Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 01.06.2015           13      Teilen:   |

CDU-Politikerinnen auf AfD-Niveau

Peinlich: Erste CDU-Abgeordnete antwortet der "Demo für alle"

Eine CDU-Bundestagsabgeordnete aus Ostfriesland findet, Deutschlands Politik sollte sich besser für Irlands Referenden zur Abtreibung interessieren als für das Ja zur Ehe für alle. Eine weitere Abgeordnete meint, in Irland habe es keine Mehrheit für die Ehe-Öffnung gegeben.



Dummheit für alle: Nachdem die "Initiative Familienschutz" am Freitag ihre Anhänger aufgefordert hatte, sich aus Protest gegen eine mögliche Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare an CDU-Abgeordnete zu wenden ("#EheBleibtEhe", queer.de berichtete), liegt nun die erste Antwort vor.

Für die Initiative aus dem Haus der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch, die die "Demos für alle" gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt betreibt, ist das ein großer Erfolg. Gitta Connemann, seit 13 Jahren direkt gewählte Abgeordnete der CDU im Bundestag für den Wahlkreises Unterems, schrieb einer Unterstützerin der "Demo für alle":

Sie bitten mich – als Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion -, mich gegen die vollständige Gleichstellung der Lebenspartnerschaften von homosexuellen Paaren mit einer Ehe auszusprechen.

Sehr geehrte (…), dies tue ich und werde ich tun. Anlass für die aktuelle Diskussion ist das Ergebnis der Volksabstimmung in Irland. Hier stellt sich mir schon die formale Frage: wieso sollten wir automatisch Regelungen von Dritten übernehmen? Es gibt ja auch keine Debatte, die irische Gesetzgebung zum Schutz ungeborenen Lebens bei uns einzuführen. Für mich gilt der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD. Danach soll es mehr Rechte und Erleichterungen für homosexuelle Paare geben. Genau dies hat das Kabinett am Mittwoch beschlossen. Und das ist auch gut so. Homosexuelle Paare dürfen nicht diskriminiert werden. Denn sie übernehmen Verantwortung für einander.

Aber es darf und soll aus meiner Sicht, aus Sicht der absolut überwiegenden Mehrheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion keine völlige Gleichstellung mit der Ehe geben. Nur gleiches kann gleich behandelt werden. Die Verbindung zwischen Frau und Mann ist die einzige, die Kinder hervorbringt. Homosexuelle Partnerschaften können schon deshalb einer Ehe nicht vollständig gleichgestellt werden.

Am Ende geht aber eigentlich um die Frage der Volladoption. Das volle Adoptionsrecht für homosexuelle Paare lehne ich ab, denn Kinder sollten jedenfalls die Chance auf einen weiblichen und einen männlichen Part haben.

Mit besten Grüßen
Gitta Connemann



Das Schreiben hat die Initiative Familienschutz am Montag auf ihrer Webseite veröffentlicht. Zuvor hatte sie in sozialen Netzwerken bereits einen Blogeintrag einer weiteren CDU-Bundestagsabgeordneten verbreitet.

Veronika Bellmann (Bild rechts), seit 2002 direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Freiberg – Mittlerer Erzgebirgskreis, schrieb unter der Überschrift "Ehe beliebig im Zeichen des Regenbogens???" zunächst die üblichen "Argumente" gegen eine Ehe-Öffnung auf (Artikel 6, Kinder, "Designerbabys"). Zwei waren uns allerdings neu und verdienen Zitierung. Zum einen:

Im Übrigen, wer sagt überhaupt, dass im katholisch geprägten Irland, das ganze Land für die sogenannte Homo-Ehe gestimmt hätte? Beachtet man die Wahlbeteiligung am Referendum, sind es letztlich nicht einmal 40% der Iren, die für die Homoehe gestimmt haben und erst recht keine 100%.



An dem Referendum hatten sich rund 60 Prozent der Bevölkerung beteiligt, die Zustimmung lag bei 62 Prozent. In ihrem Wahlkreis hatte Bellmann 2013 übrigens 51,9 Prozent bei 69,1 Prozent Beteiligung erhalten. Die Politikerin neigt aber ohnehin zu eigenwilliger Mathematik:

Ich halte das Ganze auch langsam für eine Diskriminierung – aber nicht eine der 30.000 gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder der vier bis sechs Millionen Homosexuellen, sondern eine der 19 Millionen Ehen in diesem Lande (380.000 Eheschließungen pro Jahr) und aller heterosexuellen Partnerschaften



Bilder: Foto-AG Gymnasium Melle, cc by sa 3.0; Facebook

Mehr zum Thema:
» Ehe-Öffnung: "Demo für alle" ruft zum Widerstand auf (29.05.2015)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 13 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 153             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: ehe-öffnung, cdu, demo für alle, initiative familienschutz, gitta connemann, veronika bellmann
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Peinlich: Erste CDU-Abgeordnete antwortet der "Demo für alle""


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
01.06.2015
19:39:36


(+12, 14 Votes)

Von Yannick


Die CDU driftet immer mehr in den Wahnsinn ab...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
01.06.2015
20:31:12


(+7, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ein Hugo, ohne Worte


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
01.06.2015
20:50:52
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von MühsamDD


In letzter Zeit muss ich mich ziemlich oft für Sachsen schämen. CDU , Pegida , braune Wähler ...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
01.06.2015
20:55:22


(+12, 12 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wer mag sich noch über die Entscheidungen der Unionsfraktion im Bundestag wundern, wenn die 'Trullalas' ihre Intelligenz bzw. deren Mangel so eindrucksvoll demonstrieren!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
01.06.2015
21:04:53


(+9, 13 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wie nett..

Da provoziere ich doch mal ein bisschen :

Denn nach der Argumentation von Frau Gitta Connemann sind auch zukünftig die gleihe Entlohnung von Männern und Frauen trotz gleicher Qualifikation und gleicher Leistung abzulehnen, denn "ungleiches darf man nicht gleich behandeln..

Ähnliches gilt dann auch für die Argumentation von Frau Veronika Bellmann..

Nach deren Auffassung gab es ja gar keine Mehrheit für die Ehe-Öffnung in Irland, denn die Wahlbeteiligung hätten letztlich nicht einmal 40 % der Wahlberechtigten teilgenommen..

Stimmt Frau Bellmann..
Und nach genau dieser Argumentation ist Frau Merkel auch keine Kanzlerin, denn die Entscheidung wurde ja von nicht einmal 53 % der Wahlberechtigten getroffen, und von diesen wenigen Wähler-Stimmen erhielt sie nur knapp 30 % für ihre eigene Partei..

Nach der Rechnung der Frau Bellmann erhielt die FDP übrigens weniger als 1,75 % der Stimmen..
Ein Schelm, der Böses dabei denkt..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
01.06.2015
21:31:21


(+13, 13 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


connemann und bellmann sind weiber aus der cdu, die jederzeit auch in der afd kandidieren würden, wenn ihnen genau die gleichen pöstchen zugesichert werden könnten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
01.06.2015
21:32:59


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal


Der Sermon der Sächsin aus dem Tal der Ahnunglosen sollte in ganzer Länge verbreitet werden, weil er passagenweise von einer völkisch-biologistischen verfasssungswidriger Gesinnung zeugt:

"Daniela Kolbe, Bundestagsabgeordnete und designierte SPD-Generalsekretärin in Sachsen, argumentiert: "Die Haltung zur Ehe ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage des Menschenbildes und der politischen Kultur."

Manches ist eben nicht eine Frage der politischen Kultur, sondern der Gott gegebenen Natur. Will die SPD jetzt Gott, die Natur, die Biologie oder wen auch immer wegen Diskriminierung verklagen, weil sie auf den diskriminierenden Einfall gekommen ist, die Fortpflanzung der Menschheit nur durch das Zusammenwirken von Mann und Frau für möglich zu erklären? An dieser fundamentalen Diskriminierung kann nicht einmal das Bundesverfassungsgericht etwas ändern, geschweige denn ein auf Zeit gewählter Parlamentarier. Es sei denn, man richtet hemmungslos den Blick gleich weiter vom Recht auf umfassende Gleichstellung bezüglich der Ehe für Gleichgeschlechtliche, auf das Recht auf Kinder durch künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Retorten- und Designerbabys und so weiter und so fort.

Ja, jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden, das steht schon so sinngemäß in der Bibel und Ja, auch Gleichgeschlechtliche können dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen - und das ist gut so! Rot-Grün hat seinerzeit eigens ein neues Institut geschaffen, damit der Ehebegriff nicht auf gleichgeschlechtliche Paare anwendbar ist und die Ehe mitnichten gesetzlich erweitert - und auch das ist gut so!

Bezüglich der Familienbildung gilt für mich immer noch, dass Kinder nur aus einer Verbindung hervorgehen können, in der der Vater = Mann und die Mutter = Frau ist. Darüber hinaus hat die Ehe zwischen Mann und Frau mit Blick auf die Kinder und die Zukunft unseres Volkes einen besonderen Rang. Das ist unbestreitbar und weder unmodern, noch unrealistisch, sondern zeitlos gültig. Nur in der Beziehung zwischen Mann und Frau können Kinder gezeugt werden. Das ist ein besonderer Wert für unsere Gesellschaft. Im Artikel 6 des Grundgesetzes ist die Bedeutung von Ehe und Familie verankert, beides hat nicht umsonst Verfassungsrang. Hier geht es nicht, wie in der FAZ vom 27.05.15 zu lesen, "um Antidiskriminierung, sondern um Vaterschaft, Mutterschaft und Kindeswohl......die Samenbank ist nicht die Keimzelle der Gesellschaft.....wer Fortschritt will, braucht Vater, Mutter und Kinder.....

Im Übrigen, wer sagt überhaupt, dass im katholisch geprägten Irland, das ganze Land für die sogenannte Homo-Ehe gestimmt hätte? Beachtet man die Wahlbeteiligung am Referendum, sind es letztlich nicht einmal 40% der Iren, die für die Homoehe gestimmt haben und erst recht keine 100%.

Sachsens Integrations- und Gleichstellungsministerin "glaubt" nun, selbst dieses Ergebnis auf Deutschland übertragen zu können, wo sie es vermutlich ansonsten mit dem "Glauben" nicht so hat. Da war wohl eher der Wunsch Vater oder Mutter des Gedanken.

Aber in Gleichstellungsfragen ist der Sozialdemokratie ja scheinbar jedes Mittel recht. Da wird die Regenbogenbeflaggung des Sächsischen Sozialministeriums am Christopher-Street-Day gleichgestellt mit dem Aufziehen der Nationalflagge an hohen Nationalen Gedenk- oder Trauertagen. Und wie hält es hier die SPD mit der Regel einer Koalitionsregierung, dass Koalitionspartner bei unterschiedlicher Meinung nach außen hin Zurückhaltung üben, wie beispielsweise beim Abstimmverhalten im Bundesrat? Schließlich repräsentiert auch ein Ministeriumsgebäude die Regierung und ist kein SPD-Parteigebäude. Das kann die SPD meinetwegen frei nach Christo mit Regenbogenfahnen vollständig verhüllen. Wenn Sie denkt, sie kann damit auf Stimmfang gehen, bitteschön. Offenbar gibt es für die Genossen nichts Wichtigeres in der Innen-und Außenpolitik als das?!

Ich halte das Ganze auch langsam für eine Diskriminierung aber nicht eine der 30.000 gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder der vier bis sechs Millionen Homosexuellen, sondern eine der 19 Millionen Ehen in diesem Lande (380.000 Eheschließungen pro Jahr) und aller heterosexuellen Partnerschaften."

Wahlkreisbüro für Döbeln Freiberg Mittweida
Büro Veronika Bellmann MdB
Erbische Straße 5
09599 Freiberg
Tel: (03731) 212967
Fax: (03731) 459446
E-Mail: veronika.bellmann.wk@bundestag.de

Nie vergessen:

Bundesverfassungsgericht 19.2.2013:

"Leben eingetragene Lebenspartner mit dem leiblichen oder angenommenen Kind eines Lebenspartners in sozial-familiärer Gemeinschaft, bilden sie mit diesem eine durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützte Familie im Sinne des Grundgesetzes."

Link zu www.bundesverfassungsgericht.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
01.06.2015
22:29:12


(+14, 14 Votes)

Von ursus


>"Ich halte das Ganze auch langsam für eine Diskriminierung - aber (...) eine der 19 Millionen Ehen in diesem Lande"

das ist nicht neu.

schon immer haben sich die privilegierten zu opfern erklärt, um diskriminierungen, entrechtungen und gewalt zu rechtfertigen.

schon die jungs vom ku klux klan haben nur deswegen schwarze an laternen geknüpft, weil sie ja deren unmittelbar bevorstehende machtübernahme verhindern mussten. wir wissen auch, wer damals angeblich die armen "arier" unterdrücken wollte - und was als das einzige gegenmittel verkauft wurde.

frau connemann sollte wissen, in welche düstere reihe sie sich da stellt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
01.06.2015
22:33:10


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


Ostfriesland gerät in Gefahr der Witz zu werden der es ist ..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
02.06.2015
08:31:40


(-5, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von yelimS


Ein Revival der Ostfriesenwitze ist in Vorbereitung!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Queer.de-Blog

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Malta verbietet Homo-"Heilung" Video: Schwuler Heiratsantrag vor dem Dom Landkreis wehrt sich weiter gegen "Homoheiler"-Verein Russische Abgeordnete: FIFA-Game ist Homo-"Propaganda"
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt