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Die Wiener wollen zum ESC nicht nur mit Conchita Wurst und multisexuellen Ampelpärchen ein Zeichen für LGBT-Rechte setzen

Mit einer großen internationalen Demo wollen Aktivisten am Donnerstag auf die Menschenrechte von LGBT weltweit aufmerksam machen. Derweil setzten ESC-Fans bereits am Dienstag ein Zeichen.

Von Norbert Blech

Mehrere österreichische LGBT-Organisationen haben für Donnerstag zu einer speziellen Demo durch Wien anlässlich des Eurovision Song Contests aufgerufen.

Der Regenbogenmarsch startet um 18 Uhr am Sigmund-Freund-Park und zieht bis zum Büro von Queeramnesty, wo im Anschluss eine Kunstinstallation stattfindet. Die HOSI Wien lädt nach dem Protest zugleich in ihre Räumlichkeiten zur Übertragung des zweiten ESC-Halbfinales.

Die im Netzwerk "To Russia with Love" versammelten Aktivisten hoffen auf eine größere Medienöffentlichkeit für den Protest, der auf die Menschenrechte von LGBT weltweit aufmerksam machen soll – und das mit vielen internationalen Teilnehmern, schließlich sind zu dem Contest viele Schwule aus der ganzen Welt angereist. Aus Berlin erwartet wird auch das Bündnis "Enough is Enough" mit seiner großen Flagge, die alle Staaten zeigt, in denen Schwule und Lesben noch strafrechtlich verfolgt werden.

Nur Flaggen, keine Pfiffe


Regenbogenflaggen verdeckten beim ersten Halbfinale teilweise die russische Sängerin (Bild: Screenshot)

Auch bei der Show selbst lassen sich Politik und Unterhaltung schwer trennen. Am Dienstag im ersten Halbfinale schwenkten zahlreiche Fans zum russischen Beitrag Regenbogenflaggen, der stille Protest gegen Russlands Politik wurde von den Kameras des ORF gut eingefangen. Bereits im letzten Jahr hatten Fans Regenbogenflaggen geschwenkt und die russischen ESC-Teilnehmer bei Auftritt und Punktevergabe ausgepfiffen – davon war in diesem Jahr nichts zu hören.

Die diesjährige russische Sängerin Polina Gagarina hatte sich zugleich zuvor um ein gutes Verhältnis zu Conchita Wurst bemüht – die österreichische Drag Queen, die den Contest im letzten Jahr gewonnen hatte, moderiert die Show in diesem Jahr aus dem Green Room. Bei einer Probe hatte Gagarina ein kurzes Video aufgenommen, in dem sie Conchita küsst und umarmt – und sie danach in sozialen Netzwerken vor homo- und transphoben Kommentaren verteidigt.

In der Pressekonferenz nach der Show vom Dienstag war die frisch ins Finale am Samstag gewählte Sängerin auch auf LGBT-Rechte angesprochen worden. Ihre Antwort: Ihr Song handle von der Liebe. Und jeder auf der Welt spreche nur eine Sprache: die der Liebe. "Es macht keinen Unterschied, wer du bist." In Anspielung auf das diesjährige ESC-Motto sagte sie: "Wir sind alle Menschen und können Brücken bauen". Die Unterstützung aus der Halle sei toll gewesen.

Youtube | Gagarinas Auftritt im zweiten Halbfinale, Flaggen bei 0:45 und ab 2:25

Flaggen nur bei Russland?


Måns Zelmerlöw, der Favorit aus Schweden, bei einer Probe in Wien (Bild: Elena Volotova / EBU)

Das Zusammenspiel von Show, Künstlern und Politik ist in den letzten Jahren zu einer Dauerdebatte unter Fans, Zuschauern und Aktivisten geworden. Frühere Anlässe waren etwa der Grand Prix 2009 in Moskau, der Song "I Love Belarus" in Düsseldorf oder der ESC 2012 in Baku. Die Lage von LGBT- und Menschenrechten in Weißrussland oder Aserbaidschan stellt sich ähnlich schlecht dar wie die in Russland.

Im zweiten Halbfinale am Donnerstag tritt derweil Måns Zelmerlöw an. Der schwedische Sänger, der in der Vergangenheit auf vielen LGBT-Veranstaltungen aufgetreten war und als Favorit gilt, hatte sich vor einem Jahr in einer TV-Sendung homophob geäußert (queer.de berichtete). Er hatte sich danach entschuldigt für die Aussage, Homosexualität sei unnatürlich und nicht gleichwertig zur Verbindung aus Mann und Frau.

Das Stockholmer Homo-Magazin "QX" hatte die Entschuldigung danach als glaubhaft verteidigt. In den letzten Tagen hatte Zelmerlöw in Interviews gar gesagt, dass er sich vorstellen könnte, mit einem Mann auszugehen, wenn er denn entsprechende Gefühle entwickeln würde. Es bleibt abzuwarten, was die ESC-Fans daraus machen.



#1 GeorgGAnonym
  • 20.05.2015, 14:48h
  • Zum ersten Mal gab es in Wien um 1970 herum eine Demonstration von schwulen Aktivisten. Sie störten das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und breiteten einen Banner mit der Aufschrift "Freiheit für Homosexuelle in Österreich!" (oder so ähnlich) aus.
    Diese Aktion sorgte für großen Wirbel, auch im politischen Raum. Danach wurden die Gesetze in Österreich geändert.
    Das Zeigen der Regenbogenflaggen bei einer europa- bzw weltweit übertragenen Großveranstaltung wie dem ESC erinnert an die damalige Aktion. Wenn also eine Aktion spektakulär genug ist, bleibt sie in Erinnerung der Menschen haften.
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#2 NicoAnonym
  • 20.05.2015, 14:51h

  • Ich fand es sehr gut, dass beim ersten Halbfinale so viele Regenbogenflaggen im Publikum zu sehen waren.

    Ich hoffe, dass das im zweiten Halbfinale und vor allem im medial noch mehr beachteten Finale mindestens genauso viele sind. Gerne auch noch mehr.
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#3 UhbcrthhAnonym
  • 20.05.2015, 16:05h
  • Der schwedische Sänger hat auf der Nordic Party gesagt, dass er nicht auf Männer steht. Er hat gesagt, dass er gesagt hätte, dass wenn er eines morgens aufwachen würde und er plötzlich Männer attraktiv fände, er dann natürlich auch Männer Daten würde, aber, so mans zelmerlöw, das sei bisher nie passiert. Er steht nicht auf Männer.

    Der Typ ist hetero. Und er ist Homophob. Wer abends in entspannter Atmosphäre im tv sagt, dass homosexualität eine so wörtlich "Verirrung" sei, und dass sex unter Männern unnatürlich sei, der trägt homophobie in sich. Natürlich hat er dann zurückrudern müssen, schließlich ist er Schwede und in Schweden werden solche Aussagen nich t toleriert. Er hatte also, wenn seine Karriere nicht zerstört werden sollte, keine andere Wahl als sich zu entschuldigen und sich nach außen homofrreundlich zu geben. Für mich bleibt er ein homophobes arschloch, der homofrreundlichkeit nur vortäuscht, weil er den esc gewinnen will. Ist doch logisch.
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#4 ThothAnonym