschen aus unterschiedlichen Ecken der Welt und des Marktes zu plaudern, erlauben die Treffen Einblicke in die jungen oder auch schon etablierten Tech-Unternehmen, die als Gastgeberinnen für die "Unicorns in Tech"-Treffen fungieren. So richteten u.a. SAP in Potsdam, Soundcloud und die Games-Firma Wooga ein Treffen aus.

Knapp 1.000 "Freunde" hat die Gruppe auf Facebook, rund 500 davon registrierte Mitglieder, Tendenz steigend. Die Mitgliedschaft ist übrigens kostenfrei, bis zur anvisierten Zwischenzielmarge von 1.000 registrierten Mitgliedern. Ein bisschen was hat Stuart Cameron also noch vor sich…

Ausweitung auf ganz Deutschland geplant



Langfristig will er das Konzept ausweiten und deutschlandweit etablieren. So gab es Ende 2014 eine gemeinsame Veranstaltung mit den "Lesbians in Tech" in den USA, und ein Treffen in Hamburg ist für September 2015 in Planung. Camerons Idee ist es, mehr Sichtbarkeit zu schaffen, indem LGBTs in die Unternehmen hineingehen. "Die Unternehmen sollen lernen, positiv mit dem Thema Diversität umzugehen, die sollen sich direkt damit auseinandersetzen und nicht immer nur nach außen versichern, dass sie kein Problem damit haben."

Dezidiert geht es den "Unicorns in Tech" um Inklusion, das heißt: Heteros sind willkommen. "Das ist ganz, ganz wichtig. Ich will ja umgekehrt auch keine Heterowelt, in der ich nicht willkommen oder eingeladen bin. Die Allgemeinheit soll sich mit dem Thema auseinandersetzen. Das schaff ich nicht, wenn ich immer nur in der eigenen Community bleibe."

Das ambitionierteste Ziel für 2015 hat Stuart Cameron mit seinem Team 2015 schon angeschoben: eine Kooperation mit der Netzkonferenz Re:publica in Berlin und ein ganzer Konferenztag im Rahmen eines eigenen Unicorns-Festivals. Das "Unit"-Festival wartet am Freitag, den 8. Mai mit zahlreichen internationalen Vorträgen aus dem Techieversum auf. Daneben gibt es jede Menge künstlerische Live-Acts: Musik, Konzerte, Performances.

Langweilig wird der Tag sicher nicht. Und wer ohnehin einen Besuch bei der Re:publica plant, könnte die Netzweltwoche dort auf höchst vergnügliche und diverse Art und Weise ausklingen lassen.

  Termine
Das 7. "Unicorns Get-Together" findet am 5. Mai um 18 Uhr im Rahmen der Re:publica statt. Tickets sind kostenlos online buchbar – die Besuchenden brauchen kein Ticket der Re:publica, um reinzukommen. Mit dabei: Klaas Flechsig von Google Germany und Asta Dittes von Crosscut.Media.

Tickets für das 1. Unit-Festival ("The World's First Queer Tech Festival") am 8. Mai in Berlin gibt es auf unit-festival.com. Für Mitglieder von "Unicorns in Tech" kostet der Zugang zur Tagung 30 Euro, für Gäste 60 Euro.

Die nächsten Events der "Unicorns in Tech" finden am 13. Juni auf der Karrieremesse Sticks & Stones und am 17. Juli beim Start-up-Inkubator hub:raum in Berlin statt. Am 25. September sind die Unicorns in Hamburg zu Gast. Einen kompletten Terminkalender gibt es auf der Homepage.
Links zum Thema:
» Webseite der "Unicorns in Tech"
» Fanpage auf Facebook
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Tags: unicorns in tech, tech-branche, start-up, stuart cameron, sticks & stones, unit-festival, re:publica
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Reaktionen zu "Bunte Techiewelt statt "Männlich, weiß, hetero""


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
01.05.2015
09:06:38


(+7, 7 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Hab mir die Seiten kurz angesehen und wieder verlassen. Es nervt, wenn sich alles in diesem seltsamen Denglisch anbiedert.


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#2
01.05.2015
11:30:13


(-5, 9 Votes)

Von Klaro


An und für sich eine begrüßenswerte Initiative.
Wenn aber zwei schwule Bewerber für eine Stelle gleich gut geeignet sind, wird immer derjenige die Stelle bekommen, der dem Geschäftsinhaber am besten gefällt, in der Regel der jüngere.


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#3
01.05.2015
11:53:52
Via Handy


(+2, 8 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von Klaro


Neidisch?


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#4
01.05.2015
14:13:00


(+3, 3 Votes)

Von Willie


Endlich passiert was!


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#5
01.05.2015
15:11:39


(+2, 4 Votes)

Von Willie


Ziemlich dümmlicher Kommentar. Der Leiter ist Ami und in der Branche ist Englisch business Sprache, weil viele Firmen international besetzt sind.


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#6
01.05.2015
16:22:42


(-1, 9 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #2 von Klaro


Angegraute Klemmschwestern sind nunmal nicht so beliebt. Ausserdem geht es bei diesen Messen ja nicht nur um Schwule.


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#7
01.05.2015
16:59:30
Via Handy


(-1, 3 Votes)

Von Aragon2000
Antwort zu Kommentar #5 von Willie


"ist Englisch business Sprache"

@ Willie

Genau solche Sätze wurden ja bemängelt :)

Entweder! Englisch oder Deutsch.

Dann eben Englisch. Sollte ja für solche Arbeitsplätze sowieso eine Vorraussetzung sein.


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#8
01.05.2015
18:06:55


(+2, 4 Votes)

Von Merlinn
Antwort zu Kommentar #2 von Klaro


Wenn zwei schwule Bewerber für eine Stelle gleich gut geeignet sind, wird immer derjenige die Stelle bekommen, der noch etws schwuler ist, sprich Tunte vor Klemmschwester. Ist doch ganz einfach.

Das schwulenpolitische Engagement und der Einsatz für die Gleichberechtigung sollte auch ein Bewertungsmaßstab sein, da trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen.


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#9
01.05.2015
19:56:13


(-1, 7 Votes)

Von Lebenskuenstler
Aus Berlin
Mitglied seit 10.10.2014


Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass dieses "STATT männlich, weiß, hetero" letztendlich nur eine neue Art der Diskriminierung ist.
Aus der neuen "Buntheit" wird offenbar schon wieder ausgeschlossen. Hoffentlich steht da nicht eines Tages "STATT männlich, weiß, schwul....." usw.


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#10
02.05.2015
08:49:14


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear
Antwort zu Kommentar #9 von Lebenskuenstler


Die armen Heten, die von uns pausenlos diskriminiert werden, tun mir aber sowas von leid...

Damit sie sich noch besser gegen unseren Minderheitenterror wappnen können, hat der zaunfink kürzlich einen Leitfaden herausgegeben:

Link:
derzaunfink.wordpress.com/2015/04/15/antilopen-die
-loewen-fressen/


Nach Durcharbeiten dieser elf Lektionen geht's ihnen bestimmt gleich viel besser. Man sorgt sich ja schließlich um die arme, entrechtete Mehrheit und hat eine gewisse Fürsorgepflicht.


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