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Kommentar zum irischen Referendum

Vielen Dank, liebe Heteros, wir brauchen euch!


In Irland sagte die breite Mehrheit der Bevölkerung "Yes"

Im katholischen Irland stimmen fast zwei Drittel der Bürger für gleiche Rechte für Lesben und Schwule – Deutschland dagegen isoliert sich immer mehr. Wir müssen neue Bündnisse schmieden!

Von Micha Schulze

Heute ist ein Tag zum Feiern, aber wirklich! Mit Irland hat das 20. Land der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Ehe geöffnet, und fast zwei Drittel der Bevölkerung – und damit auch eine Mehrheit der Heteros! – stehen hinter der Entscheidung, Lesben und Schwule nicht weiter zu diskriminieren. Ich finde: Für diese Unterstützung sollten wir uns bedanken!

Um nicht falsch verstanden zu werden: Aus meiner Sicht sollte es natürlich selbstverständlich sein, alle Menschen gleich zu behandeln. Ich halte es auch für völlig falsch, die Mehrheit über Minderheitenrechte abstimmen zu lassen. Aber ohne die Unterstützung solidarischer Heteros können wir die bestehenden Diskriminierungen nicht beenden, auch nicht in Deutschland. Deshalb: Vielen Dank!

Stillstand in der Kartoffelrepublik Deutschland

Die fortschrittlichen Irinnen und Iren, die wir ja gern als katholisch und konservativ beschreiben, haben mit ihrem klaren Referendum auch gezeigt, in was für einer Kartoffelrepublik wir leben. Bei uns sperrt sich die Union komplett gegen gleiche Rechte für lesbisch-schwule Bürger, und der sozialdemokratische Justizminister kann nicht einmal die Gleichstellung eingetragener Lebenspartner im Sprengstoffgesetz durchsetzen. In der Frage der LGBT-Rechte wird Deutschland zum Schlusslicht Europas, längst überholt von Südafrika und Uruguay.

Dabei haben die konservativen Regierungschefs von Großbritannien und Irland, David Cameron und Enda Kenny, gezeigt, dass die Ehe-Öffnung kein "links-grünes Gutmenschenprojekt" ist, sondern eine Frage der Menschenrechte – nur Angela Merkel macht noch immer mit ihrem diffusen "Bauchgefühl" Politik. Während die Kanzlerin bei Atomausstieg oder Mindestlohn keine Hemmungen hatte, frühere Positionen über Bord zu werfen, zeigt sie Lesben und Schwule geradezu bockig die kalte Schulter. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle meldeten sich selbstverständlich zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie zu Wort – im Bundeskanzleramt dagegen nur Schweigen.

Dabei könnte Merkel mit einem Einsatz für gleiche Rechte politisch nur punkten. Denn auch eine breite Mehrheit der Deutschen spricht sich in allen Umfragen für eine Ehe-Öffnung aus.

Und darin liegt unsere Chance: Mit dem starken Rückenwind aus Irland müssen wir jetzt anfangen, neue Bündnisse zu schmieden, unsere Strategien überdenken. Wenn sich die schwarz-rote Bundesregierung eben nicht bewegen will, dann müssen wir mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen und einer klaren Botschaft den Druck auf Berlin erhöhen. Auch die mühsam erkämpfte hunderste Mini-Änderung im Rahmen des Lebenspartnerschaftsgesetzes wird uns nicht voran bringen.

Gute Ansätze, auf denen sich aufbauen lässt, gab und gibt es. Doch als reines Community-Projekt werden wir CDU und CSU kaum beeindrucken, wir brauchen die Unterstützung der Mehrheitsgesellschaft. Die meisten Heteros sind längst von der Ehe für alle überzeugt und viele sicher auch bereit, sich zu engagieren. Sie wollen aber auch gefragt werden.



#1 GermanPatriotAnonym
  • 23.05.2015, 14:59h
  • Wenn mein Land hier wieder als "Kartoffelrepublik" diffamiert wird, sinkt schon wieder meine Lust mich zu solidarisieren mit den Menschen, die das tun.
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#2 Patroklos
  • 23.05.2015, 15:08h
  • Die Katholische Kirche in Irland hat eine Klatsche bekommen, die sich gewaschen hat! Irland ist nun fortschrittlicher als Deutschland!
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#3 stimmtAnonym
#4 reiserobbyEhemaliges Profil
#5 David77Anonym
#6 GermanDemocratAnonym
#7 lucdfProfil
#8 J1ppAnonym
#10 GünthiAnonym
  • 23.05.2015, 16:15h
  • Ich hoffe, dass es auch bei uns in der Schweiz bald eine Volksabstimmung zur Eheöffnung gibt. Ich erwarte ein ähnliches Resultat wie in Irland.
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