Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 27.05.2015           11      Teilen:   |

146:215

Polen: Eingetragene Partnerschaften erneut abgelehnt

Artikelbild
Im Sejm wird in dieser Legislaturperiode nicht mehr über die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften gesprochen (Bild: Ministerstwo Spraw Zagranicznych Rzeczypospolitej Polskiej)

Im erzkatholischen Polen wird der Sejm nicht über eine Anerkennung von Homo-Paaren debattieren.

Das polnische Parlament hat es am Dienstag erneut abgelehnt, eine Debatte über die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften im Plenum zu beginnen. Nur 146 Abgeordnete stimmten für den Antrag der sozialdemokratischen SLD, 215 waren dagegen und 24 enthielten sich. In den vergangenen drei Jahren waren bereits drei ähnliche Anträge im Sejm gescheitert (queer.de berichtete).

Der sozialdemokratische Abgeordnete Wincenty Elsner kündigte bereits an, dass seine Partei nach den Wahlen im Oktober erneut versuchen werde, Lebenspartnerschaften in Polen einzuführen. Der Gesetzentwurf sah vor, dass neben Homo-Paaren auch Heterosexuelle, die nicht heiraten wollen, ihre Partnerschaften registrieren können. Er enthielt viele Rechte von Eheleuten: So hätten sich Lebenspartner bei der Einkommensteuer gemeinsam veranlagen können, auch hätten sie beim Tod des Partners ein Recht auf Witwen- oder Witwerrente oder ein Zeugnisverweigerungsrecht erhalten. Ein Adoptionsrecht war nicht vorgesehen.

Von der regierenden liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsidentin Ewa Kopacz stimmten eine knappe Mehrheit dafür, den Gesetzentwurf zu debattieren. Die meisten "Nein"-Stimmen kamen aus dem Lager rechter oder extrem rechter Parteien. Auch die Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS), die nach den Präsidentschaftswahlen vom Wochenende mit Andrzej Duda erstmals seit Lech Kaczyński wieder ein Staatsoberhaupt stellt, lehnte die Debatte über den Gesetzentwurf geschlossen ab.

Fortsetzung nach Anzeige


Konservative "lügen uns an"

LGBT-Aktivisten zeigten sich über die erneute Ablehnung enttäuscht. "Politiker, die meisten von ihnen Konservative, lügen uns an. Sie behaupten, dass Polen nicht bereit ist für Eingetragene Partnerschaften, geschweige denn für die Ehe für alle", erklärte Agata Chaber von der Organisation "Kampania Przeciw Homofobii" (Kampagne gegen Homophobie). Sie verwies darauf, dass das ebenfalls tiefkatholische Irland erst wenige Tage zuvor die Ehe für Schwule und Lesben durch einen Volksentscheid geöffnet habe (queer.de berichtete).

In Polen definiert die Verfassung seit 1997 die Ehe als Verbindung von Mann und Frau. Auf Druck der EU hat das Land 2003 Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz verboten. Im Zivilrecht gibt es allerdings bislang noch keinen Schutz für Schwule und Lesben. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 11 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 191             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: polen, sejm, eingetragene partnerschaft, warschau
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Polen: Eingetragene Partnerschaften erneut abgelehnt"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
27.05.2015
17:28:35


(-2, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Im Osten nichts Neues!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
27.05.2015
17:44:59


(+7, 7 Votes)

Von physik


xenophobie, homophobie, judäophobie

"Sie verwies darauf, dass das ebenfalls tiefkatholische Irland erst wenige Tage zuvor die Ehe für Schwule und Lesben durch einen Volksentscheid geöffnet habe (queer.de berichtete). "

Link:
global100.adl.org/#map/weurope


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
27.05.2015
17:58:24


(+4, 6 Votes)

Von GeorgG


Unter dem gerade gewählten Präsidenten Duda wird das Rad in Polen noch weiter zurück gedreht werden. Eine Eingetragene Partnerschaft ist seit letzter Woche in weite Ferne gerückt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
27.05.2015
18:18:25


(+3, 7 Votes)

Von chemie
Antwort zu Kommentar #2 von physik


In Irland ist die Rolle der Kirche bei der gefühlten nationalen Befreiung gegenüber der protestantischen Großbritannien schon fast sieben Jahrzehnte her.

In Polen dauert das noch, sofern die Bewußtseinsveränderungen und Segnungen einer Konsumgesellschaft mehr oder weniger flächendeckend auch greifen.

Link zu www.focus.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
27.05.2015
19:48:06


(+4, 4 Votes)

Von PuderBaer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es wäre interessant zu wissen, wie sich der Ja- und Nein-Stimmen-Anteil im Sejm in letzter Zeit entwickelt hat. Gab es mehr Ja-Stimmen als auch schon? Öffnet sich Polen, eventuell sogar schneller als Mutti?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
27.05.2015
19:52:43


(+4, 6 Votes)

Von asdf


Wieso ist so ein Nazi-Staat überhaupt in die EU aufgenommen worden?

Polen verstößt regelmäßig gegen EU-Recht. Wie so viele Ostblock-Staaten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
27.05.2015
22:50:16


(+1, 3 Votes)

Von Markus44


Sehr sehr schade
Und nun wird also im Herbst erstmal in Polen neu gewählt.

Da hoffe ich, das es zumindest in Italien dieses Jahr anders ausgeht und Renzi dort ein Lebenspartnerschaftsinstitut ermöglicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
29.05.2015
15:15:24


(0, 2 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Patroklos


Na unser Land unter der homophoben Bundesmutti ist auch nicht besser. Oder hat die "Bundesmutti" etwa der Ehe-Öffnung zugestimmt?! Nein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
29.05.2015
15:48:44


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Markus44


""Da hoffe ich, das es zumindest in Italien dieses Jahr anders ausgeht und Renzi dort ein Lebenspartnerschaftsinstitut ermöglicht.""..

Es wird das Parlament sein, und nicht der Regierungs-Chef !

In welchem Land auch immer !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
26.10.2015
17:17:33
Via Handy


(0, 0 Vote)

Von Ehla


Was macht Polen überhaupt in der EU außer Nettoempfänger zu sein?!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Ort: Warschau


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
US-Politiker wirbt mit Dragqueens Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul Italien: Zwei Ex-Nonnen lassen sich verpartnern Lil Wayne vermählte zwei Männer im Knast
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt