Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 05.05.2015           62      Teilen:   |

Reform des kirchlichen Arbeitsrechts

Katholische Kirche will weniger Schwule und Lesben feuern

Artikelbild
Die Amtskirche wird homofreundlicher, allerdings wird es noch eine Weile brauchen, bevor die Regenbogenflagge gehisst werden kann (Bild: Kay Rhodes / flickr / cc by-sa 2.0)

Eine Verpartnerung soll für Kirchenangestellte nicht mehr automatisch die Kündigung bedeuten. Allerdings beharrt die Kirche auf ihrem Recht, Schwule und Lesben zu diskriminieren.

Die katholische Bischofskonferenz hat am Dienstag in Bonn angekündigt, dass in kirchlichen Betrieben angestellte verpartnerte Schwule und Lesben sowie wiederverheiratete Heterosexuelle nicht mehr zwangsläufig gefeuert werden. Demnach ist eine Verpartnerung – ebenso wie die erneute standesamtliche Heirat bei Heterosexuellen – nur noch dann als schwerwiegender Loyalitätsverstoß zu werten, "wenn dieses Verhalten nach den konkreten Umständen objektiv geeignet ist, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beeinträchtigen."

Bislang mussten Homosexuelle immer mit ihrer Entlassung rechnen, wenn sie eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Erst im letzten Monat sorgte der Fall einer lesbischen Hortleiterin in Oberbayern für Aufregung, die wegen einer Verpartnerung ihren Hut nehmen musste (queer.de berichtete). Die Diskriminierung gegen Schwule und Lesben trifft dabei alle Arbeitsbereiche: So wurde in Nordrhein-Westfalen sogar eine Putzfrau in einem katholischen Kindergarten gefeuert, weil sie sich verpartnert hatte (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


Diskriminierung weiter erlaubt

Die Kirche beschäftigt derzeit über 700.000 Angestellte in Deutschland. Die meisten dieser Arbeitsplätze werden teilweise oder ganz aus Steuergeldern und anderen allgemeinen Abgaben bezahlt. Dennoch haben diese Mitarbeiter weniger Rechte – so können sich Schwule und Lesben etwa nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz diskriminiert oder gekündigt werden.

Die Neuregelungen unterliegen mehreren Einschränkungen. Bei bestimmten Berufsgruppen, etwa Gemeindereferenten oder Lehrern, haben Schwule und Lesben weiterhin einen schweren Stand, da dort "erhöhte Loyalitätserwartungen" herrschten – hier sollten schwule oder lesbische Mitarbeiter ihre sexuelle Orientierung weiterhin geheim halten. Außerdem ist der Beschluss nur eine Empfehlung: Die Bischöfe der 27 Diözesen müssen die Neuregelung ausdrücklich in Kraft setzen und im Kirchlichen Amtsblatt veröffentlichen. Tun sie das nicht, gilt die alte Regelung weiter.

LSVD begrüßt "erfreuliches Zeichen"

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte die Veränderungen als positiven ersten Schritt: "Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass die in letzter Zeit erfolgten geführten Dialoge offenbar zu einem gewissen Einsehen geführt haben", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. Dazu habe aber offenbar auch beigetragen, dass die bisherige Kündigungspraxis der katholischen Kirche immer wieder zu heftiger Kritik geführt habe und dadurch auch die staatliche Finanzierung in der Öffentlichkeit in Frage gestellt wurde.

Tatsächlich hätte die Kirche das Recht, Homosexuelle nach Gutdünken zu diskriminieren: Erst im November letzten Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die katholische Kirche "Sündern" kündigen darf, auch wenn ihre Arbeit von Steuergeldern finanziert wird (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 62 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 264             6     
Service: | pdf | mailen
Tags: katholische kirche, arbeitsrecht
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Katholische Kirche will weniger Schwule und Lesben feuern"


 62 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
05.05.2015
17:53:29


(+11, 13 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Von einer derart lächerlichen Wischiwaschi-Lösung lasse ich mich überhaupt nicht beeindrucken - im Gegenteil ist dies meiner Meinung nach lediglich eine bewusste Augenwischerei und Teil der üblichen Verblödungstaktik mit einem Anstrich von Pseudomodernisierung.

Da es sich maximal um eine "Kann-Möglichkeit" handelt, lässt sie nach wie vor jeden denkbaren Spielraum zur Diskriminierung zu und hält der Willkür nach wie vor alle Türen offen.

Ich sehe für denkende, selbstbewusste Menschen nur einen sinnvollen und richtigen Weg: sofern sie dieser verlogenen, selbstsüchtigen Sektenorganisation nicht schon längst den Rücken gekehrt haben, bleibt als folgerichtiger Schritt nur der Austritt als vernünftigste Waffe gegen die Unmenschlichkeit und den (religions-)wahnbedingten Schwachsinn.

Link:
www.kirchenaustritt.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
05.05.2015
17:59:17
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von Alex


Ach wie gnädig... "weniger".

Diskriminierung bleibt Diskriminierung. Da gibt es kein weniger Diskriminierung.

In einer Demokratie sollte keine einzige Person aufgrund ihrer sexuellen Orientierung entlassen werden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
05.05.2015
18:02:23
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Felix


"Allerdings beharrt die Kirche auf ihrem Recht, Schwule und Lesben zu diskriminieren."

Damit zeigt die Kirche, dass sie verfassungsfeindlich ist und außerhalb der Demokratie steht.

Dann wird es höchste Zeit, ihnen die Diskriminierung gesetzlich zu verbieten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
05.05.2015
18:11:57


(+13, 15 Votes)

Von Timon


>> LSVD begrüßt "erfreuliches Zeichen"

Was soll denn daran bitteschön ein "erfreuliches Zeichen" sein?

Die Kirche will nur ein Minimum machen, um entsprechenden Gerichtsurteilen zu entkommen. Aber gleichzeitig verlangen sie weiterhin das grundsätzliche Recht auf Diskriminierung.

Das ist kein erfreuliches Zeichen, sondern die altbekannte Trickserei der Fanatiker.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
05.05.2015
18:12:19


(-4, 14 Votes)

Von Markus44


Es ist ein kleiner Fortschritt bei der Katholischen Kirche, wie ich finde.

Nur in dieser Kirche ("nicht in evangelischen Landeskirchen der EKD oder in der altkatholischen KIrche") gab es bisher immer in Deutschland eine arbeitsrechtliche Kündigung bei Eingehen einer Lebenspartnerschaft am Standesamt.

Nunmehr ist das Eingehen einer standesamtlichen Lebenspartnerschaft kein genereller Kündigungsgrund mehr, ausser wenn man als Pastoralreferent, katholischer Religionslehrer, katholischer Theologieprofessor oder Gemeindehelfer tätig ist.

Wenn man aber als Putzhilfe, Kindergärtner, Krankenpfleger, Altenpfleger, Büroschreibkraft, Hausmeister, Friedhofsgärtner, Kirchenmusiker oder Arzt am katholischen Krankenhaus tätig ist, ist man künftig auf der sicheren Seite, wenn man am Standesamt eine Lebenspartnerschaft eingeht. Man sollte gleichwohl aber auch dann, seinen Partner, den man geheiratet hat, besser nicht mit zum Pfarrfest mitbringen, wie mir scheint, d.h. man sollte seinen Lebenspartner nicht mit zum Arbeitsplatz mitnehmen: dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

-------------

Gleichwohl ist es eine Schande, das die römisch-katholische Kirche das Eingehen einer Lebenspartnerschaft weiterhin bei Pastoralreferenten, bei katholischen Religionslehrern oder auch bei katholischen Theologieprofessoren als Kündigungsgrund bewertet.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
05.05.2015
18:21:12


(-8, 14 Votes)

Von Markus44


"etwa Gemeindereferenten oder Lehrern, haben Schwule und Lesben weiterhin einen schweren Stand, da dort "erhöhte Loyalitätserwartungen" herrschten hier sollten schwule oder lesbische Mitarbeiter ihre sexuelle Orientierung weiterhin geheim halten."

---> Das ist so in bezug auf "Lehrer" nicht richtig. Gemeint sind vielmehr katholische RELIGIONSLEHRER, denn Ihnen wird die "missio canonica" erteilt.

Verpartnerte Mathe, Sport-, Physik-, Deutsch- oder Geschitslehrer haben künftig an einer Schule in katholischer Trägerschaft nichts mehr arbeitsrechtlich zu befürchten: sie sollten nur besser auch künfitg ihren Lebenspartner nicht mit zum Schulfest oder in das Lehrerzimmer, d.h zum Arbeitsplatz, mitbringen.

Daher insofern ist Euer Artikel leider ungenau, denn es geht um die "missio canonica" bei katholischen Religionslehrern, bei den anderen Lehrern der anderen Fachrichtungen wird künftig nicht mehr gekündigt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
05.05.2015
18:21:25


(+10, 12 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #3 von Felix


Dafür müsste das AGG geändert werden - bisher erlaubt das ja Religionsgemeinschaften explizit die Diskriminierung (was übrigens eine Pervertierung des ursprünglichen Gedankens eines Antidiskriminierungsgesetzes ist).

Aber Union und SPD haben ja schon mehrfach deutlich gesagt, dass das mit ihnen nicht zu machen ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
05.05.2015
18:48:21


(+13, 13 Votes)

Von Meinrad
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 10.03.2015


Wer sich diese Überschrift ausgedacht hat, scheint auch Probleme mit dem Denken zu haben: Wo, bitteschön, sagt oder schreibt Kirche, das sie "weniger Schwule oder Lesben feuern will"? De facto hat sich gar nichts geändert - es kann immer noch munter drauflos gekündigt werden. Wann kündigt der Staat endlich die Sonderregelungen der Kirchen auf? Hier muss eine ganz klar Trennung her.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
05.05.2015
18:48:59


(+9, 13 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Irgendwie bin ich diese ständigen Meldungen leid, die vortäuschen, daß sich bei den Religioten etwas zum Besseren bewegt.
Das sind irre Menschenhasser und Punkt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
05.05.2015
18:50:18
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da stellt die Bischofs-konferenz gnädigerweise ein paar Krümel in Aussicht, und der LSVD springt jubilierend im Kreis.
ISMIRSCHLECHT


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234567  vor »


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Linke NRW: Schulden machen für LGBTI-Akzeptanz US-Politiker wirbt mit Dragqueens Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul Italien: Zwei Ex-Nonnen lassen sich verpartnern
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt