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  • 02.06.2015           3      Teilen:   |

Nach Treffen mit Grünenpolitiker

Zollverein bedauert Absage von LGBT-Aktion

Artikelbild
Die Zeche Zollverein war bis 1986 ein aktives Steinkohlebergwerk und wurde schließlich zum Architektur- und Industriedenkmal (Bild: Flickr / Bodenschlag / cc by 2.0)

Nach der Absage eines Treffens zum Internationalen Tag gegen Homophobie verspricht die Essener Stiftung, sich gegen Homophobie zu engagieren.

Die Stiftung Zollverein hat sich für eine als Diskriminierung empfundene Absage eines Treffens von LGBT-Jugendlichen auf ihrem Gelände entschuldigt. Zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie hatten Jugendliche aus dem vom Sozialverein für Lesben und Schwule (SVLS) betrieben Essener Jugendzentrum "Together" eine Aktion auf dem Gelände abhalten wollen.

Die Jugendlichen wollten, wie bei RainbowFlashs in ganz Deutschland an dem Tag, Luftballons aufsteigen lassen; die Stiftung hatte das verweigert mit dem Hinweis, dass "weltanschaulich" geprägte Veranstaltungen nicht geduldet werden würden (queer.de berichtete).

In der Absage hieß es weiter, dass die Zeche ein "weltoffener Ort" sei, der auch "von vielen Familien mit Kindern besucht" werde. "Da wir bemüht sind, allen Besuchern einen ungestörten Besuch des Welterbes zu ermöglichen, kann die Stiftung Zollverein die beschriebene Aktion leider nicht genehmigen". Gegenüber der WAZ hatte die Stiftung später konkretisiert, dass das Kohlewerk nicht "für politisch und weltanschulich motivierte Meinungsäußerungen" genutzt werden sollte.

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Störung der Besucher?

Der verpartnerte Grünenpolitiker Kai Gehring sitzt seit 2005 im Bundestag und setzt sich auch in seiner Heimat Essen für LGBT-Rechte ein
Der verpartnerte Grünenpolitiker Kai Gehring sitzt seit 2005 im Bundestag und setzt sich auch in seiner Heimat Essen für LGBT-Rechte ein

Die Absage hatte für einige Empörung gesorgt, zumal ein Jahr zuvor ein SPD-Jubiläumsfest auf dem Gelände stattgefunden hatte. "Offenbar sieht man uns auf Zollverein als eine Störung der Besucher an", sagte ein Sprecher vom SVLS, die 50 Jugendlichen hielten die Aktion schließlich im Kaiser-Wilhelm-Park im Stadtteil Altenessen ab.

Kritik kam auch vom grünen Bundestagsabgeordneten Kai Gehring, der aus Essen stammt. Er hat sich in der letzten Woche mit Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender, und Jolanta Nölle, Mitglied des Vorstands der Stiftung Zollverein zu einer rund 90-minütigen Aussprache getroffen.

Eingehen auf die Jugendlichen versprochen

In einer gemeinsamen Presserklärung werteten beide das Gespräch nun als Erfolg: "Die Gesprächspartner kamen überein, dass die Absage und ihre Begründung ein Fehler war, welcher die Gefühle vieler Menschen verletzt hat und sich nicht wiederholen dürfe", heißt es darin. Marth und Nölle hätten ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass die Absage zu Missverständnissen und großem Unmut geführt hat, und Verständnis dafür gezeigt, dass die Jugendlichen, ihre Familien und Freunde die Begründung als Herabwürdigung empfunden haben. Die beiden Vorstände stellten in Aussicht, "einen verfeinerten Kriterienkatalog für die Genehmigungspraxis von Veranstaltungen auf Zollverein zu entwickeln".

Gehring zeigte sich nach dem Gespräch zufrieden mit dem Ergebnis: "Es war wichtig, dass sich der Vorstand der Stiftung Zollverein schriftlich und im persönlichen Gespräch aufrichtig für die Entscheidung entschuldigt hat. Dass die Stiftung mit mir und dem Verein das Gespräch sucht, ist ein gutes Zeichen, um das Vertrauen der schwul-lesbischen Community in die Stiftung Zollverein wieder aufzubauen." Man habe "verabredet, dass die Stiftung dem Verein SVLS und seinen Jugendlichen Angebote unterbreitet, mit denen schwul-lesbische Lebensweisen auf dem Zollverein-Gelände noch vor dem nächsten Internationalen Tag gegen Homophobie durch konkrete Formate sichtbar werden."

Der Vorstand der Stiftung erklärte nach dem Gespräch: "Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist ein Ort, der für Weltoffenheit und Toleranz steht. Es spiegelt nicht nur die Geschichte der Region wieder, sondern auch ihre Gegenwart, die sich durch eine große gesellschaftliche Vielfalt auszeichnet. (…) Wir entschuldigen uns bei allen Menschen, deren Gefühle wir verletzt haben und wir bedanken uns bei denen, die sich kritisch zu der Absage geäußert haben, denn sie haben uns viele konstruktive Ideen mitgeteilt. Wir werden uns nun mit dem SVLS und den Jugendlichen treffen und gemeinsam überlegen, wie wir künftig zum Abbau von Homophobie und Transphobie beitragen können." (pm/nb)

Mehr zum Thema:
» Zollverein untersagt Aktion gegen Homophobie (20.05.2015)
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Tags: zollverein, kai gehring, essen
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Reaktionen zu "Zollverein bedauert Absage von LGBT-Aktion"


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.06.2015
11:26:55


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear


Na also... geht doch!

Dinge nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern zu protestieren, wirkt also.

Besonderen Dank auch an Kai Gehring!


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#2
02.06.2015
12:17:03


(+4, 4 Votes)

Von Finn


Entscheidung rückgängig machen und weitere deutliche Zeichen gegen Homophobie unterstützen!

Ansonsten wäre das unglaubwürdig...


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#3
02.06.2015
13:19:05


(+3, 3 Votes)

Von sanscapote
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Kai Gehring, merci de nous 2!


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