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  • 11.05.2015           20      Teilen:   |

Umfrage: Homophobie im Sport weiter allgegenwärtig

Artikelbild
2012 sprach der damalige deutsche Meister Borussia Dortmund ein Stadionverbot gegen mehrere Fans aus, nachdem sie dieses homophobe Transparent bei einem Ligaspiel gezeigt hatten

Schwule und Lesben fühlen sich im Mannschaftssport immer noch als Außenseiter. Insbesondere Jugendliche würden eine ausgeprägte Homosexuellenfeindlichkeit beklagen, heißt es in einer internationalen Studie.

Die erste internationale Umfrage über Homophobie und Sport kommt zu dem Ergebnis, dass Schwule und Lesben nach wie vor bei Sportaktivitäten ausgegrenzt werden. Das betrifft sowohl Aktive als auch Fans. Für die "Out on the Fields"-Studie wurden insgesamt 9.500 Menschen online befragt – darunter auch 2.500 Heterosexuelle. Die große Mehrheit der Befragten stammt aus Australien, den USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Irland. Insgesamt sechs Universitäten aus vier Ländern beteiligten sich an Durchführung und Auswertung.

Das Ergebnis: Nur ein Prozent der Befragten erklärte, dass Schwule, Lesben und Bisexuelle voll in die Sportkultur integriert seien. Dagegen glaubt fast die Hälfte, dass LGB nur teilweise oder gar nicht akzeptiert werden. Zwei Drittel gaben an, dass Homophobie im Sport weiter verbreitet sei als in der Gesamtgesellschaft. 78 Prozent glauben sogar, dass Homo- oder Bisexuelle als Zuschauer einer Sportveranstaltung nicht sicher wären. Und 84 Prozent erklärten, im Sport seien homophobe Witze eine Normalität. Dabei ist Sport nicht gleich Sport: 62 Prozent aller Befragten – und sogar 73 Prozent der schwulen Männer – halten Mannschaftssportarten für besonders homophob.

54 Prozent der Schwulen und 47 Prozent der Lesben erklärten, sie hätten bereits persönlich Homosexuellenfeindlichkeit im Sport erlebt. Besonders alarmierend: Unter Jüngeren unter 22 Jahren ist diese Zahl noch höher.

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Problemfall Sportunterricht

Beim Jugendsport gibt es besonders viele Probleme: Unter schwulen Männern erklärten 54 Prozent, dass sie sich als Aktive nicht oder nur teilweise akzeptiert gefühlt hätten – lesbische Frauen fühlten sich dagegen nur zu 36 Prozent ausgeschlossen. Als Hauptgrund für ihre Nichtteilnahme an einem Mannschaftssport gaben fast die Hälfte der befragten Schwulen schlechte Erfahrung im Sportunterricht an.

Wer selbst sportlich aktiv ist, muss sich verstecken: 81 Prozent der jungen Schwulen und 74 Prozent der jungen Lesben erklärten, sie hätten sich gegenüber ihren Teamkollegen nur teilweise oder gar nicht geoutet. Grund ist insbesondere die Angst, von Mannschaftskameraden oder dem Trainer diskriminiert zu werden. Auch bei Erwachsenen hält diese Furcht noch an: Hier outen sich nur 49 Prozent der schwulen Männer und 39 Prozent der lesbischen Frauen.

Forderungen: Sportlehrer sensibiliseren und ein Null-Toleranz-Ansatz

Robbie Rogers – hier im US-Nationaltrikot – hat vergangene Saison mit seinem Team LA Galaxy die amerikanisch-kanadische Fußballmeisterschaft gewonnen
Robbie Rogers – hier im US-Nationaltrikot – hat vergangene Saison mit seinem Team LA Galaxy die amerikanisch-kanadische Fußballmeisterschaft gewonnen

Die Autoren empfehlen, insbesondere an Schulen den Kampf gegen Homophobie zu beginnen. Sportlehrer müssten dafür besonders ausgebildet werden. Außerdem wird von Sportvereinen und Sportverbänden eine Null-Toleranz-Strategie gegen Homophobie von Sportlern und Fans gefordert. Außerdem sollten heterosexuelle Sportler mit Vorbildfunktion vermehrt für Gleichbehandlung werben, wie es beispeilsweise im Fußball bereits jetzt beim Thema Rassismus geschehe.

Der schwule amerikanische Fußballspieler Robby Rogers zeigte sich in einem Vorwort der Studie enttäuscht über die Ergebnisse. Er rief die Fußballverbände auf, mehr gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen zu tun: "Ich unterstütze ein sofortiges Stadionverbot für Spieler, die homophobe, rassistische oder anderweitig diskriminierende Sprache verwenden. Auch Spieler müssen härter bestraft werden." Zudem liege es auch im Verantwortungsbereich des Weltfußballverbandes FIFA, dafür zu sorgen, dass sich LGBT-Menschen im Stadion sicher fühlten. (dk)

Links zum Thema:
» Gesamte Studie
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Tags: sport, fußball, schule, studie
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Reaktionen zu "Umfrage: Homophobie im Sport weiter allgegenwärtig"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.05.2015
15:45:23
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Alex


Solange man da nicht aktiv gegen an kämpft und tatenlos abwartet, ob sich etwas von alleine ändert, wird das auch so bleiben.

Und vor allem brauchen wir endlich schon an den Schulen mehr Aufklärung und Akzeptanz-Kampagnen.


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#2
11.05.2015
19:49:28


(+5, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Zudem liege es auch im Verantwortungsbereich des Weltfußballverbandes FIFA, dafür zu sorgen, dass sich LGBT-Menschen im Stadion sicher fühlten."

Ich lach mit dämmlich: die größte verbrecherorganisation der Welt?
Die muß erst einmal aufgelöst werden um beim Sport von Null anzufangen.


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#3
11.05.2015
21:06:08


(-7, 13 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Gerade der Fußball (ich rede hier vor allem vom Leistungssport) ist nun mal ein sehr körperbetonter Sport. Manndeckung, Torjubel und die obligatorischen Doppelzimmer. Man stelle sich mal vor, es gäbe verschiedengeschlechtliche Fußballmannschaften, bei denen das praktiziert wird. Das würden sich wohl vor allem die Frauen nachdrücklich verbitten. Insofern kann man die Motive der Heteros durchaus nachvollziehen. Wieso soll ein Schwuler beim Fußball die Objekte seiner Begierde abgreifen dürfen, was man einem Hetero niemals zugestehen würde ? Bitte nicht falsch verstehen: Das ist natürlich nicht die Absicht der schwulen Spieler, aber es geht eben mit dem Sport einher

Es ist eben alles etwas vielschichtiger, als es zumeist bei queer.de dargestellt wird


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#4
11.05.2015
21:35:30


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von Dont_talk_about


So ein schwachsinniger Schwachsinn, mit Deiner Aussage bestärgst Du noch die "Ängste" der homophoben nichtlerndenden dummen Menschen.


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#5
11.05.2015
21:41:47


(-4, 8 Votes)

Von Wahlberliner
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Antwort zu Kommentar #3 von Dont_talk_about


So ist es.
Die Heteros sind nicht gleich schwulenfeindlich, wenn es sie irritiert, dass da jetzt ein Schwuler neben ihnen nackt ist.
Ich habe offen mit meinen Sportkameraden geredet. Sie haben kein Problem mit mir. Trotzdem sei es eben komisch, jemanden den Schwanz zu zeigen, der das erotisch findet.
Dafür habe ich Verständnis! Ich bemühe mich, nicht hinzuschauen.


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#6
11.05.2015
21:44:26


(+3, 7 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #3 von Dont_talk_about


Der Gedanke kam mir prinzipiell auch mal. Dafür gibt es aber keine Lösung, zudem du dann ja noch nicht mal 2 Schwule in eine Dusche stecken könntest... Nicht jeder andere Mann muss aber das "Objekt der Begierde" sein.

Wer sich schlussendlich traut aus dem Schrank zu kommen wird aber in den weitaus meisten Fällen positive Reaktionen bekommen.
Da ist viel Angst, viele Vermutungen dabei. Zu den schlechten Erfahrungen im Sportunterricht kann ich jetzt nicht sagen was ich davon halten soll, auf eine Mannschaft lässt sich das nicht übertragen.
Die homophoben Witze sind Alltag. Am Ende wird aber nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird, insbesondere wenn es dann einen schwulen Teamkollegen gibt.

Im Schulunterricht muss sich generell eine Menge tun.
Von DFB und Co. ist nicht viel zu erwarten.


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#7
11.05.2015
21:56:37


(+4, 6 Votes)

Von myystery


Die FIFA sieht ihre Aufgabe leider darin, neben Diktatoren und sonstigen Menschenfeinden sitzend puppenartige Spieler scheinheilige "Say No to Racism"s lallen zu lassen, während sie völlig unverfroren Geschäfte mit nebensitzenden todbringenden, homophoben und allgemein menschenfeindlichen Regimen macht, was den Nebensatz "..., but Say Yes to the Racist's Money (and their Victim's Blood)." verdient hätte.


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#8
11.05.2015
22:04:09


(+5, 7 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #5 von Wahlberliner


Was heißt hier nicht hinschauen

Normalerweise stelle ich mich nicht vor mit: Hallo, ich bin jetzt der Schwule hier, ich warte eher auf die günstige Gelegenheit.
Wenn dann einer komisch kommt:
Ich hab schon seit soundsoviel Wochen deinen Schwanz gesehen. Der sieht jetzt immer noch so aus wie vorher.


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#9
11.05.2015
22:39:45


(-1, 5 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #5 von Wahlberliner


""wenn es sie irritiert""..

Was genau ist "irritierend" daran, zu wissen das der Mann nebenan in der Dusche Schwul ist ?

Welchen Einfluß hat das auf die Seife im SPENDER, der ja mit Bändzelchen nur erfunden wurde, damit die nicht so leicht runter fällt ?

""der das erotisch findet""..

Wie schrecklich..

""Ich bemühe mich, nicht hinzuschauen.""..

Impliziert vor allem ständiges Versagen, weil die Neugier größer ist, als das Dargebotene..

Impliziert aber auch, das man mit Nackten Tatsachen immer nur Erotik verbindet..


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#10
11.05.2015
22:44:08


(+2, 8 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #3 von Dont_talk_about


""Es ist eben alles etwas vielschichtiger""..

Was Du hier als "vielschichtig" missinterpretierst ist nichts weiter als heteronormative Selbst-Unterdrückung..


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