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  • 16.05.2015           49      Teilen:   |
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Kolumne

Das peinliche Selfie mit der Pegida-Hetzerin

Dresdens rechtsextreme OB-Kandidatin Tatjana Festerling traute sich in die "Boys"-Bar und wurde dort von Dragqueen-Mitbewerberin Lara Liqueur (Die Partei) mit Likörchen empfangen.

Liebe Lara Liqueur,

was wäre das für eine Chance gewesen, dieser Frau einmal zu zeigen, was wir von ihrer homophoben und rassistischen Hetze halten.

Da verirrt sich Dresdens Pegida-Oberbürgermeisterkandidatin Tatjana Festerling ausgerechnet in die Schwulenbar "Boys", in der du als DJ und Entertainerin arbeitest – und dir fällt nichts anderes ein, als sie zum Likörchen einzuladen, mit ihr um die Wette Kondome aufzublasen und ein Selfie zu machen.

Und offensichtlich hatte auch kein anderer Gast den Mut, die rechtsextreme Politikerin vor die Tür zu setzen. "Die Jungs in der Bar rieben sich verwundert die Augen", schreibt die "Bild"-Zeitung.

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Weicheier statt Terrortunten

Zwei unwählbare OB-Kandidatinnen für Dresden: Lara Liqueur (Die Partei) und Tatjana Festerling (Pegida)
Zwei unwählbare OB-Kandidatinnen für Dresden: Lara Liqueur (Die Partei) und Tatjana Festerling (Pegida)

Nur zu Erinnerung: Festerling, das ist jene Frau, die selbst ihren ehemaligen AfD-Parteifreunden zu rechts war und die bei der Pegida-Demo am 30. März ordentlich gegen Lesben und Schwule vom Leder zog: "Wir wollen übrigens auch nicht den Terror der schwul-lesbisch-queren-intersexuellen Minderheit, die unsere Kinder mit ihrem überzogenen Sexualscheiß schon in der Grundschule traumatisieren." Das war, im Vergleich zu ihren Äußerungen gegenüber Ausländern und Muslimen, sogar noch freundlich.

Immerhin, könnte man sagen, hat sich Festerling nun selbst widerlegt, traf sie doch – 46 Jahre nach dem "Stonewall"-Aufstand – statt auf tapfere Terrortunten leider nur auf winselnde Weicheier. Man hätte ja nicht gleich handgreiflich werden müssen – aber gerade von dir als Kandidatin der Satiretruppe "Die Partei" hätte ich einen etwas kreativeren "Empfang" erwartet.

Und ich weiß nicht, was peinlicher ist: Das Selfie, der Likör und der Kondomaufblas-Wettbewerb oder das Rechtfertigungs-Video, das du am nächsten Morgen ungeschminkt und mit freiem Oberkörper aufgenommen hast. "Sie ist auch nur ein Mensch", sagst du darin, "es war einfach nur ein Gespräch", ein "blöder Zufall" und du und "die Tatjana" werden nicht beste Freundinnen werden. Die deutlichste Selbstkritik: "Das Selfie war wahrscheinlich ein bisschen falsch zu verstehen."

Am selben Tag, als die dreiste Festerling in die "Boys"-Bar marschierte, wurde in Düsseldorf unter dem Motto "Bunt statt braun" eine Kampagne gegen Rechtsradikale und Neonazis in der Szene gestartet. Ich habe heute für dich online die beiden Aufkleber "In-Out" und "No Drinks for Nazis" bestellt, sie sollten in den nächsten Tagen im Lokal eintreffen.

Herzlichst,
Micha Schulze

Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit über 20 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.
» Mehr Kolumnen: Message von Micha
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Tags: lara liqueur, dresden, tatjana festerling, pegida
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Reaktionen zu "Das peinliche Selfie mit der Pegida-Hetzerin"


 49 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.05.2015
13:02:45


(+9, 15 Votes)

Von goddamn liberal


Tja, Dräsden halt. Das Tal der Ahnungslosen. Ein riesiges Freilichtmuseum. Nicht nur mit schönen Bauten, sondern v.a. mit verstaubten Mentalitäten.

Was über Dresden hinausgeht, ist die unterwürfige Dankbarkeit einer Minderheit, die froh ist, wenn die Reaktion ihren historisch gewachsenen Vernichtungsvorbehalt gerade mal nicht umsetzt und sich 'nur' mit Entrechtung begnügt.

Heiter-bunte Sklavenmentalität.

2015!


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#2
16.05.2015
13:05:44


(-10, 14 Votes)

Von Markus44


Da hat der Autor des Artikels vollkommen Recht. Nicht immer bin ich seiner Meinung, aber hier dann schon...

Würde in ein Szenelokal in meiner Region in NRW/Niedersachsen ein Pegida-Sympathisant, NPD-Politiker oder Politiker der Partei "Die Republikaner" auftauchen, würd es sicherlich kein Likörchen geben, sondern da würde es allenfalls ein heftiges Streigespräch geben, das ich heimlich mit Handy aufnehmen würde.... um hinterher auch belegen zu können, was gesprochen wurde.

Ein guter Artikel diesmal und ein Lob an den Autor für seine gute Beobachtung, was so abläuft in den einzelnen Ecken des Landes.

Wo ich aber immer noch nicht sicher bin, ist die Einordnung der Partei "AfD"...wählen werde ich diese Partei nicht, aber ob ich sie so einfach in die rechte Ecke sortiere oder doch eher in die rechtskonservative Ebene ("und das ist für mich ein grosser Unterschied"), darüber muss ich weiter nachdenken, weil dort halt auch Politiker wie Henkel oder nunmehr offen schwule Bürgerschaftsvertreter wie der Bremer Historiker Tassis Mitglied sind.

Aber in bezug auf die Pegida hat Micha Schulze vollkommen Recht.


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#3
16.05.2015
13:20:29


(-14, 22 Votes)

Von Sürfi


Ich finde ein Likörchen mit ein hübschen, mutigen Frau ist immer ein Selfie wert. Vielleicht steht Lara Liqueur auf schöne Frauen. Der Kommentator sollte ein wenig toleranter sein.

Das war gelebte Toleranz von beiden Seiten.


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#4
16.05.2015
13:30:00


(+16, 20 Votes)

Von onedaycolder
Aus kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 14.05.2015
Antwort zu Kommentar #3 von Sürfi


das dulden und willkommenheißen von menschenverachtenden hetzern nennt man nicht toleranz sondern dummheit


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#5
16.05.2015
13:48:28
Via Handy


(+11, 17 Votes)

Von Steringer
Antwort zu Kommentar #3 von Sürfi


Es ist eine Boys- Bar. Warum sollte dort jemand auf Frauen oder Transsexuelle Frauen stehen?
Davon abgesehen, sich Nazis anzubiedern geht gar nicht.


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#6
16.05.2015
14:09:14


(+9, 17 Votes)

Von Peer


Wenn Lara Liqueur lieber mit Nazis posiert, ist das ihr Recht. Aber als Eva Braun ist sie dann nicht mehr Teil der Community.


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#7
16.05.2015
14:15:48


(+8, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Markus44


"Würde in ein Szenelokal in meiner Region in NRW/Niedersachsen ein Pegida-Sympathisant, NPD-Politiker oder Politiker der Partei "Die Republikaner" auftauchen würd es sicherlich kein Likörchen geben, sondern da würde es allenfalls ein heftiges Streigespräch geben, das ich heimlich mit Handy aufnehmen würde"

Sag mir mal, wenn willst du hier wieder verarschen?
Deine Kommentare der vorigen Tage, hinnsichtlich der Europäischen Flüchtlingspolitik zeigen mir ein ganz anderes Bild von dir.


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#8
16.05.2015
14:32:17


(+8, 10 Votes)

Von VbFfM


Ich persönlich hätte die olle Faschistin überhaupt nicht erkannt.
Gerade in einer Schwulenbar hätte ich dann doch auch nicht erwartet, dass eine homophobe & rechtsextreme Hetzerin auftaucht.


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#9
16.05.2015
16:06:27
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von dresden


Mit Frau Festerling können wir uns auf etwas freuen. Die Frau ist voller Hass auf alles fremde. Da fragt man sich gegen wen es als nächstes geht. Etwa gegen Behinderte?


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#10
16.05.2015
16:43:28


(+13, 13 Votes)

Von Diversity


Das ist das Problem: Statt diese Frau sofort der Bar zu verweisen, wird ihr auch noch eine Bühne gegeben, wo sie sich gut gelaunt präsentieren darf. Viel zu wenig Leute machen den Mund auf und sagen diesen Nazis, was sie von ihnen halten. Man sollte diesen Rechten keine Gelegenheit geben, sich darzustellen und ihren Hass zu verbreiten!


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