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Hilferuf an Amnesty International

Moskau: Zehn Tage Haft für drei LGBT-Aktivisten


CSD-Organisator Nikolai Aleksejew bei seiner Festnahme am Samstag

CSD-Organisator Nikolai Aleksejew und zwei weitere Aktivisten wurden nach dem zehnten "Moscow Pride" vom Samstag erstmals zu einer Haftstrafe verurteilt.

Von Norbert Blech

Eskalation in Russland: Erstmals sind am Montag LGBT-Aktivisten wegen einer Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Bezirksgericht erklärte CSD-Organisator Nikolai Aleksejew und zwei Mitstreiter am Montag für schuldig, an einem illegalen Protest teilgenommen und sich Befehlen von Polizisten widersetzt zu haben.

Die drei Männer waren am Samstag festgenommen worden, als sie trotz des vorab verhängten Verbotes einen Protest am Rathaus abhielten (queer.de berichtete). Auch in den Vorjahren waren die Demonstrationen verboten und Teilnehmer festgenommen worden, sie wurden in der Regel aber nach wenigen Stunden wieder freigelassen und maximal mit einem Bußgeld belegt.

Die Organisatoren des Moskauer CSD haben am Montag Amnesty International dazu aufgerufen, die drei Aktivisten auf die Liste von politischen Gefangenen zu setzen und sich für sie einzusetzen.


Die drei nun Verurteilten hatten sich am Samstag nach ihrer Festnahme aus dem Polizeibus gemeldet

Während des zehnten Moskauer CSD hatte es insgesamt 14 Festnahmen gegeben, darunter auch Gegendemonstranten. In zeitlichem Abstand zum vom Aleksejew angeführten Protest wurden vor dem Rathaus weitere Aktivisten und Aktivistinnen durch Nationalisten angegriffen und von Polizisten festgenommen, als sie ein Regenbogenflaggen-Transparent zeigen wollten, darunter die bekannte Journalistin Elena Kostyuchenko.

Während auch hier die meisten Personen binnen Stunden freigelassen wurden, blieben Aleksejew und seine zwei Mitstreiter bis zum Gerichtstermin am Montag in Gewahrsam. Einer hatte mit einem Transparent demonstriert und mit der aufgebrachten Menge debattiert, Alekesejew und ein Mitstreiter waren kurz danach mit einem Gefährt zu dem Protest vorgefahren.

Auch am Rande des CSD war es zu Gewalt gekommen: Vier junge Pride-Besucher waren auf dem Weg zum Protest auf der Einkaufsstraße Tverskaya von Nationalisten mit Schlägen, Tritten und Reizgas angegriffen worden.

Youtube | Ein Video vom Samstag. Gegendemonstranten (wie die Frau auf dem Youtube-Teaserbild) blieben größtenteils unbehelligt, selbst wenn sie selbst Schilder mitführten.


#2 fragendAnonym
  • 01.06.2015, 17:21h
  • Warum kann der, der die Videos hochlädt nicht mal nen englischen (oder gerne auch deutschen) Untertitel machen....zumindest englisch sollte drin sein. Ich frage mich jedesmal was da so gesagt wird...
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#3 drin seinAnonym
#4 hugo1970Profil
  • 01.06.2015, 19:00hPyrbaum
  • Sollange Schurkenstaaten in der UNO sitzen wird sich, global gesehen, nicht viel ändern an unseren LGBTI Rechten.
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#5 hugo1970Profil
#6 oder soAnonym
#7 IsaakAnonym
  • 02.06.2015, 08:29h
  • Antwort auf #4 von hugo1970
  • Dem würde ich widersprechen. Zum einen sind die entsprechenden Hauptausschüsse der UN (meist SOCHUM oder HRC) nun wirklich keine Instanzen, die abseits von Symbolpolitik irgendetwas zu verabschieden hätten, das tatsächliche Rechtskraft entfalten könnte. Der Europarat ist da vermutlich bedeutsamer. Zum anderen ist der globale Trend bei LGBT-Rechten nach wie vor äußerst positiv. Zugegeben, vieles davon erfolgt in kleinen Schritten (wie etwa die kürzlich kolportierte Entkriminalisierung von Homosexualität in Mosambik einer ist) aber gerade die Attitüde in Südamerika und dem Fernen Osten hat sich in den letzten Jahren eindeutig zum positiven gewandelt. Auch bei den UN.
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#8 hugo1970Profil