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Kiss-in in Berlin (2013) (Bild: flickr / Sebastian Hesse / by 2.0)

Streit in Berlin: Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo plant ein Kiss-In in Kreuzberg – die "Gays and Lesbians aus der Türkei" sind dagegen.

Die Gruppe Gays and Lesbians aus der Türkei (GLADT e.V.) haben ein vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt Mano geplantes Kiss-in in den Berliner Stadtteilen Kreuzberg und Wedding scharf kritisiert, weil es nicht abgesprochen gewesen sei und sich an "Weiße" richte.

Maneo plant am Kottbusser Tor und am Sparrplatz für Sonntag zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie ein öffentliches Kiss-In. "Schöne Idee. In der Theorie. Aber zu kurz gedacht", urteilt dagegen GLADT e.V. Der Verein beklagt, dass er und andere Gruppen, die vor Ort Antidiskriminierungsarbeit leisteten, nicht in die Planung einbezogen worden seien.

Außerdem sei es "grotesk", dass eine "weiße, cis-männlich-dominierte, schwule Organisation" diese Aktion durchführen wolle ("cis" steht für Cisgender, das Gegenteil von Transgender). Maneo missbrauche diese Orte als "Kurzzeit-Bühne für [eine] einstündige Inszenierung von farbenfroher Weltoffenheit" und gefährde "die Beziehungsarbeit zu unseren Nachbar*innen und stellt sie auf die Probe".

Das Konzept des Coming-outs sei etwas "sehr Weißes und Westliches"

Das Kiss-in schließe insbesondere Schwule und Lesben aus anderen Kulturkreisen aus, die Diskriminierungserfahrungen gesammelt hätten: Das Konzept des Coming-outs sei etwas "sehr Weißes und Westliches", so GLADT. "Als sei es die Krönung der Emanzipation, wenn alle wissen, wen Mensch liebt und begehrt." Mitglieder des Vereins fühlten sich aufgrund von Rassismus anders als die "weiße" Bevölkerung. "Auf Grund dieser Erfahrungen sind Menschen mit Rassismuserfahrungen anders auf Familie und Community angewiesen als weiße Menschen", so GLADT e.V. Die Maneo-Aktion sei ein "Ausblenden unserer Antidiskriminierungsarbeit in unseren Lebensräumen".

Maneo plant das Kiss-in um 14 Uhr am Sparrplatz, um 15.30 Uhr am Kottbusser Platz und um 17 Uhr am Nollendorfplatz. Das Anti-Gewalt-Projekt betont, dass jeder an diesen Events teilnehmen kann. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 13.05.2015, 15:36h
  • "Das Konzept des Outings ist ein sehr Weißes und Westliches. Als sei es die Krönung der Emanzipation, wenn alle wissen, wen Mensch liebt und begehrt"

    Das ist nun mal die Krönung der Emanzipation!

    "Weiß"?

    Meine muslimischen Freunde unterscheiden sich 'rassisch' nicht von mir. Und sie leben ihre Liebe offen.

    Ich lehne es ab, dass Rassisten Rassen konstruieren, aber auch, dass selbsternannte Anti-Rassisten solche konstruieren.

    Was immer der Westen sein soll.

    Eins steht fest:

    Der jahrhundertelange Weg nach Westen hat der Türkei (auch militärisch) das Überleben gesichert und sie vor den gierigen Klauen der Kolonialmächte bewahrt.
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#2 Markus44Anonym
  • 13.05.2015, 15:56h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • @goddamn liberal
    "Der jahrhundertelange Weg nach Westen hat der Türkei (auch militärisch) das Überleben gesichert und sie vor den gierigen Klauen der Kolonialmächte bewahrt."

    --> Der jahrhundertelange Weg der Türkei war vorwiegend vom Osmanischen Reich mit brutaler Unterdrückung der freiheitsliebenden christlichen Völker der Griechen, der Bulgaren, der Rumänen, der Ungarn und der Serben geprägt. Diese wunderbaren christlichen Völker waren unter das Joch der barbarisch agierenden Osmanen auf dem Balkan geraten, die die dortigen Völker unterdrückte, deren Kulturen zerstören wollte und diese christlichen Länder ausbeutete.

    Nur dem Abwehrkampf Österreich-Ungarns und der Polen und dann dem Befreiungskampf der Griechen und christlichen Balkanvölker hat es dann die Türkei zu verdanken, dass das barbarische Osmanenreich zusammenbrach.

    Erst mit Attatürk kam dann endlich ein Visionär, der das lateinische Alphabet einführte, 1925 die christliche Zeitrechnung in der Türkei einführte, das metrische System einführte, das Erbrecht und Familienrecht westlich modernisierte und das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht übernahm.

    Diesen Errungenschaften des Westens wurden gottseidank von Attatürk importiert.

    Doch nun hat die Türkei mit Erdogan einen Präsidenten, der am Liebsten die westlichen Reformen von Atatürk alle wieder rückgängig machen möchte.
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#3 wiking77
  • 13.05.2015, 16:21h
  • ich verstehe diesen Artikel, insbesonderheit das dahintersteckende Anliegen nicht. Was wollen denn unserer türkischstämmigen homosexuellen Mitmenschen denn eigentlich? Die Kritik ist mir absolut nicht nachvollziehbar. Gibt man in diesem Falle nur sein Senfkorn dazu, damit man auch was gesagt hat? Und wenn schon Kritik geübt wird, wurscht ob berechnigt oder nicht .... was ist denn verbesserungswürdig, was sollte anders gemacht werden. Sorry, dieses Gequängele diskreditiert die Kritiker, die nix Konstruktives bieten und nur was sagen, damit sie in den Schlagzeilen sind.
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#4 blödsinnAnonym
  • 13.05.2015, 16:22h
  • Nun wird man von vermeintlich "Gleichgesinnten" Interessensgruppen Rassen-diskrimiert? Ich glaube es geht los!

    BTW: Welche Farbe haben denn Türken und Albaner bspw.? Kann mich nicht erinnern, dass sie grün leuchten.
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#5 wiking77
  • 13.05.2015, 16:34h
  • es wäre doch ehrlicher und pragmatischer gewesen, wenn diese türkische Organisation Quoten für Türkischstämmige (mit und oder ohne deutschen Pass) oder ein Mitsprache-Recht (vielleicht über DITIB oder so) gefordert hätte, statt auf "Rasseneinteilung" und dass jede "Rasse" ihren gerechten Anteil an einer Sache haben sollte.
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#6 reiserobbyEhemaliges Profil
#7 AlexAnonym
  • 13.05.2015, 16:59h

  • Kiss-Ins gehören zu den auffälligsten und besten Demo-Formen... Und weder Maneo noch sonstwer haben da irgendwen ausgeschlossen.

    Wenn diese Gruppe Kiss-Ins generell wegen zu viel Öffentlichkeit ablehnt und als zu westlich kritisiert (wir sind hier übrigens im Westen, weswegen ich diesen Punkt eh absurd finde), brauchen sie ja nicht teilnehmen.

    Aber sie können doch nicht erwarten, dass wir dann auch auf diese effektive Demo-Form verzichten.
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#8 wiking77
  • 13.05.2015, 17:01h
  • vielleicht mangelte es in Berlin-Kreuzberg oder im Wedding schlicht am türkischstämmigen Personal. Woher denn nehmen ... wenn nicht .... Naja.

    Ich könnte ja meinen Ex Hamed, ein Algerischstämmiger fragen, ob er mit mir in Kreuzberg sich beim Kiss-in beteiligen will. Wird er nicht tun, da er sonst das Brautgeld zurückgeben muss, seine zwei Kinder ohne Vater großwerden müssen und die ganze Familie entehrt ist. Aber vielleicht frage ich Juan (aus Mexiko stammend) ober nicht er als Hamed mit mir sowas machen möchte, damit GKADT e. V. dann happy ist.
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#9 FelixAnonym
#10 PelayoProfil
  • 13.05.2015, 17:05hBerlin
  • Bemerkenswert, dass sich Türken selbst nicht als "Weiße" sehen. Nun ja, ihre Sprache ist ural-altaisch, also verwandt mit dem Mongolischen. Die Türken stammen, wie auch die Finnen und die Ungarn, ursprünglich aus Innerasien.
    Das Kurdische dagegen ist eine indogermanische Sprache.
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