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  • 18.06.2015, 11:39h           14      Teilen:   |

Interview

Rachel Dolezal outet sich als bisexuell


Von der lokalen NAACP-Anführerin zum Medienphänomen: Rachel Dolezal ist seit Tagen Gesprächsthema in amerikanischen Nachrichtensendungen. Foto: NBC News


Rachel Dolezal ist in den US-Medien omnipräsent: Nach ihrem Outing als Weiße schiebt sie ein Coming-out als Bisexuelle hinterher.

Die Geschichte von Rachel Dolezal fesselt Amerika: Die Anführerin der Bürgerrechtsorganisation "National Association for the Advancement of Colored People" (NAACP) in der 200.000-Einwohner-Stadt Spokane hatte auf Formularen und in Interview stets behauptet, eine Schwarze sein. Bis ihre fiesen Eltern sie gegenüber der Presse mit Hilfe von Kinderfotos outeten, auf denen sie mit sehr heller Hautfarbe und blonden Haaren zu sehen war.

Die Medien waren von dieser hollywoodträchtigen Geschichte elektrisiert. In Interviews erklärte Dolezal, ihr Freundeskreis habe stets aus schwarzen Menschen bestanden und habe sie sich mit ihnen derart identifiziert, dass sie sich als schwarz fühle. Das alleine wird schon als skandalös angesehen, da es als extrem rassistisch gilt, wenn sich weiße Amerikaner als Schwarze ausgeben (deshalb dürfen weiße Schauspieler zwar Schwule, Frauen, Mörder oder was auch immer spielen, aber nicht andeuten, dass sie einer anderen "Rasse" angehören).

Am Mittwoch folgte schließlich auf NBC das nächste Coming-out: Sie sei bisexuell, erklärte Dolezal:

Ich habe gestern endlich den Artikel [des transsexuellen Reality-Stars] Caitlyn Jenner gelesen. Ich habe geweint, weil ich manche Themen sehr gut verstehe, etwa die Isolation oder missverstanden zu werden oder die Frage, ob eine Beziehung endet, wenn man in anderem Licht gesehen wird. In romantischen Beziehungen – ich bin bisexuell und bin mit Frauen und Männern ausgegangen – frage ich immer genau nach: Wie hältst du's bei diesen Fragen?



Hier das Video:



Freilich wird Dolezals Fall gerade von LGBT-Gegnern genutzt, um zu zeigen, dass es so etwas wie sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht gibt: Sie führen ihren Fall als Beispiel an, dass Menschen ihre gottgegebene Identität nicht annehmen wollten.

Ein Beispiel ist der erzkonservative Fox-News-Kommentator Keith Ablow, der bereits beklagt hatte, dass es männliche Schüler transsexuell macht, wenn sie Zugang zu Nagellack haben (queer.de berichtete). Er erklärte in einem neuen Artikel, dass die allgemeine Akzeptanz von Transsexualität zu diesem Fall geführt habe. Wenn das so weitergehe, befürchtet er, dürfe bald ein 65-Jähriger sein Geburtsdatum ändern, wenn er sich als 35-Jähriger fühle.

Für Ablow und viele, die sich nach den übersichtlichen Fünfzigerjahren sehnen, verliert jeder, der nicht heterosexuell, cisgender (das Gegenteil von transgender) und konservativ ist, den Zugang zur Realität: "Ich habe wiederholt davor gewarnt, dass es tiefgreifende Folgen haben kann, wenn man sich von bestimmten Realitäten, die uns als Menschen definieren – genetisch oder historisch – frei macht. Menschen verlieren dann ihre Verbindung zur Realität". Hier liegt auch die Gefahr für LGBT, denn wer von Ablows enger Realität abweicht, wird automatisch als Feind angesehen. (dk)

Links zum Thema:
» "Zeit"-Artikel über Rachel Dolezal
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Tags: rachel dolezal, usa, keith ablow
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Reaktionen zu "Rachel Dolezal outet sich als bisexuell"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
18.06.2015
12:12:53


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Free your Mind!
>>> Biologisch männlich geborenen Menschen, die eine weibliche Identität wählen, wird das Recht auf diese Wahl auch nicht mit dem Verweis auf jahrhundertelange Unterdrückung der Frau abgesprochen. Sie eignen sich die Geschichte der Frau mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen an. Das muss auch für andere kulturell zugeschriebene, gesellschaftlich an biologische Merkmale gekoppelte Identitäten möglich sein. Rachel Dolezal ist Schwarze, nur biologisch nicht. Sie zitiert ihren Sohn daher mit den treffenden Worten: »Mama, du bist rassisch gesehen ein Mensch und kulturell gesehen schwarz.« ?#?Racetrouble? #Gendertrouble

Link zu www.neues-deutschland.de


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#2
18.06.2015
14:15:48
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Linu86
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 20.09.2008
Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


Ich muss dich allerdings korrigieren: Niemand "wählt" eine weibliche Identität. Diese manifestiert sich vielmehr im Inneren. Nur dadurch, dass man sie auch nach außen trägt hat man sie nicht "gewählt".


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#3
18.06.2015
15:58:56


(0, 2 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Herzlichen Glückwunsch zum Coming-Out!


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#4
18.06.2015
16:13:39


(+3, 5 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


Eine ernst gemeinte Verständnisfrage: Was genau soll 'biologisch männlich' sein? Chromosomen, Anatomie, Hirngeschlecht? Ist eine Trans*frau demnach biologisch männlich? Und ist genau diese Vorstellung nicht der Grund, weshalb Trans*menschen in ihrem wahren Geschlecht häufig nicht (ausreichend) anerkannt werden? Impliziert eine solche Vorstellung nicht, dass es 'richtige' Frauen (cis) und 'falsche' Frauen (trans*) gibt?


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#5
18.06.2015
16:23:37


(-1, 1 Vote)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #4 von Just me


Bezogen auf die Situation von Intergeschlechtlichkeit wird hier der Chromosomen-Satz als Kriterium herangezogen..

Andere Kriterien wie Hirn fielen dann hier wohl eher in den Bereich Transidentität..


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#6
18.06.2015
16:31:34


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #2 von Linu86


Ich sag hier nur "Free your mind", der Rest ist das ein Zitat aus dem verlinkten ND-Kommentar.


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#7
18.06.2015
16:35:59


(+1, 3 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


kulturell gesehen schwarz

Oh man....

Also funktioniert es wenn ich sage:
Ich bin ja schwul, fühle mich aber bei so einigen Themen wie Klappe, Iphone und Prosecco kulturell hetero


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#8
18.06.2015
19:31:44


(+1, 3 Votes)

Von Katrin
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In den USA haben Weiße stark reduzierte Karrierechancen, weil Weiße in Managementfunktionen überrepräsentiert sind. Also macht sich Rachel kurzerhand schwarz. Jetzt ist das aufgeflogen und sie macht sich queer. Mal schauen in was sie sich als nächstes verwandeln wird.


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#9
18.06.2015
19:41:22


(+3, 3 Votes)

Von Katrin
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Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


Und wie sieht es bei Dir aus? Bist Du auch als ein biologisch männlicher Hetero geboren und hast dann eine schwule Identität gewählt? Da kann man Dir natürlich auch nicht das Recht auf Deine Wahl mit Verweis auf die jahrhundertelange Unterdrückung von Schwulen absprechen. Du hast Dir die Geschichte der Schwulen ..bla bla ...angeeignet...

Du siehst ich habe in Deinem Text transexuell nur gegen Schwul ausgetauscht. Ich hoffe Du merkst jetzt, was für einen Scheiß Du über Transsexuelle geschrieben hast. Zeit dass Du Deinen bornierten Horizont...........ach, komm, ist do egal....


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#10
18.06.2015
20:59:53


(-1, 1 Vote)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #8 von Katrin


""In den USA haben Weiße stark reduzierte Karrierechancen, weil Weiße in Managementfunktionen überrepräsentiert sind.""..

Das umgekehrter Rassismus in der Debatte irgendwie hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln..

Es mag ja durchaus sein das die Frau unter einer so genannten "Übertragungs-Psychose" leidet..

Aber daran ändert man nichts, indem man auf ihr herumhackt, oder wie die Eltern als "Gegenbeweis" Kinderbilder von "kleinen weißen mädchen mit heller haut und blonden locken" herumzeigt..


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