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  • 29.05.2015           39      Teilen:   |

Keine Ruhe für Merkel

Umfragen: Mehrheit der Deutschen für Ehe-Öffnung

Artikelbild
Wird die aktuelle Bundesregierung die Eheöffnung aussitzen können oder wird der Druck zu stark? Die Frage wird immer spannender.

Sowohl "Focus" als auch "Spiegel" sehen eine Zweidrittel-Mehrheit in der Bevölkerung. Das Hamburger Magazin hat zudem Ja-Worte von Prominenten gesammelt.

Eine große Mehrheit der Deutschen ist dafür, die Lebenspartnerschaften von schwulen und lesbischen Paaren der Ehe gleichzustellen und ihnen ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht einzuräumen. Das ergab eine Meinungsumfrage des Magazins "Der Spiegel" unter 500 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten.

Zwei von drei der Befragten stimmten laut einer Vorabmeldung zur neuen Ausgabe demnach der Aussage zu, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Beispiel anderer Länder folgen und sich dafür einsetzen sollte, eingetragene Lebenspartnerschaften in Deutschland rechtlich in allen Punkten mit der Ehe gleichzustellen.

Eine noch größere Mehrheit, nämlich drei von vier der Befragten, ist davon überzeugt, dass es eingetragenen Lebenspartnern erlaubt sein sollte, gemeinsam ein fremdes Kind zu adoptieren. Nach Angaben des Magazins waren derartig hohe Zustimmungswerte Kanzlerin Angela Merkel bereits im März 2013 bekannt, durch eine für das Kanzleramt bestimmte Meinungsforschung. Sechs Monate später hatte sich die Kanzlerin in der "Wahlarena" der ARD allerdings gegen eine vollständige Gleichstellung ausgesprochen.

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Mehrheit auch bei Unions-Anhängern

Eine ähnliche Meinungsumfrage ließ am Freitag auch das Magazin "Focus" veröffentlichen. Auf die Frage "Soll man homosexuelle Partnerschaften rechtlich in allen Punkten mit der Ehe gleichstellen?" antworteten dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid 64 Prozent mit "ja", 31 Prozent mit "nein".

Bei Grünen-Anhängern liegt die Zustimmung demnach bei 89 Prozent, bei Sozialdemokraten bei 77 Prozent. Selbst bei Unions-Anhängern gibt es eine 63-Prozent-Mehrheit für die Gleichstellung, der gleiche Wert wie bei FDP-Wählern. Bei Linken-Anhängern wären es vergleichsweise wenige 62 Prozent, bei AfD-Anhängern nur 14 Prozent.

Promis für Ehe-Öffnung

In der am Samstag erscheinenden neuen Ausgabe des "Spiegel" sprechen sich derweil auf fünf Seiten Prominente für die Ehe für alle aus. "Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch kein bisschen geschmälert", sagte laut einer Vorabmeldung Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Magazin. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kritisiert die Blockadehaltung des Koalitionspartners: "Die Union stellt gerade fest, dass die Menschen in Deutschland längst weiter sind als ihre eigene Beschlusslage."

Selbst CDU-Generalsekretär Peter Tauber äußert sich moderat: "Für mich steht außer Frage, dass in einer eingetragenen Partnerschaft Werte gelebt werden, die auch Grundlage für eine gelungene Ehe sind." Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Oppermann, bietet deshalb der Union an: "Lasst uns in dem Punkt den Koalitionsvertrag nachbessern."

Unter den vielen Prominenten, die die Ehe für alle fordern, sind Mitglieder aller im Bundestag vertretenen Fraktionen, Moderatoren wie Frank Plasberg, Anne Will und Maybrit Illner, Künstler wie der Regisseur Tom Tykwer oder Tocotronic-Sänger Dirk von Lotzow, Schauspieler wie Charlie Hübner und Otto Waalkes, aber auch katholische Gelehrte und Muslime.

In einem weiteren einseitigen Leitartikel fordert Frank Hornig "Sagt endlich Ja": "Das Recht, die Liberalität und der gesunde Menschenverstand sprechen dafür, dass der Staat endlich für Egalität sorgt."

Petition und Demo

Auch ansonsten steigt der Druck zur Ehe-Öffnung: Eine am Donnerstag vom LSVD mit Campact in der Sache begonnene Online-Petition hat bereits über 60.000 Unterschriften erzielen können. Am Samstag ist zudem eine erste Demonstration in Berlin geplant (queer.de berichtete). (nb/pm)

 Update  17.30h: Auch YouGov sieht Mehrheit

Auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa sieht eine klare Mehrheit für eine Ehe-Öffnung. Dazu wurden 1.197 Personen im Zeitraum vom 26. bis 29. Mai repräsentativ befragt. 65 Prozent der Befragten würden eine Ehe-Öffnung befürworten, bei 18- bis 24-Jährigen sind es gar 75 Prozent. Weitere Ergebnisse.

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Tags: ehe-öffnung, umfrage
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Reaktionen zu "Umfragen: Mehrheit der Deutschen für Ehe-Öffnung"


 39 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
29.05.2015
17:26:59


(+10, 12 Votes)

Von Yannick


Wer ist in einer Demokratie eigentlich der Souverän? Achja, das Volk...

Union und SPD missachten nicht nur das deutsche Grundgesetz und demokratische Grundrechte, sondern sie scheißen auch auf den Volkswillen.

Wenn Parteien Demokratie dermaßen pervertieren, dann sollten sie schnellstmöglich aus der Regierung entfernt werden...


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#2
29.05.2015
17:39:17


(+3, 13 Votes)

Von Kinderschutz


Erst heute wurde wieder in den Medien von einer aktuellen Studie berichtet, wonach Deutschland zu wenig für den Schutz vernachlässigter oder misshandelter Kinder tut.

Statt Regenbogenfamilien ihre Wunschkinder zu ermöglichen, sollte man lieber mal dort angreifen, wo Kinder, die offenbar keine Wunschkinder sind, vernachlässigt, misshandelt, vergewaltigt, etc. werden.

Erst eben wurde in der ARD von einem Mädchen berichtet, das mit 9 Jahren verhungert ist, weil deren Eltern lieber die Katze fütterten. Die hat ihre eigenen Haare ausgerissen und gegessen.

DAGEGEN sollte die Regierung angehen und nicht gegen Regenbogenfamilien !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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#3
29.05.2015
17:42:21


(+12, 14 Votes)

Von Kinderschutz
Antwort zu Kommentar #2 von Kinderschutz


Sorry, ich habe mich vertippt:
es muss natürlich NICHT heißen
" Statt Regenbogenfamilien ihre Wunschkinder zu ermöglichen"

SONDERN:
" Statt Regenbogenfamilien ihre Wunschkinder zu verwehren"

Könnte die Redaktion meinen Kommentar bitte anpassen? Ich würde mich über mich selbst schwarz ärgern über diesen Fehler, der meine Aussage ins Gegenteil vertauschen würde.


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#4
29.05.2015
17:54:25


(+7, 7 Votes)

Von Timon


So langsam gehen der Regierung die Argumente aus, warum man Schwule und Lesben weiterhin diskriminieren müsse.

Sollte die CDU/CSU weiterhin 10-15% der Bürger diskriminieren wollen, ist das deren Ding. Dann müssen die Abgeordneten der SPD eben von ihrem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch machen, nur nach eigenem Gewissen zu entscheiden! (Tun sie das nicht, muss ich davon ausgehen, dass sie genauso homophob wie die Union sind.)

Wenn das dann für die Union ein Grund wäre, die Koalition zu beenden, ist das deren Entscheidung, nicht der SPD. Aber ich wette, dass die Union das nicht machen wird, weil sie wissen, dass ein Koalitionsende wegen Homorechten, auch ein Ende der Kanzlerschaft Merkels sein könnte und es danach eine Regierung ohne die Union geben könnte. Erst recht nach den jüngsten Umfragen für Homorechte.

Fazit:
Die SPD muss es nur machen. Bzw. dem baldigen interfraktionellen Antrag zustimmen. Dann könnte schon vor Weihnachten die Ehe geöffnet sein...


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#5
29.05.2015
17:56:36


(+8, 10 Votes)

Von sources


"Aber auch die Anhänger der Union wo sich manche Politiker mit dem Thema noch schwertun sind mehrheitlich (57 Prozent) für die Einführung der Ehe für alle, genau wie Katholiken (64 Prozent) und Evangelen (63 Prozent)."

Link:
yougov.de/news/2015/05/29/mehrheit-der-deutschen-f
ur-ehe-fur-alle/


Dort die höchsten Zustimmungen über 70%: ""The strength of the Yes vote in traditional working class areas was also notable.""

Link zu www.irishtimes.com


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#6
29.05.2015
18:06:00


(+5, 5 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


ich will ja nicht die stimmung trüben...

tagesspiegel: Umfrage 28.05.2015
Die Iren haben in einem Referendum für die Homo-Ehe gestimmt. Sollte sie jetzt auch in Deutschland eingeführt werden?
Danke für Ihre Stimme.
Ja[1840 Stimmen]
47%
Nein[2082 Stimmen]
53%
Gesamt: 3922 Stimmen


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#7
29.05.2015
18:18:36


(+9, 9 Votes)

Von Schnappi
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


@ stromboli:

Die Zahlen vom Tagesspiegel zur Homo-Ehe können meine Stimmung so gar nicht trüben.

Eine solche Abstimmung per Mausklick ist ja - im Gegensatz zu den von Meinungsforschungsinstituten durchgeführten Befragungen - absolut nicht repräsentativ.

Man weiß doch, wie viele rechte und ultrarechte, oft kirchlich-religiös indoktrinierte Arschlöcher sich gerade in solchen Leserbriefecken tummeln. Für die ist das doch ein innerer Reichsparteitag, wenn sie sich als Speerspitze einer "schweigenden Mehrheit" inszenieren können.

Und genauso kommen auch solche Klick-Ergebnisse bei einer Online-Umfrage zustande. Die, die eh für die Öffnung der Ehe sind, machen da meist gar nicht mit. Und die Faschos kllicken sich die Patschehändchen wund (auch mit zwischendurch "Cookies löschen", damit sie wieder und wieder "Nein" klicken können), damit es am Ende auch nur ja so aussieht, also ob die Mehrheit der Deutschen die Eheöffnung ablehnt.

Tut sie aber nicht - und das ist auch verdammt gut so!

Trotzdem sollte man über Grundrechte ohnehin niemals "abstimmen" dürfen. Die sind nämlich unveräußerlich und gelten für alle Menschen.


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#8
29.05.2015
18:27:49


(+7, 9 Votes)

Von Tobi Cologne


Rationale Argumente gab es ja noch nie gegen die volle Gleichstellung. Das war immer nur eine Sache von Hass und religiösem Fanatismus.

Aber spätestens nach diesen Umfragen, die hierzulande eine mindestens ebenso satte Bevölkerungs-Mehrheit für volle Gleichstellung wie in Irland sehen, führt eigentlich kein Weg mehr an Eheöffnung und Volladoption vorbei.

Gerade wenn man weiterhin Volkspartei sein will, muss man auch den Willen des Volkes respektieren. Will die Regierung weiterhin das Regieren den Gerichten überlassen oder wollen die endlich auch mal selbst gestalten?

Wenn die Union sich der Politik verweigert, muss die SPD es eben alleine machen. Die satte Mehrheit gäbe es dank Grünen und Linkspartei im Parlament auch ohne die Union. Und vielleicht stimmt ja sogar der ein oder andere aus CDU/CSU dafür.


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#9
29.05.2015
18:32:44


(+8, 10 Votes)

Von Heiner


Wer jetzt noch Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle diskriminiert, hat den Knall noch immer nicht gehört oder will ihn nicht hören.

Wer jetzt noch blockiert oder auch nur verzögert, tut das ganz bewusst. Da gibt es kein Rausreden oder Schuld-auf-andere-schieben mehr. Das ist dann purer Homohass.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...
Oder der Wähler...


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#10
29.05.2015
18:36:09


(+7, 7 Votes)

Von harfe
Antwort zu Kommentar #7 von Schnappi


Drum ist die Live-Abstimmung im traditionell katholischen Irland ein guter, eher konservativer Maßstab.

Youtube-Video:


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