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  • 27.05.2015           28      Teilen:   |

Nuuk schlägt Berlin

Grönland öffnet Ehe

Artikelbild
Abgeordnete in Landestracht vor dem Parlament Grönlands in der Hauptstadt Nuuk

Während Deutschland zögert, beschließt ein weiteres Parlament, schwulen und lesbischen Paaren die Heirat zu ermöglichen.

Von Norbert Blech

Das Parlament Grönlands hat am Dienstag ohne Gegenstimme die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare beschlossen. Das in der Innenpolitik autonom entscheidende Parlament übernimmt dazu die Regelungen Dänemarks, das Homo-Paaren bereits seit dem Sommer 2012 die Ehe ermöglicht (queer.de berichtete).

Die Öffnung der Ehe wurde mit 27 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen und tritt zum 1. Oktober in Kraft; entsprechende Meldungen einiger internationaler LGBT-Medien wurden am Mittwoch auch von der grönländischen Presse bestätigt, die die Nachricht der Ehe-Öffnung offenbar erst nach Redaktionsschluss erreichte. Von LGBT Qaamaneq, der Homo-Organisation des Landes, liegt noch keine Stellungnahme vor; die Aktivisten hatten vorab aber die Debatte begleitet und begrüßt.

Das Gesetz bietet den Paaren auch die Möglichkeit, in Kirchen zu heiraten. Wie beim Institut der Lebenspartnerschaft, das zum 1. Oktober aufgelöst wird, ist für gleichgeschlechtliche Paare eine Stiefkindadoption vorgesehen; ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht, für das weitere Regelungen angepasst werden müssen, verzögert sich örtlichen Medienberichten zufolge.

Die Ehe-Öffnung war im Rahmen weiterer Initiativen im Familienrecht bereits für letztes Jahr geplant, war von den Abgeordneten aber versehentlich zu spät ins Parlament eingebracht worden, um noch verabschiedet zu werden. Eine erste Initiative hatte es bereits 2010 gegeben, brauchte aber rechtlich die Vorlage aus Dänemark.

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Bereits Lebenspartnerschaft vor Deutschland

CSD in Nuuk, mit rund 16.200 Einwohnern größte Siedlung sowie Hauptstadt Grönlands
CSD in Nuuk, mit rund 16.200 Einwohnern größte Siedlung sowie Hauptstadt Grönlands

Homosexuelle Handlungen sind in Dänemark und damit auch in Grönland seit 1933 legal, mit einem gleichen Schutzalter wie bei Heterosexuellen seit 1977. Nachdem die Verantwortung für die Innenpolitik zwei Jahre später teilweise an das grönländische Parlament überging, dauerten weitere Neuerungen etwas länger.

So führte Grönland 1996 eingetragene Lebenspartnerschaften ein, sieben Jahre nach dem dänischen Vorbild (und immer noch fünf Jahre vor Deutschland). Das neue Institut trug den Titel "inooqatigiittut nalunaarsorsimasut" und sah bereits das Recht auf eine Stiefkindadoption vor. 2006 wurde die In-vitro-Fertilisation erlaubt, 2008 ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet. Seit 2010 findet ein jährlicher CSD in der Hauptstadt Nuuk statt.

Auf der größten Insel der Erde leben rund 56.000 Menschen; während zwölf Prozent der Einwohner europäischen Ursprungs sind, gelten 88 Prozent als Nachfahren der Kalaallit, einer Untergruppe der Inuit. Fast alle Bürger sind evangelisch.

Mehr zum Thema:
» #Ehefueralle – Der Druck auf Merkel steigt (27.05.2015)
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Tags: grönland, ehe-öffnung, dänemark
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Reaktionen zu "Grönland öffnet Ehe"


 28 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
27.05.2015
10:24:37


(+8, 10 Votes)

Von Marek


Herzlichen Glückwunsch.

Aber ein ums andere mal zeigen andere auch, wie rückständig Deutschland ist.

Ein Staat wie Deutschland, der einen Teil seiner Bürger grundlos diskriminiert, ist auf Dauer nicht konkurrenzfähig.


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#2
27.05.2015
10:51:48


(+9, 9 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


In Deutschland sehen wir im Moment wie Menschenchrechte
mit dem C in dem Kürzel der Union kollidieren.

Der Vatikan:

"Abstimmungsergebnis (in Irland) wäre Niederlage für die Menschheit"

Da wünschen sich einige Katholiken die Zustände
nach dem Ersten Vatikanischen Konzil zurück.


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#3
27.05.2015
10:53:29
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Pilot21


Ist Deutschland eine "absolutistische Monarchie" oder weshalb springt alles nach Kaiserin Merkels Bauchgefühl?


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#4
27.05.2015
10:56:28


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


Ich kann mich irren, also ohne Gewehr.

Aber.

Ich meine mich zu erinnern daß es einen (unter mehreren) Schöpfungsmythos der Inuit bzw Kalaalit gibt in dem die ersten Menschen zwei Brüder waren die Sex miteinander hatten, worauf sich der eine in eine Frau verwandelte und Kinder gebar - von denen alle heutigen Menschen abstammen.

Hätte es damals schon Katholiken oder Frau Merkel gegeben, gäbe es heute also gar keine Menschen.


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#5
27.05.2015
10:58:54


(+8, 12 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Glueckwuensche nach Groenland, das 21. Land, das die Ehe oeffnet.

Armes D-Kartoffel-Bananenland unter Regentschaft einer dummdreisten Goere mit Berater im Vatikan.


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#6
27.05.2015
11:09:32


(+4, 6 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Langsam macht sich Deutschland lächerlich! Eigentlich liegt das vor allem an einer Partei, der CDU, wenn die Frage immer noch nicht geregelt ist. Die SPD, die nicht gerade vorprescht, würde mitziehen.


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#7
27.05.2015
11:15:05


(+5, 9 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Mutti mit ihrem Bauchgefühl nervt gewaltig!


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#8
27.05.2015
11:22:33


(+7, 7 Votes)

Von janx


Ja, in der Tat. Langsam wird das wirklich unfassbar lächerlich und peinlich. Eigentlich ist es das schon längst. Die fortschrittliche innovative Weltmetropole Nuuk - wer kennt sie nicht - mit Gesetzgebung für's 21. Jahrhundert. In Berlin dagegen Steinzeit.

Wahrscheinlich jeder andere Staat um uns herum hat das irgendwann eingeführt. Selbst Russland und die Türkei. Noch lacht ihr. Habe ich bei USA und Irland auch gedacht.

In der Rentnerrepublik Deutschland wird man diese Horror-Regierung einfach nicht los. Es ist zum verzweifeln.


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#9
27.05.2015
11:30:10


(+5, 7 Votes)

Von non-mythos
Antwort zu Kommentar #4 von yelimS


"Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.

Um 2500 v. Chr. begannen die ersten Einwanderungen von Prä-Dorset-Eskimos (Paläo-Eskimos) nach Grönland (unter anderem Menschen der Saqqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen. Diese Erstbesiedler starben wieder aus, aber von 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. siedelten Angehörige der Dorset-Kultur (Neo-Eskimos) in Grönland."


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#10
27.05.2015
11:34:11


(+4, 10 Votes)

Von SPDsichertMacht
Antwort zu Kommentar #6 von lucdf


Die "S"PD, die CDU/CSU in der Regierung hält, um ihre Wahlversprecher in allen Bereichen nicht einlösen oder gar wirklich sozialdemokratische Politik betreiben zu müssen, ist das Hauptproblem.

Das brüllende Schweigen und Nichtstun der Parteiführung nach der historischen Entscheidung in Irland bzw. auch noch Schönreden der Diskriminierungspolitik spricht Bände.

Entschlossenes Eintreten für Menschenrechte ist etwas ganz anderes.

Die durchgeschröderte, reaktionäre Politik betreibende und ermöglichende "S"PD hat auf CSD-Veranstaltungen NICHTS verloren.


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