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  • 03.06.2015           46      Teilen:   |

Debatte zur Bundesratsinitiative

CDU-Politikerin warnt: Nach Ehe für alle kommt die Schulhof-Ehe

Artikelbild
Editha Lorberg (CDU) betonte den Schutz des Grundgesetzes für Ehe und Familie

Im niedersächsichen Landtag meinte die CDU, ein "Differenzieren" zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft sei keine Diskriminierung.

Von Norbert Blech

Die niedersächsische Landesregierung hat gestern eine Bundesrats-Initiative zur Ehe-Öffung für schwule und lesbische Paare beschlossen, die bereits am nächsten Freitag in der Länderkammer mit Unterstützung weiterer (rot-)rot-grüner Länder debattiert wird und Druck auf die Bundesregierung ausüben soll, letztlich aber nur Symbolcharakter hat.

Auch eine Landtagsdebatte in Hannover an diesem Mittwoch zur Ehe-Öffnung war rein symbolisch und ohne Möglichkeit einer Abstimmung: Die Grünen hatten in der Aktuellen Stunde zu einem Tribunal geladen unter dem Titel "Traut euch, CDU! Endlich gleiche Rechte für alle Paare".

Die Grünen-Abgeordnete Julia Willie Hamburg wandte sich gegen den "Dogmatismus" der Union und "Argumente aus der Mottenkiste". "Es ist Zeit" für die Ehe-Öffnung für alle, sagte sie in Anspielung auf einen so betitelten Offenen Brief von Prominenten an die Kanzlerin, das zeigten Meinungsumfragen, Petitionen und auch das katholische Irland.

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CDU: Diffenzierung keine Diskriminierung

Björn Thümler fiel in der Debatte durch zahlreiche Zwischenrufe auf, die im Livestream allerdings nicht zu verstehen waren
Björn Thümler fiel in der Debatte durch zahlreiche Zwischenrufe auf, die im Livestream allerdings nicht zu verstehen waren

Begleitet wurde die Rede Hamburgs von zahlreichen Zwischenrufen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Björn Thümler. Er hatte seine Meinung bereits in der letzten Woche in einem Gastkommentar der "Braunschweiger Zeitung" unter der Überschrift "Es geht um die Kinder" kundgetan. Dass "nur aus der Verbindung von Mann und Frau Kinder hervorgehen können" sei der "grundlegende Unterschied" der Ehe zur Lebenspartnerschaft.

"Die Geburt und Erziehung von Kindern durch ihre Eltern sind ein Fundament unserer Gesellschaft – Ehe und Familie genießen deshalb zurecht den (grundgesetzlich festgeschriebenen) Schutz unseres Staates", so Thümler weiter. "Wer diese Differenzierung als Diskriminierung empfindet, verkennt, dass es unserem Staat nicht um eine Bewertung verschiedener Lebensentwürfe geht, sondern um sein ureigenes Interesse: seinen eigenen Fortbestand." Es sei daher "blanker Unsinn", in der Union "einen Schuldigen für die vermeintliche Diskriminierung homosexueller Beziehungen" auszumachen und den "Vorwurf der Homophobie" zu erheben: "Differenzierung bedeutet nicht Diskriminierung!"

Ähnlich argumentierte die CDU-Abgeordnete Editha Lorberg im Landtag: Während die Union versuche, die Gesellschaft mitzunehmen, wollten die Grünen Menschen über den Mund fahren und jeden, der nicht jeden Schritt mitgehen wolle, als "gestrig" charakterisieren.

"Homosexuelle und lesbische Paare können keine Kinder bekommen", meinte sie, daher sei es keine Diskriminierung, zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft zu unterscheiden. Ohnehin: Lebenspartnerschaft sei doch auch ein schöner Begriff.

Abseits davon sei die Gleichstellung ohnehin fast vollständig, mit Ausnahme der Adoption, wo das Kindeswohl die entscheidende Rolle spiele. Die Abgeordnete beklagte, die Grünen setzten sich einerseits für die Ehe-Öffnung ein und wollten sie andererseits abschaffen. Auch wollten sie "alles gleichmachen" und gar "Schulhoflieben" gleichstellen, forderten "Schulhofehen". Auf überraschte Nachfragen meinte Lorberg, man könne das nachlesen.

Gesellschaftliche Realität anerkennen

Kathrin Wahlmann (SPD) beklagte, Deutschland sei mit der Lebenspartnerschaft einst "Vorreiter" gewesen, werde inzwischen aber von der Lebenswirklichkeit überholt
Kathrin Wahlmann (SPD) beklagte, Deutschland sei mit der Lebenspartnerschaft einst "Vorreiter" gewesen, werde inzwischen aber von der Lebenswirklichkeit überholt

Das erinnerte ein wenig an die gestrige Argumentation von Saarlands CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Ehe für alle führe zu Forderungen nach einer Ehe unter Verwandten oder mehr als zwei Personen (queer.de berichtete). Das sei "an den Haaren herbeigezogen", kritisierte die SPD-Politikerin Kathrin Wahlmann, die auch eine gestrige Äußerung von Erika Steinbach über "militante Homoaktivisten" zurückwies: Steinbach habe den Schuss nicht gehört.

Sie selbst sei nicht militant, wenn sie feststelle, dass ihrer heterosexuellen Ehe durch die Öffnung für schwule und lesbische Paare nichts genommen werde, meinte Wahlmann. Als sie Trauzeugin ihrer Freundin war, die eine Lebenspartnerschaft einging, habe jeder von "Heirat" und "Ehefrau" gesprochen. Es sei Zeit, die Lebenswirklichkeit wahrzunehmen: "Gleiche Rechte für alle, eine echte Ehe für alle."

Auch der FDP-Abgeordnete Christian Grascher nutzte ein entsprechendes Beispiel, einen Bericht der "Bild" über die Genesung Guido Westerwelles. Da sei selbstverständlich von seinem "Ehemann" gesprochen worden. "Das zeigt, wie weit die gesellschaftliche Akzeptanz tatsächlich ist."

Die Lebenspartnerschaft führe zu einer Ungleichbehandlung, manchmal wegen des unterschiedlichen Namens auch zu einem Zwangsouting, so Grascher weiter. Argumente zum Kindeswohl, die sich gegen die Ehe-Öffnung richteten, würden auch Alleinerziehende treffen und abwerten.

Abstimmung für alle

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) zitierte einen Zeitungskommentar, wonach die Lebenspartnerschaft "keine akzeptable Dauerlösung" sein könne. Die Bundesratsinitiative sei man "auch den Menschen in Niedersachsen schuldig". Die CDU-Fraktion in Niedersachsen habe bei Abstimmungen zu LGBT-Rechten immer den Fraktionszwang aufgehoben. Ihre Kollegen im Bund sollten sich "nicht hinter dem Koalitionsvertrag verstecken".

Mehr zum Thema:
» Kramp-Karrenbauer gegen Ehe für alle (02.06.2015)
» Lieber Sigmar Gabriel, es sind nur fünf Schritte bis zur Ehe-Öffnung! (02.06.2015)
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Tags: ehe für alle, ehe-öffnung, niedersachsen, landtag
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Reaktionen zu "CDU-Politikerin warnt: Nach Ehe für alle kommt die Schulhof-Ehe"


 46 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
03.06.2015
12:53:18
Via Handy


(+15, 15 Votes)

Von Wahrsager


Merkels eigene kinderlose Ehe ist genauso wie die kinderlosen Ehen von Herrn Kauder und Frau Steinbach (beide vehemente Gleichstellungsgegner) ein gutes Beispiel dafür, dass es keinen Unterschied gibt und auch keinen geben darf.


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#2
03.06.2015
12:57:51


(+9, 9 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear


Daß Frau Lorberg keine Ahnung hat, wovon sie redet, wird ja schon durch ihre Formulierung ""Homosexuelle und lesbische Paare"" enttarnt.

Ansonsten trifft hier Punkt 1, "Extrem-Alternativen/Übertreibung" aus dieser neuen, sehr lesenswerten Analyse zu den Argumentationstaktiken der Gleichstellungsgegner_innen zu:

Link:
konflikte-entfalten.de/die-argumentationstaktiken-
der-gleichstellungsgegnerinnen-jenseits-aller-fakt
en-ehefueralle-feminism-vielfalt/


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#3
03.06.2015
13:05:22


(+10, 10 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Boah, haben diese CDUler Matsch auf den Augen! Ist es so schwer, zwischen "Ehe" und "Kindern" zu unterscheiden?? Vielleicht sollte man  wenn man nach der CDU-Logik vorgeht  alle staatliche Eheförderung ganz aufgeben und nur noch Kinder finanziell unterstützen, das wäre wenigstens konsequent.


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#4
03.06.2015
13:07:22


(+5, 9 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Wann kommen die Befürworter den Gegnern der Eheöffnung denn endlich mal mit den Argumenten, daß Heteros auch noch heiraten, wenn sie keine Kinder haben wollen oder zeugen können?
Stattdessen nur eine Metapher mit "Mottenkiste"

So langsam denke ich, daß selbst die Grünen das Thema noch ein bisschen länger am Köcheln halten wollen. Schliesslich ist ja bald wieder Wahlkampf.


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#5
03.06.2015
13:08:22


(+8, 10 Votes)

Von J-eye


Argh, diese stumpfen "Argumente". Demnach sollte man also unfruchtbaren Personen die Eheschließung verweigern und von anderen (wie Merkel und Konsorten), die es bis zur Menopause nicht geschafft haben Kinder zu bekommen, alle genutzten Steuervorteile rückwirkend in Rechnung stellen.
Auch aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen können Kinder hervorgehen, ob durch Adoption oder durch künstliche Befruchtung (evtl. Leihmutterschaft). Aber hier wird ein Zirkelschluss betrieben, man verbietet die alternativen Wege wie Adoption und sagt dann: "Ja, weil ihr das nicht könnt, seid ihr nicht für die Ehe gedacht." Auf der anderen Seite heißt es: "Für euch gibt es keine Ehe, weil ihr ja das Kindeswohl gefährdet!" Wofür es nicht eine seriöse Studie gibt. In Mathe hieße es bei solch einer Argumentation: Setzen, 6! In der Politik kommt man mit so einem Schmarrn weiter. Traurig!


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#6
03.06.2015
13:51:07


(+9, 9 Votes)

Von Robin


Wie alle Rechtspopulisten verbreitet die CDU Lügen, um Ängste zu schüren und so ihren Hass zu verbreiten.

Wieso lügen die ständig?

Und wieso ignorieren die wissenschaftliche Fakten?


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#7
03.06.2015
13:57:10


(+11, 11 Votes)

Von Logik


"Homosexuelle und lesbische Paare können keine Kinder bekommen"

Haben die kein anderes Thema als Fortpflanzung? Wir sind doch nicht mehr im Dritten Reich, wo Mütter das Mütterkreuz bekamen, wenn sie möglichst viel zum Erhalt der arischen Rasse beitrugen.

Es geht doch um Liebe, Verantwortung, etc.

Im übrigen:
es gibt so viele Heteros, die keine Kinder bekommen können oder wollen. Wieso dürfen die dann heiraten, wenn es nur um Fortpflanzung geht?

Dann müsste man ja allen Heterofrauen ab einem gewissen Alter auch die Heirat verbieten.

Und umgekehrt gibt es viele schwule und lesbische Familien, wo Kinder aufwachsen. Wieso verwehrt man diesen Kindern und ihren Eltern dann Rechte?

Das Gelaber der Union ist absolut unlogisch, aber wo Hass regiert, hatte Logik noch nie eine Chance.


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#8
03.06.2015
14:07:48


(+8, 12 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


na das ist doch hervorragend formuliert...
""Die Geburt und Erziehung von Kindern durch ihre Eltern sind ein Fundament unserer Gesellschaft Ehe und Familie genießen deshalb zurecht den (grundgesetzlich festgeschriebenen) Schutz unseres Staates", so Thümler weiter. "Wer diese Differenzierung als Diskriminierung empfindet, verkennt, dass es unserem Staat nicht um eine Bewertung verschiedener Lebensentwürfe geht, sondern um sein ureigenes Interesse: seinen eigenen Fortbestand." "

So werden alle bisherigen "ehen ohne eigene nachkommenschaft automatisch zu lebenspartnerschaften und NUR (!) wirklicher nachweis der eigenzeugung und aufzucht von nachwuchs, verhilft zur führung des hervorgehobenen titels..
"EHE"

Ich bin ausnahmsweise voll auf der seite dieses hampelmann..
leider traut der sich nicht, dass seiner hochnäsigen großen vorsitzenden auch um die ohren zu hauen..
Die ist doch auch kinderlos!
Also eheuntauglich!

Deshalb: schaffen wir so im "dialog um gleiche rechte" für klare vehältnisse in deren sinn!
Wer nix liefert, kriegt nix!
Ehevollzug gescheitert
Aberkennung der bisher gewährten eherechte für kinderlose, jetzt und sofort!


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#9
03.06.2015
14:20:57


(+11, 11 Votes)

Von Heiner


Und wenn man jetzt solche Leute und ihre Lügen als homophob bezeichnet, dann schreien sie was von "Meinungsfreiheit", die man ihnen angeblich nehmen will. (So wie gestern Erika Steinbach.)

Aber erstens ist Hass und Diskriminierung keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Würden sie dasselbe über Schwarze, Juden, Moslems, etc. sagen, würde das auch jeder einsehen, nur bei Homohass scheint das salonfähig zu sein.

Und zweitens proklamieren sie für sich immer Meinungsfreiheit, wollen uns dasselbe aber nicht zugestehen und uns in unserer Kritik einschränken.

Die sind so verlogen und scheinheilig...


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#10
03.06.2015
14:35:54


(+9, 9 Votes)

Von Timon


Haas bleibt Hass und Diskriminierung bleibt Diskriminierung!

Egal, wie wortreich und mit welch hanebüchenen, unlogiscen und an den Haaren herbeigezogenen Schein-Argumenten man das zu rechtfertigen versucht.


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