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CSU-Politiker verteidigt Kramp-Karrenbauer

Goppel bemängelt Qualität homosexueller Beziehungen


Thomas Goppel mischt seit Jahrzehnten in der CSU mit und hat wiederholt gegen Schwule und Lesben ausgeteilt (Bild: Wikipedia/Tobias Klenze/CC BY SA 3.0)

Der CSU-Politiker sieht in gleichgeschlechtlichen Beziehungen "willkürliche Modelle von Teilfamilien und Sonderformen", die generell nicht an die Qualität eines traditionellen Hetero-Paares herankommen.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Goppel macht in einer Pressemitteilung erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Beziehungen aus. Deshalb hat sich der Sprecher der ChristSozialen Katholiken (CSK) in der CSU hinter die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gestellt, die vergangene Woche gleichgeschlechtliche Ehen abgelehnt und diese mit Polygamie und Inzest verglichen hat (queer.de berichtete).

Kramp-Karrenbauer, so Goppel, habe "einfach recht". Sie wehre sich lediglich dagegen, "dass alle anderen und möglichen Formen des Zusammenlebens den selben Qualitätsstempel erhalten sollen, obwohl sie ihn nicht zu bieten haben". Er wolle die traditionelle Familie nicht "für willkürliche Modelle von Teilfamilien und Sonderformen" preisgeben. "Das wird frau wohl doch noch ablehnen dürfen, ohne sich in der Demokratie den Hass der neuen, etwas verquer ansetzenden Elite zuzuziehen", so Goppel weiter. In seinen Aussagen beruft sich der 68-Jährige unter anderem auf "unsere 2.000 Jahre alte Kultur" und das "Naturgesetz".

Der CSU-Politiker spielt mit seinen Äußerungen offenbar auf Rücktrittsforderungen gegen die saarländische Regierungschefin an (queer.de berichtete). Außerdem kritisierte Goppel ausdrücklich SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, die die Aussagen Kramp-Karrenbauers als "Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften" bezeichnet hatte. Fahimi und ihre "Kampf- und Gendergenossinnen" zettelten einen "schrittweisen Kulturkrieg" an, meinte der CSU-Politiker. Er warnte davor, dass diese Frauen erreichen wollten, dass statt Vater und Mutter künftig "Parent" und "Elter" gesagt werden müsse.

Goppel ist ein Wiederholungstäter


Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) (Bild: Wiki Commons / J. Patrick Fischer / CC-BY-SA-3.0)

Es ist nicht das erste Mal, dass Goppel Schwulen und Lesben mangelnde Qualität vorwirft. Bereits 2012 hatte er für Empörung gesorgt, als er auf seiner Facebook-Seite schrieb, dass die "Gleichwertigkeit von Lebensgemeinschaften" ihre "natürlichen Grenzen" habe: "Wer im Unterricht durchgängig die Ohren offen hatte, weiß, dass es Qualitätsunterschiede gibt, die sich schon in der Bestandssicherung zeigen", so Goppel damals (queer.de berichtete).

Ebenso wiederholt hatte der bayerische Politiker seine Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben erklärt – und dabei beispielsweise 2002 Klaus Wowereit, den damals neuen Regierenden Bürgermeister von Berlin, persönlich angegriffen. Als CSU-Generalsekretär kritisierte er damals "Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen und keinen Erfolg haben".

Goppel ist seit 1991 Mitglied im CSU-Parteivorstand und war in den letzten Jahrzehnten in mehreren Funktionen Mitglied der bayerischen Staatsregierung. (dk)

 Update  Goppel ist am Mittwoch Gast bei Anne Will
Der CSU-Politiker wird am 10. Juni in der ARD-Sendung "Anne Will" zu Gast sein. Die Sendung soll wegen eines Fußballspiels erst um 24 Uhr starten. Der NDR kündigte am Dienstagnachmittag als Thema "Streitfall Homo-Ehe – Bekommen wir bald irische Verhältnisse?" an. Neben Goppel werden auch SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und die AfD-Politikerin Frauke Petry zu Gast sein.



#1 JW GrimmAnonym
  • 09.06.2015, 15:12h

  • Die Qualität seiner Äußerungen ist einfach nur unterirdisch.

    Wenn man die Ehediskussion der letzten Tage so verfolgt, dann muss man erschreckend feststellen, wieviel kackbraunes Gedankengut noch in den Köpfen von Politikern und manchen Journalisten schlummert.
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#2 Dennis
  • 09.06.2015, 15:13h
  • "Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Goppel macht in einer Pressemitteilung erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Beziehungen aus."

    Stimmt. In Heterosexuellen Beziehungen werden Kinder in einem Maß von Familienmitglieder sexuell mißbraucht, geprügelt - manchmal mit Todesfolge, verhungern und verwahrlosen gelassen das es einem eiskalt den Rücken runter läuft.
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#3 Just meAnonym
  • 09.06.2015, 15:16h
  • Als CSU-Generalsekretär kritisierte er damals "Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen und keinen Erfolg haben"

    LOL. Mein Partner und ich üben zwar fleißig jeden Abend, aber schwanger wird keiner von uns. Woran das wohl liegen könnte?

    Ne, im Ernst, hat die CSU-Pfeife keine Prostata? Hat sie nur Sex, wenn er zur Fortpflanzung dient? Wie viele Kinder hat sie, und wie chronisch unterickt muss sie dann sein? Armes heterosexistisches Würstchen.
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#4 maaaartinAnonym
  • 09.06.2015, 15:25h
  • ja, so ein familienmodell wie z.b. der seehofer, das ist echt ein ganz anderes level.....
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#5 Just meAnonym
#6 BaresiAnonym
  • 09.06.2015, 15:29h
  • Wie lange muessen wir solche Menschen in der Politik noch ertragen, die uns ein Konzept, dass zu 40% scheitert, als Erfolgsmodell fuer das Wohl der Gesellschaft und - noch schlimmer- als Erfolgsmodell fuer das Kinderwohl verkaufen wollen?
    Deren Mindesthaltbarkeitsdatum ist laengst abgelaufen, aber selber merken sie es nicht. Kein Wunder, dass das, was da an Aussagen rauskommt, ziemlich alt wirkt und direkt entsorgt werden sollte.
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#7 williralfProfil
  • 09.06.2015, 15:30h
  • Antwort auf #3 von Just me
  • Er ist verheiratet und hat keine Kinder und kann sich damit einreihen bei Merkel, Kauder und Steinbach. Außerdem ist er ein Cousin des Bischofs von Augsburg, Konrad Zdarsa, das sagt doch schon alles! Es wurde vor ein paar Jahren schon mal die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die strafrechtliche Relevanz desgeistigen Ausfalls zu überprüfen, wegen seiner früheren (2012) Äußerungen gegen Homosexuelle
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#8 FelixAnonym
  • 09.06.2015, 15:31h

  • Wieviele homosexuelle Beziehungen hatte er denn schon, dass er sich ein Urteil über deren Qualität erlauben kann?

    Oder ist das wieder mal die Arroganz und Ignoranz totalitär gesinnter Menschen, die alles was anders als sie ist eh für minderwertig halten.
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#9 FredinbkkProfil
  • 09.06.2015, 15:39hBangkok
  • ach Herr Goppel,
    sehen sie sich doch mal um in den eigenen Reihen ihrer Partei,gucken sie sich die christlichen Hetro-Ehen an,ich brauch da keine Namen zu nennen,und erinnern sie sich in welcher Lokalitaet ihr ehemaliger Chef Dr.hc. Franz Josef Strauss ,der treue Ehemann eins ueber die Ruebe bekam ,von den Damen des horizontalen Gewerbes...und fragen sie sich auch warum und wofuer..

    Verlogenheit und Bigotterie .....
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#10 KokolemleProfil
  • 09.06.2015, 15:40hHerschweiler
  • Ach woher weis das der Goppel so genau??? Hat er etwa selbst mal Gaysex gehabt und kann da aus Erfahrung sprechen? Die meisten Schrankschwestern sind ja homophob, obwohl sie selbt Gay sind. Immer wieder die Versuche Gaysex in den Dreck zu ziehen. Es ist fürchterlich. Das ist eine Geisteskrankheit der Konservativen.
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