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  • 16.05.2015           21      Teilen:   |

Zur Kreuzberger Kiss-In-Debatte

Kommentar: "Glad(t) to be gay" statt "Küssen gegen Ausländer"

Artikelbild
Auch beim CSD in Istanbul wird geknutscht

Mit seiner berechtigten, aber miserabel begründeten Kritik an Maneo zeigt sich Gladt anti-emanzipatorisch. Dabei ist Sichtbarkeit ein wesentliches Mittel der Bewegung.

Ein Kommentar von Norbert Blech

Gelegentlich möchte man aus der Ferne die Berliner Szene vor sich selbst schützen. Nun führt sie schon wieder eine überhitzte Debatte, die kaum zu etwas Gutem führen kann. Begonnen hatte das am Mittwoch mit einer Pressemitteilung des Kreuzberger Vereins Gladt, der ein für Sonntag vom Berliner Überfalltelefon Maneo geplantes Kiss-In am Kottbusser Tor und im Wedding kritisierte (queer.de berichtete).

Anlass ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie, der in Berlin mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird. Maneo lädt wie in den Vorjahren zum gleichgeschlechtlichen Küssen, diesmal an die kritisierten Orte sowie an den Nollendorfplatz. Damit solle ein "Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt" gesetzt werden.

Gladt, eine Beratungsstelle und Selbst-Organisation von türkeistämmigen LGBT, kritisierte das geplante Kiss-In allerdings als "geradezu grotesk", da Maneo offenbar keinen Kontakt zu den Aktivisten im Kiez suchte und nun ein kleiner, nicht vielfältiger Protest zu erwarten sei: "Eine weiße, cis-männlich-dominierte, schwule Organisation wirft hier einen Hilfeballon für eine bessere Welt ab", ätzte Gladt über die "Inszenierung von farbenfroher Weltoffenheit", und tat sich damit den ersten von einigen Nicht-Gefallen.

Wäre diese Kritik in Verständnis-gerechte Sprache verkleidet gewesen statt in die Prosa der linken Kreuzberger Blase, hätte sich darüber durchaus streiten können. Man hätte dafür, anders als die Pressemitteilung, auch auf einiges an Vorgeschichte und Kontext eingehen müssen.

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Maneo hat eine Vorgeschichte

Etwa näher auf die Arbeit des Anti-Gewalt-Projekts Maneo, das mit nicht aussagekräftigen Überfall-Statistiken, dem Gerede über eine "gefühlte Zunahme" der Fälle und Spekulationen über die Herkunft der Täter jahrelang die Grundlage für teils rassistische Aussagen und Ängste bot. Das nicht differenzierte zwischen den Taten, zwischen einem homophoben Mord etwa und einem aus wirtschaftlicher Not begangenen Raub durch Stricher. In Berlin entstand ein überzogenes Gerede über "No-Show-Areas" (O-Ton Bastian Finke von Maneo), das niemandem half. Erst Recht nicht den LGBT in den Kiezen selbst.

Wenn nun ein paar wenige Maneo-Aktivisten, die Bildern vorheriger Veranstaltungen nach durchaus überwiegend "weiß" und männlich sind, in vermeintlichen "No-Show-Areas" gegen Homophobie protestieren wollen, ohne nähere Einbeziehung der Menschen aus dem Kiez, hat das folglich einen Beigeschmack: Ist das nur ein allgemeiner Protest gegen Homophobie oder ist er auch eine Anklage, in diesem Fall gegen eine andere Minderheit? Der Gedanke ist nicht weltfremd: Maneo hat frühere Kiss-Ins etwa an der ugandischen Botschaft abgehalten.

Gladt spricht von Bauchschmerzen, die man hier habe, und die sind nachvollziehbar. Anders als teilweise berichtet, soll niemanden der Protest oder das Küssen verboten werden, auch wirft der Verein Maneo nicht direkt Rassismus vor. Vielmehr fragt Gladt, wie überlegt, angemessen und konstruktiv der Protest in dieser Form ist. Und dazu hat der Verein jedes Recht.

Anderen einen Bären aufbinden

Der "Toleranz-Bär" in Moskau
Der "Toleranz-Bär" in Moskau (Bild: Maneo)

Es ist nicht das erste Mal, dass Maneo-Aktionen hinterfragt werden. In Moskau erinnert man sich noch mit Grauen daran, wie Maneo zur Unterstützung des CSDs 2011 einen menschengroßen "Toleranz-Bär" nach Russland schickte. Das unhandliche Ding, in Berlin von Bürgern geküsst und unterschrieben, durften die russischen Aktivisten selbst vom Flughafen abholen und zu einem Kino bringen, wo es – im Rahmen einer Ausstellung zur Partnerschaft der Städte – überwiegend unbeachtet rumstand und nicht als LGBT-Symbol verstanden wurde. Bei der Eröffnungsveranstaltung fiel wohl ein Nebensatz über seinen Zweck.

Die Moskauer Aktivisten, die in diesen Tagen nicht wenig vorzubereiten hatten und sich an dem blöden Bären einen abschleppten, durften übrigens nicht mal auf die Veranstaltung. Bastian Finke weilte noch ein paar Tage in Moskau, ohne dass er von den Aktivisten oder bei der CSD-Demo gesichtet wurde. Bei dieser wurden die Aktivisten von Polizei und Neonazis verprügelt, die Medien auf der ganzen Welt reagierten entsetzt. In der wenig später verschickten Pressemitteilung von Maneo zur erfolgreichen Reise des Bären ("sichtbares und sympathisches Zeichen gegen Homophobie, Diskriminierung und Gewalt") wurde nicht weiter auf ihr Schicksal eingegangen.

Wenig hilfreich war das, und auch das Kiss-In wird kaum zu einem Abbau von Homophobie oder irgendwas beitragen. Es soll leidenschaftlich wirken, hat aber was von bemühter und mit sich selbst zufriedener Funktionsärsdrögheit. Es soll für Toleranz und Respekt werben, versagt aber bereits den konkreten Umständen Respekt.

Man könnte näher analysieren, wieviel patronisierende Ignoranz in solchen Aktionen steckt, mancher wird auch versteckten Rassismus oder Imperialismus entdecken wollen – übrigens nicht nur bei Maneo: Russische LGBT haben sich über manche Aktion ihrer Schwestern aus dem Westen belustigt, über manche empört; erst Recht, wenn sie Russenfeindlichkeit ausdrückten oder beförderten. Aktivisten aus Afrika sind nicht glücklich, wenn homophobe Aussagen ihrer Staatschefs immer wieder zu pauschalen Forderungen nach einem Stopp der Entwicklungshilfe führen. Um nur Beispiele zu nennen.

Hier ließe sich manche konstruktive Debatte führen, wenn sie nicht den Vorwurf, sondern eine Besserung zum Ziel hat. Man hat aber den Eindruck, bei Maneo ist nicht mal Ignoranz das treibende Motiv, sondern schlicht Ideenlosigkeit und Naivität, bürokratisierte Nutzlosigkeit.

No-Kiss-Areas?

Bei einer solchen Kritik hätte es Gladt belassen können. Leider fing danach die Pressemitteilung erst so richtig an, und den Vorwurf der Unüberlegtheit muss man in Folge vor allem an diesen Verein richten.

Gladt weist zurecht darauf hin, dass sich für viele LGBT aus Kreuzberg weitere Fragen stellen neben der Homophobie, die man nicht übersehen, nicht unterbewerten darf: Doppeldiskriminierung aufgrund der Herkunft, auch aus der Szene, dazu oft eine schwierige soziale und wirtschaftliche Lage.

Daraus zu folgern, dass das "Konzept des Kiss-Ins" fragwürdig sei – Gladt kritisiert hier allgemein, nicht nur das Maneo-Vorhaben -, ist aber gefährlicher Quatsch. Schaden tut ein Kiss-In niemanden. Jetzt so zu tun, als lande da ein Ufo in einem anderen Land und verstöre die Einwohner, ist arg weit her geholt. Es gibt in Kreuzberg stark frequentierte queere Kneipen und Partys, mit Besuchern aus dem ganzen Spektrum der Community, die sich gelegentlich sogar mal auf der Straße küssen. Und das ist gut so; daran müssen und werden sich die Menschen in Kreuzberg ebenso gewöhnen wie die Menschen auf dem Land. Die meisten haben sich längst dran gewöhnt.

Es gibt sogar einen Kreuzberger CSD – mit so vielen bemühten Reden zu Armut, Hartz IV & Co., dass sich die "Einheimischen" wahrscheinlich sogar freuen würden, die Leute würden auf der Bühne einfach mal den Mund halten und sich einfach nur küssen.

Ein Kiss-In gefährde die "Beziehungsarbeit zu unseren Nachbar*innen und stellt sie auf die Probe", meint Gladt ernsthaft. Ohne den Kontext zu übersehen: Das ist eine peinliche Bloß-nicht-Provozieren-Auffassung, die bereits den bloßen Kuss unter zwei Männern oder zwei Frauen als Provokation diffamiert.

Diese Haltung ist das Gegenstück zu einem kämpferischen "We're here, we're queer, get used to it" und x-fach falscher als Maneos planloses Rum- und Eigengeküsse. Sie ist im Kern selbst patronisierend. Das "Konzept des Coming-out", das quasi eine Voraussetzung für die Teilnahme an einem Kiss-In sei, sei ein "sehr weißes und westliches", meint Gladt noch. "Als sei es die Krönung der Emanzipation, wenn alle wissen, wen Mensch liebt und begehrt."

Weltweite Emanzipationsbewegung

Es ist zumindest keinerlei Emanzipation, wenn niemand etwas weiß. Emanzipation basiert gerade bei LGBT auf Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein. Sie passiert so – und nicht anders – in allen Teilen der Welt. Zumindest in allen halbwegs freien; teils langsam, teils mit Rückschlägen, aber sie passiert. Weil sie nicht anders funktioniert, als wenn Leute für sich selbst eintreten.

Auch in der Türkei demonstrieren an diesem Sonntag Tausende LGBT in zahlreichen Städten gegen Homo- und Transphobie. Viele ihrer Probleme und Fragen sind anders als hier, auch drängender, doch sie wählen den gleichen Weg: Sie gehen auf die Straße, machen auf sich aufmerksam. Die Vermutung, sie würden sich über die Gladt-Sätze ärgern, ist sicher keine Anmaßung.


CSD in Istanbul


Natürlich wird der Verein in seiner Vor-Ort-Arbeit mit differenzierteren Fragestellungen zu tun haben, natürlich ist für viele ein Coming-out ein Abwägungsprozess, in den etliche Fragen hineinspielen. Gladt, das am Freitag für telefonische Rückfragen nicht erreichbar war, könnte hier viel zu einer Debatte beitragen, wenn es wollte.

Die Freiheit, man selbst sein zu können, ist aber kein westliches Konstrukt und muss das langfristige allgemeine Ziel sein. Kreuzberg darf kein aktivistischer Sperrbezirk sein; ganz im Gegenteil könnten gerade von hier aus wichtige Signale in die Welt gehen.

Rechter Rand freut sich

Die unüberlegte Pressemitteilung sendet hingegen das falsche Signal, sie wird bewusst missverstanden, zugespitzt und instrumentalisiert. Ein schwuler Blogger, der kürzlich noch Texte veröffentlichte, die sich gegen "schrille" CSD-Teilnehmer und letztlich einfach gelebte Vielfalt wendeten, hat etwa plötzlich die Emanze in sich entdeckt, greift Gladt scharf an und ruft seine verbliebenen Anhänger geradezu zur Teilnahme am Kreuzberger Kiss-in auf, im Sinne von "jetzt erst recht".

Auch angesichts von teils erschreckenden Kommentaren in sozialen Netzwerken ("die Asylanten" sollten doch "nach Hause gehen, wenn ihnen das nicht passt") stellt sich die Frage, ob sich das wirklich noch gegen Homophobie richtet oder man hier schon, wie es jemand bei Facebook kommentierte, ein "Küssen gegen Ausländer" befürchten muss.

Ein Gedanke, der jedenfalls bei vielen Kommentaren durchscheint: Wir zeigen euch, wie es geht. Ob ihr das wollt oder nicht. Diese Überheblichkeit gibt spätestens im Nachhinein den Bedenken von Gladt Recht, mag die Pressemitteilung auch den Charakter einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung haben.

Die beste Antwort von Gladt wäre aber ein selbstbewusstes wie selbstbestimmtes Zeigen, wie es besser geht.


CSD in Istanbul

Mehr zum Thema:
» Verein für türkischstämmige LGBT kritisiert "weißes" Kiss-in (13.05.2015)
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Tags: berlin, maneo, gladt, kiss-in
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Reaktionen zu "Kommentar: "Glad(t) to be gay" statt "Küssen gegen Ausländer""


 21 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.05.2015
17:27:37


(+3, 23 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


>GLADT hantiert nicht mit Argumenten der Homo-Hasser und spielt das Problem Homophobie und Rassismus, anders als GLADT-Basher, in keiner Weise gegeneinander aus, sondern betont in der berqueresque skandalisierten Stellungnahme ausdrücklich: "Wir leben in einer Gesellschaft, die rassistisch, diskriminierend, homophob und trans*diskriminierend ist, und wir verurteilen Gewalt und Diskriminierung zutiefst." Unmissverständlich legt der Verein seinen eindeutig anti-sexistischen Standpunkt dar und erklärt das real existierende Phänomen der Doppel- und Mehrfachdiskriminierung: "Menschen mit Rassismuserfahrungen sind anders auf Familie und Community angewiesen als weiße Menschen. Es ist also () fraglich, was ein Kiss-In an einem Ort wie dem Kottbusser Tor bewirken soll." Bedeutet: Wer als Bewerberin nur aufgrund der Herkunft und des Familiennamens schlechte Karten (Alltagsrassismus) bei der Wohnung- und Jobsuche hat, ist stärker darauf angewiesen bei den womöglich konservativen Eltern zu wohnen oder beim etwaig homophoben Onkel im Geschäft zu jobben. Doppelt diskriminierten Personen, die in sozial nach wie vor prekären Kiezen Kreuzberg, Wedding und Neukölln mit tatsächlich existenziellen Problemen zu schaffen haben, hilft ein tradiert provokant sexualisierter, auf unterhaltsamen Nervenkitzel ausgerichteter Flashmob tatsächlich nicht.
Für weiße deutsche schwule Mehrheitsbürger ist die bis in AfD-Kreise längst akzeptierte Sichtbarkeit gelebte Realität. Das Aktions-Motiv, welches ein Kiss-in zu fördern vorgibt, nämlich Akzeptanz zu erhöhen und Homohass einzudämmen, balanciert dahingehend auf fragilen Argumentationssträngen. Das Nachholbedarf in strukturell benachteiligten Bevölkerungsschichten herrscht, wissen LGBT im Wedding und Kreuzberg selbst. Wozu also der Schöneberger Hilfsballon mit Showeffekt? Die Frage ist doch wohl erlaubt.

Xeno- und Homophobie: Das gegeneinander Ausspielen von Interessengruppen

Der Verdachtsmoment bleibt: MANEO möchte abermals eine gleichfalls diskriminierte Bevölkerungsgruppe in den Anti-Homophobie-Fokus rücken, die eben vermehrt im Wedding und Kreuzberg beheimatet ist, um diese unterm Banner des Regenbogens als vermeintliche Tätergruppe zu denunzieren. "Wir beobachten schon seit einiger Zeit wie die Mehrheitsgesellschaft versucht, allen voran weiße Schwulenvereine, Homofeindlichkeit gegen Rassismus auszuspielen, kritisiert auch der Migrationsbeirat Berlin Brandenburg."<

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#2
16.05.2015
17:35:03


(+2, 18 Votes)

Von jürgen


Meine vollste Zustimmung zu diesen Artikel


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#3
16.05.2015
17:58:18


(+3, 23 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Was bleibt denn nun? Wenn sich 'Nichtweiße', der angesprochene Blogger lässt auf seinem Profil über "K-Wort" ablästern, über weiße Arroganz und Ignoranz beschweren, sind sie selber schuld, das der Mob sie dafür "ab in die Heimat" schicken will?

>Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bahnt sich am Vatertag begleitet von zynischen Parolen wie ab in die Heimat ihren Weg durch die Kommentarspalten. Das Antigewalt-Projekt MANEO muss dem entgegentreten. Migranten pauschal als Tätergruppe zu inkriminieren, ist xenophob. Homo- und Xenophobie gehören gleichfalls verfemt. Maneo-Vorstand Hampel äußerte sich mir gegenüber einmal so: Wenn irgendwo ein Inder durchs Dorf gejagt wird, regt sich jeder auf, aber ein homophober Bushido darf hier singen. Das war 2007, nach dem BRAVO-Event gegen Rassismus und Gewalt am Brandenburger Tor. Doch hat die Tendenz zum gegeneinander Ausspielen von Opfergruppen beim Regenbogenkuchen-Verein seitdem wirklich abgenommen? Trollende Pro-MANEO-Enthusiasten in den Foren leugnen das Vorhandensein rassistisch motivierter Diskriminierung kurzerhand. Rassismus ist ein Kampfbegriff von Extremisten. twittern die einen, andere drehen den Spieß um und erklären Nichtweiße zur schwulenfeindlichen Haupttätergruppe.< - See more at:
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P.S. Wer Rassismus leugnet, ist ein Rassist.


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#4
16.05.2015
17:58:33
Via Handy


(+12, 22 Votes)

Von Wahrsager


Sich verstecken nützt gar nichts!!!

Das verstärkt nur noch die Homophobie, weil dann viele nicht Bescheid wissen und und vieles dann nur von "hören und sagen" zusammenreimen.


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#5
16.05.2015
18:54:40


(+6, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


Wieso kann man nicht den Mittelweg gehen?
Die Leute, die sich küssen wollen, egal, was für eine Herkunft, Rasse, Farbe, LGBTI oder nicht usw. die sollen sich doch küssen und die nicht bereit sind in der Öffentlichkeit Zärtlkichkeiten auszutauschen sollen es dann eben bleiben lassen, es wird doch keiner gezwungen zu irgendetwas.


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#6
16.05.2015
19:35:25


(+8, 20 Votes)

Von tmenge
Aus Berlin
Mitglied seit 16.05.2015


"Gladt, das am Freitag für telefonische Rückfragen nicht erreichbar war, könnte hier viel zu einer Debatte beitragen, wenn es wollte."

Das haben sie doch getan, und die Debatte wird in dem Beitrag ja auch ganz vernünftig geführt (bei Maneo vielleicht weniger). Sich über den "Ton" der Kritik zu beschweren trägt dagegen nicht zur Debatte bei; solche Ton-Einwände führen in der Regel nur dazu, wichtige Perspektiven aus der Debatte auszugrenzen. Eines der Ausgangsprobleme ist ja dass Maneo keinen Kontakt zu Gladt gesucht hat und deren Bedenken und Erfahrungen offenbar nicht ernst nimmt. Das die Kritik dann etwas schärfer formuliert wird, schon um auf das Problem aufmerksam zu machen, ist doch verständlich.


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#7
16.05.2015
20:06:02


(+4, 20 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #5 von hugo1970


Ausgrenzen ist eben kein Mittelweg, sondern Ausgrenzung...
>>> Meine Meinung: Kiss-Ins sind ein durchaus probates Mittel symbolisch schwule* Sichtbarkeit zu propagieren. Die GLADT-Stellungnahme spiegelt die besondere Situation von nichtweißen LGBT wider. Dafür Verständnis aufzubringen, bedarf Empathie und den Willen, eine dem Menschen zugewandte Politik zu unterstützen, die nicht spaltet, sondern solidarisiert.<<< - See more at:
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#8
16.05.2015
20:40:35


(+12, 18 Votes)

Von Robin


Sichtbarkeit ist das wichtigste!

Wenn man sogar beim CSD in Istanbul küssen darf, ist es lächerlich, wenn Gladt sich hier in Deutschland dagegen wendet. Und gefährlich ist diese Position obendrein, da sie demokratische Grundrechte infrage stellt.


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#9
16.05.2015
21:10:29


(+5, 21 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


"Daraus zu folgern, dass das "Konzept des Kiss-Ins" fragwürdig sei Gladt kritisiert hier allgemein, nicht nur das Maneo-Vorhaben -, ist aber gefährlicher Quatsch. Schaden tut ein Kiss-In niemanden", schreibt Norbert Blech, die Stellungnahme falsch wiedergebend.

GLADT erklärt vlelmehr, dass ein Kiss in im Allgemeinen für nicht geoutete Personen nicht zugänglich sei und diese Personen also von dieser Form des politischen Statements aufgrund ihrer Situation grundsätzlich ausgeschlossen sind.

GLADT lehnt ein KIss in aber nicht pauschal ab, sondern kritisiert im Speziellen eben den "arrogant" und "respektlos" an der Basisgruppe vorbei durchgezogene MANEO-Aktion, die wie ein Hilfsballon abgeworfen wird.

Ich empfehle jedem, die Stellungnahme selbst im Wortlaut zu lesen:
Link:
reiserobby.de/idaho-antidiskriminierungsarbeit-kri
tik-an-maneo-kiss-in/


Ergänzend dazu auch die viel schärfere, aber ebenso wahre Stellungnahme des Migrationbeirates Berlin/ Brandenburg, die "weißen" Schwulenvereinen deutlich vorhält, Rassismus und Homophobie gegeneinader auszuspielen...
Link zu www.mrbb.de


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Anm. d. Red.: Der Gedanke, wie Gladt vom Thema Kiss-In zum Thema Coming-out kommt, war oben tatsächlich verloren gegangen und wurde nachgetragen. Der Rest ist Ansichtssache.

 
#10
16.05.2015
22:09:19


(+10, 16 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


Natürlich kann ich nachvolziehen dass es Menschen mit Mehrfachdiskreminierung gibt, auch und gerade bei solchen mit dem sogenannten "Migrationshintergrund".

Die Pressemitteilung von Gladt jedoch empfinde ich nicht als "unglücklich" sondern geradezu als Frechheit!

Es wäre mir neu, das einzelne Vereine Gebietsschutz für bestimmte Stadtteile haben und anderen Juristischen- oder Natürlichen Personen vorschreiben könnten, was sie dort tun oder lassen sollen.

Wenn Gladt möglicherweise berechtigte Kritik, Änderungswünsche oder Verbesserungsvorschläge an der Aktion von Maneo hat wäre es in erster Linie schön, wenn die Vereine erst mal intern darüber sprechen, statt einen öffentlichen Zickenkrieg per Pressemitteilung zu veranstalten. Ich habe zumindest nicht gelesen, das es bisher solche Gespräche gab.

Zu meiner Studentenzeit habe ich in Berlin, und zwar im Wedding, gewohnt. Und ja, ich bin "weiß", cis-männlich und schwul. Einen Passierschein habe ich damals nicht gebraucht, aber wennn man den ersten Artikel zum Thema ließt kommt es mir vor, als wollten sich die Leute von Gladt gerne selbst in ein Ghetto sperren.

Das das Reaktionen à la "jetzt erst recht" provoziert liegt auf der Hand, auch wenn manche Kommentare da deutlich über das erträgliche hinausgeschossen sind.

Zu guter letzt möchte ich noch zu bedenken geben, das die Eigensicht von Gladt, für oben genannte Personen zu sprechen, nicht unbedingt von ebendiesen geteilt werden muß. Ich habe oft genug Pressemitteilungen von Vereinen der Art "Schwule fordern XYZ" gelesen, bei denen ich mir nur an den Kopf gegriffen habe.


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