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Drei Männer sind am Freitag in Taourirt im Nordosten Marokkos wegen angeblicher Homosexualität zu einer Haftstrafe von je drei Jahren verurteilt worden.

Das teilte die Menschenrechtsorganisation Association marocaine des droits humains (AMDH) am Montag gegenüber AFP mit. Zwei der Männer, einer davon zwischen 40 und 50, der andere zwischen 20 und 30, sollen nach einem Tipp "auf frischer Tat" in einer Reparaturwerkstatt ertappt worden sein. Sie sollen sich durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt haben, der daraufhin ebenfalls verhaftet worden sei. Die marokkanischen Behörden haben es abgelehnt, den Fall zu kommentieren.

In Marokko stehen auf gleichgeschlechtliche Handlungen bis zu drei Jahre Haft. Homosexualität gilt innerhalb der marokkanischen Gesellschaft als Tabu, wird aber gerade in Touristen-Orten wie Marrakesch, Agadir oder Tanger toleriert. AMDH beklagt, dass Marokkaner oft milder für Kindesmissbrauch als für homosexuelle Handlungen bestraft werden.

Im letzten Jahr sorgte die Verurteilung des 70-jährigen Touristen Tay Cole aus Großbritannien zu vier Monaten Haft für Empörung. Der Mann soll sich mit einem schwulen Marokkaner verabredet haben, der ebenfalls verurteilt wurde. In England rief daraufhin sogar ein konservativer Parlamentabsabgeordneter zum Reiseboykott Marokkos auf. Auch die EU forderte die Freilassung. Als Reaktion wurde der Prozess neu aufgerollt und Cole durfte nach drei Wochen das Gefängnis verlassen und nach England ausreisen (queer.de berichtete). (dk)



#1 GeorgGAnonym
  • 26.05.2015, 23:21h
  • Früher war Marokko einmal ein Traumland für europäische und us-amerikanische Homosexuelle. Zentrum war Tanger. Heute greift die Polizei ein, weil man gegenüber anderen islamischen Ländern das Gesicht wahren will.
    Jeden Tag fallen Tausende von Touristen von den Stränden der Costa del Sol in Marokko ein. Die jungen Männer dort sprechen sowohl europäische Frauen wie Männer an und bieten sexuelle Dienstleistungen an. Immer wieder schlägt die Polizei zu, was als Abschreckung dienen soll. Außerdem gibt es immer öfter Fälle, wo Marokkaner von sich aus die Polizei einschalten. Diese jungen Marokkaner arbeiten mit korrupten Polizisten zusammen, die dadurch ein gutes Nebeneinkommen haben.
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#2 wiking77
  • 27.05.2015, 11:00h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • und wohl gemerkt, es kam ja hier neulich ein Artikel, Erpressereien gegenüber Europäern sind auch gang und gäbe. Kommt heraus, dass ein Marokkaner Sex mit einem Touristen hatte, dann wird schnell mal die Schuld auf den reichen Ausländer abgeladen. Und dann kommt noch die Bigotterie der heutigen islamischen Theologie dazu.
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