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  • 26.05.2015           15      Teilen:   |

Zeitungskommentar

Stuttgarter Nachrichten: Homo-Paare sind "nicht gleich"


Kommentar in der Dienstagsausgabe der "Stuttgarter Nachrichten" (Seite 2)


In deutschen Redaktionen argumentieren die Gegner der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht, dass der Heterosexuelle an sich nur gut heiratet, wenn der Homosexuelle das nicht darf.

In der deutschen Presse findet die Ehe-Öffnung in Irland großen Widerhall – und über das lange Wochenende fragten viele Zeitungen, warum das erzkatholische Irland fortschrittlicher ist als das vergleichsweise liberale Deutschland.

Aber es gibt auch kritische Stimmen: So beklagt ein Kommentar in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass die Gleichbehandlung von Homo-Paaren verdecke, dass nur Mann und Frau Kinder zeugen könnten. Wer sich aber darauf berufe, würde laut Autor Jasper von Altenbockum als latent homophob gebrandmarkt. Er bekräftigt, dass ein "Verfechter der klassischen Ehe" gleichzeitig ein Gegner der Ehe-Öffnung sein müsse.

Für besondere Aufregung in sozialen Netzwerken sorgt aber ein Kommentar von Norbert Wallet in den "Stuttgarter Nachrichten": Der Journalist erklärt unter der Überschrift "Nicht gleich", dass eine homosexuelle Beziehung nicht mit einer heterosexuellen verglichen werden könne. Vielmehr habe ein Homo-Paar den Rang einer nichtehelichen "Verantwortungsgemeinschaft", gleichzusetzen etwa mit Kindern, die sich "um ihre pflegebedürftigen Eltern" kümmerten.

Für diese Gemeinschaften fordere niemand eine Ehe-Öffnung, so Wallet. Grund sei auch Artikel sechs des Grundgesetzes, der Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stellt.

Der ist nicht wegzudiskutieren. Und genau so klar ist, was damit gemeint ist, denn im nächsten Satz geht es direkt um "Pflege und Erziehung der Kinder".

Das ist der ganze Punkt: Die klassische Ehe ist offen für Kinder, sie hat für eine Gesellschaft Keimzellen-Charakter, sie macht sie zukunftsoffen. Das muss man nicht pathetisch überhöhen, aber sie ist damit etwas substanziell anderes als eine Homo-Ehe. Gleiches muss gleich behandelt werden. Klassische Ehe und Homo-Ehe sind aber nicht gleich. Von Diskriminierung kann also keine Rede sein.



Diese Argumente sind altbekannt, und es ist müßig, immer zu erwidern: Warum dürfen unfruchtbare Heterosexuelle heiraten? Müssten nicht automatisch alle Frauen ab 50 Ehe-Verbot erhalten? Oder warum darf sich ein Paar das Ja-Wort geben, wenn es gar keine Kinder will? Und warum zum Teufel sollen Kinder in Regenbogenfamilien nicht denselben Schutz erhalten wie Kinder aus "traditionellen" Familien?

Wallet war bereits in einem früheren Kommentar über eine Gender-"Ideologie" hergezogen und hatte unter anderem kritisiert, dass in München mehrere Familienformen für einen Familienpass werben. Dazu schrieb er: "Vater, Mutter, Kind? Nur irgendein Modell unter vielen. Nicht der Rede wert." (dk)

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Wallet habe in dem früheren Kommentar davor gewarnt, dass die traditionelle Familie "entnormalisiert" werde. In Wirklichkeit hatte der Journalist jemanden zitiert, der eine "Entnormalisierung" gefordert hatte. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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Tags: ehe-öffnung, stuttgarter nachrichten, faz
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Reaktionen zu "Stuttgarter Nachrichten: Homo-Paare sind "nicht gleich""


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
26.05.2015
11:53:21


(+16, 18 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear


Ich polemisiere jetzt mal:

Demnach dürften Hetero-Ehen erst geschlossen werden, wenn die Frau bereits nachweislich schwanger ist.

Und sie müßten automatisch wieder geschieden werden, wenn das jüngste Kind volljährig ist, oder spätestens, wenn die Frau in der Menopause angekommen ist. Denn dann ist's mit der "Zukunftsoffenheit" ja vorbei.


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#2
26.05.2015
12:11:42


(+7, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dieser "Kommentar" ist Schund in Reinkultur!


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#3
26.05.2015
12:35:16
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Felix


In Deutschland gibt es halt auch rechtspopulistische Zeitungen.

Aber es ist bezeichnend, dass die immer nur Behauptungen aufstellen, die aber nie beweisen können.


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#4
26.05.2015
13:58:26


(+9, 11 Votes)

Von -hw-


Da " Sohn einer Österreicherin und eines Donauschwaben hat er sich immer um das Thema des Miteinanders der Kulturen gekümmert. Dabei entstand auch ein Buch: Vergessene Fährten, das er mit einem Kollegen über das Schicksal der Siebenbürger Sachsen geschrieben hat. "

Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein...
Habsburger, Hohenzollern, Wittelsbacher,...

Link zu www.stuttgarter-nachrichten.de


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#5
26.05.2015
14:02:53


(+6, 6 Votes)

Von onedaycolder
Aus kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 14.05.2015


hab den StN, wie viele andere, einen "kommentar" dazu auf facebook hinterlassen. übrigens läuft auf swr3.de eine abstimmung zur bürgermeinung für oder gegen gleichstellung der homoehe. vielleicht will sich der ein odere andere an der momentan überwältigenden befürwortung erfreuen ;)


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#6
26.05.2015
14:51:47


(+2, 6 Votes)

Von Gottes Gnaden
Antwort zu Kommentar #4 von -hw-


"Zweifellos bemühen sich beide Kirchen um diese Botschaft, die katholische vielleicht kompromissloser, aber möglicherweise auch wirkungsloser als die geschmeidigere evangelische. Je geringer das Gehör ist, das man sich in der Politik verschafft, desto dringender wäre es, mit kraftvoll-ökumenischer Stimme zu sprechen. Oh, Franziskus, hilf!"

Link zu www.frankenpost.de


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#7
26.05.2015
15:30:34


(+8, 8 Votes)

Von Brutpflege


Prinzipiell schon verständlich. Für mich macht das ganze Konzept der klassischen Ehe eigentlich nur in Bezug auf Kinder wirklich Sinn. Dafür ist ein verbindlich rechtlicher Namen, dieses bürgerliche Vertragswerk der gegenseitigen Unterstützung überhaupt notwendig. Allerdings können auch zwei Frauen mit Hilfe eines Samenspender problemlos eigene Kinder bekommen und viele Pärchen tun das auch. Wenn ich aber zwei Frauen diese exklusiven Rechte einräumen muss, dann sollte man es sich in Deutschland, mit seiner historischen und systematischen Verfolgung und Ermordung von schwulen Männern, mal genau überlegen, ob deren weitere gesetzliche Minderstellung, weil sie anatomisch keine eigenen Kinder bekommen können, moralisch gerechtfertigt sein kann. Es geht hier nicht in erster Linie ums biologische Prinzip der Fortpflanzung, sondern um die Anerkennung als gleichwertige Mitbürger. Ich kann auch nicht erkenne, warum Heterofamilien etwas verlieren sollen, bloß weil Homopaare eine rechtliche Gleichstellung erhalten. Wie die Kirchen das intern regeln, sollte denen selbst überlassen bleiben, aber im gesetzlichen Rahmen ist die Gleichstellung mittlerweile eine Frage zivilisierten, aufgeklärten Verhaltens.


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#8
26.05.2015
17:02:14


(+10, 10 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #7 von Brutpflege


>"weil sie anatomisch keine eigenen Kinder bekommen können"

kleine anmerkung: schwule männer sind nicht unfruchtbar. viele bringen z.b. eigene kinder aus einer früheren hetero-beziehung mit in eine schwule beziehung. darin unterscheiden sich diese konstellationen in nichts von hetero-patchwork-familien. wer diese familien diskriminiert, dem geht es also erwiesenermaßen nicht um das kindeswohl und auch nicht um die fortpflanzung.


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#9
26.05.2015
18:04:19


(+8, 8 Votes)

Von Sebi


" So beklagt ein Kommentar in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass die Gleichbehandlung von Homo-Paaren verdecke, dass nur Mann und Frau Kinder zeugen könnten."

1.
Aber Hetero-Paare, die keine Kinder bekommen wollen oder können, dürfen ja auch heiraten. Außerdem gibt es ja auch schwule und lesbische Paare mit Kindern - dürfen die dann heiraten?

2.
Ehe ist ja nicht nur ein Arterhaltungs-Instrument.

3.
Wenn man bestimmte Förderungen von Kindern abhängig machen will, kann man das ja gerne tun. Dann aber für alle Kinder, egal ob diese in Regenbogenfamilien, bei Hetero-Ehen, bei Familien ohne Trauschein, bei alleinerziehenden Eltern oder wie auch immer aufwachsen.


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#10
26.05.2015
20:00:09


(+6, 8 Votes)

Von Peer


Die FAZ ist ja eh als homophobes Hetzblättchen bekannt. Und die Stuttgarter Nachrichten sind wohl vom selben rechtspopulistischen Kaliber.

Vielleicht könnten die zur Abwechslung auch mal argumentieren, statt einfach nur Behauptungen in den Raum zu stellen...


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