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Die JVA Freiburg (Bild: Taxiarchos228, wiki commons, by 3.0)

Rund 70 Insassen stören sich einem Zeitungsbericht zufolge an einem angeblich schwulen Mitarbeiter der Gefängnisküche.

In der Justizvollzugsanstalt Freiburg verweigern offenbar 70 Häftlinge aufgrund von Homophobie die Nahrungsaufnahme. Das berichtete die "Badische Zeitung" am Freitag.

Demnach habe der Hungerstreik am 1. Mai mit zunächst 40 Insassen begonnen. Bei ihnen soll es sich überwiegend um Russlanddeutsche handeln. Als Grund für den Streik hätten die Häftlinge gegenüber der JVA-Leitung angegeben, dass in der Gefängnisküche ein schwuler Mann arbeite. Der Zeitung sagte hingegen ein Häftling, es gebe Bedenken über die Hygiene in der Küche.

Ob hier "besorgte Häftlinge" wirklich eine Art "Hungerstreik für alle" durchführen, ist also offen. Weitere Aussagen und Meldungen zu den Gründen des Hungerstreiks liegen bislang nicht vor, es könnte auch mehrere Gründe für die Unzufriedenheit der Insassen geben.

"Nach unserer vorläufigen Einschätzung könnte es sich um eine Machtdemonstration handeln", sagte ein Sprecher des Justizministeriums der Zeitung. Laut dem Bericht werden die Häftlinge ärztlich begleitet. Es läge bislang aber keine Notsituation vor und es sei auch nicht ausgeschlossen, dass sie über andere Wege an Nahrung kämen.

 Update  23.20h: Konkretisierung
In einem neuen Bericht der "Badischen Zeitung" heißt es, die Hungerstreikenden "protestierten dagegen, dass ein homosexueller Häftling in der Küche arbeite".

 Update  9.5., 11.50h: Streik wird beigelegt
Laut SWR wollen die Gefangenen wieder Essen zu sich nehmen: "Hintergrund der Entwicklung sei, dass der in der Anstaltsküche beschäftigte homosexuelle Gefangene sich aus eigener Initiative bereit erklärt habe, künftig in der Kantine für die Bediensteten zu arbeiten."



#1 GeorgGAnonym
  • 08.05.2015, 18:47h
  • "Grund sei laut JVA-Leitung, dass in der Gefängnisküche ein schwuler Mann arbeite.
    Der Zeitung sagte hingegen ein Häftling, es gebe Bedenken über die Hygiene in der Küche."

    Was denn nun? Bevor diese Punkte nicht geklärt sind, sollte queer.de einen solchen Bericht nicht bringen.
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#2 Harry1972Profil
  • 08.05.2015, 18:49hBad Oeynhausen
  • Die Faktenlage scheint ja noch recht dünn zu sein.
    Mag sein, daß die Insassen homophob sind, mag aber auch sein, daß das Gefängnispersonal zur Eskalation beigetragen hat.
    Sowas passiert ja nicht einfach, da steckt doch eher Gruppendynamik dahinter, die ignoriert wurde, oder?
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#3 AlexAnonym
#4 Harry1972Profil
#5 Julian SAnonym
  • 08.05.2015, 19:49h
  • Wer im Knast sitzt, hat auch genug auf dem Kerbholz. So jemand ist nicht in der Position, Forderungen zu stellen.

    Erst recht nicht, wenn es um Diskriminierung anderer Menschen geht.
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#6 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 19:57hHannover
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Beides ist völliger Unsinn..

    Vor allem weil in den meisten Gefängnisküchen die meisten dort beschäftigten Menschen selber Häftlinge sind..

    Die Frage lautet dann hier also zunächst, richten sich die "Vorwürfe", dort würde ein Schwuler Mann arbeiten, gegen einen Mithäftling, oder einen Bediensteten ?

    Der Reaktion der Justiz-Sprecherin dürfte es sich um einen Mit-Häftling handeln, denn sonst wäre der Hungerstreik wohl längst beendet..

    Gefängnis-Küchen unterliegen einem Hygiene-Plan für Groß-Küchen..
    Diese Pläne werden vom Gefängnis-Arzt kontrolliert, der sich gegenüber dem zuständigem Gesundheitsamt verantworten muß..

    Es darf daher bezweifelt werden das es hygienische Mängel gibt, die zu diesem Hungerstreik führen, zumal die Streikenden eher keinen Einblick in die Küche haben dürften..

    Und warum sollte Queer.de darüber nun nicht berichten ?

    Weil die Community sich nicht mit Schwulen Häftlingen solidarisieren sollte ?
    Oder gar mit Schwulen Bediensteten von JVA´s ?
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#7 YannickAnonym
  • 08.05.2015, 20:03h
  • Antwort auf #4 von Harry1972
  • Sorry, aber wer nichts essen will, weil ein Koch (vermeintlich oder tatsächlich) schwul ist, soll es halt sein lassen.

    Wer nicht will, der hat schon.

    Mit Deiner Argumentation könnte man ansonsten auch Nazi-Demos rechtfertigen, weil ja andere das Demorecht auch für gute Zwecke nutzen.
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#8 vorsichtAnonym
#9 gruppendynamikAnonym
#10 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 21:21hHannover
  • Antwort auf #8 von vorsicht
  • Die Häftlinge sind gezwungen sich vor Betreten und nach verlassen von Arbeitsräumen wie Küchen und Werkstätten umzukleiden, und die werden dann per Scanner und Abtasten wie am Flughafen kontrolliert, so das keine Messer oder ähnliche Werkzeuge vom Arbeitsort entfernt werden können, um als Waffen zu dienen..

    Ein Schmuggel von Lebensmitteln aus der Küche zu den streikenden Mit-Häftlingen halte ich dagegen für möglich..
    Die meisten Häftlinge haben auch zusätzliche Lebensmittel in Konserven oder auch Trocken-Ware wie Müsli, Kornflakes und ähnliches im Haftraum, so das sie nicht gleich am nächstem Tag Hunger leiden würden..
    Da der Hungerstreik schon seit dem 1.Mai andauert dürften diese Vorräte inzwischen erschöpft sein..
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