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  • 15.05.2015           19      Teilen:   |

17 Jahre nach Mord an Matthew Shepard

Laramie verbietet LGBT-Diskriminierung

Artikelbild
Matthew Shepard wurde 1998 von zwei Homo-Hassern ermordet, die für ihre Tat lebenslänglich erhielten

Der brutale Mord am Matthew Shepard rüttelte 1998 die USA auf. 17 Jahre später verbietet die kleine Universitätsstadt, in der der Student von Homo-Hassern getötet wurde, endlich Diskriminierung gegen LGBT.

Der Stadtrat von Laramie im US-Bundesstaat Wyoming hat am Mittwoch mit sieben gegen zwei Stimmen eine Antidiskriminierungsrichtlinie beschlossen, die die Ungleichbehandlung aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidenität unter Strafe stellt. Laramie ist die erste Stadt in Wyoming, die Homo- und Transsexuelle im Arbeits- und Zivilrecht schützt. Die Richtlinie wird in zwei Wochen in Kraft treten.

Die 30.000 Einwohner zählende Stadt war 1998 weltweit in die Schlagzeilen geraten, als der 21-jährige Student Matthew Shepard von zwei jungen Männern offenbar aus Schwulenhass brutal gefoltert und ermordet worden war. Die 21- und 22-jährigen Täter hatten Shepard auf einem Feld am Stadtrand ausgeraubt, ihn mit einer Pistole mehrfach auf den Kopf geschlagen und dann sterbend liegengelassen. Er wurde erst 18 Stunden später gefunden; das Blut war in einem Teil seines Gesichts von Tränen weggewaschen worden. Später starb der Student im Krankenhaus. Im darauf folgenden Jahr erhielten die Täter je zwei Mal lebenslänglich.

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Judy Shepard: Gesetze hätten früher kommen müssen

LGBT-Aktivisten begrüßten das Diskriminierungsverbot und riefen andere Städte dazu auf, dem Beispiel zu folgen. Die Mutter des Getöteten, die lange Jahre in Wyoming gelebt hatte, sagte, dass der Schritt überfällig gewesen sei. Laut Judy Shepard hätte Wyoming nicht über Jahre als Inbegriff der Homophobie gegolten, wenn der Gesetzgeber früher eingegriffen hätte. "Anstatt sich damals für Akzeptanz auszusprechen, hatte man aber nur den Kopf in den Sand gesteckt", sagte Shepard, die nach dem Mord an ihrem Sohn zu einer der bekanntesten Aktivistinnen für die Gleichstellung von LGBT geworden ist.

Die zwei konservativen Stadträte, die gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie gestimmt hatten, erklärten nach der Abstimmung, das Diskriminierungsverbot hätte den Mord an Matthew Shepard nicht verhindert. Außerdem seien sie besorgt, dass dadurch die Religionsfreiheit eingeschränkt werde. "Sobald die Richtlinie in Kraft tritt, können Geschäftsleute verklagt werden, wenn sie ihr Geschäft in Einklang mit ihrem Glauben betreiben wollen", so Stadtrat Joe Vitale.

Hintergrund ist ein in den USA schwelender Kulturkampf: Manche christlichen Geschäftsleute, die etwa Konditoreien oder Blumenläden betreiben, wollen Homosexuellen keine Hochzeitstorten oder Blumen verkaufen, weil die Unterstützung einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ihrer Ansicht nach gegen biblische Regeln verstößt (queer.de berichtete).

Derzeit gibt es Antidiskriminierungsgesetze, die das Merkmal sexuelle Orientierung umfassen, in etwa der Hälfte der Bundesstaaten. Bundesweite Antidiskriminierungsgesetze gibt es hingegen nur zu Merkmalen wie Alter, Geschlecht oder Rasse, nicht aber zu sexueller Ausrichtung oder Geschlechtsidentität. Immerhin unterschrieb 2009 der neue US-Präsident Barack Obama das "Matthew-Shepard-Gesetz" gegen Hassvergehen (queer.de berichtete). Es legt ein höheres Strafmaß für Verbrechen vor, die aus Hass auf Homosexuelle begangen werden. (dk)

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Tags: matthew shepard, laramie
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Reaktionen zu "Laramie verbietet LGBT-Diskriminierung"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
15.05.2015
13:08:12


(+7, 7 Votes)

Von Felix


Im Prinzip gut, aber wieso musste das 17 Jahre dauern?

Und wieso nicht US-weit?


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#2
15.05.2015
13:52:41


(+5, 7 Votes)

Von Religioten


Natuerlich, erzkonservative Religioten mal wieder:

"Die zwei konservativen Stadträte, die gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie gestimmt hatten, erklärten nach der Abstimmung, das Gesetz hätte den Mord an Matthew Shepard nicht verhindert."

Mit der gleichen "Argumentation" koennte man auch Strafgesetze gegen SAEMTLICHE Straftaten aus den Gesetzbuechern streichen, weil, dadurch kann man ja keine Straftaten verhindern.
Herr, (sofern es dich gibt, aber wahrscheinlich wohl nicht) schmeiss Hirn vom Himmel!!
Obwohl das wahrscheinlich auch vergebliche Liebesmueh' waere. Einstein soll ja (richtigerweise) gesagt haben, dass es zwei Dinge gebe, die unendlich sind: das Universum und die menschliche Dummheit, wobei er sich beim Universum noch nicht sicher sei.

"Außerdem seien sie besorgt, dass die Religionsfreiheit durch das Gesetz eingeschränkt worden sei. "Sobald die Richtlinie in Kraft tritt, können Geschäftsleute verklagt werden, wenn sie ihr Geschäft in Einklang mit ihrem Glauben betreiben wollen", so Stadtrat Joe Vitale."

Aaah ja, die Religiotenfreiheit mal wieder. DAS Totschlagargument, wenn man sich weigert, seine ueberholten Ansichten, seine aus Unwissenheit und Ignoranz geborene Ablehnung gegen Unbekanntes zu aendern bzw. auch nur zu ueberdenken (sofern das bei Religioten ueberhaupt moeglich ist, das Denken)
Und uebrigens:

Die (Religioten)Freiheit des Einen hoert da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt!

Aber das hat die Religioten ja noch nie gestoert. Auf der einen Seiten fordern, dass Menschen eine naturgegebene(!) Eigenschaft ihres Wesens in der Oeffentlichkeit verstecken, die eigene, frei gewaehlte(!), bzw. wegen offensichtlicher Absurditaeten nicht abgelegte(!) Religionszugehoerigkeit aber frei in der Oeffentlichkeit zur Schau stellen wollen.

Und wenn man unbedingt an seinen antiken Ansichten und Einstellungen zur Homosexualitaet festhalten, bzw. generell sein Leben nach dem "heiligen Buch" ausrichten will, nagelt man einfach ein Schild an die Ladentuer, mit einer Aufschrift in der Art wie: "Wir verkaufen nicht an [Juden, Neger, Reisfresser, Schwule...]". DAS kann man dann sogar gesetzlich absichern, sodass sich keiner darauf berufen kann, er habe das Schild nicht gesehen.


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#3
15.05.2015
13:52:54


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Wie weit der Hass der rechsradikalen führen kann, ich kann und will kein Mittleid mit Faschisten haben.


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#4
15.05.2015
13:54:40


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Die zwei konservativen Stadträte, die gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie gestimmt hatten,"

Wieder ein Beispiel, das die konservativen keine Demokraten sind, egal in was für einem Land.


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#5
15.05.2015
13:57:21


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"das Diskriminierungsverbot hätte den Mord an Matthew Shepard nicht verhindert"

Was würden sie machen, wenn ihre Kinder ermordet würden, aus Hass gegen die Konservativen, die würden sofort aufschreien und auch sollche Gesetze wie bei den islamischen Fundamentalisten fordern und einführen.


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#6
15.05.2015
13:59:29


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Sobald die Richtlinie in Kraft tritt, können Geschäftsleute verklagt werden, wenn sie ihr Geschäft in Einklang mit ihrem Glauben betreiben wollen"

Ist ja klar das sie Angst vor Diskrimienierungsgesetze haben, denn sie diskreditieren ständig andere Bevölkerungsgruppen: Die Schwarzen, Die Frauen, LGBTI's uvm.


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#7
15.05.2015
14:01:09


(+5, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Es ist Zeit, das den konservativen hetzern massiv die flügel gestutzt werden.


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#8
15.05.2015
14:02:20


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


"Und wieso nicht US-weit?"

Ganz einfach, weil die konservativen viel zu viel zu sagen haben.


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#9
15.05.2015
14:04:39


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Religioten


"antiken Ansichten"

Falsch, in der Antike hätten wir es besser gehabt.


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#10
15.05.2015
14:06:55


(+4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Die zwei konservativen Stadträte, die gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie gestimmt hatten, erklärten nach der Abstimmung, das Diskriminierungsverbot hätte den Mord an Matthew Shepard nicht verhindert.""

Damit haben sie wahrscheinlich sogar Recht..

Denn es gibt ja immer noch konservative Stadträte, die gegen eine Antidiskriminierungsrichtlinie stimmen, und diese Politiker bestärken Teile der Bevölkerung in ihrem "Glauben", andere Menschen zu dirkiminieren sei so etwas wie ein Menschenrecht für Idioten..

""Außerdem seien sie besorgt, dass dadurch die Religionsfreiheit eingeschränkt werde. "Sobald die Richtlinie in Kraft tritt, können Geschäftsleute verklagt werden, wenn sie ihr Geschäft in Einklang mit ihrem Glauben betreiben wollen", so Stadtrat Joe Vitale.""..

Tatsächlich ?
Geschäftsleute haben also das "Recht" andere Menschen aus "religiösen Gründen" zu diskriminieren, und wenn man ihnen diese "Recht" wegnimmt, dann besteht akute "Lebensgefahr" für die Glaubensfreiheit ?

Mann kann Menschen nichts wegnehmen, was sie niemals besessen haben, und so ist der "Verlust" eines imaginären Rechtes darauf, andere Menschen wegen des eigenen Glaubens drangsalieren zu dürfen, eben kein Verlust, sondern der wahrscheinlich erste Kontakt mit der Realität des Lebens für diese Leute..


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