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  • 08. Februar 2005, noch kein Kommentar

Ohne Finanzierung keine Gala: Die Teddy-Awards werden dieses Jahr nur vor Fachpublikum und Sponsoren vergeben.

Von Jan Gebauer

Die Veranstalter der 55. Berlinale geben auch in diesem Jahr wieder alles: Glamour, Stars und Unterhaltung auf der einen Seite, große Filmkunst mit Anspruch auf der anderen. Zur Eröffnung am 10. Februar will Festival-Direktor Dieter Kosslick (56) alles zusammenbringen.

Der Teddy-Award, der Preis für Homo-Filme in drei Kategorien (Spiel-, Dokumentar-/Essay- sowie Kurzfilm), der seit 1987 im Rahmen der Berlinale verliehen wird, musste allerdings bereits einen herben Rückschlag einstecken: Die angekündigte Teddy-Gala in der Columbiahalle mit Fernsehaufzeichnung und großem Unterhaltungsprogramm wird aufgrund von Geldmangel nicht stattfinden. Der befreundete Berlinale-Filmsaal Kino International war zwar schnell bereit, die Veranstaltung aufzunehmen, damit wenigstens ein Alternativ-Programm für die Verleihung angeboten werden kann. aufgrund der begrenzten Kapazitäten werden aber keine Tickets im freien Verkauf erhältlich sein. Medienvertreter, Sponsoren und Fachpublikum werden die einzigen geladenen Gäste bei der Veranstaltung sein.

Im offiziellen Wettbewerb der 55. Berlinale konkurrieren insgesamt 21 Filme um den Goldenen Bären. Mehr als 350 Filme aus aller Welt werden bis zum 20. Februar in den verschiedenen Sektionen zu sehen sein, dazu kommen weitere 600 beim European Film Market für professionelle Einkäufer. Obwohl wenig amerikanische Blockbuster dabei sind, kann sich die Riege der Prominenten sehen lassen: Hollywoodstars wie Keanu Reeves, Will Smith, Anjelica Houston, Glenn Close, Kevin Spacey und Dennis Quaid werden ihre neuen Filme vorstellen. Europäische Kinogrößen wie Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Ian McKellen und Valeria Bruni-Tedeschi sind ebenfalls dabei. Zur traditionellen "Cinema for Peace"-Gala kommen Susan Sarandon, Tim Robbins und Christopher Lee.

16 Weltpremieren und fünf Debüts werden die Internationalen Filmfestspiele Berlin in diesem Jahr zeigen. Zum Abschluss läuft ein Film außer Konkurrenz, der in den USA für viele Diskussionen sorgte: "Kinsey" (queer.de berichtete). Liam Neeson und Laura Linney spielen die Hauptrollen in der amerikanisch-deutschen Koproduktion über den Sexualwissenschaftler Alfred C. Kinsey. Aus Homosicht ebenfalls interessant dürfte der autobiografische Dokumentarfilm von Popsänger George Michael sein sowie "Männer, Helden und schwule Nazis" von Rosa von Praunheim. "Schwule wurden immer verfolgt, in allen Parteien, allen Religionen und Gesellschaften. Deshalb ist es kein Grund für Schwule, sich nicht rechten Gruppierungen anzuschließen, denn die Angst, entdeckt und bestraft zu werden, war und ist fast überall gleich", so von Praunheim über seinen kontroversen Filmbeitrag, der als Mitfavorit in der Rubrik "Dokumentar- und Essayfilm gilt.

8. Februar 2005