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Im Königreich Marokko mit rund 33 Mio. Einwohnern können homosexuelle Handlungen mit bis zu drei Jahren Haft belegt werden (Bild: memnativ / flickr / by-sa 2.0)

Während zwei Männer für homosexuelle Handlungen für vier Monate ins Gefängnis müssen, nahmen die Behörden 20 weitere Männer fest.

Ein Gericht im nordafrikanischen Marokko hat am Freitag zwei Männer zu je vier Monaten Haft verurteilt, weil sie sich Anfang Juni an einer historischen Städte in der Hauptstadt Rabat geküsst haben sollen.

Der 38-jährige Lahcen und der 25-jährige Mohsin, die von örtlichen Zeitungen mit Gesicht abgebildet wurden, wurden zudem zu Geldstrafen in Höhe von 500 Dirham (45 Euro) verurteilt. Einer örtlichen Menschenrechtsorganisation zufolge haben beide Männer die "Tat" bestritten.

Erst im Mai waren in Marokko drei Männer wegen angeblicher Homosexualität zu einer Haftstrafe von je drei Jahren verurteilt worden (queer.de berichtete) – das ist die höchstmögliche Strafe.

Homosexualität gilt innerhalb der marokkanischen Gesellschaft als Tabu, wird aber gerade in Touristen-Orten wie Marrakesch, Agadir oder Tanger toleriert; die Gesetze gegen homosexuelle Handlungen, die sich auch auf Frauen beziehen, wurden in den letzten Jahren selten angewandt.

Als sich Anfang Juni zwei Femen-Aktivistinnen auf einem Moscheegelände halbnackt küssten, wurden sie festgenommen und ausgewiesen (queer.de berichtete). Im letzten Jahr war ein Brite zu vier Monaten Haft verurteilt worden, weil er einvernehmlichen Sex mit einem Einheimischen gehabt haben soll. Auch der Partner wurde verurteilt; beide Männer wurden allerdings nach wenigen Tagen freigelassen (queer.de berichtete).

Am Mittwoch berichteten örtliche Medien, in Agadir seien über 20 Marrokaner – schwule Männer und Transsexuelle – festgenommen worden. Auch die Organisation "Aswat" hatte von einem Anstieg von Verhaftungen berichtet.



#1 schwarzerkater
  • 19.06.2015, 20:25h
  • @ queer.de "Dieses Cover sorgte nicht nur im westlichen Ausland, sondern auch im konservativ-islamischen Marokko für heftige Empörung: "Faut-il brûler les homos?" (Sollte man die Homos verbrennen?), fragt das französischsprachige Wochenmagazin "Maroc Hebdo" auf der Titelseite seiner neuesten Ausgabe vom 12. Juni. "

    und eine woche später wandern gleich mal wieder 20 schwule in den knast. ... das zu allen gutmenschen, die dachten mit so einer schlagzeile wird seitens der journalisten eine liberalere gesprächsbasis geschaffen.
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#2 PelayoProfil
  • 19.06.2015, 20:56hBerlin
  • Die Beziehungen Marokkos zur EU werden immer enger. Demnächst wird ein Tunnel unter der Straße von Gibraltar gebaut. Seitens der EU ist man einer engeren Zusammenarbeit nicht abgeneigt, denn Marokko gilt als "westliches" und stabiles Hand, das mit der harten Hand des Königs regiert wird. Dieser hat eine Abneigung gegen offen Schwule, denn als Student wurde er in den Niederlanden in Schwulenlokalen gesehen. Die Gerüchte über seine Homosexualität wurden so laut, dass es in den Niederlanden eine Demo von Marokkanern gab nach dem Motto "Unser König ist nicht schwul".
    Da das Land einerseits westliche Devisen von Touristen braucht und andererseits auf die konservativen moslemischen Ländern im Nahen Osten Rücksicht nehmen muss, werden praktisch nur Einheimische verhaftet und bestraft, die Ausländer werden -mit wenigen Ausnahmen- des Landes verwiesen.
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#3 wiking77
  • 19.06.2015, 22:29h
  • was sagen denn die islami(ist)schen Theologen des Landes Marokko zu diesem Fall; der Mufti von Casablanca oder von sonstwo aus diesem Land? Aus theologisch-islamischer Sicht o.k. das diese jungen Männer, die vermutlich marokkanische Staatbürger sind für ihre sexuelle Orientierung bestraft werden? Wie findet es eigentlich der Zentrale Rat der Muslime in Deutschland, dass in einem islamisch geprägten Land wie Marokko schwule Männer juristisch verfolgt werden? Wie stellen es sich vor, dass es laufen soll, wenn sie, also die islamischen Theologen und Verbandsvertreter auch in der Gesellschaft in Deutschland mehr Einfluss haben werden?
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#4 gatopardo
  • 19.06.2015, 22:34h
  • Antwort auf #2 von Pelayo
  • Unser Nachbarland macht seit geraumer Zeit eine schleichende Islamisierung durch. Es fällt auf, dass Frauen nur noch selten ohne Kopftuch und Kaftan auf die Strasse gehen, wie sie es vor einigen Jahren noch taten. Vorbei die Erinnerungen, wo wir mit dem Auto übersetzten und uns nirgends unsicher fühlten. Unsere europ. Freunde wollen unterdessen ihre Eigenheime im Norden Marokkos aufgeben, weil ihnen die zunehmende Intoleranz immer unheimlicher wird. Diesem Gefühl kann ich mich nur anschliessen und ich sehe keinen Grund mehr, das ehemals so homoerotische Land weiterhin zu bereisen.
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#5 TheDad
  • 20.06.2015, 00:00h
  • Antwort auf #3 von wiking77
  • ""was sagen denn die islami(ist)schen Theologen""..

    Diese "Meinungs-ver-bildung" hältst Du für Sinnstiftend ?

    Oder ist Dir schlicht nicht klar, das die meisten Islamisten gar keine Theologen sind ?

    ""Wie findet es eigentlich der Zentrale Rat der Muslime in Deutschland, dass in einem islamisch geprägten Land wie Marokko schwule Männer juristisch verfolgt werden?""..

    Wie findet eigentlich die EKD, in derem Schoß hier die Baptisten sitzen, das einer ihrer Glaubensbrüder so einen Schwachsinn verbreitet :

    www.queer.de/detail.php?article_id=24024

    Und wie finden die EKD und die RKK in Deutschland das "Christliche" Politiker in den US-Staaten Michigan und North Carolina Gesetze erlassen, die LGBTTIQ´s vorsätzlich diskriminieren sollen, und das mit den "Gesetzen der Bibel" und der Religionsfreiheit begründen ?

    www.queer.de/detail.php?article_id=23991

    ""Wie stellen es sich vor, dass es laufen soll, wenn sie, also die islamischen Theologen und Verbandsvertreter auch in der Gesellschaft in Deutschland mehr Einfluss haben werden?""..

    Einmal von der Semantischen Unsinnigkeit abgesehen..

    Wieso sollte das eintreten ?
    Und durch welchen Zaubertrick sollte diese "islamischen Theologen und Verbandsvertreter"
    ungefähr den gleichen Einfluß erreichen, den die anderen "Religionen" schon lange inne haben ?

    Jetzt, nach 60 Jahren ARD und 55 Jahren ZDF gibt es erstmals demnächst einen Vertreter des Islam in den Fernsehräten, der sich SECHS Vertretern der EKD und der RKK gegenübersieht..
    Einen ? Nein.. EINE..
    Denn Niederachsen wird dorthin eine Frau entsenden..
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#6 KlaroAnonym
  • 20.06.2015, 08:53h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "die EKD, in derem Schoß hier die Baptisten sitzen,"

    Baptisten haben mit der EKD überhaupt nichts zu tun. Es gibt keinerlei offizielle Verbindungen.

    Deine Aussage ist wieder mal ein Beispiel, dass du auf dem Gebiet Theologie/Konfessionskunde -wenn überhaupt- nur ein Halbwissen hast.
    Ich gebe dir noch einmal den Rat, zu diesen Themen besser zu schweigen.
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#7 David77Anonym
  • 20.06.2015, 09:04h
  • Antwort auf #3 von wiking77
  • "Aus theologisch-islamisc her Sicht o.k. das diese jungen Männer, die vermutlich marokkanische Staatbürger sind für ihre sexuelle Orientierung bestraft werden? Wie findet es eigentlich der Zentrale Rat der Muslime in Deutschland, dass in einem islamisch geprägten Land wie Marokko schwule Männer juristisch verfolgt werden?"

    Die sind der Meinung, dass man das behutsam und nicht vorschnell verurteilen soll, da es ja sein könnte, dass unter den verurteilten Schwulen auch ein paar IS-Kämpfer sind.
    Behutsamkeit ist dennoch gefragt bei dieser Angelegenheit um nicht Opfer zu "umarmen" die man nicht ohne weiteres ehren sollte.
    Somit sollte keine Pauschalisierung, sondern Behutsamkeit und Differenziertheit Oberhand haben, bei der Aufarbeitung.
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#8 TheDad
  • 20.06.2015, 14:04h
  • Antwort auf #6 von Klaro
  • ""Baptisten haben mit der EKD überhaupt nichts zu tun. Es gibt keinerlei offizielle Verbindungen.""..

    Tatsächlich ?

    ""Im Mai 2009 wurde ein von einer Bayerischen Lutherisch-Baptistischen Arbeitsgruppe (BALUBAG) erarbeitetes Konvergenzdokument Voneinander lernen miteinander glauben: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe (Eph 4,5) vorgelegt, das im Benehmen mit der EKD, der VELKD und dem BEFG erstellt wurde.""..

    Die Zusammenarbeit ALLER "Evangelischer Kirchen" in Deutschland ist unbestreitbar, und immer irgendwie nachzuweisen..
    Ein kleines bisschen Recherche hilft hier oft..

    de.wikipedia.org/wiki/Baptisten

    de.wikipedia.org/wiki/Bund_Evangelisch-Freikirchlicher_Gemei
    nden
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#9 TheDad
#10 KlaroAnonym
  • 20.06.2015, 14:54h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Eine Abendmahlsgemeinschaft zwischen EKD und Baptisten ist weiterhin tabu, weil die Baptisten auch bereits getaufte Kinder (wieder-)taufen. Auch Erwachsene aus der EKD, die Baptisten werden wollen, müssen sich noch einmal taufen lassen.
    Natürlich gibt es in der einen oder anderen Stadt gemeinsame Aktivitäten, vor allem gemeinsame Gemeindefeste oder der ökumenische Gebetstag. Das bedeutet aber keine "Einbindung" der Baptisten in die EKD.
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