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Klöckner im letzten Jahr auf einer Veranstaltung der Jungen Union (Bild: Michael Panse / flickr / by-nd 2.0)

Die Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz fordert eine moderne Haltung der katholischen Kirche, während ihre Partei im Landtag einen Einsatz für die Ehe-Öffnung ablehnt.

Von Norbert Blech

In der Debatte um die Ehe für Alle hat sich die CDU-Vizechefin Julia Klöckner am Donnerstag für eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche ausgesprochen. "Ich denke, eingetragene Lebenspartnerschaften kirchlich segnen zu lassen, ist keine Zumutung, sondern menschlich", sagte die 42-Jährige Agenturangaben zufolge in Mainz.

"Wer füreinander Pflichten übernimmt, der muss natürlich auch Rechte bekommen", so Klöckner weiter. Die ehemalige deutsche Weinkönigin ist Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das sich kürzlich in einem Papier zur Familiensynode des Vatikans bereits entsprechend geäußert hatte (queer.de berichtete); die Forderung war von der Bischofskonferenz zurückgewiesen worden (queer.de berichtete).

Unklar blieb, wie es zu der Aussage Klöckners kam und ob sie damit von der Debatte über die Öffnung der zivilen Ehe für Homo-Paare ablenken wollte. Sie selbst hatte im Juli 2013 gegenüber queer.de gesagt, dass sie einer entsprechenden Forderung sowie einem gemeinschaftlichen Adoptionsrecht für Homo-Paare "skeptisch" gegenüber stehe (queer.de berichtete).

Homphobe Töne von Klöckners Stellvertreterin


Marlies Kohnle-Gros (CDU) sorgt sich bei homosexuellen Paaren um die Kinder

Klöckner ist Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag von Rheinland-Pfalz. Dort war die Ehe für Alle am Donnerstag ebenfalls Thema. "Keines der Argumente gegen die Öffnung der Ehe ist wirklich überzeugend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in einer von der Partei selbst angesetzten Debatte zur Haltung der Landesregierung zur Ehe-Öffnung (Video, ab 1:17:40). "Gilt der Satz: 'Wer Rechte hat, muss auch Pflichten haben', dann gilt doch umgekehrt auch der Satz, 'Wer die gleichen Pflichten übernimmt, muss auch die gleichen Rechte bekommen'."

Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Marlies Kohnle-Gros (CDU) kritisiere, die Debatte zur Haltung der Landesregierung ziele in Wirklichkeit auf die CDU. Die Union sei eine Volkspartei und werde auch die Rolle gleichgeschlechtlicher Paare debattieren. Das sei nicht einfach, da die Familie für die Partei eine "normative Kraft" darstelle.

Man habe "lernen müssen, dass das Bundesverfassungsgericht eine Gleichheit vordringlicher eingeschätzt hat als den Artikel 6 des Grundgesetzes", der Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der Verfassung stellt, so Kohnle-Gros geradezu bedauernd. "Für uns ist die Ehe immer noch die Ehe zwischen Mann und Frau, die sich auch um das Aufziehen von Kindern besorgt und die damit auch die Grundlage für unser Staatswesen weiterhin sichert." Kohnle-Gros meinte noch, der Artikel stehe einer einfachgesetzlichen Öffnung der Ehe entgegen; zu einer Ehe-Öffnung über eine Verfassungsänderung meinte sie: "Da bin ich mal gespannt, wo sie dafür die Mehrheit herholen wollen". Denn die Ehe-Öffnung sei etwas, was "weit über das hinaus geht, was in CDU/CSU durchzusetzen wäre."

Eine "völlige Gleichstellung" brauche mehr Diskussion in der Partei und mit der Bevölkerung, so Kohne-Gros. Später sagte sie sinngemäß, die SPD solle als Teil der große Koalition im Bund nicht jetzt mitten in der Legislaturperiode motzen, sondern hätte sich besser "vorher drum gekümmert". Auch fragte sie rhetorisch, ob in der Frage eines gemeinschaftlichen Adoptionsrechts bei Homo-Paaren "alle Fragen des Kindeswohls wirklich ausdiskutiert sind".

Tauber lässt diskutieren


Peter Tauber mit der homophoben Publizistin Birgit Kelle am Rande einer CDU-Veranstaltung. Parteimitglied Kelle darf übrigens am Donnerstag ab 19 Uhr auf WDR 2 mit LSU-Chef Alexander Vogt über die Ehe-Öffnung debattieren.

Derzeit überlegen mehrere Bundesländer mit SPD-Regierungsbeteiligung eine Initiative für die Ehe-Öffnung über den Bundesrat. Ansonsten spielte sich die Debatte über die Ehe für alle am Donnerstag hauptsächlich in sozialen Netzwerken ab. Auf Seiten von SPD und CDU drängt sich dabei oft der Eindruck auf, vom eigentlichen Nicht-Handeln ablenken zu wollen.

So befragte CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf Facebook seine Anhänger zu ihrer Meinung zur "Ehe für Alle" – und erhielt über 6.000 Antworten von allen Interessierten, die meisten positiv. Er selbst beteiligte sich nicht an der Diskussion; Tauber hatte im letzten Oktober gegenüber queer.de gesagt, dass er eine Ehe-Öffnung eher skeptisch sieht und eine Aufhebung des Fraktionszwangs in dieser Frage ablehnt. Die Bundesregierung hatte eine Ehe-Öffnung gestern erneut offiziell abgelehnt (queer.de berichtete).

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder, hatte gestern ebenfalls eine Ehe-Öffnung abgelehnt, während sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön am Donnerstag für eine Diskussion auf dem nächsten Parteitag und sich persönlich für den Schritt aussprach. Der Grünenpolitiker Volker Beck sagte am Donnerstag, die CDU solle nicht länger "Good-Cop und Bad-Cop spielen": "Wir brauchen Entscheidungen nach 25 Jahren Debatte."



#1 sanscapote
  • 28.05.2015, 18:50h
  • Bei bestimmtene Parteien beginnt sich das schlechte Gewissen zu regen....und das ist gut so...sogar sehr gut.

    Brueder und Schwestern, bleibt in D am Ball! Wir versuchen, was wir koennen aus der Ferne.
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#2 23qwrgdfbAnonym
  • 28.05.2015, 18:56h
  • Die religiöse Segnung hat nichts mit der weltlichen Zivilehe zu tun.

    Wir fordern die Zivilehe für alle, also auch für gleichgeschlechtliche Paare.

    Achtung, dies ist ein Versuch der Union das Thema Ehe ins Religiöse zu lenken und die Menschen glauben zu machen es ginge um das Religiöse. Die Union will die Religiösität der Menschen missbrauchen um weiterhin die Ehe für alle blockieren zu können.
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#3 GeorgGAnonym
  • 28.05.2015, 19:09h
  • Es ist unklar, in welcher Eigenschaft Frau Klöckner diese Aussagen gemacht hat - als Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz oder als Mitglied des ZKs der Deutschen Katholiken.
    Es ist nicht unwichtig, dies zunächst zu klären.
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#4 mohnblüteAnonym
#5 VeganBearEhemaliges Profil
#6 lucdfProfil
  • 28.05.2015, 20:02hköln
  • Ob irgendeine Kirche meiner Partnerschaft die Segnung erteilt, ist mir völlig egal, zur Not kann ich mich selber segnen. Was mich interessiert, und was den meisten Homos interessiert, ist die Öffnung der zivilen Ehe. Also.... bitte keine Ablenkungsmanöver!
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#7 agneta
  • 28.05.2015, 20:08h
  • Wir Amerikaner sprechen das Wort "enemy" laut und deutlich aus. Warum verwenden Sie hier ständig den Begriff "homophob" oder noch schlimmer "transphob". Schreiben Sie doch endlich homo- und transfeindlich!!
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#8 JW GrimmAnonym
  • 28.05.2015, 20:09h
  • Es ist gut und wichtig, dass die Kirche hier mal ihre Position überdenkt, das gehört aber Meinung nicht in einen Topf mit der aktuellen Diskussion um die staatliche Ehe, aus der sich die Kirche gefälligst raushalten sollte.

    Dieser auf den ersten Blick gutgemeinte Vorstoß hat das Potential, erst recht die tiefschwarzen sturen Gegner vom Stammtisch auf die Straße zu holen.
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#9 janxAnonym
  • 28.05.2015, 20:31h

  • Wenn Sie wirklich Amerikaner wären würden Sie wissen, dass das Wort enemy im Englischen in diesem Zusammenhang mitnichten benutzt wird.
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#10 Markus44Anonym
  • 28.05.2015, 20:55h
  • Es ist gut, wenn Frau Klöckner als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken öffentliche Segnungsgottesdienste in der römisch-katholischen Kirche befürwortet, wie diese seit Jahren bereits kirchlicher Alltag in 15 von 20 Landeskirchen der EKD, in der altkatholischen Kirche, usw. sind.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Segnung_gleichgeschlechtlicher_Paare

    Damit drückt Frau Klöckner als Katholikin aus, das für Sie homosexuelle Handlungen und homosexuelle Paare nicht sündhaft sind, sondern von Ihr als Katholikin ethisch und theologisch akzeptiert werden.

    Der Vatikan sollte daher dem einstimmigen Beschluss zur Zulassung von öffentlichen Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare nachkommen, so wie dies das Zentralkomitee der deutschen Katholiken aktuell fordert.
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