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  • 23.05.2015           65      Teilen:   |

Deutliche Mehrheit

Irland: 62,1 Prozent stimmen für die Ehe für alle

Artikelbild
In Irland wird heute gefeiert: In 42 von 43 Stimmbezirken gab es eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung
Bild: AAP

Historisches Ergebnis der Volksabstimmung: Die grüne Insel ist das 20. Land der Welt, das die Ehe für lesbische und schwule Paare öffnet.

Zum ersten Mal auf der Welt hat am Freitag ein gesamtes Land über die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare abgestimmt – mit einem klaren Ergebnis: 62,1 Prozent der Iren sprachen sich am Freitag für die Gleichstellung homosexueller Paare im Eherecht aus, 37,9 Prozent waren dagegen. Klare Mehrheiten gab es sowohl in der Hauptstadt Dublin als auch in den als konservativer geltenden ländlichen Regionen. Nur in einem einzigen der 43 Wahlkreise lagen die Gegner knapp vorn.

Während das Endergebnis am Samstag erst kurz nach 19 Uhr Ortszeit verkündet wurde, räumten Gegner der Ehe-Öffnung bereits am Mittag nach den ersten Auszählungen ihre Niederlage ein. Es gebe offensichtlich einen "sehr beeindruckenden Sieg" der Befürworter der Ehe-Öffnung, sagte einer der Anführer der Nein-Kampagne, David Quinn vom katholisch orientierten Institut Iona, dem irischen Sender RTE.

Insgesamt waren knapp 3,2 Millionen Iren am Freitag zwischen 9 und 22 Uhr zur Stimmabgabe aufgerufen, die Auszählung begann am Samstagvormittag. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,5 Prozent. Viele im Ausland lebende Iren kehrten extra in ihr Heimatland zurück, um ihre Stimmen abgeben zu können.

"Das ist ein großer Tag für Irland", erklärte Gesundheitsminister Leo Varadkar. Er hatte sich erst im Januar als schwul geoutet (queer.de berichtete). "Für mich persönlich ist das nicht nur ein Referendum, sondern eine soziale Revolution." Vor dem Dublin Castle wurde der Erfolg den ganzen Tag lang ausgelassen gefeiert.

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Alle großen Parteien unterstützten die Ehe-Öffnung

Die 101 Jahre alte Irin Kitty Cotter ging mit Regenbogen-Strickjäckchen ins Wahllokal. Sie würde es gerne sehen, wenn ihr schwuler Enkel einmal heiraten würde - Quelle: Darryl Morris
Die 101 Jahre alte Irin Kitty Cotter ging mit Regenbogen-Strickjäckchen ins Wahllokal. Sie würde es gerne sehen, wenn ihr schwuler Enkel einmal heiraten würde
Bild: Darryl Morris

Das Ergebnis des Referendums war erwartet worden. Die Initiative zur Öffnung der Ehe war sowohl von den beiden Regierungsparteien, der christdemokratischen Fine Gael und der sozialdemokratischen Labour-Partei als auch von den beiden großen Oppositionsparteien Fianna Fáil und Sinn Féin unterstützt worden. Die Volksbefragung bestimme das künftige Bild des Landes und berühre Fragen von "Toleranz", "Respekt", "Verständnis" und "Sensibilität", warb Ministerpräsident Enda Kenny um Ja-Stimmen.

Größter Gegner war die katholische Kirche. Noch am vergangenen Wochenende hatten mehrere Bischöfe in Hirtenbriefen dazu aufgerufen, mit "Nein" abzustimmen. Im Vorfeld hatten sich jedoch auch mehrere prominente Katholiken für die Ehe-Öffnung ausgesprochen. Trotz des klaren Ergebnisses soll es in Irland den Kirchen weiterhin freigestellt bleiben, ob sie Homosexuelle trauen wollen: Lesbische und schwule Paare haben nur ein Anrecht auf eine standesamtliche Zeremonie.

Die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht war 2013 von einem irischen Verfassungskonvent mit großer Mehrheit empfohlen worden. Das Gremium hatte über politische Reformen in der Republik beraten. Im Juli 2014 kündigte Ministerpräsident Kenny dann das Referendum an – da die Gleichstellung in der Verfassung festgelegt wird, muss nach irischem Recht das Volk befragt werden.

Irland hat sich in der Frage von LGBT-Rechten so schnell bewegt wie kaum ein Land zuvor: Noch bis 1993 war Homosexualität auf der grünen Insel verboten. Erst im Jahr 2010 stimmte das Parlament für eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule – nur fünf Jahre später folgt nun die komplette Gleichstellung.

Irland ist der 20. Staat der Welt, der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat (cw)

Der Bericht wurde mehrfach aktualisiert.

Mehr zum Thema:
» Kommentar: Vielen Dank, liebe Heteros, wir brauchen euch! (23.05.2015)
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Tags: irland, eheöffnung, volksabstimmung, referendum
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Reaktionen zu "Irland: 62,1 Prozent stimmen für die Ehe für alle"


 65 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.05.2015
12:47:53


(+10, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ein wichtiger Sieg für die gesammte Demokratie.
Die Katholische-, Orthodoxische Kirche und die evangelikalen müßen es endlich einsehen, das sie vielen Menschen Unrecht tun.


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#2
23.05.2015
12:55:03


(+10, 10 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Heute trinken wir Champagner!


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#3
23.05.2015
13:12:41


(+11, 11 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Herzlichen Glückwunsch!

Hätte ehrlich gesagt nicht zu hoffen gewagt, dass ein Land, das vor noch gar nicht allzu langer Zeit einen Religionskrieg führte, inzwischen so aufgeschlossen ist. Scheinbar wurde vielen Iren gerade durch einen so unsäglichen Krieg die Augen geöffnet?

Hoffentlich brauchen wir so was nicht wieder, denn die direkte Demokratie kommt ja hier in der BRD auch nicht zum Zug, weil das Volk einige den Herrschenden unliebsame Dinge entscheiden würde.

Unsere Kirchen- und insbesondere Katholenfreunde schieben Deutschland immer weiter ins Abseits - furchtbar, was in den letzten 30 Jahren aus diesem schönen Land geworden ist.


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#4
23.05.2015
13:18:20


(+21, 23 Votes)

Von sponti


und wieder ein land, welches deutschland abgehängt hat.

wie erbärmlich ist das für merkel, gabriel und co?


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#5
23.05.2015
13:19:57


(+7, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Petry kommt heute nicht vom Klo! Na, ein Gläschen Champus für Petry oder willst du noch 10 Jahre lang schmollen?


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#6
23.05.2015
13:23:27


(+14, 14 Votes)

Von rejected


Keine Kerze.

Eine Fackel für die Brüder und Schwestern im Osten!

Youtube-Video:


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#7
23.05.2015
13:28:31


(+17, 17 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Ich halte nichts davon, über Themen, die die Grund- und Menschenrechte betreffen, Referenden abzuhalten und Minderheiten damit rechtlich vollends in Abhängigkeit von einer Mehrheit zu manövrieren. Das Ergebnis ist klasse, der Weg ein falscher.


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#8
23.05.2015
13:31:56


(+6, 8 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Geburtstagsgrüße aus Bayern !

Da werden noch andere Länder folgen,
das ist sicher !

Youtube-Video:


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#9
23.05.2015
13:32:17


(+11, 13 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011
Antwort zu Kommentar #7 von Loren


Volle Zustimmung . Menschenrechte dürfen nicht Gegenstand einer Volksabstimmung sein. Trotzdem ist das Resultat fantastisch und ich hoffe, dass die stinkreaktionären Teile der CDU und die verräterische SPD die Lektion lernen.


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#10
23.05.2015
13:35:03


(+16, 18 Votes)

Von auswahl


"Eine Fackel für die Brüder und Schwestern im Osten!"

Deutschland, Polen, Weißrussland, Russland, Japan,

Link:
upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Same-s
ex_marriage_in_the_United_States.svg


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