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  • 09.06.2015, 12:38h           86      Teilen:   |

Norwegen

Eurovision-Sänger erzürnt Bischof mit Coming-out-Video

Artikelbild
In Toojis Video geht es vor dem Altar zur Sache

"Völlig inakzeptabel", so bezeichnet der Bischof von Oslo ein homoerotisches Musikvideo von Tooji, das in einer Kirche gefilmt wurde – und mit dem der Sänger sein Coming-out zelebriert.

Der 28-jährige Popsänger Tooji Keshtar hat sich mit einem am Sonntag auf Youtube veröffentlichten Musikvideo als schwul geoutet. "Mein neues Video 'Father' ist out, und das bin ich auch", schrieb der im iranischen Schiraz geborene Interpret, der 2012 Norwegen beim Eurovision Song Contest in Baku vertreten hatte – und dort mit "Stay" zwar das Halbfinale überstand, aber in der Endrunde den letzten Platz belegte. Scharfe Kritik am Coming-out-Video kommt von einem lutherischen Bischof, der dem Sänger vorwirft, die Kirche für einen PR-Gag missbraucht zu haben.

In dem in Schwarzweiß aufgenommenen Video namens "The Father Project" wird ein in Mönchskluft bekleideter junger Mann gezeigt, der in eine lutherische Kirche geht und anfängt, den Pfarrer mitten im Gottesdienst zu küssen. In die Szene werden Bilder von dem Männer-Paar geschnitten, das vor dem Altar Sex hat. Die Kirchengemeinde verfolgt das Geschehen größtenteils mit Zustimmung. Am Ende werden die Männer nackt vor dem Altar gezeigt, während ihnen Engelsflügel wachsen.

Youtube | Das neue Video von Tooji wurde in einer Osloer Kirche gedreht
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Tooji: "Homosexuelle Liebe genauso heilig wie heterosexuelle Liebe"

Tooji spricht erstmals öffentlich über seine Homosexualität
Tooji spricht erstmals öffentlich über seine Homosexualität

Mit seinem Lied und dem Video wolle er darauf hinweisen, dass die Religion gleichgeschlechtliche Paare lange wie Aussätzige behandelt habe. Im Interview mit dem LGBT-Magazin Gaysir.no erklärte der 28-Jährige: "Religion hat so vielen Leuten über die Jahre grundlos Scham- und Schuldgefühle auferlegt". Daher wolle er zeigen, "dass homosexuelle Liebe genauso heilig ist wie heterosexuelle Liebe. Sie ist ein Teil Gottes." Er sei über die Jahre wütend über homosexuellenfeindliche Aspekte der Religion gewesen und wolle deshalb ein Zeichen setzen, damit andere junge Schwule und Lesben weniger leiden müssten.

Weiter erklärte Tooji, er habe seine sexuelle Orientierung in der Vergangenheit nie versteckt, sie aber als Privatsache behandelt. "Heterosexuelle müssen ja auch nicht ihre Orientierung in die Öffentlichkeit tragen, warum sollte ich dann", habe er damals gedacht.

Kritik der lutherischen Kirche

Bischof Ole Christian Kvarme
Bischof Ole Christian Kvarme (Bild: Kyrkjas informasjonsteneste)

Der Osloer Bischof Ole Christian Kvarme kritisierte am Montag allerdings den Auftritt des Eurovisions-Sängers in einer Pressemitteilung. Er nannte das Video "völlig inakzeptabel" und warf dem Sänger vor, die Kirche für den Dreh missbraucht zu haben. So sei vor der Drehgenehmigung nicht deutlich gemacht worden, um was es in dem Video gehe. "Die Kirche hätte nie als Hintergrund für eine sexuelle Szene in einer kommerziellen Produktion verwendet werden dürfen", so Kvarme. Dabei spiele die homosexuelle Thematik allerdings keine Rolle. "Die Szene wäre genauso inakzeptabel gewesen, wenn es sich dabei um eine Frau und einen Mann gehandelt hätte", sagte der 66-Jährige.

Die norwegische Staatskirche gilt als relativ liberal, lehnt aber anders als die Kirche in Schweden eine kirchliche Zeremonie für homosexuelle Paare ab, obwohl die Ehe in Norwegen bereits 2009 für Schwule und Lesben geöffnet worden ist. (dk)

Mehr zum Thema:
» queer.de-Interview mit Tooji (23.05.12)
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Tags: norwegen, eurovision, lutherische kirche, tooji
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Reaktionen zu "Eurovision-Sänger erzürnt Bischof mit Coming-out-Video"


 86 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.06.2015
12:59:39


(+11, 13 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Mit der Kirche werden wir uns nie vertragen können. Das ist hoffnungslos und unwichtig ist es auch. Wir sollten einfach die Pfaffen ignorieren und uns auf unser Leben konzentrieren. Alles andere ist Zeitverschwendung! Klar hat die Kirche immernoch einen zu großen Einfluss und betreibt ihre schäbige Propaganda aber irgendwann wird sie in die Bedeutungslosigkeit abdriften und das ist auch gut so.


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#2
09.06.2015
13:13:36


(+12, 14 Votes)

Von Silencio
Aus Berlin
Mitglied seit 21.06.2013


Sei es Christentum oder Islam... das sind alles homophobe Religionen. Kannst du beides in den Sack stecken und draufhauen. Trifft immer das Richtige.


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#3
09.06.2015
13:13:43


(+9, 13 Votes)

Von Borchi


Hass ist in Kirchen gerne gesehen - Liebe nicht...

Im übrigen ist das als Protest gegen den Homohass der Kirche anzusehen. Aber mit Kritik, Rede- und Kunstfreiheit haben die Kirchen es nicht....


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#4
09.06.2015
13:15:08


(+10, 14 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #1 von lucdf


Also solange es mir Spaß macht, werde ich meine Mitmenschen auch weiterhin zum Kirchenaustritt bewegen. Bislang habe ich schon drei Ex-Katholiken (in zwei Jahren) bekehren können. Zugegeben, das waren mehr Taufschein-Katholiken und für die richtig schweren Fälle muss ich mir wohl etwas anderes überlegen, aber zumindest gibt es von denen keine Kirchensteuer mehr. Helft also alle fleißig mit, damit die Kirche immer weiter in die Bedeutungslosigkeit abdriftet.


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#5
09.06.2015
13:41:24


(+5, 11 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Man könnte dem Kleriker ja entgegenhalten, daß es sich bei dem Videoclip, den ich für sehr schön gemacht halte und der für die Betschwestern unter uns vielleicht mehr eine Inspiration denn eine Provokation darstellen sollte, eher um einen gesellschaftspolitischen Videoclip handelt und nicht um ein kommerzielles Produkt.
Der Herr Kleriker will sich bloß keine Diskussion ans Bein binden lassen, die ihn und seine Kirche letztlich als Menschenfeinde entlarvt.


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#6
09.06.2015
13:44:49


(+5, 5 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


Ich tendiere mit steigendem Lebensalter dazu Papiere die ich unterzeichne vorher durchzulesen. Was ich Herrn Bischof empfehlen würde seinen für solche Genehmigungen zuständigen Mitarbeitern ans Herz zu legen.


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#7
09.06.2015
14:05:36


(+5, 7 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


Freue mich ueber jedes Ritual-Gebaeute ,jedlicher Gross-Sekten ,was einer vernuenftigen Verwendung zugefuehrt wird ...macht Kinos,Museen,Discotheken und Thaeter daraus,

Weg mit Aberglauben,Hetze und Hass ...

lasst die Menschen leben vor dem Tod ohne Gaengelung und Unterdrueckung ...

das angekuendigte Paradies hernach ist nur ne Mogelpackung ,wie die 72 Jungfrauen der Mosis..
Ich find das Video KLASSE !!


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#8
09.06.2015
14:13:09


(+5, 9 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Den Clip finde ich auch echt schön gemacht und den "dunklen" Engel echt schnuckelig gewählt. Ein wenig wie bei der alten Geschichte über Ritter Mannelig,und dem Bergtroll,erst schickt er ihn weg,dann kommt er mit einem Kreuz zurück,um seine Liebe zu bekommen.

Die Musik...naaaa ja.

Wichtig ist die Botschaft:Liebe ist nicht konfessionell,Liebe lässt sich nicht durch Religion aufhalten oder seperieren!

Das passt zwar dem Bischof nicht...aber was soll man da erwarten. Knilch bleibt Knilch,egal wie vie Wirklichkeit man dem zur Sichtung präsentiert. Kein einvernehmlicher Sex in der Kirche??

...ja,das kennen wir. Kinder grabbeln ist ja so ganz was anderes,was,Herr Bischof?


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#9
09.06.2015
14:15:02


(+10, 10 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Die Reaktion des Osloer Bischofs zeigt, dass die Message offenbar angekommen ist. Kontrovers und konfrontativ, weil nicht gleich behandelt. Gefällt mir.


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#10
09.06.2015
14:40:24


(+7, 9 Votes)

Von Finn


Bei der Drehgenehmigung wusste die Kirche, dass es sich um ein Musikvideo handelt.

Da brauchen sie jetzt nicht zu kritisieren, sie hätten nicht gewusst, dass das "kommerziell" war.

Dann müssen sie richtig lesen bevor sie unterschreiben und nicht nur gierig das Geld für den Dreh raffen, aber dann über den Inhalt motzen.


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