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  • 16.06.2015, 15:12h           168      Teilen:   |

Rechtspopulismus

AfD: Neues Feindbild Homo-Ampel

Artikelbild
In Wien gibt es die Ampeln seit einigen Wochen, jetzt denken auch deutsche Kommunen über ähnliche Aktionen nach

Es reicht nicht mehr, nur noch gegen Europa oder Flüchtlinge zu sein: Die AfD findet in gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen ein neues Hass-Objekt.

Von Dennis Klein

Die Stadt Wien hatte vor dem Eurovision Song Contest Fußgängerampeln installiert, auf denen Pärchen – egal ob hetero oder homo – Seit' an Seit' bei Rot stehen und bei Grün gehen. Die PR-Aktion wurde nach großer internationaler Medienaufmerksamkeit zu einer Dauereinrichtung, auf die viele Wiener stolz sind (queer.de berichtete). Und auch in mehreren deutschen Städten zeigte man sich interessiert. Doch für eine Partei droht nun offenbar der Untergang des Abendlandes: Die rechtspopulistische AfD hat landesweit eine Kampagne gegen die Ampeln gestartet.

In Hamburg kämpft die neue AfD-Fraktion etwa gegen einen Plan von Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank (Grüne), ähnliche Ampeln in der Hansestadt zu installieren. Nicht nur die vergleichsweise geringen Kosten werden als Grund aufgeführt, denn es geht der AfD um mehr: Der Straßenverkehr dürfe "kein Spielfeld für Gender-Ideologen" werden, heißt es laut "Welt" in einem Antrag der Fraktion. Die Paar-Lichtzeichen würden sogar den Straßenverkehr gefährden, "wenn durch Bilder Assoziationsketten geschaffen werden".

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Warnung vor "Ampelmissbrauch"

Am Ende ihres Antrags schafft es die AfD sogar, sich um Muslime zu sorgen, denen Schwulitäten nicht zugemütet dürften, und gleichzeitig vor einer Islamisierung zu warnen: Die muslimischen Mitbürger würden sich durch die Ampeln "beleidigt fühlen beziehungsweise eigene Piktogramme fordern", so die Befürchtung der Rechtspopulisten.

Auch in anderen Teilen des Landes empört sich die Lucke/Petry-Partei über die Lichtanlagen. So beklagt die Berliner Partei via Twitter: "Homosexuelle #Ampelmännchen? Geht's noch? Als ob wir keine anderen Probleme hätten… Wir fordern mehr Unterstützung und Respekt für Familien, anstatt ideologisch motivierte Umerziehungspropaganda auf Straßenverkehrsanlagen". Und die Lichtenberger AfD bezeichnete die Pläne auf ihrer Facebook-Seite vor einem Bild des roten Ost-Ampelmännchens sogar als "Ampelmissbrauch".

AfD: Intoleranz gegen Homosexuelle gibt es in Deutschland nicht

Die AfD in Nordrhein-Westfalen macht sich ebenfalls Sorgen, dass Homo-Ampeln oder – noch schlimmer – Regenbogen-Zebrastreifen bald Köln, wie von der SPD gefordert, verunstalten könnten. Auf Facebook protestierte die Partei erst vor wenigen Tagen mit einem Bild, auf dem ein schwules Paar gezeigt wird, dass über einen bunten Übergang läuft. Dazu schreibt sie: "Tolerante Zebrastreifen in Köln? Es reicht!".

Das Problem, so die NRW-Rechten, sei nicht die Benachteiligung von Schwulen und Lesben, sondern dass Homo-Aktivisten gegen das übertolerante deutsche Volk arbeiteten: "Mangelnde Toleranz gegenüber Homosexuellen ist zu bekämpfen, leider lässt sich diese jedoch nirgendwo feststellen. Im Gegenteil wird hier Lobby-Arbeit zu Gunsten einer Minderheit und zum Nachteil der Gesamtbevölkerung betrieben."


Die AfD nutzt hier eine Fotomontage der Zeitung "Express", um vor zu viel Buntheit zu warnen.


Und auch bei der Arbeitsgemeinschaft "Homosexuelle in der AfD" ist der Blutdruck wegen der Kölner Pläne in schwindelerregende Höhen gestiegen. Gewohnt charmant erklärte AG-Sprecher Mirko Welsch zum Thema: "Ich muss ehrlich zugeben, dass mich diese Aktion geschockt hat. Ich frage mich ernsthaft, ob gewisse Akteure in Köln schlecht gepudert sind". Der Saarländer sorgte sich weiter darüber, dass mit solchen Aktionen keine "echte Akzeptanz" gewonnen werde könne.

Echte Akzeptanz erreicht man nach Ansicht der AfD-Schwulen offenbar nicht, wer sich – auch durch kleine symbolische Aktionen wie die Ampeln – für die schwul-lesbische Sichtbarkeit und die rechtliche Gleichstellung einsetzt. Bereits vor wenigen Monaten hatte Welsch in einem Interview zugegeben, dass er sich statt für LGBT-Rechte lieber gegen "links-grüne Schreihälse" engagiere (queer.de berichtete).

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Tags: afd, homo-ampeln, homosexuelle in der afd, mirko welsch
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Reaktionen zu "AfD: Neues Feindbild Homo-Ampel"


 168 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.06.2015
15:32:36


(+8, 12 Votes)

Von Just me


Ganz schön komisch. Erst machen die AFD-Holhbirnen ein Riesenthema aus der Homo-Ampel und beschweren sich dann, dass wir doch wichtigere Themen hätten. Solange es Menschen gibt, die sich daran stören, scheint solche Symbolik noch notwendig zu sein. Also mehr davon.
Und die Idee mit dem Zebrastreifen finde ich gar nicht übel. Hätte nie gedacht, dass ich eine Idee der AFD jemals gut finden würde...


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#2
16.06.2015
15:34:18


(+5, 13 Votes)

Von GG1985
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Also ich finde diese Ampel-Aktion ja ehrlich gesagt ziemlich überflüssig und würde das Geld lieber anderweitig eingesetzt sehen. Aber es hat sich schon allein dafür gelohnt, dass die AfD nun wie Rumpelstielzchen auf und ab hüpft und sich aufregt, dass die Adern auf der Stirn platzen


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#3
16.06.2015
15:42:44
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von TraficRaknee


Die Ampeln stehen aber in Österreich und nicht in Deutschland!!!

Hat dir rechte AfD keine "wichtigeren" Sorgen?


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#4
16.06.2015
15:48:31
Via Handy


(-14, 24 Votes)

Von Putinversteher


Man ist nicht gegen Europa, nur weil man gegen die EU ist...

Das Eine ist ein Kontinent, das Andere eine Ideologie.


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#5
16.06.2015
15:48:48


(-15, 21 Votes)

Von Markus44


Die AfD, die ich zwar nicht als rechtsradikal ("wie dies bei NPD und Republikanern der Fall ist"), sondern als rechtskonservativ einstufe, brauchen wir echt nicht im Bundestag.

Gerade das steht aber derzeit zu befürchten, das es die AfD in den Bundestag schaffen wird, weil das Griechenlanddesaster Frau Merkel und Herrn Gabriel genauso wie den Grünen und der Linkspartei "um die Ohren fliegen" wird. Die deutschen Sparer, Lebensversicherungsbezieher und Teile der deutschen Steuerzahler sind zutiefst "sauer", wie Ihre Steuergelder von den derzeitigen deutschen Politikern (egal ob Regierung oder Opposition) in Griechenland versenkt wurden.

Die AfD ist sicherlich nicht meine Partei und ich werde sie auch NIE wählen, aber wenn ich mir so anschaue, wie die deutsche Bevölkerung über das Versenken von Steuergeldern und die Null-Zinspolitik der EZB denkt, dann wird es 2017 die AfD in den Bundestag schaffen.

UND das wiederum bedeutet:
* für SPD/Grüne reicht es rechnerisch dann auf keinen Fall
* selbst für SPD/Grüne/Linkspartei wird es dann eng

Es kommt dann entweder:
* eine Neuauflage einer GroKo
* eine Schwarz/Grüne Koalition ("das hängt von den Grünen dann 2017 ab")
* Schwarz/Gelb, sollte es die FDP in den BT schaffen


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#6
16.06.2015
15:50:25


(+11, 19 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


AfD-Faschisten als Rechtspopulisten zu benennen, die sich sogar beim Kreidefressen verschlucken, grenzt an Verharmlosung.


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#7
16.06.2015
15:52:25


(+11, 13 Votes)

Von Geologie
Antwort zu Kommentar #4 von Putinversteher


Eine Halbinsel!


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#8
16.06.2015
15:58:02


(+11, 13 Votes)

Von low budget
Antwort zu Kommentar #3 von TraficRaknee


Außer dem Straßenverkehr?

Der Geldverkehr, der Fremdenverkehr und der Grenzverkehr!!!

Torsten Ilg noch den Flugverkehr (Airbus400), den Drohnenverkehr (fliegt nicht), der Schußverkehr(G36) und der Schiffsverkehr (Besenstiel als Kanonenrohr). Das alles und noch viel mehr, wenn der Verkehr nicht wär....


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#9
16.06.2015
16:09:47


(+16, 18 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"Mangelnde Toleranz gegenüber Homosexuellen ist zu bekämpfen, leider lässt sich diese jedoch nirgendwo feststellen ..." (AfD in NRW)

Mal abgesehen davon, dass den Schreiberlingen der AfD ein Realitätcheck guttun würde (angefangen in der eigenen Partei), drückt sich schon im Mangel an Gelassenheit bei diesem Thema eine Haltung aus, die ich nicht unter "Toleranz" einsortieren würde. Die AfD nutzt das Thema wohl um ihren rechten Mitgliedern und Anhängern mal wieder ihre Ressentiments gegen Schwule und Lesben zu "präsentieren". Eigentlich sollte der Sprecher der Homo-AG dieser Partei darüber "geschockt" sein. Dass er ins gleiche Horn wie seine ressentimentbeladenen Parteikollegen bläst, zeigt mal wieder, dass ihm jegliches politische Gespür, von analytischen Fähigkeiten mal ganz zu schweigen, in seinem "Kulturkampf von Rechts" abgeht.


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#10
16.06.2015
16:33:13


(+13, 19 Votes)

Von AfD überflüssig


Herr Welsch kann doch bessere Vorschläge machen, wofür das Geld verwendet werden sollte.
Sicherlich gegen rechte Gewalt, zur NSU-Aufklärung und für die NSU-Opfer, zur Entschädigung der Opfer des § 175 und für die Rettung der Menschen im Mittelmeer wäre es sicherlich sinnvoller verwendet. Doch diese Vorschläge habe ich von Herrn Welsch bisher nicht vernommen? Die AfD und Herr Welsch scheinen auch von Menschenrechten eindeutig nichts zu halten.


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