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  • 10.06.2015, 16:41h           1      Teilen:   |

Neue Salzgeber-DVD

Nach dem ersten Dreier zum Transpapi

Artikelbild
Während Billie (Tilda Cobham-Hervey, li.) erste sexuelle Erfahrungen mit Jungs und Mädchen macht, wird aus ihrer lesbischen Mutter Jane der Transmann James (Del Herbert-Jane) (Bild: Edition Salzgeber)

Mit "52 Tuesdays" ist der schönste Jugendfilm der Berlinale 2014 nun auf DVD erschienen. Im Mittelpunkt der australischen Dramödie steht die 16-jährige Schülerin Billie.

Wohin mit all den Fragen zur eigenen Identität und Sexualität, wenn du gerade erst 16 Jahre alt bist, deine lesbische Mutter sich plötzlich James nennt und einen Bart tragen möchte? Vor die Kamera, entscheidet sich Billie. Die hat sie ab sofort ein Jahr lang immer mit dabei und macht damit regelmäßig Aufnahmen von ihrer Umgebung und von sich selbst.

Billies Leben ändert sich komplett. Sie muss während der Geschlechtanpassung von James bei ihrem leiblichen Vater wohnen und darf ihren neuen zweiten Papi nur noch einmal in der Woche sehen – jeden Dienstag, immer zur selben Zeit. Für die Dauer eines Jahres wird dadurch die früher so enge Beziehung zwischen dem gebärenden Elternteil und der Tochter mehrfach hart auf die Probe gestellt.

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Sexuelle Sehnsüchte und Grenzen erkunden

Die Edition Salzgeber hat "52 Tuesdays" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht
Die Edition Salzgeber hat "52 Tuesdays" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht

Während James sich mit dem Leben als Mann, dem Coming-out als Transsexuellen in seiner Umgebung, mit seiner unerwarteten Testosteron-Unverträglichkeit und Fragen von geschlechtsangleichenden Operationen auseinandersetzt, lotet auch Billie die Formen und Grenzen ihrer Identität aus.

Die 16-Jährige wird etwa in die Liebesexperimente ihrer beiden Mitschüler Jasmine und Josh einbezogen, und alles erscheint neu und aufregend. Zu dritt erkunden die Jugendlichen ihre sexuellen Sehnsüchte und Grenzen. Was James allerdings gar nicht gut gefällt…

Sophie Hydes unterhaltsamer Debütfilm "52 Tuesdays" ist das Ergebnis äußerst unkonventioneller Dreharbeiten: Gefilmt wurde die Familiengeschichte im Doku-Stil tatsächlich an 52 Dienstagen über ein Jahr. Währenddessen schrieb Hyde das Drehbuch immer wieder um und weiter, neue Entwicklungen flossen direkt in ihre Geschichte mit ein.

Ebenso ungewöhnlich: Die Darsteller sind zumeist Laien – Del Herbert-Jane alias James wurde etwa ursprünglich nicht als Schauspieler, sondern als Berater zu Gender-Fragen engagiert. All das gibt der australischen Dramödie eine Authentizität und Intimität, die nicht nur im queeren Spielfilm ohne Vergleich ist. Auch die Professionalität bleibt dabei überhaupt nicht auf der Strecke!

"52 Tuesdays" wurde u.a. mit dem Regiepreis beim Sundance Film Festival ausgezeichnet und erhielt bei der Berlinale im vergangenen Jahr sowohl den Hauptpreis der Sektion Generation wie auch die Else, den Jurypreis des queeren Stadtmagazins "Siegessäule" beim Teddy Award. (cw)

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
  Infos zur DVD
52 Tuesdays. Drama. Australien 2013. Regie: Sophie Hyde. Darsteller: Tilda Cobham-Hervey, Del Herbert-Jane, Beau Travis Williams, Sam Althuzien, Imogen Archer, Mario Spate, Danica Moors. Laufzeit: 109 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber
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52 Tuesdays

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Tags: 52 tuesdays, edition salzgeber, sophie hyde, transvater
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Reaktionen zu "Nach dem ersten Dreier zum Transpapi"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
10.06.2015
19:49:07


(+3, 3 Votes)

Von ursus


dieser film hat mich tief beeindruckt. selten so komplexes, intensives, zwischentonreiches, warmes kino erlebt.

ganz vieles spielt sich jenseits der gezeigten szenen ab und lässt sich nur indirekt oder rückblickend erschließen. obwohl ich sowas meist hasse, weil ich im kino nicht nachdenken müssen will, um die geschichte zu verstehen, war ich hier nicht überfordert, sondern fand das sehr spannend; und es passte auch zu dem konzept. in dem strengen konzeptraster blüht eine unglaublich dichte geschichte auf.

ich hatte nichts besonderes erwartet und bin vollständig begeistert aus dem filmtheater nach hause gewankt, wo ich meinem nachbarn (der mich in "american sniper" wähnte, er kennt mich halt kaum) im treppenhaus versucht habe, in drei sätzen zu erklären, was für ein film das war. selten so dramatisch gescheitert.


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