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  • 24.05.2015           2      Teilen:   |

Seifenoper aus Dortmund

Neue queere Webserie: "No Turning Back"

Artikelbild
"No Turning Back" ist die erste Webserie aus Deutschland, die sich mit dem Coming-out beschäftigt – und zwar sowohl von Mädchen als auch von Jungen. (Bild: queerblick)

Am Sonntag ist die erste Folge auf Youtube online gegangen: Jugendliche des Dortmunder LGBT-Jugendtreffs "Sunrise" machen auf kreative Weise Mut zum Coming-out.

Auf diesen Tag haben die Jugendlichen aus dem Dortmunder Jugendtreff "Sunrise" ein halbes Jahr lang hingearbeitet: der Premiere ihrer eigenen Webserie. Am Sonntag ist die erste Folge auf Youtube online gegangen.

"No Turning Back" heißt die Serie und erzählt die Geschichte von Sarah und Tom Ali. Beide sind ein Paar. Aber plötzlich kriselt es zwischen ihnen und sie merken: Es gibt mehr als nur Heterosexualität. Gefühlschaos, Zoff, neue Freundschaften und Entdeckungen sind die Folge.

Fortsetzung nach Anzeige


Gedreht und geschnitten wurden bereits sieben Episoden



Sieben Episoden der seifenopernhaften Fortsetzungsgeschichte sind im schwul-lesbischen Jugendtreff entstanden. Von der Ideenfindung bis zum Skript über den Dreh bis zur fertigen Folge haben die Jugendlichen alles gelernt und anschließend selbst gemacht. Das kann sich sehen lassen: "Wenn man das Video anschaut, dann sieht man natürlich jeden eigenen kleinen Fehler. Aber im Ganzen gefällt es mir super gut", sagt Tobias, einer der Hauptfiguren.

"No Turning Back" ist die erste Webserie aus Deutschland, die sich mit dem Coming-out beschäftigt – und zwar sowohl von Mädchen als auch von Jungen. Gerade die weibliche Seite war den Jugendlichen wichtig, da diese oft zu kurz kommt und lesbische Liebe meist nicht so öffentlich thematisiert wird wie schwule Liebe.

Ein deutsch-türkisches Coming-out



Genauso zeigt die Serie aber auch: Homosexualität existiert überall – egal welche Herkunft oder Religion eine Person hat. Mit der Hauptrolle Tom Ali wird dies als etwas Selbstverständliches gezeigt, ohne seine deutsch-türkische Identität im Bezug auf ein Coming-out zu problematisieren.

Aber nicht nur vor der Kamera gibt es ein Coming-out. Auch hinter den Kulissen haben die Jugendlichen filmreife Erfahrungen gesammelt. Abiturient und Nachwuchskameramann Pascal aus dem Sauerland ist durch die Serie erstmals mit anderen queeren Jugendlichen in Kontakt gekommen, hat einen Jugendtreff besucht und seine erste Homo-Party gefeiert. Das gab ihm Selbstbewusstsein. "Ich konnte mich erst nicht mit dem Schwulsein anfreunden. Aber ich habe mich dann während der Dreharbeiten bei meinen Eltern und Freunden geoutet", sagt Pascal. Für ihn war das Medienprojekt deshalb auch ein persönlicher Erfolg – zumal er dort seine erste große Liebe gefunden hat.

Zweite Staffel geplant – Drehbuch steht schon



Dass die Serie ein Erfolg wird, dessen sind sich die Nachwuchsfilmer aus dem "Sunrise" sicher. Damit sie möglichst viele Jugendliche erreichen und ihnen mit der Serie Mut machen können, haben sie diese in verschiedene Sprachen untertitelt. Englisch, Spanisch, Russisch, Polnisch und Chinesisch sind bereits vorhanden. Weitere Sprachen sollen folgen.

Ebenso soll es auch weitere Folgen geben. Eine Rohfassung des Drehbuchs für die zweite Staffel steht schon. "Uns hat das Projekt einfach riesig Spaß gemacht. Deshalb wollen wir, dass es weitergeht", sagt Lisa, die nicht nur hinter der Kamera, sondern auch in der weiblichen Hauptrolle vor der Kamera mitgewirkt hat. Um die zweite Staffel zu finanzieren sammeln die Jugendlichen bereits ihr Budget zusammen. Unter anderem nehmen Sie derzeit am Voting "Dein Verein" teil, bei dem sie auf 1.000 Euro hoffen. Wer sie dabei unterstützen möchte, der kann hier abstimmen. (cw/pm)

Youtube | Die erste Folge von "No Turning Back"
Links zum Thema:
» Homepage des "Sunrise" in Dortmund
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Tags: no turning back, webserie, sunrise, dortmund, jugendzentrum
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Reaktionen zu "Neue queere Webserie: "No Turning Back""


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
24.05.2015
09:59:33


(+7, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ich wünsch dem Projekt großen Erfolg.
Hut ab vor den Jugendlichen, die der Gesellschaft zeigen, das es nicht nur nach vorne oder hinten geht, sondern das das Leben viele Facetten bereit hällt.


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#2
24.05.2015
11:05:44


(+4, 6 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


Klasse, unsere "Jugend von heute"! Wenn ich (Baujahr 1949) daran zurückdenke wie es früher war, bei mir jedenfalls: Strikte Geheimhaltung meines Schwulseins (obwohl ich es von Anfang an, also schon vor der Pubertät,wusste), unendliche Sehnsucht nach Liebe, Selbstmordgedanken.

Aber jetzt waltet unser "Heiliger Geist", siehe Irland und sogar der Papst scheint begeistert, wenn man das aktuelle SPIEGEL-Titelbild betrachtet ;-)

Also: Weitermachen, wir werden siegen!!!


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