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  • 19.05.2015               Teilen:   |

Unsere liebsten Hetero-Nerds

Sind Hot Chip etwa erwachsen geworden?

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Seit 15 Jahren mischt die britische Band Hot Chip elektronische Tanzmusik mit Indie-Sounds - ganz nach dem schwulen Geschmack. Obwohl die fünf Mitglieder selbst hetero sind, spielen sie oft auf Pride-Veranstaltungen und setzen sich für LGBT-Rechte ein (Bild: Domino Records)

Auf ihrem sechsten Album "Why Make Sense?" gibt sich die Londoner Indie-Dance-Band etwas nachdenklich und weniger zappelig als früher.

Von Michael Thiele

Hot-Chip-Songs haben ja oft etwas Albernes. Man kann sie nicht so richtig ernst nehmen, man kann auch nicht wirklich zu ihnen tanzen. Im Gegenteil, rumzappeln und rumhüpfen will man, zum Beispiel zum schütteligen Klassiker "Boy From School", der 2006 den Durchbruch der britischen Indie-Dance-Kombo bedeutete. Und angesichts des neuen, sechsten Albums, das den kuriosen Titel "Why Make Sense?" trägt, wird sich an dieser Albernheit in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern. Oder?

Tatsächlich ziehen Hot Chip, die im Kern aus fünf Mann bestehen, für "Why Make Sense?" aber ihre zwei Live-Musiker mit ins Studio geholt und insofern erstmals als Septett gearbeitet haben, nun eine Art Zwischenfazit. Als wie relevant empfinden sich Frontmann Alexis Taylor und seine Kollegen nach 15 Jahren im Geschäft noch? Diese Frage steht hinter den Aufnahmen, und sie wird gleich in Opener und Vorab-Single "Huarache Lights" angesprochen, und zwar auf Hot-Chip-typische, nerdig-verspielte Weise.

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Was zieht man an, was legt man auf?

"Why Make Sense?" ist Mitte Mai beim Independent-Label Domino Records erschienen
"Why Make Sense?" ist Mitte Mai beim Independent-Label Domino Records erschienen

So erklärt Taylor in der Pressemitteilung zur Platte: "'Huarache Lights' heißen Turnschuhe, die ich sehr gerne mag. Aber in dem Song steht der Name für etwas anderes, etwas sehr Modernes und sehr stark mit London Verbundenes und für den Eskapismus einer Freitagnacht im 'Plastic People', wo wir in der Nacht aufgelegt haben, als wir den Track geschrieben haben."

Und er fügt hinzu, es gehe "sowohl um den Reiz, sich zu überlegen, was man am Abend anzieht und welche Platten man spielt, als auch um die Frage, ob wir als Band zu alt geworden sind, ob die Leute sich immer noch für uns interessieren. Die Antwort auf diese Fragen haben wir auf diesem Album musikalisch gelöst."

Zeichen dieser Lösung ist es, dass sich Hot Chip einerseits zurückgenommen haben. "Why Make Sense?" ist direkter, nicht so verstiegen und überproduziert wie etwa sein Vorgänger "In Our Heads" aus dem Jahr 2012, aber auch wiederum nicht so stringent und pur wie "One Life Stand" von 2010.

Direktlink | Offizielles Video zu "Huarache Lights"

Wärmere Klänge erhalten Einzug

Andererseits halten auf "Why Make Sense?" wärmere, der Black Music entliehene Klänge Einzug. So ist "Started Right" mit Achtziger-Funk angereichert, "Love Is The Future" mit einem längeren Rap-Part und "Need You Now" mit einem souligen Refrain, der tatsächlich ein Sample einer Sinnamon-Single von 1983 ist. Wie Hot Chip um diesen eine Eurodance-Perle stricken, ist grandios.

"Need You Now" ist einer der Höhepunkte auf "Why Make Sense?", das erwähnte, basslastige und ordentlich schiebende "Huarache Lights" und "Easy To Get" sind die anderen. Letzteres bezirzt mit einem pulsierenden Finale, das die elektronischen Wurzeln des Songs freilegt, und mit schönen Lyrics: Es geht darum, alle Coolness abzuwerfen, einfach auf die Tanzfläche zu flitzen und zu flirten, egal, was irgendwer darüber denkt.

Und die restlichen sieben Nummern? Die sind recht medioker, epigonal und – allen voran die zwei Balladen – schwachbrüstig. Als wie relevant sich Hot Chip also ansehen, mag eine halb kokettierende Frage sein, die die Band nur selbst beantworten kann. Ihre tatsächliche Relevanz hat dagegen abgenommen. Oder klingen Alexis und Co. auf ihrem neuen Album einfach nur zu ungewohnt, zu nachdenklich und erwachsen?

Youtube | Weiterer Höhepunkt des Albums: "Need You Now"
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Hot Chip
» Fanpage auf Facebook
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Tags: hot chip, why make sense
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