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"Diskriminierend und inakzeptabel"

England: Rüffel für transphobe Kolumne


Emily Brothers wurde Dritte in ihrem Wahlkreis

Ein Kolumnist hatte in der "Sun" einen "Witz" über eine Labour-Politikerin gemacht.

Die Independent Press Standards Organisation (IPSO), eine Art britischer Presserat, hat in dieser Woche eine Kolumne aus der englischen Boulevardzeitung "The Sun" gerügt. Der Journalist Rod Liddle hatte sich darin über die blinde Labour-Politikerin Emily Brothers lustig gemacht.

"Wenn sie blind ist, wie konnte sie wissen, dass sie das falsche Geschlecht hat?", hatte Liddle in der Kolumne gefragt. Die lesbische Kandidatin bei der Unterhauswahl für den Wahlkreis Sutton and Cheam südlich von London hatte wenige Tage zuvor in einem Interview erstmals von ihrem Transgender-Sein gesprochen und wurde so die erste Trans-Kandidatin der Partei für einen Sitz in Westminster.

Der Spruch von Liddle, der sich dafür schnell entschuldigt hatte, sei "schlicht falsch" gewesen, urteilte nun die IPSO. Er setzte "Frau Brothers, ihre Geschlechtsidentität und ihre Behinderung herab" und mache sich nur wegen wahrnehmbarer vermeintlicher Unterschiede über sie lustig. Das sei im Sinne des Pressekodex "diskriminierend und inakzeptabel".

Die Zeitung, die sich für die Kolumne nicht entschuldigen wollte, da sie keine Diskriminierung gewesen sei, sondern ein "unbeholfener Versuch von Humor", muss die Rüge abdrucken, die auf eine Beschwerde der Organisation "Trans Media Watch" zurückgeht. Brothers sagte, sie freue sich über eine Rüge, hätte es aber noch besser gefunden, die Zeitung wäre zum Abdruck einer Entschuldigung gezwungen worden: Nur so könnten ähnliche Sprüche über andere Personen verhindert werden, die das eventuell weniger gut verkraften könnten als sie.

In den letzten Jahren hatte Brothers eine Geschlechtsanpassung hinter sich gebracht; die 1964 bei Liverpool geborene Politikerin hat aus einer früheren Ehe zwei Kinder. Bei der Wahl wurde Brothers Dritte hinter Konservativen und Liberalen; sie konnte gegenüber dem Labour-Kandidaten bei der vorherigen Wahl 4,2 Prozent Stimmen hinzugewinnen. (nb)