Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 13.06.2015, 14:26h           39      Teilen:   |

Gleichstellung schwul-lesbischer Paare

Ehe für alle: Weiter Kritik aus der Union am Nein von "Mutti"

Artikelbild
CDU-Urgestein Heiner Geißler spricht Klartext: Wer gleichgeschlechtliche Ehen als "naturwidrig" ablehnt, müsse auch heterosexuelle Ehen zwischen 60- und 70-Jährigen in Frage stellen (Bild: Pressefoto)

Während Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler eine freie Abstimmung über die Ehe-Öffnung fordert, setzt sich die Union in Bremen und NRW zumindest für eine Gleichstellung im Adoptionsrecht ein.

Mit Heiner Geißler hat sich ein weiterer bekannter CDU-Politiker dafür ausgesprochen, die Abstimmung im Bundestag über eine Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare freizugeben. Es handele sich um eine Gewissensfrage, in der es keinen Fraktionszwang geben dürfe, sagte der 85-jährige ehemalige CDU-Generalsekretär der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

"Die Ehe für alle ist ein wichtiges Zeichen", betonte Geißler. Die gleichgeschlechtliche Ehe tauge "natürlich nicht, wenn man sie naturrechtlich definiert als Basis für Mann und Frau, um Nachkommenschaft zu erzeugen", so der ehemalige Familienminister. Es gebe aber zahlreiche verheiratete Hetero-Paare, die gar nicht die Absicht hätten, Kinder zu zeugen. "Aber wenn die Ehe nur dann eine Ehe wäre, wenn Kinder da sein sollen, dann wäre eine Ehe zwischen 60- und 70-Jährigen ja auch naturwidrig", meinte Geißler.

Damit stellte sich Geißler indirekt hinter Europastaatssekretär Michael Roth (SPD), der für einen ähnlichen Zwischenruf am Donnerstag im Bundestag von der Union heftig kritisiert worden war. Als der CDU-Abgeordnete Helmut Brandt am Rednerpult erklärte, dass er gegen eine Öffnung der Ehe sei, weil "die klassische Ehe zwischen Mann und Frau doch dazu führt, wenn auch nicht immer leider, dass man sich fortpflanzt", rief Roth von der Regierungsbank: "Und was ist mit der Bundeskanzlerin?" (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


Mitgliederentscheidung über Ehe-Öffnung auch in der Südwest-CDU?

Die Idee eines fraktionsübergreifenden Gruppenantrags und einer freien Abstimmung über die Ehe-Öffnung im Bundestag stammt von der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders (queer.de berichtete). Als erste Bundestagsabgeordnete der Union hatte sich die CSU-Polikerin Dagmar Wöhrl dieser Forderung in einer öffentlichen Stellungnahme angeschlossen (queer.de berichtete).

Unterdessen forderte der baden-württembergische Landesvorsitzende und Bundesvize der CDU-Sozialausschüsse, Christian Bäumler, einen Mitgliederentscheid in der Südwest-CDU über die Ehe für alle nach dem Vorbild in Berlin. "Viele Mitglieder der CDU an der Basis können mit der ablehnenden Haltung von CDU-Vertretern zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts anfangen", sagte der Sozialpolitiker aus Konstanz. "Die CDU muss diese Frage in einem Mitgliederentscheid klären."

CDU in Bremen und NRW für volles Adoptionsrecht

Gegen eine Öffnung der Ehe, aber für eine volle Gleichstellung eingetragener Lebenspartner im Adoptionsrecht sprach sich Bremens CDU-Landeschef Jörg Kastendiek aus: "Als CDU Bremen setzen wir uns dafür ein, dass gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften der Ehe rechtlich gleichgesetzt werden", wird Kastendiek im "Weser-Report" zitiert. Bereits auf ihrem Parteitag im Mai 2013 habe sich die CDU Bremen für eine Aufhebung des Adoptionsverbotes für verpartnerte Schwule und Lesben ausgesprochen, erläuterte Pressesprecherin Rebekka Grupe auf Anfrage von queer.de. "Eine darüber hinaus gehende Ausweitung des Begriffs Ehe halten wir für nicht notwendig."

Der Landesvorsitzende der CDU in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, meinte gegenüber dpa, seine Partei trete dafür ein, "alle Diskriminierungstatbestände" gegenüber eingetragenen Lebenspartnerschaften abzubauen und sie zivilrechtlich der Ehe gleichzustellen. Im neuen Grundsatzprogramm der NRW-CDU sollen eingetragene Lebenspartnerschaften erstmals als Teil der Gesellschaft anerkannt werden. (mize)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 39 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 978             14     
Service: | pdf | mailen
Tags: heiner geißler, cdu, ehe für alle, armin laschet, christian bäumler, jörg kastendiek
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Ehe für alle: Weiter Kritik aus der Union am Nein von "Mutti""


 39 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
13.06.2015
14:33:32


(+6, 12 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Altersweise im besten Sinne ist dieser rot lackierte Katholik.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
13.06.2015
14:43:03


(+7, 15 Votes)

Von Patricia Riekel
Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


Enkelin: Hat es dir weh getan, dass du anfangs böse beschimpft wurdest, als alter Kauz und so?

Opa: Nein. Merle, dein Urgroßvater, der Offizier war, hat immer gesagt: Es ist ein schönes Gefühl, wenn auf einen geschossen wird, ohne zu treffen. Manche sind einfach neidisch. Andere mögen mich nicht, weil ich den Kapitalismus abschaffen will.

Enkelin: Was ist das, der Kapitalismus?

Opa: Das ist unser Finanzsystem, in dem geldgierige Leute unser Geld verzocken, das heißt verspielen dürfen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
13.06.2015
15:02:40


(+8, 10 Votes)

Von kindeswohl
Antwort zu Kommentar #2 von Patricia Riekel


Schön auch , dass Heiner Geißler, drei Söhne, vier Enkelkinder, Menschen wie Merkel und Seehofer mit seiner Biographie indirekt illustriert.

Mir gefällt, wie er seine Enkelkind Merle aufklärt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
13.06.2015
15:19:52


(+6, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Danke, Herr Geißler!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
13.06.2015
15:31:58


(+9, 9 Votes)

Von Sebi


Fakt ist doch: die Homohasser haben den Kampf längst verloren. Sie wollen das nur noch nicht einsehen und das was nicht aufzuhalten ist, aus purer Gehässigkeit wenigstens noch so lange wie möglich hinauszögern.

Die Union sollte sich wirklich überlegen, ob sie noch Geld und Energie für verlorene Schlachten vergeudet oder ob sie sich nicht dringenderen Problemen zuwendet. Oder will sie wirklich mit Homohetze von anderen Problemen ablenken?

Und auch die SPD sollte sich fragen, ob sie wirklich weiterhin diese Politik der Ausgrenzung und des Hasses unterstützen will und weiterhin eine längst verlorene Schlacht kämpfen will.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
13.06.2015
15:33:01


(0, 8 Votes)

Von ehemaligem User Tomorrow


Der hat mir gerade noch gefehlt.

Geißler war, ist und bleibt ein "falscher Fünfziger" und einer der schlimmsten "Volksverhetzer", den Deutschland jemals im Bundestag hatte. Ich trau' diesem Typen nicht über den Weg.

Und seine Meinung und seine Ansichten interessieren mich "0".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
13.06.2015
15:36:51


(+8, 8 Votes)

Von Dietrichei
Aus Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 26.05.2015


Es gehört zur Kriegskunst, den Krieg ins Lager der Feinde zu tragen. Das ist geglückt. Die CDU geht auf Tauchstation. Hier in Rlp ist die Vorsitzende Klöckner abgetaucht, sie geht sonst keiner Kamera aus dem Weg. Ihre Stellvertreterin faselst von großem Zuspruch für die Position der CDU. Sie sollte sich nicht soviel auf dem Friedhof rum treiben


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
13.06.2015
15:40:28


(+7, 7 Votes)

Von Hinnerk


Wenn es in der CDU/CSU Leute gibt, die partout gegen Grundrechte, gegen das demokratische Gleichheitsprinzip und gegen das Kindeswohl stimmen wollen sollen sie das halt tun und müssen das auch mit ihrem Gewissen vereinbaren und dafür geradestehen.

Aber wenn sie für sich diese freie Wahl proklamieren, sollen sie dieselbe Freiheit auch anderen gewähren und erlauben, dass andere auch frei nach ihrem Gewissen entscheiden.

Übrigens legt ja auch das deutsche Grundgesetz in Art. 38 fest, dass jeder Abgeordnete in seinem Abstimmungsverhalten frei ist und nur nach eigenem Gewissen ohne Weisungen anderer abzustimmen hat.

Insofern müssen wir akzeptieren, wenn Abgeordnete dagegen stimmen, aber die haben auch zu akzeptieren, wenn andere dafür stimmen wollen und das denen nicht zu verbieten.

Jeder stimmt so ab, wie er/sie es will und dann entscheidet die Mehrheit. DAS ist Demokratie!

Wenn die Abgeordneten die dagegen sind (die ja eigentlich in der Minderheit sind) ihre Meinung den anderen aufzwingen wollen, dann ist das verfassungsfeindlich! Und wenn die anderen sich das entgegen ihrem Gewissen gefallen lassen, sind die offenbar nicht nur gewissenlos, sondern auch verfassungsfeindlich.

Deshalb kann und darf es nur eine freie Abstimmung geben! Das sollte man gar nicht extra vordern müssen, weil das laut Art. 38 GG eigentlich selbstverständlich ist. Geschieht das nicht, wenden sich noch mehr Bürger frustriert von der Politik ab. Denn wieso sollte man noch Politikern vertauen, die nicht nur ihre eigenen Wahlversprechen brechen, sondern auch noch gegen das deutsche Grundgesetz verstoßen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
13.06.2015
15:47:10


(+10, 10 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #3 von kindeswohl


Sehe ich auch so:
Personen wie Angela Merkel, Erika Steinbach, Volker Kauder, Thomas Goppel, etc. die keine Kinder haben, wollen Schwulen und Lesben die Heirat verwehren, weil die keine Kinder zeugen können.

Aber ein Heiner Geißler mit mehreren Kindern und Enkeln, hat kein Problem damit, wenn Schwule und Lesben heiraten dürfen. Und auch nicht, wenn sie Kinder großziehen. (Was ja auch den wissenschaftlichen Fakten entspricht, weil es nicht um das Geschlecht der Eltern geht, sondern um Liebe und Geborgenheit.)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
13.06.2015
15:51:45


(+8, 8 Votes)

Von Timon


Die Union muss endlich die gesellschaftlichen Fakten anerkennen und mit ihrer homophoben Hetze aufhören.

Die Welt ist bunter als nur braun.

Wenn sie das nicht macht, gilt der alte Spruch:
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. In den Großstädten ist die Union ja bereits auf verlorenem Posten und das wird auch immer weiter gehen, wenn sie nicht endlich von ihrem Irrweg runterkommt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt