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  • 15.05.2015           6      Teilen:   |

Gedenken in Berlin und Magdeburg

Bundesjustizminister Heiko Maas weiht Magnus-Hirschfeld-Weg ein

Artikelbild
Ehrung eines Vordenkers der ersten deutschen Homosexuellenbewegung: Dutzende kamen am Donnerstag zur Gedenkveranstaltung an die Hirschfeld-Stele in der Otto-Suhr-Allee in Berlin-Charlottenburg (Bild: Sophie Richter)

In Berlin wurde am Donnerstag des 80. Todestages von Magnus Hirschfeld gedacht – in Magdeburg soll ab Samstag eine Straße an den Mitbegründer der Homosexuellenbewegung erinnern.

Aus Anlass des 80. Todestages und 147. Geburtstages von Magnus Hirschfeld fanden in Berlin am Donnerstag mehrere Veranstaltungen statt.

So lud die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld am Vormittag zu einem feierlichen Gedenkakt in den Senatssaal der Humboldt-Universität ein. Dabei wurde an das kulturelle Erbe des Instituts für Sexualwissenschaft in Berlin (1919-1933) erinnert, das von Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) geleitet wurde. Darüber hinaus würdigte die Veranstaltung das Engagement der jüdischen Kunstsammlerin Dr. h.c. Naomi Wilzig (1934-2015), die in Miami Beach eine Sammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte der Sexualität aufbaute, die mit dem Museum in Hirschfelds Institut vergleichbar ist.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch Ralf Doses Buch "Das verschmähte Erbe" über Magnus Hirschfelds Vermächtnis an die Humboldt-Universität präsentiert, das neu im Verlag Hentrich & Henrich erschienen ist. Zum Abschluss wurde die Ausstellung "Aus dem Museum der Leidenschaften" über Hirschfelds und Wilzigs Sammlungen im nahegelegenen Pergamon-Atrium der Humboldt-Universität (Georgenstraße 47) eröffnet. Die Schau ist dort noch bis zum 29. Mai zu sehen.

Darüber hinaus wurden am Donnerstag an der von den Künstlern August Jäkel und Emanuel Scharfenberg gestalteten Gedenkstele für Magnus Hirschfeld vor seinem früheren Wohnhaus in der Otto-Suhr-Allee 93 Kränze niedergelegt. Zu der Veranstaltung hatten der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann (SPD), die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft sowie der LSVD Berlin-Brandenburg eingeladen. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo unterstützte die Veranstaltung mit einem "Kiss Kiss Berlin"-Regenbogenkuchen.

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Straßeneinweihung und Gala "Stars für Magnus"

Plakat für die Gala "Stars für Magnus" am 19. Mai im Berliner Wintergarten Varieté - Quelle: LSVD Berlin-Brandenburg
Plakat für die Gala "Stars für Magnus" am 19. Mai im Berliner Wintergarten Varieté (Bild: LSVD Berlin-Brandenburg)

Zwei wichtige Gedenkveranstaltungen stehen in dem kommenden Tagen noch bevor. So wird am Samstag, den 16. Mai um 10.30 Uhr Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt den Magnus-Hirschfeld-Weg einweihen – den ersten Gedenkort für den bedeutenden Arzt und Wissenschaftler in Magdeburg überhaupt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka sponserte ein erklärendes Zusatzschild für den neuen Weg am Ende der Straße Am Polderdeich. Ab 12 Uhr lädt der LSVD Sachsen-Anhalt anschließend zu einer Gedenkveranstaltung ins Gesellschaftshaus in der Schönebecker Straße 129 ein.

Der Magdeburger Magnus-Hirschfeld-Weg geht auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2012 zurück (queer.de berichtete). Hirschfeld lebte von 1894 bis 1896 in Magdeburg und hatte sein noch heute stehendes Wohnhaus in der Nachtweide 95. Er betrieb in Magdeburg drei naturheilkundliche und allgemeinmedizinische Arztpraxen, und zwar in seinem Wohnhaus, in der Schulstraße 4 und im Breiten Weg 168 auf der Höhe des heutigen Ulrichshauses (das im Namen an eine frühere Kirche an der Stelle erinnert).

Am Dienstag, den 19. Mai findet im Berliner Wintergarten Varieté zudem die große Abschlussgala "Stars für Magnus" statt. Die Veranstaltung hatte in den vergangenen Jahren Geld für die Errichtung eines Denkmals am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer gesammelt, das die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung, die auf Magnus Hirschfeld und seine Mitstreiter zurückgeht, würdigen soll. Dank zahlreicher Spenden und einer Zuwendung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin kann das Denkmal im kommenden Jahr realisiert werden. Die Gala ist als Dankeschön an alle Unterstützer gedacht.

Sexualwissenschaftlicher und sexualpolitischer Vordenker

Magnus Hirschfeld wurde am 14. Mai 1868 in Kolberg geboren und starb genau 67 Jahre später im Exil in Nizza. Der schwule, jüdische Arzt war der sexualwissenschaftliche und sexualpolitische Vordenker der Weimarer Republik. Bis zu seinem Lebensende kämpfte er gegen den Paragrafen 175, der einvernehmlichen Sex zwischen Männern unter Strafe stellte.

Hirschfelds wichtigster Beitrag in der neuen Wissenschaft war "Die Lehre von den sexuellen Zwischenstufen". Alle Männer und Frauen sind demnach einzigartige unwiederholbare Mischungen männlicher und weiblicher Eigenschaften. Diese Zwischenstufenlehre diente Hirschfeld als Grundlage seiner Sexualpolitik, die die Emanzipation der sexuellen Minderheiten von staatlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung und die volle Verwirklichung der sexuellen Menschenrechte weltweit zum Ziel hatte. Dafür setzte er sich gemäß seines Lebensmottos "per scientiam ad iustitiam" (lateinisch "durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit") Zeit seines Lebens ein.

Darüber hinaus verfasste Hirschfeld zwischen 1933 und 1934 eine Analyse und Widerlegung der nationalsozialistischen Rassendoktrin, die postum 1938 in englischer Übersetzung unter dem Titel "Racism" veröffentlicht wurde. Diese Arbeit ist eine der ersten, die den Begriff Rassismus nutzt. (cw)

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Reaktionen zu "Bundesjustizminister Heiko Maas weiht Magnus-Hirschfeld-Weg ein"


 6 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.05.2015
15:51:57
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von Alex


Wenn es um rein symbolische Aktionen geht, wo man gratis sein Image aufbessern kann, ist Heiko Maas immer dabei.

Aber wenn es um konkrete rechtliche Verbesserungen geht, ist er untätig.


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#2
15.05.2015
17:50:25


(+1, 5 Votes)

Von Haiko


Heiko Maas beweist wieder mal, dass er der beste Justizminister ist, den Deutschland je hatte. Immer an vorderster Front dabei, wenn es um die Gerechtigkeit geht. Das macht ihm so schnell keiner nach.


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#3
15.05.2015
20:14:37


(0, 4 Votes)

Von Fennek
Antwort zu Kommentar #2 von Haiko


Realitätsverlust?

Wo ist Heiko Maas denn dabei, wenn es um Gerechtigkeit geht.

Als Justizminister tut er gar nichts, um uns gleichzustellen. Aber dann bei PR-Terminen grinst er in Kameras und hofft, dass genug Leute darauf reinfallen. Und offenbar gibt es ja auch immer noch Leute, die darauf reinfallen.

Aber ob Herr Maas bei der Einweihung eines "Magnus-Hirschfeld-Weg" dabei ist oder nicht, bringt uns keinerlei Veränderung - weder bei der rechtlichen Situation noch im Alltag.

In der Realität zählt nur konkrete Politik und da ist Heiko Maas genauso untätig wie der Rest der SPD...


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#4
15.05.2015
21:13:17


(+3, 5 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #2 von Haiko


Vor allem beweist Heiko Maas mal wieder, dass er keine Gelegenheit auslässt, mit PR-Aktionen von seiner realen Politik abzulenken.


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#5
16.05.2015
08:45:05


(+2, 4 Votes)

Von Heiner


"Bundesjustizminister Heiko Maas weiht Magnus-Hirschfeld-Weg ein"

Typisch SPD:
im Bundestag für Diskriminierung stimmen, aber dann bei solchen PR-Aktionen Engagement heucheln.


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#6
16.05.2015
12:09:30


(+3, 5 Votes)

Von Joonas
Antwort zu Kommentar #2 von Haiko


Hättest Du mit Deinem dummen Beitrag mal lieber einen Tag gewartet. Dann hättest Du gesehen, dass Heiko Maas nur bei einer Sache an vorderster Front dabei ist: bei der Diskriminierung von Schwulen und Lesben...

Link zu www.queer.de


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