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  • 07.06.2015, 10:34h           14      Teilen:   |

Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Ein Rundgang über Deutschlands "schwulsten" Friedhof

Artikelbild
Tuntenkitsch am Grab von Ovo Maltine. Die Polit- und Kabarett-Tunte starb am 8. Februar 2005 an den Folgen von Aids (Bild: Robert Niedermeier)

Einmal im Jahr lädt der Efeu e.V. zum Rundgang "Kreuz & Queer" über den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin – u.a. Rio Reiser, Manfred Salzgeber und Ovo Maltine liegen hier begraben.

Von Robert Niedermeier

Der Weg zur stillen Oase im Großstadtlärm führt durch das unwirtlich wirkende Grenzgebiet zwischen den Berliner Innenstadt-Kiezen Kreuzberg und Schöneberg. Unterhalb der stillgelegten Eisenbahnübergänge des Gleisdreiecks hallt bei den Möckernbrücken das nervige Dröhnen des Autoverkehrs auf der vielbefahrenen Yorkstraße besonders laut.

Noch eine S-Bahn-Unterführung, dann taucht am Ende des Fußgängertunnels auf der Großgörschenstraße das im steinernen Jugendstil-Portal eingerahmte, gusseiserne Eingangstor zur letzten Ruhestätte berühmter deutscher Märchenerzähler, Dichter. Musiker und Wissenschaftler auf.

Seit neun Jahren gibt's die "schwule Friedhofsführung"



Über siebzig Interessierte, meist ältere Herren, aber auch jüngere Schwule, Lesben und Trans* haben sich am IDAHOT 2015 am Alten Sankt-Matthäus-Kirchhof eingefunden, um an der seit neun Jahren tradierten Friedhofsführung teilzunehmen. Diesmal haben die beiden "Kreuz & Queer"-Initiatoren Ludger Wekenborg und Wolfgang Schindler zu Ehren der vor zehn Jahren verstorbenen Aktivistin Ovo Maltine zum Rundgang eingeladen.

Die Besucher stehen in Gesprächen versunken in kleinen Gruppen zusammen, andere prüfen zum Zeitvertreib das blühende Angebot des kleinen Blumenladens "Roter Mohn" oder trinken hinter dem Geschäft noch schnell einen Milchkaffee auf der Terrasse vom "Café Finovo". Wirt Bernd Boßmann – besser bekannt als Ichgola Androgyn – ist Mitglied im Efeu e.V., der sich um Erhalt und Pflege des Alten St.-Matthäus-Kirchhofs kümmert, und war enger Weggefährte der heute geehrten Polittunte.

Das "Ende" als "Neues" drückt der Name seines im ehemaligen Latrinenhaus betriebenen Cafés sinnbildlich aus. "Finovo" ist das passende Entree zum Rundgang in die Vergangenheit. Entlang der zahlreichen Gräber von homo-, bi- und mutmaßlich heterosexuellen Persönlichkeiten von öffentlichem Interesse, erschließen sich auf historischem Terrain Einblicke in eine neuartige, selbstbewusst queere Begräbniskultur.

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Dokumentiert wurden 90 Personen in ca. 75 Grabstellen

Im Volksmund wird das evangelische Gräberfeld mit seinen altehrwürdigen Gruften, prächtigen Grabmälern und gleichwohl denkmalgeschützten Kolumbarien längst als "der schwule Friedhof" beschrieben. Wirklich korrekt ist das nicht: "Unser Förderverein ist einfach sehr breit gefächert", stellt Ludger richtig und erklärt: "Gemeinnützigkeit beinhaltet eben soziales Engagement und Erinnerungskultur. Das ist nicht explizit eine Frage von Glauben oder Sexualität."

Die von Ludger erstellte Mappe "Kreuz & Queer" , die 90 Personen in ca. 75 Grabstellen vorstellt, und die alljährliche Führung am 17. Mai gehörten einfach dazu. Besonders auf einem Friedhof, der zwischen den von vielen selbstbewussten LGBT bewohnten Berliner Stadtteilen Schöneberg und Kreuzberg beheimatet ist. Schwule Männer wie Ludger und Wolfgang sind hier seit Jahrzehnten politisch, sozial und kulturell aktiv. Freunde und Angehörige sind auf dem bereits 1856 eingeweihten Kirchhof beigesetzt. Die Lebenden verwandeln den historischen Gräberpark anschaulich in einen natur- und kultureichen Kleinod der Toleranz – über den Tod hinaus.

"Ein Friedhofsbesuch hat auch immer etwas Unterhaltsames"



Ein reiner Ort der todtraurigen Trauerbewältigung war der geschichtsträchtige "Gottesacker" noch nie, sondern stets auch eine Begegnungsstätte: "Theodor Fontane schrieb ein Gedicht", holt Ludger aus, "in dem er den Sonntagsspaziergang der Menschen um 1870 beschreibt; wie sie sich grüßen und flanieren – ein Friedhofsbesuch hat auch immer etwas Unterhaltsames gehabt."

Über einen Jahrhundert später lassen sich die Teilnehmer auf eine spannende Reise durch die Zeitgeschichte mitnehmen. Bei Dutzenden Ehrengrabstellen wartet der etwas andere Friedhof mit vielfältigen Geschichten auf. So trottet die Gruppe den Linden gesäumten Hauptweg hinauf, kreuzt Wiesen und Birken. Lachen ist erlaubt, das Händchenhalten der mitlaufenden Pärchen beim Spaziergang normal.

Erzählungen über Leben, Wirken, Krankheit, Mord und politischen Kampf



Religiöse und nichtreligiöse Menschen lauschen bei jedem Stopp gemeinsam den wissensreichen, teils heiteren und ebenso melancholischen Erzählungen über Leben, Wirken, Krankheit, Mord und politischen Kampf. Betretenes Schweigen kommt während des gesamten Rundgangs nicht auf. Die Teilnehmer hören zu und tauschen im Gedenken heitere Anekdoten und wissensreiche Anmerkungen aus.

Eine sichtlich stolze Lesbe ergänzt am Grab der lesbischen Aktivistin und Parlamentarierin Hilde Radusch: "Und sie war eine Kommunistin." Das war dem Protestanten nicht völlig grundlos entfallen. Ludger lächelt fotogen und ironisiert: "Das schreckt doch die Besucher bloß ab."

Unvergessen: Manfred Salzgeber und Jürgen Baldiga





Die dicke "Kreuz & Queer"-Mappe im Arm, wirft Wolfgang am Gemeinschaftsgrab des Fotografen Jürgen Baldiga und des Filmemachers Manfred Salzgeber Ludger auf Blickkontakt Jahreszahlen und andere Details zu. Beide Protagonisten der modern Schwulenbewegung starben an den Folgen von Aids.

Das helle, imposante "Denk mal Posithiv" indes ist ausschließlich den Opfern des HI-Virus gewidmet – ebenfalls eingebettet in einer aus hellem Stein errichteten historischen Gruft aus dem 19. Jahrhundert.

Konfessionslosen wie Rio Reiser, dem Frontmann der Agit-Pop-Band Ton Steine Scherben, der seit Februar 2011 in Berlin bestattet ist, wird die Beisetzung nicht verwehrt, erfahren die Kirchhofgänger und Homosexualität hier, anders als anderswo, nicht beschämt verschwiegen.

Das färbt auch auf die Gestaltung der Grabstätten ab. Pink wird gesichtet, kokette Grabinschriften aus dem Latein ins deftig, derb klingende Deutsch übersetzt. "Das Ende des Schweins, ist der Anfang der Wurst", steht in Stein gemeißelt auf der letzten Ruhestätte von Napoleon Seyfarth – in Erinnerung an Person und Werk ("Schweine müssen nackt sein") des schwulen Literaten.

Überhöhter Kitsch und schwuler Narzismus



Auch das ein oder andere Vorurteil über queere Menschen kann man sich bestätigen lassen. Etwa den Hang zum überhöhten Kitsch. Der spiegelt sich etwa an dem mit bunten Tunten-Püppchen dekorierten Grab der Kreuzberger Drag-Legende Ovo Maltine wider, die sich ihre Grabstelle, wie im Rosa-von-Praunheim-Film "Tunten lügen nicht" dokumentiert, bereits zu Lebzeiten aussuchte. Das in Bronze gegossene Antlitz des 2014 in Brasilien ermordeten Wirtes des Szene-Treffpunktes "Bull" mag als Beleg für Narzissmus herhalten, den man Schwulen ebenfalls gerne unterstellt, doch andere widerlegen sogleich alle gängigen Klischees anhand zurückhaltend dezenter Grabgestaltung.

Trauern homosexuelle Männer also wirklich anders? "In der Gestaltung oder in der Art des Abschieds sind Schwule vielleicht etwas mutiger als andere", meint Ludger, "vor allem, wenn es sich bei den Verstorbenen um 'öffentliche Personen' gehandelt hat".

Die Gentrifizierung des Gemeindefriedhofs



Ludger hat sich, wie viele andere, als Pate eines historischen Grabes angenommen. Jahrelang ließ er das Mausoleum des Malers Gustav Richter aufwendig renovieren. Wolfgang übernahm 1999 die Patenschaft für eine mit vier dunklen klassizistischen Säulen flankierte Gruft. 2001 ließ er einen Freund dort beisetzen, auch er selbst will dort seine letzte Ruhe verbringen.

Mit der Vorsorge für seine eigene Beerdigung leistet er zugleich einen Beitrag zur Gentrifizierung des Gemeindefriedhofs. Im besten Sinne: Trostlos wirkend vor der Jahrtausendwende, grünt und blüht das altehrwürdige Grabmal nun dank liebevoller Pflege auf. Tatkräftig auf den eigenen Tod vorbereiten – an Wolfgangs künftigem Grab löst sich dieser bedrückende Gedanken bildlich in Wohlgefallen auf.

Im Laufe der zweistündigen Führung spricht auch Ludger immer wieder über die vorsorgliche Planung: "Handelt, bevor es zu spät ist", wirbt er offen für eine Patenschaft und bückt sich zum Boden, um dort einem Büschel Unkraut rigoros den Garaus zu machen: "Etwas Giersch rupfen könnt ihr aber auch so, das ist immer gut."

Die eigene Bestattung im Denkmal planen



Denkmalgeschützte Gräber unterliegen freilich strenger Auflagen. Wer sich selbst in einem Denkmal bestattet wissen möchte, muss sich in direkter Nachbarschaft zu den Gebrüdern Grimm, zum Waldschlösschen-Gründer Joachim "Joagnes" Prüß oder zum Sozial-Mediziner Rudolf Virchow mit einer kleinen Namenstafel, einer Holz-Steele, einem gerahmten Foto oder einer das Fundament nicht tangierenden Statue begnügen. Der historische Charakter und die Grundstruktur der Gräberarchitektur darf zur Gestaltung der eigenen ewigen Ruh keinesfalls beschädigt werden.

Am Grab des jüdischen Autoren Avigdor Ben Trojan bleibt eine Frau zusammen mit ihrer Partnerin länger stehen. "Ich wusste, dass er tot ist, aber nicht, wo er bestattet liegt", sagt sie. Eine ihr nahe stehende Person kannte den 2002 Verstorbenen aus Berlin-Frohnau gut: "Was für ein Zufall." Über die Tour hat die nach Berlin zugezogene Lesbe über das Queer-Blog auf evangelisch.de erfahren. Viel mehr möchte sie jetzt nicht sagen. Besinnliche Stille obsiegt.

Beim Verlassen des Friedhofs rattert ein Zug auf der nahen S-Bahn-Linie vorbei und lässt die ewige Ruhe des märchenhaften Trauerortes lärmend links liegen. Die Großstadt lebt.

  Weitere Infos
Alter Sankt-Matthäus-Kirchhof. Friedhof zwischen der Großgörschen- und der Monumentenstraße im Berliner Ortsteil Schöneberg auf der sogenannten Roten Insel.
Die nächste queere Führung findet am 17. Mai 2016 um 14 Uhr statt. Die Mappe "Kreuz & Queer" ist im Café Finovo einsehbar.
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Rundgang "Kreuz & Queer" auf der Homepage des Efeu e.V.
Mehr zum Thema:
» Berlin erhält Lesben-Friedhof (03.04.2014)
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Tags: alter st.-matthäus-kirchhof, friedhof, efeu e.v., kreuz & queer, rio reiser, manfred salzgeber, ovo maltine, jürgen baldiga
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Reaktionen zu "Ein Rundgang über Deutschlands "schwulsten" Friedhof"


 14 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.06.2015
11:20:47


(+9, 9 Votes)

Von Ulli_2mecs
Aus Hamburg
Mitglied seit 01.05.2008


Vielleicht wäre zu ergänzen dass Jürgen Baldiga und Manfred Salzgeber nicht 'von Beginn an' ein Gemeinschaftsgrab hatten (dies würde eine Verbindung konstruieren, die so wohl nicht bestand), sondern zwei getrennte Grabstellen, die 2014 an der Grabstelle Baldiga zusammen gelegt wurden

urpsünglicher Zustand:
Jürgen Baldiga
Link zu www.2mecs.de

Manfred Salzgeber
Link zu www.2mecs.de


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#2
07.06.2015
12:09:01


(-5, 13 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Ich frage mich immer, warum die Schwulen so eine Faszination für Kitsch haben? In der Sache sind sie nicht besser als die bayerischen Spießer aus dem Umland von Rosenheim, nur anders spießig! Ok, ich halte jetzt die Schnauze!


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#3
07.06.2015
12:26:42


(+7, 7 Votes)

Von Rosa Soli


Ein schöner Artikel!


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#4
07.06.2015
12:52:16


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von Ulli_2mecs


Man könnte ein mehrbändiges Buch zum Friedhof schreiben...


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#5
08.06.2015
11:26:54


(+5, 7 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #2 von lucdf


Hang zu Kitsch ist unter Schwulen halt ebenso verbreitet wie unter Müttern oder unter Rockerbandenmitgliedern. Man neigt immer zum Pauschalisieren,was eine häufig verzerrte Sicht ausgibt.

Kommt natürlich auch darauf an,was der einzelne unter Kitsch einordnet...
--------------------------

So eine Friedhofs-Begehung mit Infos zu den dort Ruhenden wäre selbst für den beinharten Glaubensbefreiten mal was Interessantes.Man möchte doch ein Gefühl dafür bekommen,wie die Vorkämpfer und Persönlickeiten so waren,die sich für unsere heutig relative Freiheit,selbst zu sein,stark gemacht haben. Auch 'mutmaßlich' Heterosexuelle haben ihre Reize.

Ich werde zwar nie auf einem Friedhof enden (Plastinierung) aber habe diese Orte als Kind nachts aufgesucht, um die Ruhe zu genießen. In meiner kindlichen Traurigkeit konnte ich dort sein,ohne jemandem im Wege oder nicht 'richtig' genug zu sein. Diese Idylle mag ich an Friedhöfen,auf meinen Walkabouts schlief ich gern hinter Grabsteinen.

Alle An- und Verwesenden hielten stets die Klappe!


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#6
08.06.2015
11:47:55


(-3, 7 Votes)

Von Klaro


Ist es das, was wir wollen - schwule und lesbische Friedhöfe?

Link zu www.spiegel.de


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#7
08.06.2015
12:33:26


(-5, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Klaro


Das kann man so oder so sehen!


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#8
08.06.2015
13:15:04


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #6 von Klaro


Es geht gar nicht um die Frage nach "lesbischen" oder "schwulen" Friedhöfen, sondern um die Schaffung und Ausgestaltung diskriminierungsarmer Orte. Und auch der Schöneberger Friedhof ist kein homosexueller, allerdings sind LGBT dort über den Tod hinaus sichtbar. Ist ihnen das etwa ein Dorn im Auge, Klaro?
>Im Volksmund wird das evangelische Gräberfeld mit seinen altehrwürdigen Gruften, prächtigen Grabmälern und gleichwohl denkmalgeschützten Kolumbarien längst als "der schwule Friedhof" beschrieben. Wirklich korrekt ist das nicht: "Unser Förderverein ist einfach sehr breit gefächert", stellt Ludger richtig und erklärt: "Gemeinnützigkeit beinhaltet eben soziales Engagement und Erinnerungskultur. Das ist nicht explizit eine Frage von Glauben oder Sexualität."<

Und zum "Kitsch" steht im Text: >... doch andere widerlegen sogleich alle gängigen Klischees anhand zurückhaltend dezenter Grabgestaltung.


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#9
08.06.2015
15:38:50


(-4, 8 Votes)

Von Klaro
Antwort zu Kommentar #8 von reiserobby


"allerdings sind LGBT dort über den Tod hinaus sichtbar. Ist ihnen das etwa ein Dorn im Auge, Klaro?"

Nein, das ist es mir nicht. Ich habe bereits zweimal an der Beerdigung von schwulen Männer auf diesem Friedhof teilgenommen. In einem Fall wurde ein Bekannter von mir auf einer Fläche, die für an Aids gestorbene reserviert ist, beerdigt. Allerdings ist dies kein "schwuler Friedhof", denn dort liegen auch zahlreiche andere Menschen begraben.

Bei dem "lesbischen Friedhof" ist es noch etwas anders. Dort hat man das Gefühl, dass der Haß auf Schwule und Heteros so groß ist, dass diese Frauen auch im Tod unter sich bleiben wollen.


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#10
08.06.2015
17:10:24


(-6, 8 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #9 von Klaro


Geht mir ganz genau so wie Dir.
Am besten noch nach Nationen getrennt, das würde den üblichen Bigotten, Nationalisten und Rassisten hier im Forum gut behagen.
Dieser Separatismus ist so armselig anachronistisch... zum Glück gibt es Unterstützung für diese schon mumifizierten Ansichten aus Abrahams Wurstkessel fast ausschließlich im post-faschistischen Deutschland (leider speziell in Berlin und noch spezieller in Berlin XBerg), der Rest Europas ist da größtenteils schon viel weiter, Deutschland ist zivilisatorisch weit abgehängt auf der Standspur, bewegt sich kriechend rückwärts zum Biedermeier...


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