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  • 15.06.2015, 07:56h           47      Teilen:   |

Reise-Blog

Rainbow Reporter: Ċaw, Malta!

Bereits zum fünften Mal ist ein Rainbow Reporter für queer.de unterwegs. In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Fremdenverkehrsamt Malta und mit freundlicher Unterstützung von Air Malta, The Palace, The Seashells Resort at Suncrest and Baron Holiday Homes hatten wir Anfang des Jahres einen Leser gesucht, der im Juni für zehn Tage kostenlos den Inselstaat im Mittelmeer erkunden und von dort täglich für die User von queer.de bloggen möchte.

Unsere Wahl aus vielen tollen Kandidatinnen und Kandidaten fiel auf den 28-jährigen Teamassistenten Benedikt Schütz aus Berlin (queer.de berichtete). In seiner Bewerbung hatte der ehemalige Student der Theater- und Filmwissenschaften versprochen: "Mit Laptop, Kamera und Smartphone ausgestattet, nehme ich das kleine, aber hartnäckige Eurovision-Teilnehmerland ganz genau unter die Lupe und werde mit Sonne und Meeresluft im Rücken die schönsten Seiten Maltas für euch aufspüren".

Die ersten Berichte von Benedikt sind nun online.


Live-Ticker (abgeschlossen, chronologisch)

26.06, 14:19h #19 Ċaw, Malta!



In wenigen Stunden geht mein Flieger zurück nach Berlin. Ich kann zurückblicken auf eine wahrlich abwechslungsreiche Zeit als Rainbow Reporter. Ich bin von meinen Gesprächspartnern stets mit offenen Armen empfangen worden und konnte dank der hervorragenden Planung und Koordination durch Michaela Hempel vom Fremdenverkehrsamt Malta so viel innerhalb von zehn Tagen auf Malta und Gozo erleben, wie ich es auf eigene Faust in dieser Zeit sicher nie geschafft hätte.

Danke sage ich auch an queer.de für die Möglichkeit, meine Reiseeindrücke mit so vielen Lesern zu teilen. Das positive Feedback, das mich auf unterschiedlichen Wegen erreicht hat, freut mich dabei ganz besonders. Vielen Dank auch an all die Sponsoren, die sich auf dieses noch immer recht neue Konzept des Regenbogen-Bloggers eingelassen haben und das Gelingen der Reise erst ermöglicht haben.

Ich werde das maltesische Archipel in guter Erinnerung behalten und gerne in den Fotos und Texten des Blogs stöbern, um die vielen tollen Treffen und Erfahrungen gedanklich aufleben zu lassen. Aber nicht zu lange. Denn bis zu meinem nächsten Besuch ist es hoffentlich nicht mehr weit.

P.S.: Die Redaktion hatte sich ein Fotomotiv bereits in der Ausschreibungsphase gewünscht. Hier ist mein Selfie mit dem offiziellen Regenbogenzebrastreifen in Victoria auf Gozo. Auch in der Stadt Floriana, die direkt vor Malta Hauptstadt Valletta liegt, wurde im März eine "Rainbow Crossing" zu Ehren der LGBT-Community eingeweiht.

14:10h # 18 Eine letzte Runde mit dem Rad



Sportlich ist der letzte Tag meiner Reise. Mit Helm und UV-Schutz wird aufgesattelt. Diddi von Gozo Adventures, der Deutschland vor elf Jahren den Rücken gekehrt hat und auf Gozo lange als Tauchlehrer gearbeitet hat, unternimmt heute eine Mountainbike-Tour mit mir.

Vom Nordwesten der Insel brechen wir auf. Eine Armada von Eidechsen huscht über Straßen und Wege. Zu schnell, um sie vor die Linse zu bekommen. Auch wir ziehen an den teils steil abfallenden Feldwegen rasch vorbei, dankbar für den Wind, der etwas Erfrischung bei der schweißtreibenden Strampelei bringt.



Runterkommen vor der Heimreise ist dann in jeglichem Sinne in der San Blas Bay angesagt. Für den steilen Abgang in die abgeschiedene Bucht mit ihrem rotgelben Sandstrand sollte man gut zu Fuß sein. Ansonsten gibt es auch einen Fahrservice mit Geländewagen, den man für etwa zwei Euro nutzen kann, um dieses versteckte Juwel fernab von Alltag und Handyempfang zu erreichen. Selbst meine Uhr bleibt plötzlich stehen und mahnt mich die letzten Stunden Mittelmeersonne in aller Ruhe zu genießen.

10:07h #17 Auf Samtpfoten zur Cittadella



Gegen Nachmittag schaue ich noch schnell in Victoria im Café Jubilee vorbei, um Joe Muscat von der Gozo Tourism Association zu treffen. Er weiß von der immensen Bedeutung des Tourismus auf Gozo zu berichten, der stolze 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Kein Wunder also, dass er jedes Jahr zur Internationalen Tourismus-Börse nach Berlin reist, um neue Kontakte zu knüpfen und dazu einlädt, seine Heimat zu besuchen.



Einen Tipp hat er auch noch für mich. Ich solle, trotz Renovierungsarbeiten, unbedingt bei der Cittadella vorbeischauen. Gesagt, getan und nach einem kurzen Fußmarsch betrete ich über einen provisorisch wirkenden Zugang die verwinkelte Festungsanlage. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange und obwohl an zahlreichen Ecken und Enden gewerkelt wird, ist die Sicht auf die Gemäuer der verschiedensten Epochen nicht verstellt. Vom weitläufigen Rundgang auf den Festungsmauern überblicke ich den Großteil der Insel.



Kleine Katzen spazieren mit mir durch die Straßen oder räkeln sich genüsslich auf Türsimsen, als ich mich auf die Suche nach einem Fotomotiv mache, das mir bei der Einfahrt in Gozos Hauptstadt Victoria (auf Maltesisch Ir-Rabat Għawdex) aufgefallen ist.

09:16h #16 Mit dem Segway zur Traumbucht



Zwar wird mein Aufenthalt auf Gozo weit kürzer sein als der von Odysseus, den die schöne Meernymphe Kalypso in Homers Epos hier vermeintlich sieben Jahre lang liebte und gefangen hielt. Doch dafür werde ich an einem Tag mehr zu sehen bekommen als der arme Odysseus es sich während seiner Liebessklavschaft nur erträumen ließ. Zugegebenermaßen beanspruchen auch noch einige weitere Inseln den mythischen Wohnort der Kalypso für sich. Ganz gleich, wer Recht behält, die Magie der kleinen Mittelmeerinsel ist unbestritten.



Für eine Tour der besonderen Art treffe ich mich mit meinem Guide Peter an der Rotunda-Kirche von Xewkija. Kirchen sieht man auf Gozo praktisch an jeder Ecke, und auch fromme Häusernamen ergänzen oder ersetzen oft die Hausnummer. Dieses bildschöne Exemplar ist jedoch die größte Kirche der Insel und liegt auch mit der Größe seiner freitragenden Kuppel weltweit unter den Spitzenreitern. Man mag gar nicht glauben, dass dieses historisch anmutende Monument erst in den 1970er Jahren errichtet wurde. Ein Blick auf den modernen Fahrstuhl, der sowohl Pilger als auch profane Touristen dem Himmel ein Stück näher bringt, lehrt aber eines Besseren.



Im aktuellen Jahrtausend angekommen, besteigen wir unsere Segways. Zusammen mit einem jungen deutschen und einem italienischen Pärchen müssen anfangs noch die Besonderheiten des Geräts ausmanövriert werden. Ich habe den Dreh recht schnell raus und lege auch meine anfängliche Skepsis gegenüber dem etwas spleenigen Gefährt ab.

Es mag lustig aussehen, aber der Spaß am mühelosen Fahren überwiegt deutlich. Durch die kaum befahrenen Straßen starten wir in Richtung Offroad-Territorium. Auf steinigen Wanderpfaden lenken wir uns im Gänsemarsch vorbei an wildem Thymian und Kapern, die bevorzugt in Felshängen blühen, wenn die Knospen nicht rechtzeitig gepflückt werden.

Peter von den Gozo Segway Tours führt uns auf einer Route über den südlichen Teil der Insel. Zum Staunen und Schauen parken wir die Fortbewegungsmittel, was in Anbetracht der steil abfallenden Klippen sicher keine schlechte Idee ist. "Quick solution" nennt Peter den viele Meter hohen Weg nach unten.



Weniger gefährlich, aber nicht weniger beeindruckend ist die schmal zulaufende Bucht Mġarr ix-Xini. Hier drehten im letzten Jahr Angelina und Brad ihren Film mit dem Arbeitstitel "By the sea", der im November in die Kinos kommen soll. Die Schönheit dieses Ortes und auch der benachbarten Bucht mit ihrem kristallklaren Wasser werden dann für jedermann unverkennbar festgehalten sein.



Anschließend wird im Hafen von Mġarr im Porto Vecchio wieder frischer Fisch für mich zubereitet. Ich blicke den Fähren hinterher, die von hier aus zwischen Malta und Gozo pendeln. Doch ein bisschen verweilen kann ich noch.

24.06, 16:24h #15 Mit der Fähre nach Gozo



Mit Karacho rasen wir über die gewundenen Straßen Richtung Anlegestelle. Zu spät – Fähre trotzdem verpasst. In der Wartezeit bis zur nächsten Abfahrt schaue ich mir mein nächstes Ziel aus der Ferne an. Denn die Nachbarinsel Gozo, die ebenso wie das noch viel kleinere Comino zum maltesischen Archipel gehört, lässt sich mit bloßem Auge erblicken.

Ein Katzensprung ist dann auch die Überfahrt, die nur etwa 20 Minuten dauert. Ein Ticket braucht man auf dieser Strecke übrigens nicht. Erst auf dem Rückweg bezahlt man einmalig für beide Strecken mit derzeit günstigen 4,65 Euro. Unter den Maltesern gilt das mit einer Fläche von gerade mal 7 mal 17 Kilometer beschauliche Gozo als beliebtes Ausflugsziel fürs Wochenende oder die jährlichen Karnevalsfestivitäten.

Für mich wird Gozo der letzte Stopp auf meiner Reise sein. Nach dem vollen Programm der letzten Tage ist Entschleunigung angesagt. Ganz passend dazu residiere ich in meinem eigenen Farmhaus mit Sonnenterrasse und Pool.



Die von Baron Holiday Homes zu Ferienhäusern umfunktionierten Grundstücke sind über die Insel verteilt und bestens geeignet für kleine Gruppen, Pärchen und Familien.

Bei meiner Ankunft steht auch schon mein kleiner roter Flitzer vor der Tür, mit dem ich mich zum allerersten Mal im Linksverkehr probieren werde. Definitiv eine Premiere mit Lampenfieber.



Da ich den Schlüssel für das Auto nicht finden kann, schaue ich kurz beim Nachbarn vorbei, der sich gerade um seine Pferde kümmert. Das ländliche Leben ist auf Gozo in den kleinen Ortschaften überall präsent und prägt den Charme der Insel, die eine viel üppigere Vegetation aufweist als Malta.

Nachdem ich mich in meinem temporären Heim eingerichtet habe, wird es ernst: rechts einsteigen, links schalten und nicht vom Weg abkommen. Ans Schalten gewöhne ich mich schnell, doch die schmalen und mit Schlaglöchern gespickten Gassen kosten mich ein paar Nerven. Als mich die Navigation meines Handys dann entgegen Einbahnstraßen und in gesperrte Straßenabschnitte leiten will, mache ich am Straßenrand Halt für eine Verschnaufpause. Zum Glück hält sich der Verkehr auf Gozo meist sehr in Grenzen und ich kann in aller Ruhe durch kleine Ortschaften und entlang der kurvigen Straßen tuckern.

Erleichtert erreiche ich das Hafendorf Marsalforn und schlendere zum Fischrestaurant Il-Kartell, dessen Außenterrasse so nah am Wasser gelegen ist, dass ich beim Essen ein paar Meeresspritzer abbekomme.



Um in den authentischen Genuss des frischen Fischs zu kommen, bereitet man mir eine Auswahl aus drei verschiedenen Fischsorten, die mir als Filet serviert und mit Pasta, Kartoffeln und Gemüse als Beilage aufgetischt werden.



Auf dem Rückweg fahre ich durch geschmückte Straßen und höre Feuerwerkskörper in der Nähe krachen. Man muss die Feste feiern wie sie fallen.

12:40h #14 Tauchen, Tee und Trubel



Es ist zwar mein programmfreier Tag, aber das hält mich natürlich nicht davon ab, die Zeit bis zu meiner Dinner-Verabredung im Hilton sinnvoll zu nutzen. Nur ein paar Gehminuten von meiner Unterkunft und schon stehe ich wieder bei Diveshack auf der Matte, um einen weiteren Tauchkurs zu machen.

Meine anfänglichen Bedenken wurden beim letzten Try-Dive gänzlich aus dem Weg geräumt, und somit heißt es für mich wieder: in den Neoprenanzug zwängen und ab ins Wasser. Diesmal haben wir auch eine wasserdichte Kamera im Gepäck, um unsere Erkundungsrunde in Küstennähe festzuhalten.

Für einen zweiten Tauchgang fahre ich mit Tauchlehrer Andreas und einer kleinen Gruppe an den Fischmarkt von Valletta, den ich bei meiner Bootstour durch den Hafen bereits passiert hatte. Dort lassen wir uns ins Wasser plumpsen und tauchen durch eine Höhle im Fels bis in 12 Meter Tiefe.

Dass ich mir nach so viel Körpereinsatz eine Stärkung verdient habe, versteht sich von selbst. Mit Melanie, die für das Hilton Malta als Marketing-Managerin arbeitet, bin ich im hauseigenen Restaurant "Blue Elephant" verabredet. Um dort hinzukommen, wage ich mich erstmalig in die öffentlichen Verkehrsmittel und erwische gleich einen rappelvollen Bus. Abgehärtet durch Berliner Verhältnisse, lasse ich mich davon nicht beeindrucken und erreiche die exklusive Adresse unversehrt.



Der enorme Hotelkomplex beeindruckt schon im luxuriösen Foyer und bei der Tour, die Melanie samt Assistentin mir zuteil werden lassen, staune ich nicht schlecht über die umfassende Ausstattung des Hauses. Da ist die eigene Bootsanlegestelle für Hotelgäste nur als i-Tüpfelchen im Service-ABC der Hotelkette zu nennen.

Im thailändischen Restaurant "Blue Elephant" werden wir ebenfalls aufmerksam umsorgt und vorzüglich bekocht. Den namensgebenden blauen Elefanten findet man nebenbei bemerkt nicht nur in der Menükarte als Indikator für die Schärfe eines Gerichts, sondern auch auf dem handgefertigten Porzellan, das hier verwendet wird. Mein eigenes Rüsseltier in Teekannenform darf ich als weiteres Andenken an Malta mit nach Hause nehmen.



Ob die Stars und Sternchen, die teilweise mitsamt ihrer ganzen Filmcrew das Hotel frequentieren, auch einen maltesischen Elefanten im Porzellanregal stehen haben, konnte ich leider nicht herausfinden. Doch als Rainbow Reporter muss man eben in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle übernehmen...

Um den Abend gebührend ausklingen zu lassen, mache ich noch einen kurzen Abstecher in das Partyviertel Paceville. Bei Tage schon belebt, treffen sich hier am Abend die jungen und junggebliebenen Feierwütigen, die sowohl die vielen Bars als auch die umliegenden Straßen bevölkern.

Obwohl mir der Trubel nicht ganz liegt, probiere ich mein Glück im offenbar einzigen Gay-Club Maltas, dem AXM . Als ich um kurz vor Mitternacht auftauche, haben sich die Massen von draußen noch nicht im Club eingefunden. Doch der lange Tresen füllt sich stetig mit Besuchern, die innerhalb der nächsten halben Stunde den Laden gut ausfüllen.

Die Herren der Schöpfung sind in deutlicher Überzahl, dafür aber vom Altersschnitt gut durchmischt. Während Popmusik im Dance-Remix läuft, wird das Rauchverbot von Anfang an konsequent ignoriert. Anders als in Berliner Clubs etwa, wo sich erst gegen vier Uhr morgens niemand mehr dafür interessiert.

Der Flirtfaktor scheint im "AXM" ganz gut abzuschneiden, wobei ich keinen Selbstversuch starten will und stattdessen lieber die frische Brise auf dem Heimweg aufsauge, um fit zu sein für den nächsten Tag.

23.06, 16:53h #13 Chill-out im Café del Mar



Bei stürmischen Wind mache ich mich auf den Weg ins Café del Mar. Seit der Eröffnung in 2013 hat sich die Location am Meer mit seiner Mischung aus Chill-out-Lounge, Pool, eigenem Restaurant und den stark frequentierten Partys am Wochenende zu einem Hotspot entwickelt.

Heute geht es etwas ruhiger zu und ich kann mit meinen Begleiterinnen Anja und Petra von itravel Malta die ungetrübte Aussicht auf den Sonnenuntergang genießen. Die beiden Deutschen, die seit einigen Jahren auf der Insel heimisch geworden sind, begeistern mich auf Anhieb mit ihrer herzlichen Art. Bei den vielen neuen Eindrücken und Gesichtern der letzten Tage weiß ich den persönlichen Draht gleich umso mehr zu schätzen.



Während wir uns mediterrane und typisch maltesische Antipasti schmecken lassen, erfahre ich von Anja, dass die moderne Location von ihrem Mann entworfen wurde. Vom Straßenniveau aus könnte man das Café del Mar beinahe übersehen, wenn nicht ein großer Schriftzug darauf hinweisen würde. Ansonsten schmiegt sich das Gebäude nahtlos und unaufdringlich zwischen Promenade und Meer, um den Fokus auf die natürliche Schönheit des Meeres zu lenken.

Ich berichte von meinen Abenteuern der letzten Tage und bekomme im Gegenzug nicht nur tolle Tipps für meine bald anstehende Überfahrt auf die Nachbarinsel Gozo, sondern auch ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen der von Anja gegründeten Reiseagentur zu hören. Sie weiß nicht nur, in welchen Hotels man am besten unterkommen kann und welche Ausflüge besonders schön sind, sondern auch wo man im abgeschiedenen Kloster Urlaub machen oder sich jenseits von jeglichem Trubel das Ja-Wort geben kann. Bei Bedarf auch mit ihr als Trauzeugin inklusive.

Als persönliches Mitbringsel und Andenken an Malta bekomme ich nach einem Abend in wunderbarer Gesellschaft noch einen maltesischen Großmeister von Playmobil.



Die Figuren werden auf der Insel für den weltweiten Versand hergestellt, doch dieser spezielle Geselle lässt sich nur vor Ort erstehen.

Einen Blick auf den echten Großmeister und seinen Palast kann man übrigens bei einem Besuch in Valletta wagen. Ich begnüge mich aber mit der fingergroßen Variante, die mich am Ende meiner Reise nach Berlin begleiten wird.

22.06, 18:21h #12 Mit dem Boot zur Blauen Grotte



Siebenmeilenstiefel geschnürt, und schon kann der neue Tag mit einer weiteren Erkundungstour über die Insel starten. Zugegeben, die meiste Strecke legen wir mit dem Bus zurück. Aber mit Reiseleiterin Christine und der Gruppe deutscher Gäste, der ich mich heute angeschlossen habe, lege ich locker mehrere Kilometer zurück.

In der Geschichte der Insel blicken wir auf den folgenden Stationen jedoch um ein Vielfaches zurück. Unser erster Halt im Limestone Heritage Museum bringt uns der harten Arbeit des Kalksteinabbaus näher, der vielerorten den Häuserbau ganz charakteristisch prägt.



Dass dieses Gestein schon seit über Tausenden von Jahren zum Bau verwendet wird, beweisen die teilweise noch erhaltenen Tempelanlagen von Ħaġar Qim. Sie reichen teilweise wohl über 3.600 Jahre v. Chr. zurück, und der modern überdachte Südtempel, den wir besuchen, liegt malerisch auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer.



Die Magie des Meeres dürfen wir dann auch aus nächster Nähe betrachten, denn zu meiner großen Freude machen wir uns auf den Weg zur Blauen Grotte. Nicht zu verwechseln mit der Blauen Lagune, die man auf der kleinen Nachbarinsel Comino oder auch in den heißen Quellen Islands vorfindet. Im traditionell bemalten Holzboot ziehen wir uns Rettungswesten über, bevor wir entlang der Felshänge auf offene See schaukeln.

Der Wind sorgt für leichten Seegang, so dass der Bug des Bootes vor mir auf und ab in die Wellen taucht. Wenn Kamera und Handy nicht wären, würde mir eine kurze Abkühlung im traumhaft klaren Wasser durchaus willkommen sein.

Wir steuern entlang der schroffen Felsformationen und in die kleinen Höhlen und Buchten, die das Meer ausgespült hat.



An vielen dieser kleinen Einfahrten scheint das Wasser durch die Reflexion der Sonne ganz besonders schön blau. Für alle Seetüchtigen sei diese wunderbare Bootstour also anstandslos empfohlen. Auch Taucher machen sich am Ufer bereit für die Erkundung unter Wasser.

Die letzten Stopps unserer Tour machen wir in der sogenannten Höhle der Finsternis und am beschaulichen Fischerhafen von Marsaxlokk, bei dem das "x" wie "sch" ausgesprochen wird. Die Höhle dürfte vor allem archäologisch interessierte Besucher begeistern aufgrund der zahlreichen Knochenfunde in den unterschiedlichen Sedimentschichten, die unter anderem belegen, dass es eine direkte Landverbindung von Europa nach Afrika gegeben haben muss.

Marsaxlokk hingegen ist hervorragend als Fotokulisse geeignet, wenn man die liebevoll bemalten Fischerboote sich im Hafen wiegen sieht.



Der anliegende Markt an der Promenade bietet zudem heimische Spezialitäten und Kunsthandwerk. Für mich heißt es nach diesem abwechslungsreichen Programm erst mal Seele baumeln lassen. Zu diesem Zweck bin ich später noch im angesagten Café del Mar verabredet.

14:53h #11 Fernost am Mittelmeer



Im Hotel The Palace werde ich direkt mit dem landeseigenen Softdrink Kinnie begrüßt. Nach einer langen Tour in der Sonne ist die leicht bittere Erfrischung sehr willkommen.

Dafür dass ich mich wohlfühle, hat man auch sonst sehr gut gesorgt. Mein geräumiges Zimmer mit Balkon blickt auf die schmalen Gassen von Sliema hinab, wo sich in der näheren Umgebung hauptsächlich Wohnhäuser und kleine Geschäfte finden lassen.

Eigentlich will ich es mir auf dem Balkon gerade gemütlich machen als das Telefon klingelt und Andy vom Palace mich zu einer noch schöneren Aussicht auf’s Hoteldach einlädt. Im 9. Stock angelangt, zeigt er mir den Infinity-Pool mit angeschlossener Lounge-Area.



Gleich nebenan befindet sich das asiatische Restaurant TemptAsian, auf das ich mich schon besonders freue. Als Liebhaber von thailändischem und vietnamesischem Essen, wie man es in Berlin in riesiger Auswahl vorfindet, habe ich hohe Erwartungen an die renommierte Fusion-Küche.

Erst mal wird aber die Badehose ausgepackt, um ein paar Runden im Pool zu planschen. Von der angenehmen Sonne des späten Nachmittags lasse ich mich trocknen und ein bisschen bräunen. In den Sommermonaten Juli und August soll es auf Malta zumindest in den Mittagsstunden wohl so warm werden, dass selbst die Einheimischen sich lieber ein Schattenplätzchen suchen.

Im TemptAsian habe ich dann die Qual der Wahl entweder im kuschligen Separee hinter halbdurchsichtigen Gaze-Vorhängen zu dinieren oder die hervorragende Aussicht auf der offenen Dachterrasse zu genießen.



Die Aussicht gewinnt und umgeben von turtelnden Pärchen werde ich von der Küche zuvorkommend und kulinarisch exquisit bedient. Die Auswahl der Speisen ist breit gefächert, aber nicht wahllos,und auch die Preise sind für Ambiente und Qualität angemessen.

Satt und zufrieden beobachte ich die Feuerwerke in der Ferne. Jedes kleine Dorf auf Malta nutzt im Sommer die Gelegenheit, um Namenspatrone oder andere traditionsreiche Feste zu feiern, sodass auch Besucher praktisch jedes Wochenende irgendwo ein Feuerwerk am sternenklaren Himmel zu sehen bekommen.

20.06, 23:16h # 10 Pastizzi und schwindelerregende Höhen



Nachdem Gaby und ich wieder festen Boden unter den Füßen haben, machen wir uns auf den Weg nach Mdina, das bei Tage eine weniger mystische, aber noch pittoreskere Stadt ist. Umgeben von massiven Festungsmauern sind wir zum Lunch mit Victoria von Travel Services Malta verabredet.



Heute betreten wir die Stadt vom verzierten Haupttor aus und lassen uns in einem Palazzo mit schweifenden Blick über die Landschaft nieder. Meine Begleiterinnen kennen sich schon eine Weile und als ich sie zu ihren Erfahrungen mit der "civil union" auf Malta befrage, plaudern sie freudig aus dem Nähkästchen, auf welchen Hochzeitsfestivitäten sie jeweils seit dem letzten Jahr gewesen sind.

Da ist die Rede von einem schwulen Paar, das sich einen Namen als Designer gemacht hat und deren Trauungszeremonie einer stylischen Fashion-Show glich. Hochzeiten auf Malta, erfahre ich, sind oft riesige Events mit hunderten von Gästen. Dass Victoria aber auch kleinere Zeremonien für Urlaubsgäste organisiert, erzählt sie mir mit einem Augenzwinkern.



Bevor ich mich wieder mit Gaby ins Auto setze, um zu den Dingli Cliffs zu fahren, machen wir einen Zwischenstopp in Rabat – der Vorstadt oder Zwillingsstadt von Mdina, die jedoch außerhalb der Festungsmauern liegt und typisch für die arabischen Einflüsse ist.

Dort finden wir in einem kleinen, eher unscheinbaren Laden die landestypischen Pastizzi vor. Eine Blätterteigspezialität, die entweder mit Ricotta oder mit weichen Erbsen gefüllt ist und in der Regel warm aus dem Ofen in den Nachmittags- oder Abendstunden verzehrt wird. Heute werden keine Kalorien gezählt und ich verputze die krümelige Köstlichkeit.



Nun steht der höchste Punkt des maltesischen Archipels auf dem Programm. Auf einer farbenprächtig von blühenden Oleandersträuchern gesäumten Straße geht es mit dem Auto auf die beeindruckenden Felsen am Meer. Ich schaue lieber nicht die steilen Abgründe nach unten, wo ich das ein oder andere Autowrack vermute. Doch auch für diejenigen mit Höhenangst ist die weitläufige Felsformation absolut sehenswert und unkompliziert zu erreichen.

Mein Ausflug mit Gaby neigt sich dem Ende zu, doch bevor sie mich in meine neue 5-Sterne-Unterkunft The Palace bringt, drehen wir eine Runde an der Strandpromenade der benachbarten Städte St. Julian’s und Sliema.



Außerdem empfiehlt mir Gaby, unbedingt die asiatische Fusionküche Temptasian auf dem Dach meines Hotels auszuprobieren, die ich selbstverständlich gleich als Location für mein Abendessen reserviere.



Links zum Thema:
» Offizielle Reiseinfos zu Malta vom Fremdenverkehrsamt
» Ursprüngliche Bewerbungsseite zum Rainbow Reporter Malta
Mehr zum Thema:
» Als Rainbow Reporter in South Australia (11.11.2010)
» Rainbow Reporter: Unser Trip nach La Réunion (05.09.2012)
» Rainbow Reporter: Bye, bye Florida! (12.09.2013)
» Rainbow Reporter: Panama, der Alleskönner
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Reaktionen zu "Rainbow Reporter: Ċaw, Malta!"


 47 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.06.2015
12:05:09


(+6, 8 Votes)

Von IT-Nerds


Toller Text, wir freuen uns auf weitere spannende Berichte!

Deine IT-Nerds


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#2
15.06.2015
12:17:43


(-6, 16 Votes)

Von Markus44


Hört sich erstmal Gut an, was der Rainbow-Reporter berichtet. Er schreibt flüssig und gut:

Zwar habe ich bereits viele Orte im Mittelmeerraun gesehen (Sitges, Barcelona, Malaga, Mallorca, Ibizza, Menorca, Gibraltar, Marokko, Südfrankreich mit Marseille, Nizza, Monacco, Italien mit Genua, Florenz, Toskana, Rom, Neapel, Venedig, Kroatien mit Pula und Porec, Griechenland mit Mykonos, Delos, Athen, Zypern mit Nikosia, Famagusta und Trip durch Nordzypern, Ägypten mit Kairo und Niltalbootsfahrt), aber es fehlen noch für mich vor allem:

* Malta, Sizilien, Sardinien, Korsika, Italiens Südspitze, Türkei, Israel und Tunesien im Mittelmeerraum

Nach Lybien, Libanon, Syrien und Algerien werde ich wohl besser nicht hinreisen: zu unsicher nach meinem Empfinden für einen europäischen Touristen.

Den Reisebericht werde ich mir daher genau durchlesen, weil Malta noch auf meiner "To Do"-Liste in meinem weiteren Leben steht. Ich reise gerne und bin schon als Student mit "Int-Rail" durch Europa gezogen....heute im "mittleren" Alter mit Mitte 40 bevorzuge ich aber anstatt Luftmatratze und Jugendherbergen dann doch lieber ein gutes Hotel.


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#3
15.06.2015
13:02:33


(-4, 8 Votes)

Von Markus44


Link zu www.welt.de

Komisch... der Rainbow-Reporter hat wohl einen Doppelgänger oder Zwillingsbruder, wenn ich mir diesen Reisebericht mit Selfiebild auf der Welt anschaue...


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#4
15.06.2015
13:03:29


(+5, 5 Votes)

Von AEMR 1948


Angenehmer und flüssiger Schreibstil. Das Lesen des Berichts macht Spaß. Bin auch schon sehr gespannt auf die Eindrücke und Tipps des Rainbow Reporters, da ich in der zweiten Jahreshälfte plane mein Englisch auf Malta etwas zu verbessern.


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#5
15.06.2015
14:56:29


(-4, 10 Votes)

Von GeorgG


"Merhba Malta!"

Schon das erste Wort dieses Reiseberichts ist in Maltesisch, nicht in Englisch. Gut so, denn die Malteser haben eine ganz eigenständige Kultur und sind sehr stolz daruf. Englisch ist und bleibt - etwa im Gegensatz zu Gibraltar- eine Fremdsprache, die man mit Fremden bzw mit Touristen spricht.

Die Malteser sind die eifrigsten Katholiken, die es gibt, aber alle Gottesdienste, mit 2-3 Ausnahmen, sind in Maltesisch. In der großen Konkathedrale in der Hauptstadt Valletta, die als eine der prächtigsten im gesamten Mittelmeerraum gilt, sind ebenfalls alle Gottesdienste in Maltesisch, keiner in Englisch. Am Sonntag findet jedoch ein Gottesdienst für die vielen auswärtigen Gäste in Latein statt, den ich empfehlen kann. Hier ist das Erbe der Johanniter noch handfest zu spüren.


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#6
15.06.2015
21:33:52


(+3, 5 Votes)

Von Mondmann
Antwort zu Kommentar #5 von GeorgG


Hahahahahahaha. Geil! Das sind doch die Reisetipps, die man haben möchte.

Hoffe, der gute Blogger hat ne prima Zeit auf Malta.
Ich bin gespannt.


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#7
16.06.2015
13:38:04


(+2, 4 Votes)

Von Urlaub ist schön


Also ein bisschen neidisch kann man da schon werden bei dem schönen Hotel und dem wesentlich besseren Wetter. Aber glücklicherweise ist es bis zu meinem Urlaub auch nicht mehr lang hin.


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#8
17.06.2015
02:59:35


(+2, 6 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #2 von Markus44


Sie sehen den Unterschied zwischen Ihnen und mir, wenn wir ueber Griechenland und die Griechen sprechen? Sie sind doch lieber im Hotel. Ich bin in Griechenland schon 72-73 und ab 75 komplett familiaer "eingegliedert" gewesen. Und bin es immer noch. Mit menschlichen Beziehungen, mit Menschen, von denen Sie nur traeumen koennen. (Spaeter sind alle meine Reisen in viele andere Laender ebenso verlaufen. Und ich spreche neben Englisch auch Griechisch, Spanisch und Italienisch.)

Das nur als Anmerkung zu Ihren "Ausbruechen", wenn es um Europa geht.

Zudem dachte ich immer, Lesen und Reisen bildet. Das hat sich in manchen Faellen als hoffnungsloser Traum herausgestellt.

Moege der nette junge Mann gute Erfahrungen machen. Malta habe ich leider nie kennengelernt. Ich bin gespannt auf die Berichte.


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#9
17.06.2015
11:06:00


(+3, 9 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #8 von Miguel53de


Der eigentliche Unterschied zwischen euch dürfte sein, daß Du als Gast all diese Länder bereist, während Multinick44 sich eher als Kolonialherr fühlt.


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#10
17.06.2015
12:11:54


(-6, 10 Votes)

Von LarsG
Antwort zu Kommentar #9 von Harry1972


Ziemlich sinnfreies Gefasel. Was ist daran Kolonialherr? Er kann sich reisen leisten, Du vermutlich nicht. Er nächtigt in Hotels, andere bei Gastfamilien. Hast du ein Problem damit ?


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