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  • 22.05.2015               Teilen:   |

Neues Album "Biste Mode"

Die herzige Band für Omis, Schwulis und Familien: MIA.

Artikelbild
Seit 18 Jahren auf der Bühne: "Wir sind eigentlich immer stolz gewesen, dass man sich auf uns verlassen kann", kommentierte MIA.-Sängerin Mieze Katz das neue Album (Bild: H. Flug)

Mal rumpelig, mal kitschig, aber immer charmant: "Biste Mode", das sechste Album der Berliner Elektropop-Truppe um Frontfrau Mieze Katz, bietet viele entzückende Momente.

Von Michael Thiele

Meine Güte! Gleich 15 neue Songs befinden sich auf "Biste Mode", so viele wie noch nie auf einem MIA.-Album. Offenbar haben uns die Berliner eine Menge zu sagen, und das nach über 18 Jahren Bandgeschichte. Oder vielleicht gerade deswegen?

Wir erinnern uns: 2002 debütierte die Gruppe um die damals noch blauen Vokuhila tragende Sängerin Mieze Katz mit dem grandiosen, NDW-inspirierten "Hieb- & stichfest", 2003 wurde sie für das vermeintlich deutschtümelnde, in Wirklichkeit aber wunderbar lebensbejahende "Was es ist" mit Eiern beworfen, 2004 verpasste sie mit "Hungriges Herz" nur knapp die Teilnahme am Eurovision Song Contest.

Zwei Jahre später lieferten MIA. mit "Tanz der Moleküle" ihren bisher größten Hit. Und 2008 wirkten sie auf ihrem vierten Album "Willkommen im Club" nur noch ausgebrannt. Umso überraschender und überzeugender das Comeback im Jahr 2012 in neuer Besetzung und beim neuen Label "Tacheles", während Miezes Jury-Mitgliedschaft bei "Deutschland sucht den Superstar" 2014 der Band eher alte Fans geraubt als neue dazu gebracht hat.

Und nun also, ein Jahr später und mit einem anderen Titel als angekündigt, Album Nummer sechs.

Fortsetzung nach Anzeige


Die Vorab-Single "Lauffeuer" ging auf Nummer sicher

Trotz einjähriger Verspätung des Albums ein recht bescheidenes Cover: "Beste Mode" ist seit Freitag im Handel und als Download erhältlich
Trotz einjähriger Verspätung des Albums ein recht bescheidenes Cover: "Beste Mode" ist seit Freitag im Handel und als Download erhältlich

Genau genommen haben uns MIA. darauf gar nicht so viel Neues zu erzählen, zumindest wenn es nach "Lauffeuer" geht, das der erste Song auf "Biste Mode" und zugleich die erste Single ist. Mieze singt von einer besonderen, entflammenden Begegnung, musikalisch und thematisch ist der vorhersehbare Song zu nah dran an "Fallschirm", dem Hit des letzten Albums. Als Vorab-Single geht er zu sehr auf Nummer sicher. Das ist ziemlich feige.

Eine weitaus spannendere Single-Auskopplung wäre der Eurodance-Feger "Berg & Tal" gewesen, der offensichtlich MIA.s Beitrag zum anhaltenden Neunziger-Revival ist und in dem Mieze, gesanglich eine Achterbahn imitierend, von den Höhen und Tiefen des Lebens singt.

Die perfekte erste Single hätte jedoch der Titelsong abgegeben, denn in diesem Schlager berlinert Mieze, dass sie immer ein offenes Ohr für die Sorgen anderer habe, und das auf so eine zugewandte, ja mütterliche Weise, dass es ein echter Glücksfall für dieses Album und die Band an sich ist.

Doch natürlich ist nicht jedes Lied ein Treffer, vor allem nicht bei 15 insgesamt. Darunter sind halbgare, die eher als B-Seite taugen ("Sekunde", "Nachgestalten"), darunter sind epigonale ("Vielleicht bleib ich", "Einmal mehr") und auch schlechte wie das textlich unsortierte, prollige "Nein Nein Nein". Oder auch einfach einfallslose wie das Instrumentalstück "Brunowitzjacke".

Darüber hinaus haut die Reihenfolge der Lieder nicht wirklich hin: Warum etwa platzieren MIA. den kapitalismuskritischen Rock-Rave-Ska-Bastard "Geld" ans Ende? Inhaltlich und musikalisch fällt er damit komplett raus, er wirkt plump und angehängt.

Youtube | Ganz frisch: offizielles Video zum Titelsong "Biste Mode"

Schöne Idee: Gründung der "United States of Ich & Du"

Nichtsdestotrotz gibt es viele entzückende Momente, zum Beispiel bei "United States of Ich & Du", dessen Titel seltsamerweise an ein verblichenes Homo-Magazin erinnert. Mieze singt davon, sich mit Gleichgesinnten zusammentun, was in der Gründung eines eigenen Staates und auch in sexuellen Anspielungen versinnbildlicht wird. Eine schöne Idee, auch stilistisch, denn durch "United States of Ich & Du" pumpt der elektropunkige Sound von "Hieb- & stichfest".

Gnadenlos ins Ohr bohrt sich "Queen", das vor fast einem Jahr als Vorgeschmack veröffentlicht wurde und für einigen Spott in den sozialen Medien sorgte. Der trashige Text ("Gott schickt mir Rosen / Feiert sein Meisterwerk / Ich bin sein schönstes Stück") wird durch etliche "Uuhs", "Aahs" und "Jaahs" noch trashiger, und durchs Musikvideo spaziert die ganze MIA.-Zielgruppe: Omis, Schwulis und Familien.

Das schmerzhaft-treibende Duett "Schick mich" schließlich erzählt vom Fremdgehen, und zwar aus zwei Perspektiven – gesungen von Mieze und dem Ex-Polarkreis-18-Sänger Felix Räuber.

"Biste Mode" ist die logische Fortsetzung zu "Tacheles", ohne aber dessen Klarheit und Konzentriertheit zu erreichen. Es ist auch nicht die stärkste MIA.-Platte und sein Street-Art-Artwork ästhetisch fragwürdig. Es ist ein bisschen rumpelig, ein bisschen bemüht, manchmal kitschig, manchmal textlich schief, es ist das erste Album, auf dem sich die Band selbst zitiert – doch vor allem ist es charmant und ehrlich und herzlich und imponiert durch die Art und Weise, wie die Band ihre Geschichten erzählt.

Direktlink | Schon 2014 erschienen: das "Queen"-Video mit Omis, Schwulis und Familien
  Tourtermine
07.10.15 München, Backstage
08.10.15 Nürnberg, Hirsch
09.10.15 A – Wien, Flex
16.10.15 CH – Zug, Kulturzentrum Galvanik
17.10.15 Wiesbaden, Schlachthof
18.10.15 Krefeld, Kulturfabrik
22.10.15 Stuttgart, DasCann
23.10.15 Jena, F-Haus
24.10.15 Gießen, MuK
29.10.15 Wilhelmshaven, Kulturzentrum Pumpwerk
30.10.15 Leipzig, UT Connewitz
31.10.15 Worpswede, Music Hall
03.11.15 Köln, Gloria
04.11.15 Hamburg,Große Freiheit
05.11.15 Berlin, Huxley's
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von MIA.
» Fanpage auf Facebook
Mehr zum Thema:
» Mieze total: das neue Album von MIA. (26.03.2012)
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Service: | pdf | mailen
Tags: mia., beste mode, elektropop, mieze katz
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