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Der Deep-House-Musiker und Produzent Ten Walls, Jahrgang 1983, wurde mit seinen Clubhits "Requiem" und "Walking With Elephants" weltweit bekannt

Der litauische Musiker hetzte auf Facebook gegen Homosexuelle, die man früher "repariert" habe. Nachdem mehrere Festivals ihn deshalb ausluden, sagte er alle Termine ab.

Von Michael Klinkebiel

Der litauische und international bekannte Deep-House-Musiker Mario Basanov, besser bekannt unter dem Künstlernamen Ten Walls (Hitsingles "Requiem" und "Walking With Elephants"), hat mit einem homophoben Facebook-Post von Anfang Juni seiner noch relativ jungen Karriere offenbar ein frühzeitiges Ende gesetzt. In seinem Post hatte er Homosexuelle unter anderem mit Pädophilen verglichen und sie als "andere Rasse" ("different breed") bezeichnet. In den Neunzigerjahren habe man jene noch "repariert", schrieb Walls.

Nach einer weltweiten Empörung in der Musikszene und einem Shitstorm in den sozialen Medien wurde die Aussage mittlerweile von seiner Facebook-Seite entfernt. Stattdessen veröffentlichte Ten Walls dort am Montag eine Stellungnahme. Er habe einen Facebook-Eintrag verfasst, "der falsch war" und untypisch für ihn gewesen sei. Der Beitrag sei inakzeptabel gewesen, entschuldigte er sich und kündigte eine "Pause" an. Alle bevorstehenden Festival-Termine seien bereits abgesagt worden.

Hamburgs Dockville Festival strich Ten Walls aus dem Programm

Viele Festival-Veranstalter hatten den Künstler als Reaktion auf seine Äußerungen zu diesem Zeitpunkt allerdings schon längst ausgeladen. Darunter auch das Dockville Festival, das vom 25. Juli bis zum 15. August in Hamburg stattfinden wird. Die Booking-Agentur von Ten Walls, die Coda Music Agency in London, hat die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung eingestellt und wird den Künstler nicht länger vertreten. Sein Name wurde bereits von der Webseite entfernt.

Auch die Plattenfirma "Phonica Records" hat die Vorbestellung der bevorstehenden EP-Neuerscheinung "Sparta" von Ten Walls gestoppt und den Titel komplett aus dem Programm gestrichen. Kunden, die das Album bereits vorbestellt hatten, erhalten ihr Geld zurück.

In den sozialen Netzwerken haben darüber hinaus etliche DJs angekündigt, Tracks von Ten Walls dauerhaft aus dem Repertoire zu verbannen. Auch andere Künstler aus dem Bereich der Elektronischen Tanzmusik (EDM) und House-Szene distanzierten sich von den Äußerungen oder haben bereits die Kooperation aufgekündigt.



#1 Just meAnonym
  • 09.06.2015, 13:23h
  • Seine Hitsingle 'Requiem' scheint wohl eine sich selbst erfüllende Prophezeiung geworden zu sein. Ich nehme an, die 'künstlerische Pause' wird noch sehr lange dauern.
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#2 lucdfProfil
  • 09.06.2015, 14:20hköln
  • Dann soll er eine Psychotherapie machen und die Schwulen in Ruhe lassen. Vielleicht kann man ihn noch reparieren, falls es sich lohnt.
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#3 thorium222Profil
  • 09.06.2015, 14:39hMr
  • Ich finde die Reaktion auf die Hetze voll toll. Wir sind die letzte Minderheit, von der Leute anscheinend denken, es wäre ok, sowas zu sagen. Aber so wie es aussieht, ändert sich das gerade.
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#4 HonestAbeProfil
  • 09.06.2015, 17:01hBonn
  • Antwort auf #3 von thorium222
  • Dem kann ich mich nur anschließen. Doch ich weiß auch, dass es nun in den sozialen Netzwerken wieder mal diejenigen geben wird, die UNS die Schuld dafür geben werden, dass dieser Kerl nun alle Konzerte abgesagt hat. Typische Verdreher-"Logik" halt. Einfach widerlich!
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#5 Harry1972Profil
  • 09.06.2015, 17:09hBad Oeynhausen
  • Feine Sache das!
    Da is einer mal gegen mehr als zehn Wände gelaufen.
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#6 NicoAnonym
  • 09.06.2015, 17:57h
  • Sehr gut!

    Eine andere Sprache verstehen die Homohasser nicht.

    Der sollte das noch viel mehr zu spüren bekommen.

    Gut, dass andere Festivals anders auf sowas reagieren als Reggea-Festivals. Im Reggae scheint ja niemand ein Problem selbst mit Mordaufrufen zu haben.
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#7 PascalAnonym
  • 09.06.2015, 18:15h
  • Der sollte nie mehr als Sänger irgendwo ein Engagement bekommen.

    Dann kann er demnächst am Fließband darüber nachdenken, ob Hass wirklich so eine gute Einstellung ist.
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#8 TimonAnonym
  • 09.06.2015, 18:27h
  • Antwort auf #6 von Nico
  • Ja, ich finde es auch gut, dass nicht alle bei Hetze und dem Schüren von Hass so tatenlos zusehen wie es bei Reggae-Festivals und Reggae-Labels der Fall ist.

    Da man sich leider nicht überall auf diese Vernunft verlassen kann (siehe: Reggae) brauchen wir aber unbedingt Gesetze, um sowas von vornherein zu unterbinden.

    Bei Reggae kommt ja noch dazu, dass in den Liedern direkt zu Gewalt und Mord aufgerufen wird.

    Das muss unbedingt gesetzlich verboten werden. Und ginge es um irgendeine andere Gruppe, wäre das auch längst verboten.
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#9 Patroklos
#10 Sabelmann