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  • 14.05.2015           23      Teilen:   |

CD-Kritik

"Conchita" – ein Album, das entdeckt werden möchte

Artikelbild
Beeindruckende Karriere einer bärtigen Dragqueen: Nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest wurde Conchita Wurst vom Outcast zur "Kaiserin von Österreich" (Bild: Markus Morianz)

Am Freitag erscheint endlich das erste Album von Conchita Wurst. Kann es die hohen Erwartungen erfüllen?

Von Martin Schmidtner

Wir erinnern uns: Als Conchita Wurst im vergangenen Jahr vom ORF nach Kopenhagen zum Eurovision Song Contest geschickt wurde, interessierte sich kein großes oder kleines Label für sie und ihren Song. Damit "Rise Like A Phoenix" zum Contest überhaupt als Single erscheinen konnte, nahm der ORF schließlich die Produktion selbst in die Hand.

Die Situation hat sich nach ihrem Sieg grundlegend geändert. Die "Kaiserin von Österreich" war plötzlich begehrt und jagte von einem Termin zum anderen. Da sollte natürlich auch ein Album folgen! Angeblich soll Conchitas Management mit mehreren Labels verhandelt haben, bevor Sony schließlich den Zuschlag bekam. Doch es dauerte mehr als ein Jahr. Am 15. Mai erscheint es endlich, ihr Album mit dem schlichten Titel "Conchita".

Fortsetzung nach Anzeige


Conchitas neue Singles waren keine Chartstürmer

Am 15. Mai im Handel: "Conchita" erscheint bei Sony Music Ariola
Am 15. Mai im Handel: "Conchita" erscheint bei Sony Music Ariola

"Mir wurden ganz viele Demoversionen zugeschickt", beschreibt Conchita Wurst den Entstehungsprozess, "die dann durch das Erarbeiten am Ende des Tages zu meinen Liedern wurden. Das hat ein Stück gedauert, aber ich denke, es ist wunderschön geworden."

Viel wurde in der Zwischenzeit gemutmaßt: Ob sie denn überhaupt als Sängerin ihre Karriere fortsetzen oder eventuell doch ins Modefach wechseln wolle? Ob bei all den Charity-Events und dem politischem Engagement überhaupt Zeit für ein neues Album bleibe? Oder ob sie befürchte, mit einem Album auf jeden Fall hinter dem Eurovision-Erfolg zurück zu bleiben?

Immerhin hat Conchita Wurst seit Kopenhagen zwei Singles veröffentlicht: "Heroes" im Herbst und "You Are Unstoppable" im März. Von "Heroes" blieb vor allem ihre Inszenierung als Muttergottes im Musikvideo im Gedächtnis, und das politisch-programmatische "You Are Unstoppable" erhielt Anerkennung, entwickelte sich aber auch nicht gerade zu einem Chartstürmer.

Direktlink | Offizielles Video zu "You Are Unstoppable"

Die perfekte Promotion

Doch vermutlich ging es beim Veröffentlichungstermin in erster Linie um einen perfekten Promotion-Plan. Erst der Sieg in Kopenhagen, dann über Monate hinweg fast wöchentliche Pressemeldungen über Conchitas Reisen und Auftritte von der Uno bis zu den Golden Globes, die Präsentation ihrer Autobiografie und nun genau passend zum Song Contest in Wien das neue Album. Von Conchita Wursts Management können andere nur träumen!

Nachteil der Planung: Die Erwartungen an das Album sind inzwischen extrem hoch – bei einer so langen Produktionszeit wollen Fans und Publikum natürlich etwas Herausragendes geboten bekommen. Werden diese Erwartungen mit dem vorliegenden Album erfüllt? Meine eindeutige Antwort lautet: Jein!

Mir ist nach dem ersten Anhören klar: Da gibt es Perlen, über die ich mich sehr freue, aber es ist für mich kein Album, das ich allzu oft am Stück hören werde.

"Ich höre mir mein Album eigentlich ständig an, quasi in der Endlosschleife", sagt Conchita Wurst zwar selbst, aber dies habe neben allem Stolz vor allem den Grund, dass sie Fehler entdecken und für die Zukunft ausmerzen wolle.

Stocksteif im Goldregen



Ich dagegen würde empfehlen, es nach und nach zu entdecken, die ersten persönlichen Highlights herauszufiltern und dann erst die vermeintlich schwächeren Songs mit einzubeziehen. Zwar wechselt der musikalische Stil auf "Conchita" fortwährend; es gibt die klassische Ballade, es gibt Dancefloor-Beats, orientalische Klänge und Swing. Doch egal ob mit Streichern instrumentiert oder mit elektronischen Klängen gespielt wird: Die klare und unverkennbare Stimme Conchitas liegt über allen Songs so deutlich und herausragend, dass ich mich beim Hören zunächst nur schwer vom Bild der stocksteif im Goldregen stehenden Siegerin von Kopenhagen lösen kann. Egal welchen Rhythmus der jeweilige Song vorgibt, klingt vieles zunächst ähnlich.

Bei einem einzigen Song ist dies anders und deshalb küre ich den beswingten Motown-Song "Where Have All The Good Men Gone" sofort zu meiner Lieblingsnummer. Allein dafür lohnt sich in meinen Augen das Album. Hier verschmilzt Conchita Wursts Stimme mit der Musik, zeigt völlig neue Facetten, transportiert den Swing. Alles ist in sich einfach stimmig und mitreißend.

Sollte sich Conchita Wurst in der Zukunft für einen Musikstil entscheiden wollen, so müsste es dieser sein! Eindeutig hitverdächtig!

Noch aber setzt die Künstlerin selbst auf Vielfalt: "Alle Musikgenres, die mir gut gefallen, sind vorhanden."

Balladen, Clubhits, Pop und Gospel



Knappe 44 Minuten ist die Spieldauer des Albums, verteilt auf zwölf Tracks. Neben den drei bekannten Songs "Rise Like A Phoenix", "Heroes" und "You Are Unstoppable" stechen vor allem noch die Ballade "Pure" und das orientalisch angehauchte "Out Of Body Experience" heraus. Beide scheinen Conchita Wurst auf den Leib geschrieben zu sein.

Wie mag es sich anfühlen, fragt sie in "Pure", das simple und einfache Leben, das wir hatten, bevor wir gelernt haben, groß und stark zu sein? Was würde sie nicht alles geben, um wieder zu spüren, wie sich Echt-Sein anfühlt, so echt und rein zu sein wie der Regen vom Himmel oder die tropfenden Tränen? Spannend und abwechslungsreich auch in kompositorischer Hinsicht, klingt dies nach einem sehr persönlichen Song.

"Firestorm" ist als Clubhit angelegt und wie "Colours Of Your Love" durch elektronische Beats bestimmt, "Put That Fire Out" dagegen überzeugt als schlichter und einfacher Gospel.

Ich arbeite mich von Lied zu Lied, höre genau hin und meine Wahrnehmung des Albums ändert sich allmählich. Ja, ich muss zugeben – während des Schreibens habe ich "Conchita" nun etliche Male gehört und ich bin infiziert. Es lohnt sich, es sich langsam vertraut zu machen.

Direktlink | Offizielles Video zu "Heroes"
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Album und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage von Conchita Wurst
» Fanpage auf Facebook
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Tags: conchita wurst
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Reaktionen zu ""Conchita" – ein Album, das entdeckt werden möchte"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
14.05.2015
10:23:23


(+7, 9 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich verneige mich ihr! Sie ist eine charismatische und selbstbewußte Persönlichkeit und soll ihren Weg gehen!


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#2
14.05.2015
10:28:29


(+8, 8 Votes)

Von Sebi


Ich habe das Album noch nicht gehört, aber werde mir das auf jeden Fall mal anhören.

Das Problem ist halt, dass es nach diesem triumphalen Erfolg nicht konstant genauso stark weitergehen kann. Jeder Künstler hat stärkere und schwächere Titel. Aber ich hoffe, dass Conchita ihren Weg gehen wird.


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#3
14.05.2015
12:01:48


(-8, 14 Votes)

Von andreMuc
Antwort zu Kommentar #1 von Patroklos


Es ist Trash, nichts weiter. Mußt Dir keine Sorgen machen. Verbeugen, naja. Aber, wie immer, Geschmackssache. Aber die Conchita-Huldigung nimmt manchmal schon beängstigende Züge an . Stichwort Fifi. Und das es, ein Jahr gedauert hat, bis zum Album ist, vermutlich, so geplant gewesen und geschäftstüchtig. Aber legitim. Mit einem ESC im Schlepp verkauft sich doch ein Album viel besser. Fazit: Alles im grünen Bereich.


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#4
14.05.2015
12:30:10


(-13, 15 Votes)

Von Analyst


Tom neuwirth will jetzt offenbar noch mehr Kohle machen. Deswegen auch die Veröffentlichung kurz vor dem esc. Es wird auch mindestens einen Moment in der Show geben, in dem Tom neuwirth penetrant auf sein veröffentlichtes Album aufmerksam machen wird. Diese Chance vor einem Publikum von 200 Millionen wird er sich nicht entgehen lassen. Deswegen Hostet er ja auch den Greenroom. Ich wette er wird einen anderen Künstler auf das Album dieses anderen Künstlers ansprechen und dann geschickt einfließen lassen, dass er ja übrigens auch gerade ein Album veröffentlicht hat. Oder das Album wird sogar von den drei weiblichen Hosts beworben. Hinter der conchitafassade verbirgt sich ein kühl kalkulierender, der reich und berühmt sein will. Tom neuwirth hat die Kunstfigur ja erfunden, weil er gemerkt hat, dass er ohne Verkleidung nicht reich und berühmt wird. mit der Figur wollte er bewusst maximal provozieren um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er sich schon immer gewünscht hat. Er hat sich schon seit Jahren bewusst den esc ausgesucht, weil er wusste, dass es ein queer geprägtes Event ist, bei dem dies zu einer Polarisierung und zu vielen Stimmen für ihn führen wird. Das überraschte über seinen Sieg war geschauspielert. Der Auftritt war von vorne bis hinten durchkalkuliert.


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#5
14.05.2015
12:49:05


(+9, 9 Votes)

Von BBM_FAN
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Analyst


Neidisch auf den Erfolg?

***ZITAT***
Einig sind sich Community und Experten jedenfalls, dass der Song-Contest-Sieg von Conchita Wurst die Akzeptanz von Homosexuellen noch einmal erhöht hat. "Sie zeigt, es ist Liebe wie jede andere", meint Antidiskriminierungs-Experte Wilhelm. Und HOSI-Obmann Högl ergänzt: "Conchita hat unserem Anliegen ein Gesicht gegeben, sie ist aber auch das Resultat einer offenen Gesellschaft."
*** ZITAT ENDE ***

Quelle:

Link:
kurier.at/chronik/wien/liebe-wie-jede-andere-auch/
130.277.396


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#6
14.05.2015
14:34:48


(+13, 13 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #4 von Analyst


conchita will geld verdienen?
ja, ganz schlimm.
sie will werbung für ihre musik machen?
unfassbar, macht sonst doch auch keine*r.
und dann kalkuliert sie das ganze auch noch klug durch und stolpert nicht einfach in den tag hinein?
absolut verwerflich.

wir könnten uns auch einfach freuen, dass jemand, der*die mit dem showgeschäft umzugehen weiß, gleichzeitig auch noch eine gute botschaft mit-"verkauft".


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#7
14.05.2015
18:05:41


(+7, 9 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Analyst


Wenn dem so sein sollte...wo ist das Problem?Sag mir EINEN Künstler der keine PR braucht!Je geschickter umso besser.


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#8
14.05.2015
18:34:28


(+8, 8 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Eigentlich ist diese Art der Pop-Musik nicht unbedingt mein Ding. Und doch gefaellt mir "Unstopable" ziemlich gut. Eine eingaengige Ballade mit wenigen, gut gesetzten Worten. Mir gefaellt auch, dass Conchita auf die ganz grossen Gesten verzichtet. Schon deshalb hat sie mir auch mit ihrem ESC-Song und ihrem - wie hier etwas anzueglich bemerkt - "stocksteifem" Auftritt ausserordentlich gefallen. Sie laesst ihre Stimme sprechen - und das tut sie mit Ueberzeugungskraft.

Selbst mein Mann, der ein Hardrock-Musiker ist dazu ein guter Saenger, war seinerzeit beeindruckt von ihrer Stimme und dem "leisen" Auftritt.

Was mir auch imponiert hat ist, wie sie sich seither vor der Oeffentlichkeit praesentiert. Solche Menschen dienen unsereinem. Gerade auch, weil Conchita provoziert - ohne selbst zu provozieren. Damit legt sie ohne Worte die Finger in die Wunde einer nach wie vor inhumanen und intoleranten Gesellschaft.

Und dass sie damit auch noch Geld verdient - wie "furchtbar". Ich goenne ihr jeden Cent.


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#9
14.05.2015
19:17:59


(+3, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Analyst


Wunderbar..

Ein Marktschreier beschwert sich über freie Marktwirtschaft..

Und natürlich hat das alles nichts damit zu tun, dass Tom Neuwirth ein Schwuler Mann, dem mit der Kunst-Figur Conchita Wurst gelungen ist ein Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, dass die meisten bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatten..

""Diese Chance vor einem Publikum von 200 Millionen wird er sich nicht entgehen lassen.""..

Das wird sich dieses Jahr sicher noch steigern lassen, denn die Teilnahme Australiens, wenn auch außer Konkurrenz, wird noch mehr Zuschauer anlocken..


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#10
14.05.2015
19:25:22


(+4, 10 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #4 von Analyst


Tom Neuwirth hat sich nicht verkleidet, er hat sein Inneres, Frau sein, nach außen gezeigt. Er hat sich schon während seiner Schulzeit als Mädchen gefühlt.Dazu gehört viel Mut,mit Reich sein und Berühmt sein hat das überhaupt nichts zu tun. Ihre Auffassung betrachte ich als schwulen Selbsthaß.


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