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  • 10.06.2015, 18:22h           29      Teilen:   |

Schlagabtausch in Dresden

Sachsen: Landtag stimmt gegen Antrag zu sexueller Vielfalt an Schulen

Artikelbild
Im Parlament des Freistaats Sachsen wird darüber debattiert, ob Homo- und Transsexualität Thema an den Schulen wird (Bild: Unger)

Auch im Dresdner Landtag wurde über einen Bildungsplan à la Baden-Württemberg debattiert. Schwarz-Rot mauert jedoch – und ein AfD-Parlamentarier erklärte, dass ihm bei dem Thema "übel" wird.

Von Dennis Klein

Im Sächsischen Landtag ging es am Mittwochnachmittag eine knappe Stunde lang um das Thema sexuelle Vielfalt an Schulen. Die Linke hatte einen Antrag mit dem Titel "Sexualbildung in den Schulen im Freistaat Sachsen modernisieren" (PDF) eingebracht, in dem die schwarz-rote Landesregierung aufgefordert wird, sächsischen Schülern "Information und Aufklärung über die Vielförmigkeit sexuellen Lebens (LSBTI)" zukommen zu lassen.

In einer einfühlsamen Rede verglich die Abgeordnete Sarah Buddeberg (Linke) die Situation von LGBT-Minderheiten an Schulen mit dem Märchen "Das hässliche Entlein" von Hans Christian Andersen. LGBT-Schüler würden wie das Entlein ebenso "Ablehnung, psychische und physischer Gewalt" erleben. Für homosexuelle Schüler sei ja alles in der Schule hetero. "Woran soll sich ein junger Mensch orientieren?", fragte die Abgeordnete. Einzig im Zusammenhang mit Aids würde Homosexualität erwähnt – und das führe zu einer weiteren Stigmatisierung. Da eine Schulpflicht für alle bestehe, sei es auch die Pflicht der Schulen, LGBT-Schüler zu schützen.

Dabei zitierte Buddeberg Studien, nach denen Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit an Schulen noch immer weit verbreitet seien. So zeigt etwa eine Untersuchung aus Berlin, dass homophobe Schimpfworte wie "schwule Sau" an Schulen weit verbreitet seien (queer.de berichtete).

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Schwuler CDU-Abgeordneter: Antrag ist "populistisch" und "ideologisch"

Patrick Schreiber (CDU) will sich nicht dem "linken Mainstream" beugen - Quelle: Steffen Prößdorf / CC BY SA 3.0
Patrick Schreiber (CDU) will sich nicht dem "linken Mainstream" beugen (Bild: Steffen Prößdorf / CC BY SA 3.0)

Die CDU schickte als Reaktion ihren schwulen Abgeordneten Patrick Schreiber ins Feld, der gehörig auf die Pauke haute: Er bezeichnete den Antrag der Linken als "populistisch" und "ideologisch" und erklärte, die Oppositionspartei wolle ein Kind zwingen, "sich entscheiden zu müssen, ob es schwul oder lesbisch oder sonst irgendwas ist".

Auch ist für Schreiber offenbar Mobbing gegen LGBT in der Schule kein großes Problem: Es sei ja genauso schlimm, wenn ein Mädchen als "dumme Kuh" beschimpft werde, meinte der CDU-Abgeordnete. Oder wenn Politiker wie er vom "linken Mainstream" ständig als Nazi bezeichnet werden würden.

In dem Antrag der Linksfraktion werde auch versucht, den Unterschied von Frauen und Männern abzuschaffen, so Schreiber zur Überraschung der Antragsteller weiter. "Ich bin nicht bereit dazu, in Frage zu stellen, ob es in dieser Gesellschaft Männer und Frauen gibt", polterte der Christdemokrat – obwohl es in der Formulierung der Linken lediglich um intersexuelle Kinder geht.

Die verantwortliche Staatsministerin im Kultusministerium, Brunhild Kurth (CDU), gab sich später zurückhaltender als ihr junger Parteifreund. Das "natürliche Erziehungsrecht" liege zwar bei den Eltern, es gehöre aber auch zur Aufgabe der Schule, Geschlechtlichkeit zu thematisieren. Es sei dabei "immer darauf zu achten, dass es Jugendliche gibt, die sich physisch und psychisch nicht den weiblichen oder männlichen Kategorien zuordnen lassen", sagte die frühere Lehrerin. Der Umgang mit LGBT-Schülern erfordere von Pädagogen ein "hohes Maß an Selbstkontrolle und Sensibilität".

Gleichzeitig erklärte sie jedoch den Antrag der Linken für überflüssig, da eine Orientierungshilfe für Schulen bereits erarbeitet werde und bis Ende des Jahres fertiggestellt sein würde.

Linke und Grüne: Es muss mal was passieren

Cornelia Falken (Linke) glaubt nicht, dass die Regierung ohne Druck der Opposition etwas für LGBT-Schüler tut
Cornelia Falken (Linke) glaubt nicht, dass die Regierung ohne Druck der Opposition etwas für LGBT-Schüler tut (Bild: Sven Teschke / CC BY 3.0)

Das bezweifelten die Oppositionsparteien Linke und Grüne jedoch. Es gebe noch immer "keinen klaren Zeitplan", beklagte Eva Jähnigen (Grüne). Und Cornelia Falken (Linke) erklärte, dass in den letzten Jahren in Sachsen trotz Initiativen der Opposition "gar nichts passiert" sei. "Wenn wir nicht den Antrag gestellt hätten, dann würden wir heute noch nicht wissen, wann wir den neuen Orientierungsrahmen sehen", so Falken.

Während die als Juniorpartner der CDU mitregierende SPD zur Debatte nichts beitrug – eine Rednerin wies die Linke lediglich darauf hin, dass es keinen Sinn mache, immer wieder den gleichen Antrag zum Thema einzubringen – waren die Rechtspopulisten der AfD in ihrem Element: Die Abgeordnete Andrea Kersten erklärte triumphierend, dass die Zustimmung in ihrer Partei "gegen Null" tendiere und beklagte, dass durch das ständige Gerede über Homosexualität "Heterosexualität immer mehr in den Hintergrund" rücke.

Später polterte ihr Parteifreund Detlev Spangenberg, dass er als Schüler das Thema an Schulen nicht habe erleben wollen: "Mir wär's übel geworden". Außerdem würden die linken Abgeordneten "nichts von Kindern" verstehen. Das Wort "schwule Sau" ist für ihn dagegen kein Problem, da Kinder ohnehin nicht wüssten, was sie sagten. Dazu führte er einen Vergleich an: "Es gibt zur Zeit den Modebegriff: Das ist geil", so Spangenberg aufgeregt. "Der Begriff ist 'ne Katastrophe und keiner weiß, was es heißt". Bereits im Vorfeld hatte die AfD vor "Schwul-Unterricht" gewarnt (queer.de berichtete).

Am Ende lehnten CDU, SPD und AfD den Antrag der Linken ab.

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Reaktionen zu "Sachsen: Landtag stimmt gegen Antrag zu sexueller Vielfalt an Schulen"


 29 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.06.2015
18:52:41


(+12, 16 Votes)

Von Diversity


Mir wird übel, wenn ich über solch unnötige Debatten lese. Aufklärung über sexuelle Vielfalt sollte selbstverständlich sein!


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#2
10.06.2015
19:06:14


(+14, 18 Votes)

Von michael008
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Den Preis für die zweifellos peinlichste Rolle in diesem Schmierentheater verdient eindeutig
Patrick Schreiber.
Wer als schwuler Mann so selbstverleugnerisch,
ignorant, verlogen und verantwortungslos argumentiert hat für mich jeden Respekt verloren.
Da ist fast Goppel noch anständiger. bei dem kann man wenigstens davon ausgehen, dass er überhaupt nicht weiss vovon er redet.
Patrick Schreiber dagegen stellt sich offen als Schwuler gegen uns und darin eingeschlossen vor allem gegen die tausenden von betroffenen LBGTTI Jugendlichen, die weiterhin nicht von
einer anständigen Schulaufklärung profitieren dürfen. Pfui!! Eine widerliche KAPO-Mentalität.
Schwule in der CDU oder AFD sind und bleiben für mich Verräter.


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#3
10.06.2015
19:25:29


(+11, 15 Votes)

Von goddamn liberal


Für Therapieangebote ins Tal der Ahnungslosen:

PATRICK SCHREIBER MdL

Wahlkreisbüro

Antonstraße 15
01097 Dresden

Telefon: +49 351 810 400 1
Telefax: +49 351 810 400 2

Die Jugendsuizide, die Herr Schreiber mitverantwortet, können leider nicht so leicht wegtherapiert werden.


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#4
10.06.2015
19:51:58
Via Handy


(+12, 16 Votes)

Von Felix


Auch in Sachsen unterstützt die SPD den Homohass der CDU und sieht weg, während GLBTI-Jugendlichen das Leben zur Hölle gemacht wird.

Wer weiß, dass unter GLBTI-Jugendlichen die Selbstmordrate 5-7 mal höher ist als bei heterosexuellen Jugendlichen und dennoch Gegenmaßnahmen blockiert, handelt nicht mehr fahrlässig, sondern vorsätzlich!


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#5
10.06.2015
21:32:10


(+10, 12 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Patrick Schreiber - welch ein Widerling sitzt dort in der Partei.

Homophobie ist allgegenwärtig und solche CDU-Abgeordnete verschlechtern nur die Situation in Sachsen. Der ist doch total vernebelt und verblödet in seiner Partei.

Igitt, einfach nur entsetzlich, was ich da lese. Schreiber fällt LGBTs in den Rücken, ihm fehlt es an Sensibilität und Empathie.


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#6
10.06.2015
22:20:38


(0, 6 Votes)

Von Paolo


Ich hatte mal in der Grundschule in meiner klasse ein paar stunden sexualunterricht dabei wurden frau und mann anatomisch gezeichnet auf die tafel gehängt und irgendwann wurde gesagt ,das der mann seinen penis in die vagina der frau tut..nun ich fands zum kotzen bis uninterresant und die überwiegende reaktion der mitschüler war IHHHH mit anderen worden es genügt absolut das sich mit der zeit einbürgert das manche kinder zwei mamas oder zwei papas haben ,was aber die eltern jegwelcher kombination im bett tun das sollte den kindern nicht eingetrichtert werden .Kinderbücher mit gezeichneten herzchen wo steht beate liebt sandra oder jens liebt benjamin tuns auch.


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#7
10.06.2015
22:25:47


(+12, 14 Votes)

Von ehemaligem User paren1957


"Das Wort "schwule Sau" ist für ihn dagegen kein Problem, da Kinder ohnehin nicht wüssten, was sie sagten."

Dann sollte für ihn Arschloch auch kein Problem sein. Er ist nämlich ein ziemlich großes. Und ich weiß, was ich sage. Ich meine es so.


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#8
10.06.2015
22:29:36


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User paren1957


"...die Oppositionspartei wolle ein Kind zwingen, "sich entscheiden zu müssen, ob es schwul oder lesbisch oder sonst irgendwas ist".

Ich plädiere dafür, diesem Herrn das aktive und passive Wahlrecht zu entziehen. Wer als Schwuler solchen Schrott erzählt, kann nicht mehr zurechnungsfähig sein.


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#9
10.06.2015
22:30:34


(+6, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Patrick Schreiber - die ideale Personifikation des homophoben Schwulen!


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#10
10.06.2015
22:35:06


(+11, 13 Votes)

Von ehemaligem User paren1957


"Es sei ja genauso schlimm, wenn ein Mädchen als "dumme Kuh" beschimpft werde, meinte der CDU-Abgeordnete. Oder wenn Politiker wie er vom "linken Mainstream" ständig als Nazi bezeichnet werden würden."

Mädchen als "dumme Kuh" zu bezeichnen, gehört sich nicht. Zum zweiten Teil der Äußerung würde ich Herrn Schreiber gerne fragen, was er gegen Tatsachenfeststellungen hat.


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