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Beim britischen Hauptstadt-CSD darf die Ukip-Partei am 27. Juni nicht dabeisein (Bild: flickr / Sam Rudge / CC BY 3.0)

Die Ukip-Partei darf aus "Sicherheitsgründen" nicht beim "Pride in London" mitmarschieren.

Die CSD-Organisatoren in London haben nach Protesten die LGBT-Gruppe der rechtspopulistischen UK Independence Party (Ukip) wieder von der Politparade ausgeladen.

Zunächst hatten die Organisatoren mit der Ukip-Teilnahme kein Problem: Vor einer Woche hat ein CSD-Sprecher noch erklärt, dass man als "integrative Veranstaltung" alle Gruppen akzeptiere, die sich an den Verhaltenskodex hielten – dazu zähle auch Ukip.

Das führte zu teils scharfen Protesten aus der Szene – so bezeichnete der Aktivist und Gewerkschafter David Norton im "Guardian" die Einladung der Rechtspopulisten als "Beleidigung nicht nur für queere Menschen, sondern auch für Einwanderer, Farbige und die Arbeiterschaft". Es kam auch zu mehreren Petitionen gegen die Teilnahme, bei denen in kurzer Zeit tausende Briten unterschrieben.

Im CSD-Organisationskomittee kam es daraufhin zu einer Kehrtwende: Am Freitag wurde "nach eingehenden Beratungen" mitgeteilt, dass Ukip nicht an der Parade teilnehmen dürfe – allerdings nicht wegen politischer Erwägungen, sondern aus "Sicherheitsgründen". Man wolle die freiwilligen Helfer des CSDs nicht gefährden, so die Organisatoren in einer Pressemitteilung.

Die Ukip-Partei hatte bei den Unterhauswahlen nach Konservativen und Labour mit 12,6 Prozent zwar die drittmeisten Stimmen erhalten, konnte sich aber wegen des Mehrheitswahlrechts nur einen von 650 Sitzen sichern (queer.de berichtete). Bei den Europawahlen 2014 war Ukip mit 27,5 Prozent noch stärkste Kraft im Königreich geworden.

Ukip macht Stimmung gegen Schwule und Lesben


Die Mitglieder von "LGBT* in Ukip" präsentieren sich auf Facebook mit diesem Foto

Thematisch wendet sich Ukip insbesondere gegen Europa und Einwanderer, polemisiert aber auch immer wieder gegen andere Minderheiten. Parteiführer Nigel Farage hatte im Mai im jüngsten Wahlkampf diese vermeintlichen Reizthemen immer wieder verknüpft, etwa wenn er sich beklagte, dass HIV-positive Ausländer nur nach Großbritannien kämen, um das staatliche Gesundheitssystem auszunutzen.

Viele Ukip-Kandidaten äußerten sich auch explizit homophob. So machte Anfang des Jahres ein Ukip-Stadtrat die Ehe-Öffnung für die Überflutungen in Großbritannien verantwortlich – diese Naturkatastrophe sei in Wirklichkeit die "Rache Gottes". Ein Kandidat fürs Unterhaus bezeichnete außerdem im Wahlkampf Homosexuelle in sozialen Netzwerken als "Arse Bandits" (Arschbanditen) und wetterte gegen die Ehe für alle.

Dennoch engagieren sich Schwule und Lesben in der Gruppe "LGBT* in UKIP" für die Partei. Ähnlich wie die "Homosexuellen in der AfD" behauptet diese Gruppe, dass ihre Partei nicht homophob eingestellt sei. Allerdings warf der frühere "LGBT* in Ukip"-Chef Tom Booker im Februar nach drei Jahren sein Handtuch und erklärte, er könne die nach rechts abgedriftete Partei nicht mehr verteidigen.

Auch in Deutschland ist die Teilnahme von Rechtsaußen-Parteien beim CSD ein Thema. So kam es 2013 zu einer ähnlichen Auseinandersetzung, als die rechtsextreme Wählervereinigung "Pro Köln" bei der Parade des Cologne Pride mit einem Wagen teilnehmen wollte. Die Kölner CSD-Organisatoren konnten mit juristischen Tricks schließlich die Teilnahme verhindern (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Ukip-Chef Nigel Farage beschwert sich in einer Fernsehdebatte vor den Parlamentswahlen über die vielen HIV-positiven Ausländer


#1 DefragmentierungEhemaliges Profil
#2 Foxie
  • 08.06.2015, 16:34h

  • Die Ukip's sind wie ihre hiesigen Artgenossen vom rechten Rand. Mit dumpfen Parolen denkfaule, beschränkte und willige Mitläufer fangen.
    Dummheit, Haß und Verblendung sind (leider) international.
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#3 FinnAnonym
#4 DietricheiProfil
  • 08.06.2015, 17:16hKaiserslautern
  • Das ist ein Thema, dass mal ernsthaft diskutiert werden muss. So unhaltbar die Positionen dieser Parteien auch sind, sie haben schwul lesbisch Gruppen. Ihre Position innerhalb dieser mag unmöglich sein, aber diese Parteien lassen solche Gruppierungen zu, da sie sich den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht entziehen können. Geert Wilders in den Niederlanden steht sogar hinter der Schwulenehe. Ein Verbot für solche Gruppierungen, am CSD teil zu nehmen, ist doch nur ein kläglichen Versuch, sich vor einer Debatte zu drücken : Wie geht man mit rechten Schwulen Um?
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#5 J-eyeAnonym
  • 08.06.2015, 22:25h
  • Wow, das Video und die darin von Farage getroffenen Aussagen machen mir wirklich wütend und traurig zugleich. Da werden Leute, die schon durch die Diagnose "HIV-positiv" genug geplagt sind aufs übelste beschimpft und als ausländische Schmarotzer dargestellt, die keine Behandlung wert sind. Abartig. Und die Kommentare unter dem Video auf Youtube sind genauso schlimm... Neonazis haben auf dem CSD nichts verloren, sie sind definitiv eine Gefahr für den friedlichen Ablauf der Veranstaltung!
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#6 Harry1972Profil
#7 Markus44Anonym
  • 09.06.2015, 20:00h
  • Antwort auf #4 von Dietrichei
  • @Dietrichei
    Das ist ein Thema, dass mal ernsthaft diskutiert werden muss. So unhaltbar die Positionen dieser Parteien auch sind, sie haben schwul lesbisch Gruppen. Ihre Position innerhalb dieser mag unmöglich sein, aber diese Parteien lassen solche Gruppierungen zu, da sie sich den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht entziehen können. Geert Wilders in den Niederlanden steht sogar hinter der Schwulenehe. Ein Verbot für solche Gruppierungen, am CSD teil zu nehmen, ist doch nur ein kläglichen Versuch, sich vor einer Debatte zu drücken : Wie geht man mit rechten Schwulen Um?

    --> Ich stimme DIR in deiner Argumentation zu.

    Bei der UKIP gibt es beispielsweise auch offen homosexuelle Abgeordnete wie die ehemalige EP-Parlamentsabgeordnete Nikki Sinclaire oder der Politiker David Coburn, der im Britischen Unterhaus sitzt.

    Un bei der AfD gibt es nach der Bremer Bürgerschaftswahl den offen schwulen Abgeordneten Alexander Tassis.

    Zwar finde ich die AfD Mist, aber ob ein Verbot der AfD auf deutschen CSDs angebracht ist, halte ich für schwierig. NPD oder Republikaner sollten allerdings in der Tat nicht auf CSDs zugelassen werden, da diese eindeutig rechtsradikal zu bewerten sind. Bei der AfD ist das einfach schwieriger einzustufen.
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#8 Patroklos
#9 TheDad
  • 09.06.2015, 21:32h
  • Antwort auf #7 von Markus44
  • ""Das ist ein Thema, dass mal ernsthaft diskutiert werden muss.""..

    Nöö..

    Es gibt keine Argumente gegen die Gleichstellung..
    Damit kann es auch keine "für" Rechte Schwule geben..

    Wenn wir dass hier "diskutieren" wollten, könnten wir auch gleich mal über "schwule Christen", oder "Schwule Muslime" reden..

    ""Ihre Position innerhalb dieser mag unmöglich sein, aber diese Parteien lassen solche Gruppierungen zu, da sie sich den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht entziehen können.""..

    Diese "Idee" ist so absurd wie die "Idee" "NSDAP-2.0"..
    "Schwule&Lesben in der NSDAP" ?
    "Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Juden" ?

    ""Geert Wilders in den Niederlanden steht sogar hinter der Schwulenehe.""..

    Unsinn..
    Der Mann hat seinen Widerstand gegen die Gleichstellung den gesetzlichen Gegebenheiten angepasst..
    Da es in den Niederlanden zwar eine Ehe für alle gibt, aber keinen wirklichen Minderheiten-Schutz für Zuwanderer die noch keinen Niederländischen Pass besitzen, konzentriert er sich auf die Kern-Themen der Faschisten :
    Ausländer-Feindlichkeit..
    Und genau dort spricht er sich z.B gegen die Ehe eines Niederländers mit einem ausländischen Partner aus..
    Nachlesbar im Partei-Programm zur Europa-Wahl..

    ""Ein Verbot für solche Gruppierungen, am CSD teil zu nehmen, ist doch nur ein kläglichen Versuch, sich vor einer Debatte zu drücken""..

    Diese "Diskussion" hatten wir schon beim Berliner CSD und der CDU..

    Das ist kein Versuch, die Debatte zu vermeiden, sondern die logische Konsequenz, die sich allein aus der Tatsache ergibt, das auch an den 1.Mai-Demo´s KEINE Arbeitgeber-Organisationen teilnehmen dürfen !

    ""Zwar finde ich die AfD Mist, aber ob ein Verbot der AfD auf deutschen CSDs angebracht ist, halte ich für schwierig. NPD oder Republikaner sollten allerdings in der Tat nicht auf CSDs zugelassen werden, da diese eindeutig rechtsradikal zu bewerten sind. Bei der AfD ist das einfach schwieriger einzustufen.""..

    Gründe ? Begründung ?
    Welchen messbaren Unterschied gibt es zwischen den Positionen der NPD und der AFD, so wie sie Bernd Lucke noch letzte Woche bezüglich der "Homo-Ehe" öffentlich formuliert hat ?
    Ich finde dort keinen..
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#10 Miguel53deProfil
  • 10.06.2015, 02:26hOttawa
  • Antwort auf #4 von Dietrichei
  • Soll beim Protestmarsch der Schafe gegen ihre Schlachtung jetzt die Metzgerinnung mit marschieren duerfen, nur weil einzelne Mitglieder vegetarisch leben und vereinzelt auch Schafe halten?

    Da gibt es doch nicht ernsthaft was zu ueberlegen. Die CDU spricht auch 70 Jahre nach Kriegsende und 20 Jahre nach dem spaeten Aus des Paragraphen 175 - gegen ihren Willen - noch von Diskussionsbedarf.

    Lass sie diskutieren. Auf den CSD gehoeren sie weder mit Staenden. Noch mit einem Wagen. Genauso wenig, wie SPD, FDP. Ueber Noch weiter rechts Stehende muss man doch wohl gar nicht erst reden.
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