Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
| Eurovision Song Contest
  • 22.05.2015           4      Teilen:   |

Vor der Finale aus Wien

Zehn Dinge, die Du noch nicht über den Eurovision Song Contest wusstest


Barbara Dex, für immer unvergessen


Ein neues Buch hat über 1.000 nützliche und unnütze Fakten über den Wettbewerb zusammengetragen. Hier sind einige davon.

Von Carsten Weidemann

60 Jahre jung wird er nun schon, der ESC. Aus einer stocksteifen Veranstaltung entwickelte sich ein Megaevent mit eigener Geschichtsschreibung und einer großen Fangemeinde. Auch zahlreiche Bücher widmen sich der Kult-Show. Anlässlich des neusten präsentieren wir ein paar willkürlich zusammengetragene, aber hoffentlich unterhaltsame Fakten zum Contest.


Dressed like Dex

Es gibt ja viel Schande einzufahren bei so einem ESC, viel mehr als Ruhm. Ganz viel Pech hatte die Belgierin Barbara Dex, die 1993 in Irland Letzte wurde; nicht wenige unken, dass die Kleiderauswahl dabei eine Rolle spielte.



In Anerkennung dieser Leistung vergeben ESC-Fans seit 1997 einen eigenen, nach Dex benannten Award für den am schlechtesten gekleideten Act. Die Belgierin soll das dem Vernehmen nach mit Humor nehmen, zumal die meisten Fans die eigentliche Modekatastrophe wenige Jahre zuvor verorten.




Ein Hoch auf die Arbeiter

Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt, den ESC an einem meist warmen Frühlingssamstag im Mai zu schauen, manchmal gar beim Public Viewing auf einem CSD (Gruß an alle Düsseldorfer). Dabei fanden frühe ESCs auch im März oder April statt, der zweite 1957 aus dem Sendesaal des Hessischen Rundfunks etwa am Sonntag, den 3. März. 1997 sollte der ESC am 2. April ausgetragen werden, dann kam aber ein Streik der Kameramänner dazwischen und verschob den Wettbewerb um fünf Wochen. Seitdem blieb es beim Mai.


Sogar Marokko nahm einmal teil

Wegen der Teilnahme Australiens ist in diesen Tagen viel die Rede davon, dass der Wettbewerb erstmals zwei Kontinente umfasst. Dabei nahm 1980 sogar ein Land aus Afrika teil. Bei der 25. Jubiläumsshow verzichtete Israel wegen eines Feiertages, Marokko ergriff die Chance und schickte Samira Bensaïd mit einer "Liebesnachricht" nach Den Haag, so zumindest der Titel. Es gab nur sieben Punkte von einer einzigen, der italienischen Jury und damit den vorletzten Platz – Marokko ward danach nicht mehr gesehen.




Can we have the points from Liechtenstein, please?

Nein, das ist und bleibt eine Fantasiefrage: Anders als Marokko und entgegen Gerüchten und Bauchgefühl nahm Liechtenstein nie am ESC teil. Vielleicht entstanden die Gerüchte, weil es die Resteuropäer ignorant mit anderen Zwergenstaaten mit reger ESC-Teilnahme über einen Hut warfen. Angeblich wollte das Land 1976 mit Biggi Bachmann teilnehmen, allein: Den ersten und bisher einzigen Fernsehsender bekam das Land erst 2008. In der EBU ist er bislang nicht.


Wienerisch

Mit "Rise Like a Phoenix" konnte Conchita Wurst Brücken bauen, aber dafür musste sie wohl auch auf Englisch singen. 1971 war das Land eines der wenigen, das mit einem Dialekt antrat: "Musik", von Marianne Mendt auf Wienerisch gesungen, erzielte 1971 Platz 16 von 18; George Nussbaumer schaffte 1996 mit dem vorarlbergischen "Weil's dr guat got" immerhin einen elften Platz. Nach einigen Experimenten mit neapolitanischen, haitianisch-kreolischen oder korsischen Songs Anfang der Neunziger scheinen Dialekte beim ESC nahezu ausgestorben zu sein.




Continental Television Exchange Contest

Wäre es nach dem Willen einiger BBC-Verantwortlichen gegangen, hätte die EBU einst Continental Television Exchange geheißen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Wettbewerb. Als ein Journalist in einem Zeitungsartikel den Namen Eurovision vorschlug, erntete er nur Kopfschütteln bei den Verantwortlichen bei der BBC. Dann wechselte der Journalist mit dem angemessenen Namen George Campey allerdings in die PR-Abteilung des Senders und alles wurde gut.


Intervision

Im früheren Ostblock verfolgten viele Zuschauer des ESC heimlich, wenn sie es denn konnten. Darüber waren die Machthaber wenig begeistert und wandelten von 1977 bis 1980 ein Musikfestival im polnischen Sopot zum "Intervision Song Contest", an dem auch die DDR und unter anderem Kuba teilnahm. Auch einige Staaten des Westens beteiligten sich, 1980 gewann Finnland (das beim großen Bruder darauf noch 26 Jahre warten sollte).

2008 gab es eine einmalige Wiederbelebung des Wettbewerbs aus dem russischen Sotschi, vor allem mit Ländern, die auf -an enden. Eine weitere Wiederbelebung hatte Präsident Putin im letzten Jahr ins Gespräch gebracht, die Pläne wurden aber nie konrekt (der geplante Neueinsteiger China zeigt neuerdings selbst eine zensierte Version des ESC).


Wild Dances

Heute ist jeder ESC-Beitrag ordentlich durchgeprobt und auf die Sekunde genau geplant. Die erste Choreografie, wenn man sie so bezeichnen will, brachten 1959 die Kessler-Zwillinge auf die Bühne.



1996 nutzte die Niederländerin Milly Scott, nebenbei die erste schwarze Sängerin des Wettbewerbs, als erste ein Handmikrofon für mehr Bewegungsfreiheit, die sie auch ausgiebig nutze: man beachte das hübsch-lustige Rückwärts-Erhüpfen der Showtreppe zum Abschluss.



Im gleichen Jahr bot der dänische Beitrag die ersten Personen im Hintergrund, die nur zum Tanzen auf der Bühne waren, also weder sangen noch ein Instrument spielten.


Vielleicht fehlt auch ein Geiger

Die längsten Sekunden des Contests, 1990 in Zagreb. Das Schwesternduo Azucar Moreno erzielte beim zweiten Versuch dennoch den fünften Platz.




We are the Winners of Eurovision

62 Songs haben bislang den ESC gewonnen, 1969 gleich vier. 61 Interpreten oder Gruppen haben den Spitzenplatz erzielt, Johnny Logan blieb bislang der einzige Doppelsieger. Hunderte haben also verloren. Und dennoch dürfte jeder Song seine Fans haben; selbst der ironische Song "We are the Winners" schaffte es 2006 in Athen auf einen erschreckenden sechsten Platz.

  Weiterlesen
Nützliches und unnützes ESC-Wissen wie dieses findet sich reichlich in dem Jubiläumsband "Eurovision Song Contest – Das Beste aus sechs Jahrzehnten", frisch erschienen im Edel Verlag. Der britische Autor John Kennedy O'Connor hat für das schillernd-bunt bebilderte Buch fast 1.000 unterhaltsame Fakten zusammengetragen. Die Übersetzung hätte noch etwas mehr Wortwitz vertragen können (die Fakten oben stammen teilweise aus dem Buch, wurden aber in eigenen Worten verfasst), aber der Band besticht durch seine kurzen Info-Häppchen zu Skandalauftritten, One-Hit-Wondern und glücklosen Komponisten. Auch die Erfolgsgeschichten des Contests fehlen nicht.

John Kennedy O'Connor: Eurovision Song Contest – Das Beste aus sechs Jahrzehnten, 128 Seiten Hardcover (20,5 cm x 26,8 cm) mit 150 Abbildungen, € 14,95, ISBN 978-3-8419-0358-7
Links zum Thema:
» Das ESC-Buch bei amazon
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 4 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 23             1     
Service: | pdf | mailen
Tags: eurovision
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Zehn Dinge, die Du noch nicht über den Eurovision Song Contest wusstest"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.05.2015
02:00:47


(+1, 3 Votes)

Von giliatt


Die aktuellen anfänglichen Teilnehmervorstellungen sind generell gruselig.
Zwei Beiträge am Donnerstag waren zwar weniger schlecht, aber auserlesenswert: Das israelische Ethno-Pop-Gehüpfe schien mir sehr melodisch und ESC-adäquat. Nicht neu und daher eher langweilig.
Auch der Schwede war nicht nur optisch ein Leckerchen. Schlecht war sein Lied nicht, aber sehr stereotyp. Ohhohooho!Ohoooh!
Lautmalerisches Stöhnen war die Grundsequenz der donnerstäglichen Erstvorstellungen.

Moderatorin Arabella Kiesbauer war ein gedämpfter Flop. Conchita Wurst hingegen agierte fremdsprachlich bewandert souverän und charmant. Hätte sich vor ihrem großen Auftritt aber rasieren sollen.... Naja.

Das überschäumende Bühnenbild in WIEN war ein Geballer aus Licht und Laserstrahlen. Teuer, aber zu billig. Es schlug die auftretenden Künstler/Innen platt. Nette Ideen waren zwar die aufmarschierenden Männchen, wie auch die mitleiderregende Präsenz der polnischen Bewerberin im Rollstuhl. Doch diese traf die Töne eben nicht, wie auch 80 Prozent ihrer Mitbewerber/Innen, welche die Töne nicht trafen und die Zuhörer malträtierten.

Stocksteif, wie Queer.de-Autor Carsten Weidemann postulierte, ist der ESC - sorry, der Grandprixdeurovisiondelachanson noch nie gewesen. Aber er war immer eine Geldquelle. Die Rechte dafür liegen beim Norddeutschen Rundfunk, beim NDR. Der hämische Metzger Stefan Raab zapfte sie an. Nun wurde Australien zugelassen als Teilnehmerland des EUROPÄISCHEB Songcontests ESC. Hatten nicht vorab bereits die eilends im Rahmen der europäischen Vereinigung zugelassenen
Länder des osteuropäischen Raumes bereits das Abstimmungsergebnis verwüstet? 12 points? Zero points?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.05.2015
19:35:11


(-3, 3 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der diesjährige Titelträger des Barbara-Dex-Preises heißt Mans Zelmerlöw! Würde mich nicht wundern, wenn der Selbstdarsteller die Altkleidersammlung in ganz Schweden nach etwas Tragbarem belästigt hat!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
27.05.2015
09:23:53


(-1, 3 Votes)

Von gefunden


Russland kauft Schwedenpop und wird zweiter
Sicher, Deutschland könnte es machen wie Russland.

Polina Gagarina trat ohne Vorentscheid an, dafür mit Schützenhilfe aus Schweden.

Drei der vier Autoren des russischen Beitrages "A Million Voices" stammen aus dem Siegerland von Måns Zelmerlöw. Heraus kam ein zweiter Platz.

Ähnlich machten es auch Aserbaidschan und Georgien, die ihren Beitrag ebenfalls bei schwedischen Komponisten in Auftrag gaben. Aus Schweden lernen heißt beim ESC eben siegen lernen.

Link zu www.stern.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
27.05.2015
17:19:25


(-1, 1 Vote)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von gefunden


Aserbaidschan hatte letztes Jahr damit aber eine Bruchlandung hingelegt: Platz 22 und dieses Jahr den 12. Platz!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


ESC-Berichte von Queer.de
Eurovision 2016 in Stockholm
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2016
» Video-Galerie als Playlist-Popup
Eurovision 2015 in Wien
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2015
Eurovision 2014 in Kopenhagen
» ESC-Liveblog 2014
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2014
Eurovision 2013 in Malmö
» ESC-Liveblog 2013
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2013
Eurovision 2012 in Baku
» Eurovision-Live-Blog
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2012
Eurovision 2011 in Düsseldorf
» Liveblog: ESC in Düsseldorf
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer
» Szene-Guide Düsseldorf
» Unsere ESC-Youtube-Videos
Eurovision-Links
» Offizielle Seite (NDR)
» Offizielle Seite (EBU)
» Prinz ESC Blog
» Vorwärts ESC Blog
» Mehr Links (rechte Spalte)

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG

Aktuell auf queer.de
Erste Folge online: Queer L-Vlog über das "Orgasmus-Muss" Queere Serie "Banana" im neuen Jugendangebot von ARD und ZDF Basels einst oberster Katholik outet sich als Transfrau Neue AfD-Hetze: Björn Höcke fürchtet sich vor Analverkehr
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt