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  • 15.05.2015           70      Teilen:   |

Mit "Lehre und Tradition" unvereinbar

Katholische Bischöfe: Segnung von Homo-Paaren "nicht akzeptabel"

Artikelbild
Kardinal Marx hatte Homosexuelle einst als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet. Eine Segnung ihrer Beziehungen lehnt er ab. (Bild: Erzbischöfliches Ordinariat München)

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, und mehrere Bischöfe rügen Forderungen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken nach Modernisierung der Kirche.

Die Führung der römisch-katholischen Kirche in Deutschland hat am Freitag die Forderung von Gläubigen nach einer Modernisierung der Kirche in ihrem Familienrecht entschieden zurückgewiesen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte sich bei einer Vollversammlung am letzten Wochenende u.a. dafür ausgesprochen, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Paare anerkennen und begleiten müsse (queer.de berichtete).

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Marx, erteilte diesem Ansinnen der Laienvertretung am Freitag eine klare Absage: Die Erklärung des ZdK erhalte "erfreuliche Aussagen", aber auch "einige Forderungen, die theologisch so nicht akzeptabel sind."

So seien Forderungen nach einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder einer zweiten kirchlichen Ehe "mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar". In einer kurzen Stellungnahme schrieb Marx weiter: "Die Forderung nach einer 'vorbehaltlosen Akzeptanz' des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften widerspricht ebenfalls der Lehre und Tradition der Kirche."

Diese Themen bedürften "einer weiteren theologischen Klärung und nicht vorschneller, plakativer Forderungen", so Marx. "Eine sicher notwendige theologische Debatte und ein innerkirchlicher Dialog werden so nicht gefördert."

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Debatte schon vor Familiensynode erstickt

Allerdings hatte die Kirche diese Debatte auch selbst gesucht – im Rahmen der anstehenden Familiensynode des Vatikans waren Gläubige kürzlich in allen Bistümern aufgefordert, ihre Sicht zur Familienpolitik und Sexualmoral beizutragen.

Auch hier hatten sich viele Gläubige für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen und viele weitere dringende Forderungen nach Modernisierung gestellt. Die von der Bischofskonferenz an den Vatikan verschickte Zusammenfassung liest sich dabei milder als bekannt gewordene Stellungnahmen aus einzelnen Bistümern (queer.de berichtete).

Unzuchts-Kritik aus Passau

Bischof Stefan Oster konterte die ZdK-Forderungen mit Äußerungen über Unzucht und Ehebruch
Bischof Stefan Oster konterte die ZdK-Forderungen mit Äußerungen über Unzucht und Ehebruch (Bild: Bistum Passau)

Vor Marx hatte sich bereits der Passauer Bischof Stefan Oster ablehnend gegenüber einer Segnung homosexueller Paare sowie von Partnerschaften Geschiedener geäußert. Auf Facebook schrieb der 49-Jährige, er könne nicht nachvollziehen, "warum vollzogener Sex außerhalb der Ehe nun neuerdings ein Segen sein soll, wo er 2000 Jahre lang aus der Sicht des Glaubens das Gegenteil davon war."

In der Kirche und ihrer Offenbarung habe die "ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben". Jede andere Form "vollzogener sexueller Praxis" werde "außerhalb der Ehe entweder als Unzucht oder als Ehebruch bewertet". Man müsse das freilich zeitgemäß und im Einzelfall auffassen und "Menschen, die scheitern", seelsorgerisch begleiten.

Oster meinte weiter, er kenne keine einzige Äußerung des Papstes, die "auch nur annähernd in die Nähe der Forderungen des ZdK kommen würden". Auch viele Gläubige würden sich hier nicht vom ZdK vertreten fühlen, das "wesentliche Aspekte des biblischen Menschenbildes und des biblischen Offenbarungsverständnisses hinter sich" lasse.

In einem Interview mit der Badischen Zeitung hatte auch der Freiburger Bischof Stephan Burger am Freitag eine Segnung homosexueller Paare abgelehnt. Die "Ehe von Mann und Frau mit dem Wunsch nach Kindern" sei "Keimzelle der Gesellschaft", ein gleichgeschlechtliches Paar könne "nach unserem Verständnis keine Ehe schließen". Der 53-Jährige weiter: "Da sieht die katholische Kirche momentan keinen Spielraum." (nb)

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Tags: katholische kirche, bischofskonferenz, familiensynode, reinhard marx, stefan oster, stephan burger
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Reaktionen zu "Katholische Bischöfe: Segnung von Homo-Paaren "nicht akzeptabel""


 70 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.05.2015
20:11:19


(+8, 10 Votes)

Von Fennek


Um es mal auf gut deutsch zu sagen:
Mir ist scheißegal, was irgendwelche Fanatiker und Sprecher einer Kinderschänder-Sekte so den ganzen Tag rumlabern.


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#2
15.05.2015
20:16:06


(+10, 10 Votes)

Von Jeeens


Oster und Burger sind die beiden jüngsten deutschen Bischöfe, beide von Papst Franziskus eingesetzt. So sieht also die neue Generation aus ...


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#3
15.05.2015
20:18:38


(+12, 12 Votes)

Von GeorgG


Bischof Oster ist ein Beispiel dafür, wie konservativ gerade die jüngeren Kleriker in der katholischen Kirche sein können.
In meinen Augen ist dieser Mensch ebenso unerträglich wie Georg Gänswein.
Man sollte sich bei solchen Leuten nicht von dem guten Aussehen und der freundlichen Art täuschen lassen.


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#4
15.05.2015
20:31:15


(+8, 8 Votes)

Von BBM_FAN
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


"[...]"warum vollzogener Sex außerhalb der Ehe nun neuerdings ein Segen sein soll, wo er 2000 Jahre lang aus der Sicht des Glaubens das Gegenteil davon war."
Weil es immer so war, muss es auch immer so bleiben. Das nenne ich doch mal eine profunde, wohldurchdachte und reflektierte Argumentation.


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#5
15.05.2015
20:34:14


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


Herr Oster hat auf Facebook gleichgeschlechtliche Partnerschaften sogar mit einer Gangsterbande verglichen.

Anstand und das Gefühl für Recht und Unrecht sind nun mal keine Grundeigenschaften von Klerikal-Karrieristen.

Die aus allgemeinen Steuern für ihre Menschenfeindlichkeit bezahlt werden.

Monika Zieringer - Bischöfliche Pressesprecherin
Pressestelle des Bistums Passau
Domplatz 3
D-94032 Passau
Tel.: (0851) 393.1311
Fax: (0851) 393.1319
E-Mail: pressestelle@bistum-passau.de
Web: www.bistum-passau.de


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#6
15.05.2015
20:41:03
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die mittlere Führungsebene des Glaubenskonzerns hat gesprochen: Ihr habt zu glauben und zu zahlen. MEHR NICHT!


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#7
15.05.2015
20:41:57


(+5, 7 Votes)

Von Timon


Will die Kinderschänder-Sekte mal wieder von ihren Verbrechen ablenken, indem sie gegen andere hetzt?!


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#8
15.05.2015
20:43:54


(+8, 10 Votes)

Von Kirchenaustritt


Gegen Hassprediger hilft nur eines:
Kirchenaustritt

Link zu www.kirchenaustritt.de

Nichts trifft diesen geld- und machtgeilen Konzern mehr, als wenn man ihnen wenigstens ein wenig ihres Geldes und ihrer Macht nimmt.


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#9
15.05.2015
20:52:16


(+9, 9 Votes)

Von Hermelinde


Hört, hört, der purpurtragende kryptoschwule Problembär Marx brummelt sich wieder homophobes Zeug in den Bart!

Es ist doch immer wieder dasselbe: erst verkündet Wellness-Papst Franzerl fröhlich grinsend, dass man den verirrten homosexuellen Seelchen doch mit offenen Armen entgegenkommen solle. Dann stürzt sich das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK) auf genau diese Aussage, um daraus praktisch-theologische Handreichungen für den Alltag in den Gemeinden abzuleiten.

Und am Ende rudern die Bischöfe ganz entsetzt und pikiert wieder zurück, nach dem Motto: "Das haben wir doch alles nicht so gemeint - und Franziskus, der Viertelvorzwölfte, schon mal gar nicht!".

Ja, was denn nun? Können sich die werten KatholikInnen vielleicht endlich einmal entscheiden, wie sie unsereiner anzufassen gedenken? Mit Samt- oder Glacéhandschuhen - oder am Ende doch wieder mit dem Henkerbeil in der Hand?

Nicht, dass mich das persönlich interessieren würde (ich pfeife auf pfäffischen Segen!), aber es gibt ja leider auf dieser Erde unter den 1,2 Milliarden Katholiken genug Schwule und Lesben, die sich danach sehnen, endlich wie Menschen behandelt zu werden, anstatt wie theologische Versuchsobjekte.

Für die sind Aussagen eines Problembären im Kardinalsgewande nur weitere Schläge ins Gesicht. "Ihr seid nicht so wie die Heteros - daher können wir Euch auch nicht segnen".

Ach weißte, Schätzelein - auf Deinen Segen ist doch echt geschissen! Halt einfach zur Abwechslung mal für die nächsten hundert Jahre die Fresse.

So, das wäre dies.


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#10
15.05.2015
20:52:23
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Oli2015


Diese Reaktion zeigt, wie entrückt und entfremdet die Geistlichen von den Gläubigen sind. Sie vertreiben die Menschen regelrecht aus der Kirche und von Glauben.


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