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  • 27.05.2015           57      Teilen:   |

Petitionen, Demo und ein erfolgreicher Hashtag

#Ehefueralle – Der Druck auf Merkel steigt

Artikelbild
"Ehe für Alle": Könnte aus einem erfolgreichen Hashtag bei Twitter mit einigem Druck eine erfolgreiche Kampagne werden?

In sozialen Netzwerken empören sich immer mehr Menschen über die Gleichstellungs-Blockade der Regierung. Das Momentum will unter anderem eine gemeinsame Petition von LSVD und Campact nutzen.

Von Norbert Blech

Irland und Grönland öffnen die Ehe für schwule und lesbische Paare, Deutschland unter anderem das Schuldrechtsanpassungsgesetz in Fragen der kleingärtnerischen Nutzung. So peinlich das ist, so erwartbar war es auch: Seit Jahren blockiert die Union, unter Hilfe ihrer jeweiligen Koalitionspartner, eine Gleichstellung von Homo-Paaren.

Trotzdem hat sich in den letzten Tagen spürbar etwas verändert: In sozialen Netzwerken empören sich plötzlich Tausende über die Blockade der Regierung, und auch (Mainstream-)Medien machen sie endlich zu einem großen Thema. Selbst "Bild" forderte am Mittwoch in einem Kommentar die Ehe-Öffnung.

Die Gelegenheit, hier jetzt ein Momentum aufzubauen für wochenlangen Druck auf die Regierung, ist günstig wie nie: Nach Irland ist in den nächsten Wochen der US-Supreme-Court mit einer wahrscheinlichen Ehe-Öffnung an der Reihe, die Opposition macht sie in Bundestag und Bundesrat zum Thema, in deutschen Städten beginnt dazu die CSD-Saison. Noch suchen allerdings die großen schwul-lesbischen Organisationen des Landes, überrascht vom plötzlichen Proteststurm, nach einer angemessenen Kampagne.

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Hashtag, Petitionen und erste Demo

Das Netz debattiert die Ehe für Alle mit einigem Humor
Das Netz debattiert die Ehe für Alle mit einigem Humor

Auf Twitter ging diese schon ohne sie los: Unter dem Hashtag #ehefueralle, der in Deutschland gestern mehrfach in den Top Ten ("Trends") des Dienstes landete, haben inzwischen Tausende eine Gleichstellung eingefordert, teils mit lustigen Sprüchen oder emotionalen Bildern.

Gleich mehrere Bürger haben auch Online-Petitionen für eine Ehe-Öffnung gestartet, eine bei change.org kommt inzwischen auf rund 15.000 Unterstützer, eine weitere bei openpetition.de auf knapp über 10.000. Nicht alle Petitonen sind glücklich formuliert oder haben Aussicht auf Erfolg, etwa wenn ein Volksentscheid gefordert wird, für den es keine gesetzliche Grundlage gibt. Eine große Mobilisierung und Aufmerksamkeit verspricht vor allem eine Petition, die der LSVD bis Donnerstag zusammen mit dem reichweitenstarken Aktivismusportal Campact starten will.

Auch eine erste Demo ist angekündigt: Mehrere Privatpersonen haben auf Facebook für Samstag zu einem Protest in Berlin aufgerufen, unter dem Titel Liebe wen du willst – Ehe für Alle! – DEMO. Start ist um 16 Uhr am U-Bahnhof Stadtmitte.

Tagesschau übernimmt Begriff "Ehe für Alle"

In einem Kommentar der Tagesthemen watschte Sabine Rau gestern die Regierung wegen der fehlenden "Ehe für Alle" ab
In einem Kommentar der Tagesthemen watschte Sabine Rau gestern die Regierung wegen der fehlenden "Ehe für Alle" ab

Derweil scheint mit "Ehe für Alle" ein Begriff gefunden zu sein, der auch für Zeitungen und Fernsehsender praktisch ist. Am Wochenende gab es noch Verwirrung durch viele Medien, weil sie in der Berichterstattung zur Ehe-Öffnung in Irland den Begriff "Homo-Ehe" nutzten, den sie bislang auch für die Lebenspartnerschaft in Deutschland gebrauchen.

Aus dieser Historie heraus nutzt auch queer.de "Homo-Ehe" als Synonym für "Lebenspartnerschaft" und vergleichbare Institute sowie "Ehe-Öffnung" für Initiativen, die sich direkt auf die "Ehe" beziehen.

Inzwischen hat auch die Redaktion der Tagesschau beschlossen, hier klarer zu unterscheiden, und nutzt dafür direkt den Begriff der "Ehe für Alle". In einem Info-Kasten schreibt die Redaktion: "Frankreichs Präsident François Hollande prägte für eine komplette Gleichstellung den Begriff der 'Ehe für alle' ('mariage pour tous'). Da dies inhaltlich eher die momentane Debatte wiedergibt, verwenden wir bei tagesschau.de diesen Begriff nun auch."

 Update  14.45h: Profilbutton von EiE

Die Berliner Initiative "Enough is Enough", die bei Facebook auf über 57.000 Anhänger kommt, hat eine Grafik mit dem Spruch "Mein Ja habt Ihr! Ehe für Alle" erstellt, die man in sozialen Netzwerken als Profilbild nutzen kann, um seine Unterstützung für die Ehe-Öffnung zu zeigen.

 Update  28.5., 12.00h: LSVD-Petition

Inzwischen ist auch die Petition von LSVD und Campact online.

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 57 Kommentare | FB-Debatte
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Tags: ehe-öffnung, deutschland, homo-ehe, ehe für alle, twitter
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Reaktionen zu "#Ehefueralle – Der Druck auf Merkel steigt"


 57 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
27.05.2015
13:31:27
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Felix


Wir sollten Frau Merkel, der gesamten Union und der SPD keine ruhige Minute mehr lassen, bevor wir vollständig gleichgestellt sind. Inkl. Eheöffnung, Volladoption, Recht auf künstliche Befruchtung, AGG ohne Ausnahmen und Art. 3 GG.

Die Zeit war nie günstiger als jetzt.


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#2
27.05.2015
13:34:27
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von Alex


Wir erwarten in dieser Frage nicht mehr, als das was laut Grundgesetz eigentlich sowieso vorgeschrieben ist:

dass jeder Abgeordnete frei und nach eigenem Gewissen ohne Einflussnahme von anderen entscheiden kann...


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#3
27.05.2015
13:40:55


(+12, 12 Votes)

Von Borchi
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Frau Merkel ist zu sehr damit beschäftigt, ihre Rolle im NSA-Skandel und den Landesverrat durch den BND zu vertuschen - da kann sie sich nicht mehr um Menschenrechte kümmern...


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#4
27.05.2015
13:46:45


(+12, 14 Votes)

Von Kölner Jung


Die CDU/CSU macht Politik gegen den Mehrheitswillen des Parlaments, gegen den Mehrheitswillen des Bundesrats, gegen den Mehrheitswillen der Bürger (also des demokratischen Souveräns), gegen das deutsche Grundgesetz und gegen demokratische Grundrechte.

Die SPD muss sich JETZT entscheiden, ob sie diese verfassungsfeindliche Politik weiterhin unterstützen will oder ob sie endlich Grundrechte und den Mehrheitswillen (und auch ihre eigenen Wahlversprechen) achtet.


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#5
27.05.2015
14:01:08


(+7, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011
Antwort zu Kommentar #3 von Borchi


Ach, man kann auch verlangen, dass sie es multitasking macht.


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#6
27.05.2015
14:01:17


(-21, 23 Votes)

Von CDU-Mitglied


Ihr werdet keine Ehe bekommen.

Akzeptiert es einfach.

Ein CDU-Mitglied


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#7
27.05.2015
14:01:56


(+12, 12 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Die Zeit war nie günstiger als jetzt.

das denken wir auch...jeden Sonntag in allen bundesdeutschen Gross-Staedten eine Demo..
moeglichst vor den Tempel der Politik und Kinderschaendersekten wo das Uebel wohnt

das sollte doch machbar sein....runter vom Sofa -raus auf die Strasse.
Wir waeren sofort dabei ..sind aber ausser Reichweite.....hier gibts keine Demos ....da klicken die Handschellen ....


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#8
27.05.2015
14:06:33


(+12, 12 Votes)

Von Joel


Sabine Rau hat gestern in den Tagesthemen einen wunderbaren Kommentar gesprochen. Es war sehr deutlich und auf den Punkt. Danke Frau Rau!!!


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#9
27.05.2015
14:09:39


(+16, 18 Votes)

Von OhneGlied
Antwort zu Kommentar #6 von CDU-Mitglied


CDU Mitglied?

Erstens kommt die Ehe und wenn aus Karlsruhe.....

Zweitens - Besser Sie schreiben: Mitglied einer homophoben, undemokratischen, rückwärtsgewandten und braunen Partei! (mit christlich hat dieser Verein ja nichts am Hut!)


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#10
27.05.2015
14:16:59
Via Handy


(+14, 14 Votes)

Von Nico


Das ist jetzt die letzte Chance für die SPD, ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Wenn die SPD nicht auf ewig den Ruf der unwählbaren Lügner- und Betrügerpartei haben will, erwarte ich, dass sie endlich ihr eigenes Wahlversprechen "100 Prozent Gleichstellung" umsetzt.

Nicht mehr und nicht weniger.

Dass man nach der Wahl das umsetzt, was man vor der Wahl verspricht, ist ja wohl nicht zu viel verlangt.


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