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  • 02.06.2015           48      Teilen:   |

Kommando zurück

Kramp-Karrenbauer gegen Ehe für alle

Artikelbild
Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember 2014 in Köln (Bild: Olaf Kosinsky, wiki commons, cc by sa 3.0)

Saarlands Ministerpräsidentin fürchtet, die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare könne zur Vielehe führen.

Am Dienstag Morgen hatte die "Saarbrücker Zeitung" noch berichtet, in der Landtagsfraktion der CDU im Saarland gebe es eine Mehrheit für eine Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare – am Abend zog Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer dann die Reißleine, in einem Interview mit der gleichen Zeitung.

Die 52-Jährige rückte zunächst die Haltung ihrer Partei gerade: "Das Meinungsbild, das über die Fraktion gezeichnet worden ist, spiegelt nach meiner Wahrnehmung nicht unbedingt die Meinung in der Breite der Partei wider. Ich war am Wochenende in mehreren Kreisverbänden unterwegs. Dort wird das Thema in einer anderen Tendenz diskutiert."

Man sei sich einig, "dass bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft abgebaut werden müssen", so Kramp-Karrenbauer weiter. Diese Diskussion umfasse auch das Adoptionsrecht, aber: "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht – sondern allein am Kindeswohl."

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"Wollen wir das wirklich?"

Kramp-Karrenbauer, die Ministerpräsidentin einer großen Koalition in einem Landesparlament, aber auch Präsidiumsmitglied der Bundes-CDU ist, sprach sich auch gegen eine Freigabe einer Abstimmung zur Ehe-Öffnung im Bundestag aus: Diese sei "keine Gewissensfrage, sondern eine Koalitionsfrage", die Antwort habe die große Koalition für die Legislaturperiode "klar festgelegt".

Persönlich ist sie wohl auch keine Freundin einer Ehe-Öffnung, die "mehr als Symbolik" sei und "womöglich weitreichende Folgen" haben könnte. Bisher sei die Ehe als Verbindung von Mann und Frau definiert, so Kramp-Karrenbauer. "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen. Wollen wir das wirklich?"

Enthaltung im Bundesrat wahrscheinlich

Mit ähnlichen Argumenten hatte sich die Union schon vor 15 Jahren gegen die Einführung einer Lebenspartnerschaft gewehrt. Die Ehe-Öffnung wird trotzdem noch Thema im saarländischen Landtag: Für den 17. Juni haben sowohl die oppositionellen Grünen als auch die Piraten einen Antrag angekündigt, in dem sie die Landesregierung auffordern wollen, sich einer Bundesratsinitiative zur Eheöffnung anzuschließen.

Der Bundesrat wird sich allerdings voraussichtlich schon am 12. Juni mit einem Antrag mehrerer (rot-)rot-grüner Länder befassen, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Ehe zu öffnen; zwingen kann die Länderkammer sie nicht. Von Bundesländern mit einer CDU-Beteiligung wird mit einer Enthaltung gerechnet, wobei das Verhalten Berlins noch mit Spannung erwartet wird.

Das Saarland hatte sich bereits 2013 enthalten, als der Bundesrat schon einmal eine Initiative für eine Ehe-Öffnung ergriff (damals sogar als Gesetzentwurf). "Ehe soll für alle offen sein. Das ist ein Punkt, der ist für uns als CDU so nicht mittragbar", sagte Kramp-Karrenbauer damals (queer.de berichtete). (nb)

Mehr zum Thema:
» CDU-Fraktion im Saarland mehrheitlich für Ehe-Öffnung (02.06.2015)
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Tags: ehe-öffnung, saarland, annegret kramp-karrenbauer
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Reaktionen zu "Kramp-Karrenbauer gegen Ehe für alle"


 48 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.06.2015
21:39:44


(+11, 11 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"keine Gewissensfrage, sondern eine Koalitionsfrage"

Begründung?

Weil die Unionshansel Diskriminierung für ihr Recht halten und glauben, dafür einfach nur Partner finden zu müssen.

Ausländer, Farbige, Juden nicht die gleichen Bürgerrechte zu geben, wäre dann aber auch keine Gewissensentscheidung ... oder sollten wir über Frauenrechte noch einmal reden.

Kramp-Karrenbauer und Merkel - alles die gleiche widerlicher Mischpoke ...


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#2
02.06.2015
21:42:46
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Dominik


Dann können wir wohl froh sein, dass diese Herrschaften damals noch nicht regierten als das Frauenwahlrecht kam.

Die hätten es bestimmt abgelehnt weil nachher noch einer ein Wahlrecht für Hunde und Katzen fordern würde.


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#3
02.06.2015
21:57:08


(-1, 5 Votes)

Von frauenkwode


Ah. Erbseneintopf positioniert sich
gegen falschen Kaviar.

Eintopf

Bild-Link:
image.jpg


Kaviar (rechts im Bild)

Link:
twitter.com/volker_beck/status/251425968542072837


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#4
02.06.2015
21:59:42


(+2, 4 Votes)

Von David77


Manchmal fragt man sich, ob bei den Gegnern der IQ auf Raumtemperatur sinkt, oder denen nun nichts mehr zu peinlich ist, wenn die nun die absurdesten Argumente aus der Mottenkiste bringen.
Die nächste Generation wird sich derer schämen und die dann ältergewordenen Gegner werden
im Erdboden versinken...

Jetzt ist es plötzlich das Schreckgespenst der Vielehe, was vor 15 Jahren nicht kam, und was auch in den anderen Ländern, in denen die Ehe geöffnet wurde, auch nicht ausgepackt wurde...

Es geht um heiratsmündige Menschen, die EINEN heiratsmündigen Menschen heiraten wollen.

Eigentlich spricht eher das Festhalten an der ELP mit dem Argument: "etwas ganz anderes als eine Ehe" sogar für die Vielehe.
Wieso kann man keine Ehe UND eine ELP eingehen, wenn man doch praktisch nur mit EINER Person verheiratet ist?
Eine Ehe und eine ELP einzugehen ist dann doch nach deren Argumentation nicht dasselbe, wie 2 Ehen einzugehen...
Wenn A nicht gleich B ist, dann ist A+A nicht gleich A + B...
Und unter einer Vielehe kann nur eines fallen und verboten sein...
Na, wie wollen die sich aus dem Widerspruch lösen?


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#5
02.06.2015
22:05:38


(+4, 6 Votes)

Von David77


PS.
Wenn das jetzt schon so ausartet, dann wird das noch ganz spaßig (*sarkamus*), wenn die USA in ein paar Wochen nachzieht...

Geht Deutschland dann unter?
Muss dann ein neuer Superlativ für "dümmste" gefunden werden, um die Gegenargumente in ihrer Dummheit beschreiben zu können?


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#6
02.06.2015
22:30:54


(+6, 6 Votes)

Von goddamn liberal


..."etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen. Wollen wir das wirklich?"

Wer angesichts einer mehr als fünfundzwanzigjährigen Rechtsentwicklung in der zivilisierten demokratischen Welt des Westens und Nordens so einen unerträglichen Schwachsinn von den Herrenmenschen im Land des rosa Winkels hört, der kann nur noch Liebermann zitieren.

Pressekontakt CDU Saar:
Timo Flätgen, Pressesprecher
Stengelstr. 5, 66117 Saarbrücken
Telefon: 0681 / 5 84 53-12
timo.flaetgen@cdu-saar.de

Pressekontakt Staatskanzlei:
Thorsten Klein, Regierungssprecher
Am Ludwigsplatz 14, 66117 Saarbrücken
Telefon: 0681 / 501 - 1127
t.klein@staatskanzlei.saarland.de


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#7
02.06.2015
22:35:11


(+8, 8 Votes)

Von Rosa Soli


Ja, werte Frau Kamp-Karrenbauer, die Einführung des Frauenwahlrechts hat ja auch dazu geführt, dass nun Hunde und Katzen wählen durften und jede(r) plötzlich beliebig viele Stimmen haben konnte!

*augenroll*


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#8
02.06.2015
22:40:41


(+6, 6 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Wieso soll es bei schwulen und lesbischen Paaren zur Vielehe kommen? Die gibt es doch schon in manchen Kulturen in der heterosexuellen Welt und wird gelebt.

Solche Fragen von Frau Kramp-Karrenbauer sind in den Ländern, in denen die Ehe bereits geöffnet ist, schon längst abgearbeitet und kein relevantes Thema. Es geht hier um Gleichberechtigung von zwei erwachsenen Menschen und um deren Verantwortung in der Lebensform und Lebensplanung, mehr nicht.

Von der CDU kommt doch immer das gleiche Geschwafel, so wie bei Kelle, Kuby etc.
Mit deren dummen Argumenten wird weder Homophobie noch Diskriminierung abgebaut.


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#9
02.06.2015
22:57:49


(+7, 7 Votes)

Von Christine


Das demonstrative Stochern von CDU-Präsidiumsmitgliedern im Sumpf der blödesten und abwegigsten Argumente gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ist mittlerweile nicht mehr nur lächerlich und beschämend, sondern nimmt allmählich bedrohliche Ausmaße an.
Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass die CDU-Führung den Untergang des (deutschen) Abendlandes durch die Eheöffnung für möglich hält. Möglicherweise werden die Führer der USA, Frankreichs, Kanadas und Groß-Britanniens noch vom G7-Gipfel ausgeladen, um unser Land nicht von Same-Sex-Marriage- oder Mariage-Pour-Tous-Gedanken versauen zu lassen!
Rette sich, wer kann!


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#10
02.06.2015
22:58:13


(+4, 6 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von goddamn liberal


Man fragt sich, ob die ganzen absuderen Kommentare nicht irgendwie von oben kommen und weitergereicht werden.
Die "Verwandten-Ehe" hab ich heute woanders schon mal aufgeschnappt.
Dessen Überlegung überflüssig ist, da enge Verwandte doch schon rechtlich abgesichert sind...

Vielleicht haben Merkel und Kauder eine ganze Kiste an dummen Sprüchen, die sie jetzt im Rückzugsgefecht raushauen...


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