Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2372
  • 04. Februar 2005, noch kein Kommentar

Juice Newton galt Anfang der 80er Jahre dank "Angel Of The Morning" als Top-Star in den USA. Zwei ihrer Hit-Alben gibt es nun wieder auf CD.

Von Jan Gebauer

Die Kunst, Country mit Pop und Rock so zu verbinden, dass daraus eine für alle Mainstream-Fans bekömmliche Mischung entsteht, haben nicht erst Shania Twain oder Faith Hill erfunden. Nein, in den 80er Jahren gab es mit Juice Newton eine mindestens ebenso talentierte Sängerin, die das ganze Jahrzehnt als starke Hitmacherin in den Pop- und besonders den Country-Charts galt. Mit den beiden Titeln "Angel Of The Morning" (Cover des 60s-Hits von Merrilee Rush) und "Queen of Hearts" stand sie 1981 auch wochenlang in den deutschen Charts. Ihr beiden Top-Alben "Juice" (1981, Platin-Auszeichnung für über eine Millionen verkaufter Platten in den USA) und "Quiet Lies" (1982, Gold-Auszeichnung für über eine halbe Millionen Platten) gelten auch heute noch als Meilensteine des Country-Pops. Dem kleinen australischen Label Raven Records ist es zu verdanken, dass die Perlen nun auf einer CD erhältlich sind – digital überarbeitet im glasklaren Sound! Die 21 Titel (inklusive eines Bonus-Tracks, einer nur als Single erschienenen Cover-Version von Bonnie Tylers "It's a Heartache", 1978) belegen nachdrücklich, warum Juice Newton seinerzeit so erfolgreich war.

"Juice/Quiet Lies" bietet frische Pop-Melodien mit Country- und streckenweise 60s-Charme, die sich nach wiederholtem Anhören als unwiderstehliche Ohrwürmer entfalten. Dabei pendelt Juice zielsicher zwischen First-Class-Balladen wie "Shot Full of Love", "Break It To Me Gently" oder "The Sweetest Thing (I've Ever Known)" und flotten Uptempo-Granaten wie "Heart of The Night", "Love's Been a Little Bit Hard On Me" oder "Trail of Tears". Daneben bestehen auch ausgezeichnete Cover-Versionen wie "Country Comfort" (Original von Elton John, auch bekannt von Rod Stewart), das immens ausdrucksstark gesungene "I'm Gonna Be Strong" (von Frankie Laine, erstklassig auch von Cyndi Lauper) und "All I Have To Do Is Dream" (von den Everly Brothers). Produzent Richard Landis (Lorrie Morgan, Vince Gill, Neil Diamond) lässt Juice Newton viel Freiraum, um ihre leicht rauchige Stimme voll zu entfalten (erinnert manchmal an Laura Branigan). Arrangeur Charles Calello verantwortete das 60er Jahre Flair, wohl aufgrund seiner Erfahrung mit den Four Seasons. Der Geheimtipp stammt aus dem zweiten Album "Quiet Lies", "Adios mi corazon" eine wunderschöne mit spanischen Vokabeln angereicherte Bombast-Schnulze.

Portrait:

Juice Newton wurde als Judy Kaye Cohen am 18. Februar 1952 in Lakehurst (New Jersey) geboren. Im Kalifornien gründete sie 1971 mit dem Texaner Otha Young die Band Dixie Peach. 1972 komplettierte Tom Kealey das Trio, das sich in Silver Spur umtaufte und als Cover-Band in Kneipen gastierte. 1975 winkte der Band, die nun als Juice Newton & Silver unterwegs war, der erste Plattenvertrag mit RCA Records. Der nächste folgte bei Capitol, nachdem zwei LPs mit einer prägnanten Mischung aus Country, Folk und Rock nicht den erhofften Erfolg gebracht hatte. Das Album "Come To Me" (1978) war zwar wieder kein kommerzieller Erfolg, jedoch ein kreativer Höhenflug dank erstklassiger Songs wie "Good Luck Baby Jane", "Fire Down Below" (beide von Bob Seger) oder "Wouldn't Mind The Rain". Ab 1978 veröffentlichte Juice ihre Platten Solo und nach ersten Mini-Hits in den Country-Charts konnte sie ab 1981 für drei Jahre auch viele große Erfolge in den Pop-Charts feiern (siehe oben). In den Country-Charts war sie bis Ende der 80er Jahre überaus erfolgreich und landete ein halbes Duzend Nummer-Eins-Hits. Heute lebt Juice mit ihrer Familie in San Diego und veröffentlicht seit Ende der 90er Jahre wieder regelmäßig (nicht sonderlich erfolgreiche) Platten und geht in Amerika auf Tour.

4. Februar 2005